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VesiCulture 30 mg Pulver zur Herstellung einer Suspension zur intravesikalen Anwendung – Fachinformation

Die Fachinformation ist für Ärztinnen, Ärzte und Apotheken bestimmt. Leicht verständliche Angaben für Patientinnen und Patienten stehen im Beipackzettel: Dosierung, Nebenwirkungen, Andere Medikamente, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Rezeptpflichtig
Stärke des Medikaments:
30 mg
Enthält den Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - VesiCulture 30 mg Pulver zur Herstellung einer Suspension zur intravesikalen Anwendung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

VesiCulture 30 mg Pulver zur Herstellung einer Suspension zur intravesikalen Anwendung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Mycobacterium bovis BCG (Bacillus Calmette-Guérin), dänischer Stamm 1331, lebend, abgeschwächt, 30 mg/Durchstechflasche.

Nach der Rekonstitution enthält 1 Dosis (4 Durchstechflaschen) 120 mg, entsprechend 1-14 x 108 KBE.

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Verabreichung, siehe Abschnitt 6.6.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Suspension zur intravesikalen Anwendung.

Weißes, klumpiges Pulver.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

  • Behandlung des primären/rezidivierenden oberflächlichen Urothelzellkarzinoms in situ der

    Blase bei Erwachsenen.

  • Adjuvante Behandlung nach transurethraler Resektion des primären oder rezidivierenden oberflächlichen Urothelzellkarzinoms der Blase bei Erwachsenen mit Erkrankung mittleren oder höheren Risikos.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung mit VesiCulture darf nur von medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden, das Erfahrung in der intravesikalen Instillation mit BCG hat.

VesiCulture ist für die intravesikale Instillation nach der Rekonstitution bestimmt.

Die empfohlene Dosis beträgt 4 Durchstechflaschen (insgesamt 120 mg), entsprechend 1-14 x 108 KBE, für alle Indikationen. Der Inhalt von 4 Durchstechflaschen wird in 50 ml steriler Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) zur Injektion ohne Konservierungsmittel rekonstituiert.

Dosierung

Induktionstherapie

Die BCG-Behandlung wird in der Regel frühestens 2 Wochen nach der transurethralen Resektion der Blase (TURB) oder Biopsie begonnen und soll 6 Wochen lang in wöchentlichen Abständen wiederholt werden. Die Behandlung soll nicht begonnen werden, bevor die Mukosaläsionen nach der TURB verheilt sind.

Erhaltungstherapie

Eine Erhaltungstherapie im Anschluss an die Induktionstherapie wird empfohlen. Patienten mit NMIBC mit mittlerem bis hohem Risiko sollen nach Abschluss der ersten BCG-Induktionszyklen 1 bis 3 Jahre lang eine BCG-Erhaltungstherapie erhalten.

Die spezifische Dauer hängt vom Risikoprofil des Patienten, der Verträglichkeit der Behandlung und dem aufgezeichneten therapeutischen Ansprechen ab. Den nationalen Empfehlungen soll Folge geleistet werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von VesiCulture bei Kindern ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

VesiCulture ist durch intravesikale Instillation zu verabreichen.

Ein Harnröhrenkatheter wird unter aseptischen Bedingungen in die Blase eingeführt. Es soll eine ausreichende Menge Gleitmittel verwendet werden, um eine Traumatisierung der Harnschleimhaut zu vermeiden und die mit dem Eingriff verbundenen Beschwerden für den Patienten zu verringern. Die Blase muss vor der BCG-Instillation entleert werden, und der Patient soll ab 4 Stunden vor der Instillation und bis 2 Stunden nach der Instillation nicht trinken. Durch eine vollständige Entleerung der Blase nach der Katheterisierung wird das Restgleitmittel reduziert, das möglicherweise vor der Instillation von VesiCulture in die Blase gelangt ist.

Die Suspension wird mithilfe des Katheters langsam in die leere Blase eingeträufelt, wobei darauf zu achten ist, dass der Fluss nicht forciert wird. Nach Abschluss der Instillation wird der Katheter entfernt, und der Patient wird angewiesen, die Suspension nach Möglichkeit 2 Stunden lang in der Blase zu behalten. Während dieser Zeit sollte die Suspension ausreichenden Kontakt mit der gesamten Schleimhautoberfläche der Blase haben. Daher soll der Patient nicht immobilisiert werden. Bei Bettlägerigkeit soll der Patient alle 15 Minuten vom Rücken auf den Bauch und umgekehrt gedreht werden. Nach 2 Stunden soll der Patient die instillierte Suspension in sitzender Position entleeren.

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Verabreichung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

  • VesiCulture darf nicht bei immunsupprimierten Patienten oder Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten angewendet werden, unabhängig davon, ob diese verursacht wurden durch:

    • Begleiterkrankungen z. B. HIV-Infektion, Leukämie, Lymphom. - Krebstherapie mit z. B. systemischen Zytostatika oder Bestrahlung. - andere immunsuppressive Therapien, z. B. mit systemischen Kortikosteroiden. • VesiCulture darf nicht an Personen mit aktiver Tuberkulose verabreicht werden. Das Risiko einer aktiven Tuberkulose muss durch geeignete Anamnese und diagnostische Untersuchungen gemäß den örtlichen Richtlinien ausgeschlossen werden.
  • Behandlung mit Anti-Tuberkulose-Arzneimitteln wie Isoniazid, Rifampicin, Streptomycin und

    Ethambutol.

  • Schwangerschaft und Stillzeit.
  • Vorgeschichte der Strahlentherapie der Blase.
  • Akute Harnwegsinfektion (siehe Abschnitt 4.4).
  • Schädigung der Harnröhre oder der Schleimhaut der Blase, die zu einem erhöhten Risiko für schwere systemische Infektionen führen kann (siehe Abschnitt 4.4).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Behandlung mit VesiCulture darf nur von Ärzten mit Spezialkenntnissen in bösartigen Erkrankungen der Blase und deren Behandlung durchgeführt werden.

VesiCulture darf nur zur Instillation in die Blase und nicht zur subkutanen, intradermalen, intramuskulären oder intravenösen Verabreichung oder zur BCG-Impfung verwendet werden. Schwere systemische BCG-Infektionen/Reaktionen

  • Eine Schädigung der Harnröhre oder der Schleimhaut der Blase (z. B. ausgelöst durch eine traumatische Katheterisierung) kann zu einer makroskopischen Hämaturie führen. Die Behandlung mit VesiCulture ist in solchen Fällen kontraindiziert, da sich eine BCG-Infektion und eine Sepsis entwickeln können. Die Behandlung ist so lange zu verschieben, bis die Schleimhäute abgeheilt sind und die Hämaturie abgeklungen ist.
  • Eine Harnwegsinfektion ist vor jeder Instillation auszuschließen, da eine Entzündung der

    Schleimhäute der Blase das Risiko einer hämatologischen Ausbreitung von BCG erhöhen kann. Wenn im Verlauf der Behandlung eine Harnwegsinfektion auftritt, ist die Behandlung abzubrechen, bis eine negative Urinkultur erreicht ist, und eine eventuelle Behandlung mit Antibiotika abgeschlossen ist.

  • Die Patienten sind nach jeder Behandlung auf das Vorhandensein von Symptomen einer systemischen BCG-Infektion zu überwachen. Das Risiko einer systemischen Infektion ist bei älteren Patienten und Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörung höher. Dies ist vor der Behandlung mit VesiCulture zu berücksichtigen.
  • Bei Patienten mit z. B. Aneurysmen oder Prothesen wurde nach der Behandlung mit BCG-

    Blasenspülungen über Infektionen von Implantaten und Transplantaten berichtet.

Bei Verdacht auf eine systemische Infektion ist ein auf Infektionskrankheiten spezialisierter Arzt zu konsultieren. Eine BCG-Infektion kann tödlich verlaufen. Weitere Informationen finden Sie unter Abschnitt 4.8.

Aufflammen einer latenten BCG-Infektion (einschließlich verzögerter Diagnose) Es wurden vereinzelte Fälle von BCG berichtet, die über mehrere Jahre im Körper verbleiben. Diese latenten BCG-Infektionen können Jahre nach der Erstinfektion erneut auftreten und zu granulomatösen Lungenentzündungen, Abszessen, infizierten Aneurysmen und Infektionen eines Implantats, eines Transplantats oder des umgebenden Gewebes führen.

Die Patienten sollen vor der Möglichkeit einer späten Reaktivierung einer latenten BCG-Infektion gewarnt werden und darüber aufgeklärt werden, was zu tun ist, wenn Symptome wie Fieber und unerklärlicher Gewichtsverlust auftreten.

Bei Verdacht auf eine Reaktivierung einer latenten BCG-Infektion ist ein auf Infektionskrankheiten spezialisierter Arzt zu konsultieren.

Empfindlichkeit des BCG-Stammes gegenüber Antibiotika.

Siehe Abschnitt 4.8.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Handhabung

  • VesiCulture soll nicht im selben Raum oder von denselben medizinischen Fachkräften gehandhabt werden, die Zytostatika herstellen.
  • VesiCulture soll nicht von Personen mit bekannten Immundefizienzen gehandhabt werden. • Wenn kein geschlossenes Transfersystem (Closed System Transfer Device, CSTD) verwendet wird, siehe Abschnitt 6.6, muss die Rekonstitution der Suspension zur Blasenspülung unter aseptischen Bedingungen erfolgen.
  • Eine Selbstinokulation mit BCG kann durch offene Wunden, Inhalation oder Verschlucken von

    VesiCulture erfolgen. Es ist nicht zu erwarten, dass die Exposition gegenüber BCG bei gesunden Personen gesundheitliche Folgen hat. Bei Verdacht auf Selbstinokulation wird jedoch empfohlen, unmittelbar nach der Exposition und nach 6 Wochen einen Mantoux-Test durchzuführen.

  • Der Kontakt von VesiCulture mit Haut oder Schleimhaut ist zu vermeiden. Eine Kontamination kann zu einer Überempfindlichkeitsreaktion führen. Verwenden Sie ein geeignetes Hautdesinfektionsmittel im Falle einer Kontamination von Hautläsionen.

Verschütten von BCG

Das Verschütten von VesiCulture kann zu einer BCG-Kontamination führen. Daher muss verschüttetes Produkt mindestens 10 Minuten lang mit Papier abgedeckt werden, das mit Krankenhausdesinfektionsmittel oder einer 10%igen Chloraminlösung befeuchtet wurde. Alle Abfälle müssen als potenziell ansteckender Abfall entsorgt werden.

Allgemeine Hygiene für den Patienten

Es wird empfohlen, nach dem Wasserlassen die Hände und den Genitalbereich zu waschen, insbesondere nach dem ersten Wasserlassen nach der BCG-Instillation.

Tuberkulintests

Die Instillation mit VesiCulture kann die Patienten nach 6–8 Wochen für Tuberkulin sensibilisieren, was zu einem positiven Mantoux-Test führt. Daher soll vor der Verabreichung von VesiCulture die Reaktivität auf Tuberkulin gemessen werden.

Geringe Blasenkapazität

Bei Patienten mit geringer Blasenkapazität kann das Risiko einer Blasenkontraktion erhöht sein.

HLA-B27

Bei Patienten mit Gewebetyp HLA-B27 kann es vermehrt zum Auftreten von reaktiver Arthritis oder Reiter-Syndrom kommen.

Patienten mit Kontakt zu immunsupprimierten Personen

Patienten, die mit VesiCulture behandelt werden, sollen den Kontakt mit abwehrgeschwächten Personen vermeiden.

Sexuelle Übertragung

Zum Schutz vor einer möglichen BCG-Übertragung soll dem Patienten empfohlen werden, in der ersten Woche nach der Blasenspülung auf Geschlechtsverkehr zu verzichten oder beim Geschlechtsverkehr ein Kondom zu verwenden.

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des verabreichten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

VesiCulture reagiert empfindlich auf die meisten Antibiotika, insbesondere auf die routinemäßig verwendeten Medikamente gegen Tuberkulose wie Streptomycin, para-Aminosalicylsäure, Isoniazid, Rifampicin und Ethambutol. Daher kann die Antitumoraktivität von VesiCulture durch eine gleichzeitige Therapie mit Antibiotika beeinflusst werden. Wenn der Patient eine Antibiotikabehandlung erhält, ist die intravesikale Instillation mit VesiCulture bis zum Abschluss der Antibiotikabehandlung zu verschieben (siehe auch Abschnitt 4.3).

Immunsuppressiva, Knochenmarksuppressiva und/oder Strahlentherapie können die Immunantwort und damit auch die therapeutische Wirkung von VesiCulture beeinflussen. Diese Art von Medikamenten und Therapien darf daher während der Behandlung mit VesiCulture nicht angewendet werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

VesiCulture ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Stillzeit

VesiCulture ist während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Nicht zutreffend.

Nebenwirkungen von VesiCulture können die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen geringfügig oder mäßig beeinflussen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die Nebenwirkungen der intravesikalen Behandlung mit VesiCulture, die lokal und systemisch sein können, sind im Allgemeinen häufig, aber oft mild und vorübergehend. Toxizität und Nebenwirkungen scheinen in direktem Zusammenhang mit der kumulativen Anzahl der koloniebildenden Einheiten zu stehen, die im Verlauf der Behandlung verabreicht wurden. Etwa 90 % der Patienten entwickeln Blasenentzündungen und Entzündungsreaktionen, die zu Pollakisurie und Dysurie führen. Diese Reaktionen hängen wahrscheinlich mit der Antitumoraktivität von BCG zusammen. In den meisten Fällen verschwinden diese Symptome innerhalb von zwei Tagen nach der Instillation und erfordern keine Behandlung. Während der Erhaltungstherapie mit BCG können die Symptome einer Blasenentzündung ausgeprägter und länger anhaltend sein. Episoden schwerer Symptome können mit Isoniazid 300 mg täglich und Analgetika behandelt werden, bis die Symptome abgeklungen sind.

Zu den sehr häufigen (≥1/10) Nebenwirkungen gehören allgemeines Unwohlsein, leichtes bis mäßiges Fieber und/oder influenza-artige Symptome (Fieber, Steifheit, Unwohlsein und Muskelschmerz). Solche Symptome treten in der Regel innerhalb von 4 Stunden nach der Instillation auf und dauern 24–48 Stunden an. Fieber über 39 °C verschwindet in der Regel innerhalb von 24–48 Stunden, wenn der Patient mit Antipyretika und Flüssigkeiten behandelt wird. Oft ist es schwierig, unkomplizierte Fieberreaktionen von frühen Symptomen einer systemischen BCG-Infektion zu unterscheiden, bei der eine Behandlung gegen Tuberkulose indiziert ist. Fieber über 39 °C, das trotz fiebersenkender Behandlung nicht innerhalb von 12 Stunden abklingt, könnte auf eine systemische BCG-Infektion hinweisen, die eine klinische Diagnose und Behandlung erforderlich macht.

Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

Die unten aufgeführten Nebenwirkungen basieren auf Daten aus klinischen Studien mit Erwachsenen und spontanen Meldungen und sind nach der Systemorganklasse von MedDRA eingeordnet. Die folgenden Nebenwirkungen, die gemäß der MedDRA-Klassifikation nach System und Organ klassifiziert sind, wurden beobachtet. Die folgenden Häufigkeiten sind wie folgt definiert: Sehr häufig (≥1/10), Häufig (≥1/100 bis <1/10), Gelegentlich (≥1/1 000 bis <1/100), Selten (≥1/10 000 bis <1/1 000), Sehr selten (<1/10 000) oder Unbekannt (kann anhand der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).

SystemorganklasseHäufigkeitNebenwirkung

Nieren- und

Harnwegserkrankungen

Sehr häufig (≥1/10)Pollakisurie, makroskopische Hämaturie, Dysurie, Harndrang
Häufig (≥1/100 bis<1/10)Entzündung der Schleimhäute der Blase
Selten (≥1/10 000 bis<1/1 000)Vorübergehende Harnröhrenobstruktion
Sehr selten (<1/10 000)Blasenverengung
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesHäufig (≥1/100 bis<1/10)Hautausschlag
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenHäufig (≥1/100 bis<1/10)Arthritis/Arthralgie
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr häufig (≥1/10)Zystitis
Selten (≥1/10 000 bis<1/1 000)Orchitis
Sehr selten (<1/10 000)Systemische BCG-Infektionen
SystemorganklasseHäufigkeitNebenwirkung
Gastrointestinale ErkrankungenSehr häufig (≥1/10)Übelkeit

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr häufig (≥1/10)Influenza-artige Symptome (Subfebril, Unwohlsein und Muskelschmerz)
Häufig (≥1/100 bis<1/10)Fieber >39 °C

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Selten (≥1/10 000 bis<1/1 000)Granulomatöse Prostatitis
Häufig (≥1/100 bis<1/10)Epididymitis

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Systemische BCG-Infektionen können durch traumatische Katheterisierung, Blasenperforation, Überdosierung oder vorzeitige BCG-Instillation nach umfangreicher transurethraler Resektion des Urothelzellkarzinoms verursacht werden. Eine systemische BCG-Infektion kann sich nach einer Phase von Fieber und Unwohlsein als Pneumonitis, Hepatitis, Zytopenie, Vaskulitis, infektiöses Aneurysma und/oder Sepsis manifestieren. BCG-Infektionen wurden auch in Implantaten und umliegendem Gewebe beobachtet. Patienten mit Symptomen einer systemischen BCG-Infektion sollten mit Anti-Tuberkulose-Arzneimitteln in Übereinstimmung mit den geltenden Leitlinien zur Behandlung von Tuberkulose-Infektionen behandelt werden (siehe BCG-Stammempfindlichkeit gegenüber Antibiotika). In solchen Fällen ist eine weitere Behandlung mit VesiCulture kontraindiziert.

Systemische Infektionen können Monate bis Jahre nach der letzten Dosis auftreten, und den Patienten soll geraten werden, einen Arzt zu konsultieren, wenn Symptome wie unerklärliches Fieber oder Gewichtsverlust auftreten.

Für die angemessene Behandlung von systemischen Infektionen oder anhaltenden lokalen Infektionen als Folge der Behandlung mit VesiCulture soll immer eine fachkundige Beratung eingeholt werden.

Empfindlichkeit des BCG-Stammes gegenüber Antibiotika:

Es gibt keine offizielle Definition für die Empfindlichkeit von BCG dänischer Stamm 1331 gegenüber Arzneimitteln gegen Tuberkulose. Dementsprechend wird die Definition für Mycobacterium-Tuberkulose verwendet.

Die minimale Hemmkonzentration (MIC) von Isoniazid gegenüber BCG dänischer Stamm 1331 beträgt 0,4 mg/l, bestimmt mit Bactec 460 und Bactec MGIT. Es ist nicht geklärt, ob M. bovis BCG mit einer MHK von 0,4 mg/l als empfindlich, mäßig empfindlich oder resistent gegenüber Isoniazid eingestuft werden kann, basierend auf den Kriterien für Mycobacterium-Tuberkulose, jedoch, kann der Stamm als mäßig empfindlich gegenüber Isoniazid angesehen werden. Der Stamm reagiert sehr empfindlich auf Streptomycin, Rifampicin und Ethambutol.

BCG dänischer Stamm 1331 ist resistent gegen Pyrazinamid.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Das Risiko einer BCG-Infektion kann im Falle einer Überdosierung steigen. Im Falle einer Überdosierung soll der Patient auf Symptome einer systemischen BCG-Infektion beobachtet und gegebenenfalls mit Arzneimitteln gegen Tuberkulose behandelt werden (siehe Abschnitt 4.8).

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Sonstige Immunstimulanzien, BCG-Impfstoff, ATC-Code: L03AX03

Wirkmechanismus

Es wird allgemein angenommen, dass ein unspezifischer immunologischer Signalweg mit verschiedenen immunologischen Mechanismen mit der BCG-Immuntherapie in Verbindung gebracht wird. Die Behandlung mit BCG als Immuntherapie führt zu einer erhöhten Anzahl von Lymphozyten, Makrophagen und Zytokinen im Blasenepithel, von denen gezeigt wurde, dass sie eine wichtige Rolle bei der Anti-Tumor-Wirkung der BCG-Immuntherapie spielen. Es wird angenommen, dass eine Entzündungsreaktion in der Blasenwand eine Voraussetzung für eine erfolgreiche BCG-Behandlung ist.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Es wurde klinisch nachgewiesen, dass die Immuntherapie mit VesiCulture das Wiederauftreten von oberflächlichem Blasenkrebs reduziert.

VesiCulture wird seit den 1980er-Jahren zur Behandlung von NMIBC eingesetzt. Die Daten, die die Wirksamkeit von VesiCulture unterstützen, stammen aus systematischen Überprüfungen und Meta-Analysen der Literatur, die die Wirksamkeit und Sicherheit der BCG-Immuntherapie für verschiedene Stämme, einschließlich des dänischen Stamms 1331, beschreiben. Diese Analysen haben die klinische Wirksamkeit verschiedener BCG-Stämme im Vergleich zu Placebo oder keiner Behandlung nach der transurethralen Resektion von Blasentumoren gezeigt und belegt, dass die intravesikale Instillation von BCG das Wiederauftreten von Tumoren bei NMIBC verhindert. Sie haben auch gezeigt, dass Patienten, die mit intravesikalem BCG behandelt werden, insbesondere wenn ein Erhaltungsschema zur ersten Induktionsbehandlung hinzugefügt wird, höhere Verhältnisse für ein rezidivfreies und progressionfreies Überleben aufweisen als Patienten, die mit Chemotherapie behandelt wurden. Die Wirksamkeit des dänischen Stamms 1331 wurde in sieben klinischen Studien untersucht und nachgewiesen, einschließlich einer randomisierten, kontrollierten Phase-3-Studie, die VesiCulture mit Mitomycin C vergleicht. In dieser offenen Studie wurden 261 Patienten mit NMIBC im Verhältnis 1:1 randomisiert, um entweder VesiCulture 120 mg oder intravesikales Mitomycin C 40 mg zu erhalten. Beide Behandlungen wurden wöchentlich über einen Zeitraum von sechs Wochen, dann monatlich für ein Jahr und alle drei Monate für ein weiteres Jahr verabreicht (insgesamt zwei Jahre).

Die Einschlusskriterien umfassten Ta-/T1-Tumoren (WHO-Grad II) mit ≥3 Rezidiven, T1-Tumoren (WHO-Grad III), primäre oder sekundäre Dysplasien (WHO-Grad II) oder primäre oder sekundäre Carcinoma in situ (WHO-Grad III). Siehe Tabelle 1 und 2 für die Wirksamkeitsergebnisse.

Tabelle 1: Rezidivfreie Zeit für Patienten, die mit VesiCulture oder Mitomycin C 40 mg behandelt wurden

VesiCultureMitomycin C 40 mg
N = 125N = 125
Rezidivfreies Überleben (mediane Nachbeobachtungszeit 39 Monate)62 (49 %) Patienten43 (34 %) Patienten
Rezidivfreies Überleben (mediane Nachbeobachtungszeit 63 Monate)58 (46 %) Patienten43 (34 %) Patienten

Tabelle 2: Rezidive bei Patienten, die mit VesiCulture oder Mitomycin C 40 mg behandelt wurden, nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 63 Monaten

VesiCultureMitomycin C 40 mg
N = 125N = 125
Rezidiv67 (54 %) Patienten82 (66 %) Patienten
Papillärer vs. nicht-papillärer KrebsTa/T1Cis+DysTa/T1Cis+Dys
N = 84N = 41N = 83N = 42
Rezidiv49 (58 %) Patienten18 (44 %) Patienten55 (66 %) Patienten27 (64 %) Patienten

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Es liegen keine relevanten Daten vor.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Es liegen keine relevanten Daten vor.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Mononatriumglutamat

6.2 Inkompatibilitäten

Dieses Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden, außer den in Abschnitt 6.6 genannten.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

Rekonstituiertes Produkt zur intravesikulären Anwendung: 4 Stunden.

Die Stabilität bei Gebrauch wurde für 4 Stunden bei Raumtemperatur (20 °C ±5 °C) nachgewiesen, geschützt vor direkter/diffuser Sonneneinstrahlung. Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel unmittelbar nach der Rekonstitution verwendet werden, es sei denn, die Methode der Rekonstitution schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2° °C – 8° °C).

In der Originalverpackung aufbewahren, um das Arzneimittel vor Licht zu schützen. Lagerungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Braune 4-ml-Durchstechflasche (Ph. Eur. Typ I-Glas) mit einem mit Silikonöl behandelten Stopfen aus Brombutylkautschuk und Aluminium, der mit einer Kunststoffkappe überzogen ist. Jede Durchstechflasche enthält 30 mg Pulver.

Packungsgröße: 4 x 30 mg.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

VesiCulture ist vor Gebrauch in steriler Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) zur Injektion, ohne Konservierungsmittel, aufzulösen und darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden. VesiCulture enthält lebende, abgeschwächte Mykobakterien, daher sollten angemessene Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um eine Übertragung von Bakterien zu vermeiden. Die Rekonstitution sollte unter aseptischen Bedingungen erfolgen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

Anweisungen für die Zubereitung des rekonstituierten Arzneimittels

Zur intravesikalen Instillation werden 4 Durchstechflaschen VesiCulture in 50 ml steriler Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) zur Injektion, ohne Konservierungsmittel, wie folgt resuspendiert:

  1. 1.

    Geben Sie mit einer sterilen Spritze etwa 2–3 ml sterile, konservierungsmittelfreie

    Natriumchloridlösung (9 mg/ml, 0,9 %) zur Injektion in jede der 4 Durchstechflaschen. Wenn zur Desinfektion des Gummistopfens Alkoholtupfer verwendet werden, muss die Oberfläche des Stopfens vollständig trocken sein, bevor die Spritze eingeführt wird. 2. Suspendieren Sie den Inhalt jeder Durchstechflasche, indem Sie sie einige Male vorsichtig umdrehen und dann vorsichtig schwenken.

    NICHT schütteln.

  2. 3.

    Übertragen Sie den Inhalt der 4 Durchstechflaschen in eine einzelne 50 ml-Spritze. 4. Ziehen Sie zusätzliche sterile Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) zur Injektion ohne

    Konservierungsmittel in die Spritze, bis das Gesamtvolumen 50 ml beträgt.

Die Suspension in der 50-ml-Spritze sollte homogen und leicht trüb sein. Das Produkt sollte so bald wie möglich nach der Rekonstitution und innerhalb von 4 Stunden verwendet werden. Vermeiden Sie unnötige Lichteinwirkung.

Zum Zeitpunkt der Verabreichung soll die Suspension vorsichtig geschwenkt werden, um sie zu homogenisieren.

Bei der Rekonstitution und dem Transfer von VesiCulture in die Instillationsausrüstung kann ein geschlossenes Transfersystem (Closed System Transfer Device, CSTD) in Betracht gezogen werden. Eine vollständige Beschreibung der Produktrekonstitution mit CSTD finden Sie in der Gebrauchsanweisung, die mit dem CSTD geliefert wird.

7. INHABER DER ZULASSUNG

AJ Vaccines A/S

Artillerivej 5

2300 Kopenhagen S

Dänemark

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.:

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

10. STAND DER INFORMATION

11.2025

REZEPTPFLICHT /APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten.

Über dieses Dokument

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Stand 11/2025 · Zulassungsnummer (Z.Nr.): 243335

Was die Abschnitte und die Häufigkeiten der Nebenwirkungen bedeuten: Beipackzettel richtig lesen

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder Ihrer Apotheke.

Angaben zum Medikament VesiCulture 30 mg Pulver zur Herstellung einer Suspension zur intravesikalen Anwendung

Was diese Angaben bedeuten

Abgabe?
Rezeptpflichtig?
  • Dieses Medikament ist rezeptpflichtig: Sie bekommen es nur mit einem ärztlichen Rezept. Bei einmaliger Abgabe gilt das Rezept für eine Abgabe, außer die Ärztin oder der Arzt ordnet die wiederholte Abgabe ausdrücklich an. Bei wiederholter Abgabe darf die Apotheke das Medikament noch bis zu fünfmal abgeben, wenn auf dem Rezept nichts anderes steht.
  • Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf ärztliche Verschreibung
Abgabestelle? Apotheke
Wirkstoff? Mycobacterium bovis
Darreichungsform? Pulver zur Herstellung einer Suspension zur intravesikalen Anwendung
ATC-Klassifikation?
  1. L Antineoplastische und immunmodulierende Mittel
    1. L03 Immunstimulanzien
      1. L03A Immunstimulanzien
        1. L03AX Andere Immunstimulanzien
          1. L03AX03 BCG-Impfstoff
Zulassung (Z.Nr.)? 243335; seit 02.04.2026; Verfahren: DK/H/3659/001
Inverkehrbringen? keine Einstellung gemeldet
Zulassungsinhaber? AJ Vaccines A/S, Artillerivej 5, 2300 Copenhagen S, Dänemark

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Daten vom 27.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.