Fachinformation - Acedol 500 mg/50 mg Tabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
ACEDOL® 500 mg/50 mg Tabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Tablette enthält 500 mg Acetylsalicylsäure und 50 mg Coffein.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Tablette
Weiße oder fast weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit einem Durchmesser von 12 mm.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Für die Behandlung von:
- leichten bis mäßig starken Schmerzen, z.B. Kopfschmerzen, Zahn- und Regelschmerzen • Entzündungen
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren: Die Einzeldosis beträgt 1 Tablette (500 mg Acetylsalicylsäure und 50 mg Coffein) und kann bei Bedarf alle 6 Stunden wiederholt werden.
Die maximale Tagesdosis beträgt 3 Tabletten (1 500 mg Acetylsalicylsäure und 150 mg Coffein).
Kinder und Jugendliche
ACEDOL ist bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Die Tabletten sollen mit reichlich Flüssigkeit (1/2 bis1 Glas Wasser) oder in Wasser aufgelöst eingenommen werden, vorzugsweise nach den Mahlzeiten.
Die Tabletten sollen nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden.
Nicht länger als 4 Tage ohne ärztliche Kontrolle anwenden.
4.3 Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
- Asthmaanfälle in der Vergangenheit, die durch Salicylate oder andere NSAR ausgelöst wurden.
- akute gastrointestinale Ulcera
- hämorrhagische Diathese
- schwere Beeinträchtigung der Leber- oder Nierenfunktion
- schwere, nicht kompensierte Herzinsuffizienz.
- schwere kardiovaskuläre Erkrankung
- schwere, nicht eingestellte Hypertonie
gleichzeitige Verabreichung von Methotrexat in wöchentlichen Dosen von 15 mg oder höher
(siehe Abschnitt 4.5)
- letztes Trimenon der Schwangerschaft
- unter 16 Jahre
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ACEDOL soll in den folgenden Fällen mit äußerster Vorsicht angewendet werden: - Überempfindlichkeit gegen andere Analgetika oder entzündungshemmende Arzneimittel; - bei Bestehen von Allergien (z.B. Hautausschlag, Juckreiz, Urtikaria), Asthma, Heuschnupfen,
Nasenschleimhautschwellungen (Nasenpolypen) oder chronische Atemwegserkrankungen; - bei gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulantien;
- bei gastrointestinalen Ulcera oder Blutungen in der Anamnese;
- bei eingeschränkter Leberfunktion;
bei Nierenfunktionsstörungen oder kardiovaskuläre Erkrankungen (z. B. renale
Gefäßerkrankungen, kongestive Herzinsuffizienz, Hypovolämie, größere chirurgische Eingriffe, Sepsis oder größere Blutungsereignisse), da Acetylsalicylsäure das Risiko einer Nierenfunktionsstörung und eines akuten Nierenversagens weiter erhöhen kann; - vor chirurgischen Eingriffen (einschließlich kleinerer Eingriffe, wie Zahnextraktionen), da die
Einnahme von Acetylsalicylsäure zu verstärkten Blutungen führen kann; - bei schwerem Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel: Acetylsalicylsäure kann zu Hämolyse oder hämolytischer Anämie führen. Das Risiko einer Hämolyse kann durch hohe Dosen, Fieber oder akute Infektionen erhöht werden.
Coffein soll in den folgenden Fällen nur in niedriger Dosierung (höchstens 100 mg, d.h. 2 Tabletten täglich) und unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden:
- bei Herzrhythmusstörungen (z. B. Sinustachykardie, Extrasystolen); • bei Leberzirrhose (Risiko einer Coffein-Akkumulation);
- bei Schilddrüsenüberfunktion (Risiko von Coffein-Nebenwirkungen); • bei Angststörungen (Risiko einer Verschlimmerung der Symptome).
Die langfristige Einnahme von Analgetika kann zu Kopfschmerzen führen, die bei fortgesetzter Einnahme von Analgetika anhalten können.
Die regelmäßige Einnahme von Analgetika, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme mehrerer Analgetika, kann zur Entwicklung einer dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (toxische Nephropathie) führen.
In niedriger Dosierung vermindert Acetylsalicylsäure die Ausscheidung von Harnsäure, die bei Patienten, die zu entzündlicher Arthritis neigen, einen Gichtanfall auslösen kann.
Die gleichzeitige Einnahme von übermäßig viel Coffein (z. B. Kaffee, Tee und bestimmte Erfrischungsgetränke) soll vermieden werden.
Kinder und Jugendliche
ACEDOL darf bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nicht angewendet werden. Arzneimittel, die Acetylsalicylsäure enthalten, dürfen bei Jugendlichen mit Fieber nur nach Rücksprache mit dem Arzt und nur dann angewendet werden, wenn andere Methoden nicht geholfen haben.
Bei bestimmten Viruserkrankungen, insbesondere bei Influenza A und B sowie bei Windpocken, besteht die Gefahr der Entwicklung des Reye-Syndroms, einer seltenen, aber lebensbedrohlichen Erkrankung, die sofortige ärztliche Hilfe erfordert.
Die gleichzeitige Einnahme von Acetylsalicylsäure kann das Risiko des Reye-Syndroms erhöhen, ein ursächlicher Zusammenhang ist jedoch nicht nachgewiesen.
Anhaltendes Erbrechen kann ein Symptom des Reye-Syndroms sein, einer seltenen, aber lebensbedrohlichen Erkrankung, die sofortige ärztliche Hilfe erfordert.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen durch Verstärkung der Wirkung folgender Wirkstoffe: - Antikoagulantien/Thrombolytika: Acetylsalicylsäure kann das Blutungsrisiko erhöhen, wenn sie vor einer Thrombolysetherapie eingenommen wird. Daher soll bei Patienten, die sich einer Thrombolysebehandlung unterziehen, besonders auf mögliche Anzeichen einer äußeren oder inneren Blutung geachtet werden.
Thrombozytenaggregationshemmer (Ticlopidin, Clopidogrel): erhöhtes Risiko von Blutungen. - Andere nicht-steroidale Analgetika/Entzündungshemmer (in Tagesdosen von 3 g
Acetylsalicylsäure oder höher): erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und Blutungen. - Systemische Glukokortikoide (mit Ausnahme von Hydrokortison, das als Substitutionstherapie bei Morbus Addison eingesetzt wird): erhöhtes Risiko für gastrointestinale Nebenwirkungen. - Alkohol: erhöhtes Risiko für gastrointestinale Ulzerationen und Blutungen. - Digoxin: Die Plasmakonzentration von Digoxin kann ansteigen.
- Antidiabetika: Der Blutzuckerspiegel kann sinken.
Methotrexat: Salicylate können die Ausscheidung von Methotrexat und seine Bindung an
Plasmaproteine verringern.
Valproinsäure: Salicylate können die Bindung von Valproinsäure an Plasmaproteine verringern. - Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI): Erhöhtes Risiko von Magen-Darm-
Blutungen
- aufgrund einer synergistischen Wirkung.
- Wirkstoffe, die Tachykardie verursachen (z. B. Sympathomimetika, Thyroxin usw.). - Arzneimittel, die ephedrinartige Wirkstoffe enthalten: erhöhtes Risiko der Abhängigkeit.
Mögliche Wirkungsabschwächung bei folgenden Arzneimitteln:
- Diuretika (in Tagesdosen von 3 g Acetylsalicylsäure oder mehr).
- ACE-Hemmer (in Tagesdosen von 3 g Acetylsalicylsäure oder mehr).
- Harnstoffsäuren (z.B. Probenecid, Benzbromaron).
- Beruhigungsmittel, wie Barbiturate, Antihistaminika.
Weitere Wechselwirkungen mit Coffein:
bei Wirkstoffen mit breitem Wirkungsspektrum (z. B. Benzodiazepine) können die
Wechselwirkungen individuell unterschiedlich und schwer vorhersehbar sein. - orale Kontrazeptiva sowie Cimetidin und Disulfiram vermindern den Coffeinstoffwechsel in der - Leber.
- Barbiturate und Rauchen beschleunigen den Coffeinstoffwechsel in der Leber. - die Ausscheidung von Theophyllin wird durch Coffein vermindert.
die gleichzeitige Gabe von Chinolon-Carbonsäure-Gyrasehemmern kann die Ausscheidung von
Coffein und seinem Abbauprodukt Paraxanthin verzögern.
Coffein wird hauptsächlich durch Cytochrom P450 1A2 metabolisiert. Daher kann Coffein mit
Wirkstoffen interagieren, die ebenfalls durch dieses Enzym metabolisiert werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Acetylsalicylsäure
Die Hemmung der Prostaglandinsynthese kann sich nachteilig auf die Schwangerschaft und/oder die Entwicklung des Embryos/Fötus auswirken. Daten aus epidemiologischen Studien deuten auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, Herzfehlbildungen und Gastroschisis nach Anwendung eines Prostaglandinsynthesehemmers in der Frühschwangerschaft hin. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie zunimmt.
Bei Tieren hat die Verabreichung eines Prostaglandinsynthesehemmers nachweislich zu einem erhöhten Prä- und Postimplantationsverlust und zu einer erhöhten embryofötalen Letalität geführt. Darüber hinaus wurde bei Tieren, die während der organogenetischen Periode einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten, über ein erhöhtes Auftreten verschiedener Missbildungen, einschließlich kardiovaskulärer Missbildungen, berichtet. Während des ersten und zweiten Trimesters der Schwangerschaft soll Acetylsalicylsäure nur verabreicht werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist.
Wenn Acetylsalicylsäure von einer Frau mit Kinderwunsch oder während des ersten und zweiten Schwangerschaftstrimesters angewendet wird, soll die Dosis so niedrig und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden.
Während des dritten Trimesters der Schwangerschaft können alle Prostaglandinsynthesehemmer den Fötus gefährden:
kardiopulmonale Toxizität (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonaler
Hypertonie),
- Nierenfunktionsstörungen bis hin zum Nierenversagen mit Oligo-Hydroamniose.
Mutter und Neugeborenes am Ende der Schwangerschaft:
- mögliche Verlängerung der Blutungszeit, antiaggregatorische Wirkung, die schon bei sehr niedrigen Dosen auftreten kann,
- Hemmung der Uteruskontraktionen, was zu verzögerten oder verlängerten Wehen führt.
Daher ist Acetylsalicylsäure im dritten Schwangerschaftsdrittel kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Coffein
Weder die Einnahme von Coffein in therapeutisch relevanten Dosen noch der Genuss von Kaffee haben das Risiko einer maternalen oder fötalen Toxizität erhöht.
Stillzeit
Die Wirkstoffe dieses Arzneimittels und ihre Metaboliten werden in geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden. Da nachteilige Wirkungen auf den Säugling bisher nicht nachgewiesen wurden, ist eine Unterbrechung des Stillens bei gelegentlicher Anwendung der empfohlenen Dosis nicht erforderlich. Bei Langzeitanwendung oder höheren Dosen ist das Stillen jedoch zu unterbrechen. Während der Stillzeit können das Allgemeinbefinden und das Verhalten des Säuglings durch Coffeinexposition über die Muttermilch beeinträchtigt werden.
Fertilität
Es gibt Hinweise darauf, dass Arzneimittel, die die Cyclooxygenase/Prostaglandin-Synthese hemmen, die weibliche Fertilität durch Beeinflussung der Ovulation beeinträchtigen können. Dieser Effekt ist nach Absetzen der Behandlung reversibel.
In Tierversuchen wurde eine Reproduktionstoxizität bei sehr hohen Dosen von Coffein nachgewiesen (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen
ACEDOL hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Die Aufzählung der folgenden Nebenwirkungen umfasst alle bekannten Nebenwirkungen einer Behandlung mit Acetylsalicylsäure, auch solche, die bei der Langzeittherapie mit hohen Dosen bei Rheumapatienten beobachtet wurden.
Die über den Einzelfall hinausgehenden Häufigkeitsangaben beziehen sich auf die kurzzeitige Anwendung bis zu Tagesdosen von maximal 3 g Acetylsalicylsäure.
Im Folgenden werden die Nebenwirkungen nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt. Die Häufigkeit wird definiert als
Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, <1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Seltene bis sehr seltene Fälle von schweren Blutungen, die in Einzelfällen lebensbedrohlich sein können, z. B. Hirnblutungen, wurden berichtet, insbesondere bei Patienten mit unkompensiertem Bluthochdruck und/oder gleichzeitiger Behandlung mit Antikoagulanzien. Hämolyse und hämolytische Anämie wurden bei Patienten mit schwerem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel berichtet. Es können Blutungen (z. B. nasale, gingivale, subkutane oder Blutungen aus dem Urogenitaltrakt) mit einer möglichen Verlängerung der Blutungszeit auftreten (siehe Abschnitt 4.4). Diese Wirkung kann über 4 bis 8 Tage nach der Einnahme anhalten.
Erkrankungen des Immunsystems
Selten:
Überempfindlichkeitsreaktionen der Atemwege, des Gastrointestinaltrakts und des kardiovaskulären Systems, insbesondere bei Asthmapatienten. Zu den Symptomen können gehören: Hypertonie, Dyspnoe, Rhinitis, nasale Kongestion, anaphylaktischer Schock oder Angioödem.
Erkrankungen des Nervensystems
Nicht bekannt:
Coffein kann Insomnie und innere Unruhe verursachen. Auch bei weniger empfindlichen Personen können bei Coffeindosen über 200 mg Reizbarkeit, Kopfschmerzen und eine Verstärkung des physiologischen Tremors auftreten. Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Hörverlust, Tinnitus und geistige Verwirrung können Anzeichen einer Überdosierung von Acetylsalicylsäure sein.
Herzerkrankungen
Nicht bekannt:
Flush, Hypertonie, Palpitationen, Tachykardie, Arrhythmie.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig:
Gastrointestinale Symptome wie Dyspepsie, Nausea, Erbrechen, Abdominalschmerz. Selten:
Gastrointestinale Ulzerationen, die sehr selten zu einer Perforation führen können. Gastrointestinale Blutungen, die sehr selten zu einer Eisenmangelanämie führen können. Gastrointestinale Entzündung.
Leber- und Gallenerkrankungen
Sehr selten:
Erhöhte Werte von Leberenzymen
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Gelegentlich:
Überempfindlichkeitsreaktionen, wie z. B. Hautreaktionen.
Selten:
Überempfindlichkeitsreaktionen, wie z. B. schweres Erythema multiforme.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Es wurde über Nierenfunktionsstörungen und akutes Nierenversagen berichtet.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
4.9 Überdosierung
Die Vergiftungserscheinungen bei der Kombination von Acetylsalicylsäure und Coffein sind die gleichen wie bei einer Vergiftung durch die einzelnen Wirkstoffe.
Das Risiko einer Intoxikation ist besonders hoch bei älteren Patienten und kleinen Kindern (therapeutische Überdosierung oder versehentliche Intoxikation kann tödlich sein).
Vergiftungserscheinungen:
Mäßige Intoxikation: Tinnitus, Taubheit, Hyperhidrosis, Nausea, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl wurden in allen Fällen von Überdosierung berichtet, die nach Dosisreduktion wieder abklangen.
Schwere Vergiftungen: Pyrexie, Hyperventilation, Ketose, respiratorische Alkalose, metabolische Azidose, Koma, kardiogener Schock, respiratorische Insuffizienz, schwere Hypoglykämie.
Eine Überdosierung von Coffein führt zu Symptomen des zentralen Nervensystems (z. B. Krampfanfälle und kardiovaskuläre Symptome [Tachykardie, myokardiale Verletzung]), die eine symptomatische Therapie erfordern.
Notfallbehandlung:
Sofortige Krankenhauseinweisung.
Magenspülung und Gabe von Aktivkohle, Überwachung des Säure-Basen-Haushalts.
Behandlung von Vergiftungen:
Notfallbehandlung:
- sofortige Krankenhauseinweisung
Magenspülung, Verabreichung von Aktivkohle, Überwachung des Säure-Basen-Haushalts. • Einstellung des Urin-pH-Wertes auf 7,8-8,0 durch alkalische Diurese; eine forcierte alkalische
Diurese soll ab einer Plasmasalicylatkonzentration von 500 mg/l bei Erwachsenen und ab einer Plasmasalicylatkonzentration von 300 mg/l bei Kindern in Betracht gezogen werden. • Im Falle einer schweren Vergiftung soll eine Hämodialyse in Betracht gezogen werden. • Rehydrierung
- symptomatische Behandlung
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Nervensystem, andere Analgetika und Antipyretika, Salicylsäure und Derivate, ATC-Code: N02BA51
Acetylsalicylsäure gehört zur Gruppe der NSAR mit analgetischer, fiebersenkender und entzündungshemmender Wirkung. Ihr Wirkmechanismus beruht auf der irreversiblen Hemmung von Cyclooxygenase-Enzymen, die an der Prostaglandinsynthese beteiligt sind.
Acetylsalicylsäure wird zur Behandlung von Erkrankungen mit leichten bis mäßigen Schmerzen und Fieber in oralen Dosen von 0,3 bis 1,0 g eingesetzt, z. B. bei Erkältungen, Grippe sowie Gelenk- und Muskelschmerzen.
Acetylsalicylsäure wird auch zur Behandlung von chronisch entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Osteoarthritis und Spondylitis ankylosans eingesetzt. Acetylsalicylsäure hemmt die Thrombozytenaggregation durch Blockierung der Synthese von Thromboxan A2. Aufgrund dieser Wirkung werden bei kardiovaskulären Indikationen Tagesdosen von 75 bis 300 mg verwendet.
Coffein ist ein Xanthinderivat, das in therapeutischen Dosen vor allem als Antagonist der Adenosinrezeptoren wirkt und deren hemmende Wirkung im ZNS verringert. Beim Menschen lindert Coffein die Müdigkeit und steigert die psychische Leistungsfähigkeit. Die direkten vaskulären Wirkungen von Coffein (erhöhter Tonus und Widerstand der Hirngefäße) können zur Schmerzlinderung bei bestimmten Arten von Kopfschmerzen beitragen. Es gibt keine Daten, die darauf hindeuten, dass das Abhängigkeitspotenzial von Analgetika durch die gleichzeitige Einnahme von Coffein erhöht wird.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Nach oraler Verabreichung wird Acetylsalicylsäure schnell und vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Während und nach der Resorption wird die Acetylsalicylsäure in den aktiven Metaboliten Salicylsäure umgewandelt.
Die maximale Plasmakonzentration von Acetylsalicylsäure und Salicylsäure wird nach 10 bis 20 Minuten bzw. nach 0,3 bis 2 Stunden erreicht.
Sowohl Acetylsalicylsäure als auch Salicylsäure sind stark an Plasmaproteine gebunden und verteilen sich rasch im Körper. Salicylsäure passiert die Plazenta und wird in die Muttermilch ausgeschieden. Salicylsäure wird überwiegend in der Leber metabolisiert. Die Metaboliten sind Salicylursäure, Salicylphenolglucuronid, Salicylacylglucuronid, Gentisinsäure und Gentisursäure. Da der Metabolismus durch die Kapazität der Leberenzyme begrenzt ist, ist die Eliminationskinetik von Salicylsäure dosisabhängig. Die Eliminationshalbwertszeit schwankt daher bei niedrigen Dosen zwischen 2 bis 3 Stunden und kann bei hohen Dosen bis zu 15 Stunden betragen. Salicylsäure und ihre Metaboliten werden hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden.
Auch Coffein wird mit einer Absorptionshalbwertszeit von 2 bis 13 Minuten schnell und vollständig resorbiert. Coffein wird in der Leber teilweise demethyliert und oxidiert und im Urin entweder als Methylharnsäure oder als Monomethylxanthin ausgeschieden.
Coffein und seine Metaboliten werden überwiegend über die Nieren ausgeschieden. Die wichtigsten Metaboliten sind 1-Methyluronsäure (8 % bis 19 %) und 5-Acetylamino-6-amino-3-methyluracil (15 %).
Weniger als 2 % der eingenommenen Coffeinmenge wird unverändert mit dem Urin ausgeschieden, während 2 % bis 5 % mit den Fäkalien ausgeschieden werden, hauptsächlich in Form von 1,7- Dimethylursäure (44 %).
Die Eliminationshalbwertszeit von Coffein schwankt zwischen 4,1 und 5,7 Stunden und weist eine starke inter- und intraindividuelle Variabilität auf. Die Bioverfügbarkeit von oral verabreichtem Coffein liegt bei nahezu 100 %.
Nach Verabreichung von 5 mg/kg Körpergewicht wurde die maximale Plasmakonzentration (9 bis 10 μg/ml) von Coffein nach 30 bis 40 Minuten erreicht. Der Grad der Plasmaproteinbindung liegt bei 30 bis 40 % im Serum. Das Verteilungsvolumen von Coffein beträgt 0,52 bis 1,06 L/kg. Coffein verteilt sich rasch im Körper, überwindet die Blut-Hirn-Schranke und wird in die Muttermilch ausgeschieden. Bei Neugeborenen ist die Eliminationshalbwertszeit von Coffein auf bis zu 100 Stunden verlängert.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Acetylsalicylsäure:
Das präklinische Sicherheitsprofil von Acetylsalicylsäure ist gut dokumentiert. In Tierversuchen wurde über Nierenversagen und Magen-Darm-Geschwüre berichtet, die durch hohe Salicylatdosen ausgelöst wurden. Sowohl die mutagenen als auch die karzinogenen Wirkungen von Acetylsalicylsäure wurden eingehend untersucht, ohne dass es Hinweise auf ein mutagenes oder karzinogenes Potenzial gab. Die teratogene Wirkung von Salicylaten wurde in mehreren Tierstudien an verschiedenen Tierarten beobachtet. Nach pränataler Exposition wurden Implantationsanomalien, embryotoxische und fötotoxische Wirkungen sowie Lernschwierigkeiten bei den Nachkommen beobachtet.
Coffein:
Nach der Einnahme von 1 g Coffein wurden Vergiftungserscheinungen beobachtet. Die tödliche Dosis von Coffein liegt zwischen 3 g und 10 g. Es wurde festgestellt, dass Coffein, wie auch andere Methylxanthin-Derivate, in-vitro Chromosomenschäden hervorruft.
Auf der Grundlage von Studien über den Stoffwechsel und die Mutagenität von Coffein ist keine mutagene Wirkung in vivo zu erwarten. Langzeitstudien an Mäusen und Ratten ergaben keine krebserregende Wirkung.
Die gleichzeitige Verabreichung der beiden Wirkstoffe hat die beobachtete Toxizität der einzelnen Wirkstoffe nicht erhöht.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Maisstärke
Mikrokristalline Cellulose
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
PVC/PVdC/Aluminium-Blisterpackung: 3 Jahre
HDPE-Behältnis: 3 Jahre
Nach dem ersten Öffnen des Behältnisses: 4 Monate
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
PVC/PVdC/Aluminium-Blisterpackung:
Nicht über 25º C lagern.
HDPE-Behältnis mit PP-Verschluss:
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich. Das Behältnis fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
10, 20 oder 30 Tabletten in PVC/PVdC/Aluminium-Blisterpackung in einem Umkarton.
20 Tabletten in HDPE-Behältnis mit Sicherheitsverschluss PP-Schraubkappe mit Silicagel-Trockenmittel, in einem Umkarton.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
ExtractumPharma zrt.
Megyeri út 64, 1044 Budapest
Ungarn
Tel.: +36-1-233-0661
Fax: +36-1-233-1426
E-mail: budapest@expharma.hu
8. ZULASSUNGSNUMMER(N)
Z. Nr.: 142794
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 25.06.2025
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 19. Juni 2023
10. STAND DER INFORMATION
10.2024
VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezeptfrei, apothekenpflichtig.
