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Mofecet 5 mg/ml Injektionslösung – Fachinformation

Die Fachinformation ist für Ärztinnen, Ärzte und Apotheken bestimmt. Leicht verständliche Angaben für Patientinnen und Patienten stehen im Beipackzettel: Dosierung, Nebenwirkungen, Andere Medikamente, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Rezeptpflichtig
Stärke des Medikaments:
5 mg/ml
Enthält den Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Mofecet 5 mg/ml Injektionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Mofecet® 5 mg/ml Injektionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jeder ml Lösung enthält 5 mg Bupivacainhydrochlorid (wasserfrei).

  • 5,28 mg Bupivacainhydrochlorid-Monohydrat, entsprechend 5 mg wasserfreiem

    Bupivacainhydrochlorid,

  • wasserfreie Glucose, entsprechend 80 mg Glucose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung.

Klare, farblose Lösung, frei von sichtbaren Partikeln.

Der pH-Wert der Lösung beträgt 4,0 bis 6,0.

Osmolalität: 460–486 mosmol/kg.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Mofecet ist indiziert zur Anwendung bei Erwachsenen und Kindern aller Altersgruppen.

Spinalanästhesie bei chirurgischen und obstetrischen Eingriffen, zum Beispiel urologischen Operationen und Operationen an den unteren Extremitäten mit einer Dauer von 2–3 Stunden und abdominalen Operationen mit einer Dauer von 45–60 Minuten.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Mofecet ist nur von oder unter Aufsicht von einem Arzt mit Erfahrung in Regionalanästhesie anzuwenden. Es ist die geringstmögliche Dosis anzuwenden, mit der eine ausreichend tiefe Anästhesie erzielt wird.

Die Dosierungen in der nachstehenden Tabelle 1 werden als Richtlinien für die Anwendung bei durchschnittlichen Erwachsenen empfohlen. Es bestehen individuelle Unterschiede bezüglich des Wirkungseintritts und der Dauer. Bei Älteren und bei Patientinnen in fortgeschrittenen Schwangerschaftsstadien ist die Dosis zu reduzieren.

Tabelle 1 Dosierungsempfehlungen

IndikationDosis mlDosis mg

Wirkungseintritt

min (ca.)

Dauer

Stunden (ca.)

Urologische Eingriffe1,5–3 ml7,5–15 mg5–8 min2–3 Stunden

Eingriffe an den unteren Extremitäten

einschließlich

Hüftoperationen

2–4 ml10–20 mg5–8 min2–3 Stunden

abdominale

Operationen (einschl. Kaiserschnitt)

2–4 ml10–20 mg5–8 min45–60 min

Klinische Erfahrungen mit Dosen über 20 mg liegen zurzeit nicht vor.

Eine spinale Injektion darf erst durchgeführt werden, nachdem der Subarachnoidaraum mithilfe einer Lumbalpunktion eindeutig identifiziert wurde (klarer Liquor tritt aus der Spinalkanüle aus oder zeigt sich bei Aspiration). Wenn die Anästhesie fehlschlägt, darf nur ein neuer Versuch unternommen werden, ein geringeres Volumen des Arzneimittels auf einer anderen Höhe des Rückenmarks zu applizieren. Eine mögliche Ursache für eine unzureichende Wirkung ist die mangelhafte intrathekale Verteilung des Arzneimittels. Wenn die Anästhesie nicht ausreichend erscheint, kann eventuell eine Änderung der Position des Patienten die Verteilung des Arzneimittels verbessern.

Neugeborene, Säuglinge und Kinder bis zu 40 kg

Mofecet kann bei Kindern angewendet werden.

Einer der Unterschiede zwischen kleinen Kindern und Erwachsenen ist das relativ hohe Liquorvolumen bei Säuglingen und Neugeborenen, die daher im Vergleich zu Erwachsenen eine verhältnismäßig höhere Dosis pro kg benötigen, um eine Nervenblockade gleicher Intensität zu erreichen.

Regionalanästhesieverfahren bei Kindern müssen von einem qualifizierten Arzt durchgeführt werden, der mit dieser Patientenpopulation und Methodik vertraut ist.

Die in der Tabelle aufgeführten Dosen sind als Richtlinien für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen zu betrachten. Individuelle Schwankungen können auftreten. Einflussfaktoren für bestimmte Nervenblockaden und die Erfordernisse individueller Patienten sind der Fachliteratur zu entnehmen. Es ist die geringste Dosis anzuwenden, mit der eine ausreichende Anästhesie erreicht wird.

Dosierungsempfehlungen für Neugeborene, Säuglinge und Kinder

Körpergewicht (kg)Dosis (mg/kg)

< 5

5–15 15–40

0,40–0,50 mg/kg 0,30–0,40 mg/kg 0,25–0,30 mg/kg

Art der Anwendung

Nur zur intrathekalen Anwendung. Eine Injektion unterhalb von L3 wird empfohlen.

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen Lokalanästhetika vom Amid-Typ oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Die allgemeinen Kontraindikationen bei intrathekaler Anästhesie sind zu beachten: • akute, aktive Erkrankungen des Zentralnervensystems, z. B. Meningitis, Tumoren, Poliomyelitis oder intrakranielle Blutungen

  • eitrige Hautinfektion an oder im Bereich der Lumbalpunktionsstelle
  • Spinalstenose oder aktive Erkrankung (z. B. Spondylitis, Tumor, Tuberkulose) oder frisches

    Trauma (z. B. Fraktur der Wirbelsäule)

  • Sepsis
  • perniziöse Anämie mit kombinierter subakuter Rückenmarkdegeneration • kardiogener oder hypovolämischer Schock und Herzinsuffizienz
  • Gerinnungsstörungen oder laufende gerinnungshemmende Therapie

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine intrathekale Anästhesie darf nur von Ärzten mit den erforderlichen Kenntnissen und Erfahrungen durchgeführt werden.

Regional- oder Lokalanästhesieverfahren müssen stets in einem personell und technisch ausreichend ausgestatteten Bereich erfolgen. Geräte und Notfallarzneimittel für eine Reanimation müssen sofort verfügbar sein und der Anästhesist muss ständig anwesend sein.

Es ist zu beachten, dass eine Spinalanästhesie gelegentlich ausgedehnte Blockaden mit Lähmungen der Interkostalmuskulatur und des Zwerchfells verursachen kann, insbesondere bei schwangeren Frauen.

Bei Patienten mit AV-Block II. oder III. Grades ist Vorsicht geboten, da Lokalanästhetika die Reizleitung im Herzmuskel reduzieren können.

Patienten in schlechtem Allgemeinzustand aufgrund ihres Alters oder anderer Risikofaktoren, z. B. fortgeschrittene Leber- oder Nierenfunktionsstörung, benötigen besondere Aufmerksamkeit. Patienten, die mit Antiarrhythmika der Klasse III (z. B. Amiodaron) behandelt werden, müssen unter sorgfältiger Beobachtung und EKG-Überwachung stehen, weil sich die kardialen Effekte addieren können.

Intrathekale Anästhesien können zur Hypotonie und Bradykardie führen. Das Risiko für diese Komplikationen lässt sich zum Beispiel durch Injektion von Vasokonstriktoren mindern. Eine Hypotonie muss sofort durch – erforderlichenfalls wiederholte – intravenöse Anwendung von Sympathomimetika behandelt werden.

Wie alle Lokalanästhetika kann auch Bupivacain akute toxische Effekte im Zentralnervensystem und im Herz-Kreislauf-System verursachen, wenn es bei der Anwendung zu erhöhten Konzentrationen im Blut kommt. Dies ist besonders bei unbeabsichtigter intravaskulärer Anwendung und bei einer Injektion in Gebiete mit hoher Gefäßdichte der Fall.

In Verbindung mit hohen systemischen Konzentrationen von Bupivacain wurde über Fälle von ventrikulären Arrhythmien, Kammerflimmern, plötzlichem Herz-Kreislauf-Kollaps und über Todesfälle berichtet. Bei Anwendung von für die intrathekale Anästhesie üblichen Dosen sind hohe systemische Konzentrationen nicht zu erwarten.

Eine seltene, jedoch schwerwiegende Nebenwirkung bei einer Spinalanästhesie ist ein ausgedehnter oder totaler Spinalblock mit einer daraus resultierenden kardiovaskulären und respiratorischen Depression. Die kardiovaskuläre Depression wird durch eine weitreichende Blockade des Sympathikus ausgelöst, die Hypotonie und Bradykardie oder sogar Herzversagen auslösen kann. Die respiratorische Depression kann durch die Blockade der Innervation der Atemmuskulatur, einschließlich des Zwerchfells, verursacht werden.

Das Risiko eines hohen oder totalen Spinalblocks, der zu kardiovaskulärer und respiratorischer Depression führt, ist bei älteren Patienten und bei Patientinnen im späten Schwangerschaftsstadium erhöht. Die Dosis ist daher bei diesen Patienten zu reduzieren.

In seltenen Fällen kann nach einer Spinalanästhesie ein neurologischer Schaden in Form von Parästhesien, Sensibilitätsverlust, motorischer Schwäche und Lähmungen auftreten. Gelegentlich bleiben diese Schädigungen dauerhaft bestehen. Man geht davon aus, dass neurologische Erkrankungen, z. B. multiple Sklerose, eine halbseitige Lähmung, Querschnittslähmung oder neuromuskuläre Erkrankungen, von einer Spinalanästhesie nicht nachteilig beeinflusst werden. Dennoch ist Vorsicht geboten. Vor Beginn der Behandlung muss eine Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Ampulle, d. h., es ist nahezu „natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Bupivacain mit anderen Lokalanästhetika oder Arzneimitteln, die mit Lokalanästhetika vom Säureamidtyp strukturverwandt sind, z. B. Antiarrhythmika der Klasse IB, ist Vorsicht geboten, da die toxischen Effekte additiv sind.

Es wurden keine spezifischen Untersuchungen zu Wechselwirkungen zwischen Lokalanästhetika und Antiarrhythmika der Klasse III (z. B. Amiodaron) durchgeführt, jedoch ist auch hier Vorsicht geboten (siehe auch Abschnitt 4.4).

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es ist davon auszugehen, dass Bupivacain bei einer großen Zahl von schwangeren Frauen und Frauen im gebärfähigen Alter angewendet wurde.

Es wurden bisher keine spezifischen Beeinträchtigungen der Fortpflanzung berichtet, z. B. keine erhöhte Inzidenz fetaler Fehlbildungen (siehe auch Abschnitt 5.2).

Es ist jedoch zu beachten, dass die Dosis bei Patientinnen in der Spätschwangerschaft aufgrund des Risikos einer respiratorischen Depression, Hypotonie und Bradykardie des Neugeborenen um 20–30 % zu reduzieren ist (siehe auch Abschnitt 4.4).

Bupivacain passiert die Plazenta. Die Bupivacain-Konzentration im Nabelschnurblut ist zwar geringer als die Serumkonzentration der Mutter, aber die Konzentrationen des freien Bupivacains sind gleich.

Stillzeit

Bupivacain geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Es wird kaum oral resorbiert, daher sind Nebenwirkungen beim gestillten Säugling nicht zu erwarten. Es ist deshalb möglich, nach einer Anästhesie mit Bupivacain zu stillen. Nach den neuesten Literaturdaten können Mütter von termingerecht entbundenen Neugeborenen und älteren Säuglingen prinzipiell stillen, sobald sie wach, stabil und reaktionsfähig sind. Vorsicht ist jedoch geboten bei Frühgeborenen und Säuglingen mit einem Risiko für Apnoe, Hypotonie oder Muskelhypotonie, die empfindlicher gegenüber geringen Mengen Bupivacain sein könnten und daher insbesondere in den ersten 24 Stunden nach der Anwendung von Bupivacain bei der Mutter engmaschig zu überwachen sind.

Fertilität

Es liegen keine Daten über die Wirkung von Bupivacain auf die menschliche Fertilität vor.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Neben dem direkten anästhetischen Effekt kann ein Lokalanästhetikum auch bei Ausbleiben einer erkennbaren ZNS-Intoxikation einen geringen Einfluss auf die mentale Funktion und Koordination haben und zeitweise die motorischen Fähigkeiten und die Aufmerksamkeit beeinträchtigen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Nebenwirkungen, die vom Arzneimittel an sich verursacht werden, sind schwer von den physiologischen Effekten der Nervenblockade zu unterscheiden (z. B. Blutdrucksenkung, Bradykardie, zeitweilige Harnretention), ebenso von den direkten (z. B. Spinalhämatom) oder indirekten Folgen der Punktion (z. B. Meningitis, Epiduralabszess) und von den Effekten, die durch ein Auslaufen des Liquors entstehen (z. B. postspinaler Kopfschmerz).

Informationen zu Symptomen und Behandlung einer akuten systemischen Toxizität siehe Abschnitt 4.9.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen sind definiert wie folgt: Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

SystemorganklasseHäufigkeitNebenwirkung
Erkrankungen des ImmunsystemsSeltenAllergische Reaktionen, anaphylaktischer Schock
Erkrankungen des NervensystemsHäufigPostspinaler Kopfschmerz
GelegentlichParästhesien, Lähmungserscheinungen, Dysästhesien
SeltenUnbeabsichtigter totaler Spinalblock, Querschnittslähmung, Lähmung, Neuropathie, Arachnoiditis
HerzerkrankungenSehr häufigHypotonie, Bradykardie
SeltenHerzstillstand

Erkrankungen der

Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

SeltenAtemdepression
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufigÜbelkeit
HäufigErbrechen
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeHäufigHarnretention, Harninkontinenz
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenGelegentlichMuskelschwäche, Rückenschmerzen

Kinder und Jugendliche

Nebenwirkungen bei Kindern sind mit denen bei Erwachsenen vergleichbar. Jedoch sind die Frühsymptome einer Toxizität der Lokalanästhesie bei Kindern möglicherweise nur schwer erkennbar, wenn eine Nervenblockade unter Sedierung oder Allgemeinnarkose gesetzt wird.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Akute systemische Toxizität

Bei Anwendung hoher Dosen, insbesondere bei intravaskulärer Anwendung, kann Bupivacain akut toxisch auf das zentrale Nervensystem und Herz-Kreislauf-System wirken. Im Rahmen der empfohlenen Anwendung des Arzneimittels ist es unwahrscheinlich, dass systemisch toxische Blutspiegel erreicht werden. Bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen Lokalanästhetika summieren sich die toxischen Wirkungen jedoch und es kann zu systemischen toxischen Reaktionen kommen. Systemische Nebenwirkungen sind gekennzeichnet durch Taubheit der Zunge, Benommenheit, Schwindel und Tremor, gefolgt von Krampfanfällen und kardiovaskulären Symptomen.

Behandlung einer akuten systemischen Toxizität

Wenn Symptome einer akuten systemischen Toxizität oder totalen Spinalblockade auftreten, muss die Injektion des Lokalanästhetikums sofort abgebrochen werden.

ZNS-Symptome (Krampfanfälle, zentrale Depression) müssen unverzüglich durch Freihaltung der Atemwege/geeignete Atmungsunterstützung und Anwendung von Antikonvulsiva (Barbiturate oder Benzodiazepine) behandelt werden.

Im Falle eines Kreislaufstillstands sind umgehend kardiopulmonale Reanimationsmaßnahmen zu ergreifen. Eine optimale Oxygenierung, Ventilation und Kreislaufunterstützung und die Behandlung der metabolischen Azidose sind von entscheidender Bedeutung. Im Falle eines Herzstillstands sind für einen erfolgreichen Ausgang unter Umständen längere Wiederbelebungsversuche erforderlich; es muss eine entsprechende Behandlung nach den Leitlinien/Protokollen zur erweiterten Reanimation vorgenommen werden. Die Anwendung einer intravenösen 20%igen Lipidemulsion unmittelbar nach der Sicherung der Atemwege ist in Betracht zu ziehen.

Bei einer Herz-Kreislauf-Depression (Hypotonie, Bradykardie) ist eine angemessene Behandlung mit intravenösen Flüssigkeiten, vasopressorischen und/oder inotropen Arzneimitteln zu erwägen. Kindern müssen Dosen entsprechend ihrem Alter und Gewicht verabreicht werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Lokalanästhetika, ATC-Code: N01BB01

Mofecet enthält Bupivacain, ein lang wirksames Lokalanästhetikum vom Amidtyp. Bupivacain bewirkt eine reversible Blockade der Impulsausbreitung entlang der Nervenfasern, indem es den Einstrom von Natriumionen durch die Nervenfasermembran verhindert. Ähnliche Wirkungen können auch auf exzitatorische Membranen im Gehirn und Herzmuskel beobachtet werden.

Mofecet ist für hyperbare Spinalanästhesien bestimmt. Die relative Dichte der Injektionslösung beträgt 1,026 bei 20 ºC (entsprechend 1,021 bei 37 ºC) und die anfängliche Ausbreitung im Subarachnoidalraum wird deutlich durch die Schwerkraft beeinflusst.

Bei spinaler Anwendung wird eine geringe Dosis appliziert; dies führt zu einer relativ niedrigen Konzentration und kurzen Dauer. Bupivacainlösungen (ohne Glucose) für die Spinalanästhesie ergeben eine weniger vorhersehbare Blockade, jedoch mit längerer Dauer im Vergleich zu Mofecet (mit Glucose).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Bupivacain besitzt eine hohe Lipidlöslichkeit. Der Öl/Wasser-Verteilungskoeffizient beträgt 27,5.

Bupivacain wird vollständig und biphasisch aus dem Subarachnoidalraum resorbiert; die Halbwertszeiten der Phasen betragen etwa 50 bzw. etwa 400 Minuten bei hoher Variabilität. Die langsame Resorption ist bei der Elimination von Bupivacain ein geschwindigkeitsbestimmender Faktor; dies erklärt, warum die scheinbare Halbwertszeit länger als nach intravenöser Gabe ist.

Die Resorption aus dem Subarachnoidalraum erfolgt relativ langsam; dies führt in Kombination mit der für die Spinalanästhesie erforderlichen niedrigen Dosis zu einer relativ geringen maximalen Plasmakonzentration (ca. 0,4 mg/ml pro 100 mg injiziertes Anästhetikum).

Nach intravenöser Injektion beträgt die Gesamtplasmaclearance ungefähr 0,58 l/min, das Verteilungsvolumen im Steady State etwa 73 l, die Eliminationshalbwertszeit 2,7 Stunden und der hepatische Extraktionsquotient etwa 0,40. Bupivacain wird fast vollständig in der Leber metabolisiert, vor allem durch aromatische Hydroxylierung zu 4-Hydroxy-Bupivacain und durch N-Dealkylierung zu PPX, in beiden Fällen vermittelt durch Cytochrom P450 3A4. Daher hängt die Clearance vom hepatischen Blutfluss und von der Aktivität des metabolisierenden Enzyms ab.

Bupivacain passiert die Plazentaschranke und die Konzentration des ungebundenen Bupivacains ist bei Mutter und Fetus gleich. Die Gesamtplasmakonzentration ist jedoch beim Fetus aufgrund der geringeren Proteinbindung niedriger.

Die Pharmakokinetik bei Kindern ist mit der bei Erwachsenen vergleichbar.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie und zur akuten und subchronischen Toxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Risiken für den Menschen, außer den bereits in diesem Dokument beschriebenen, erkennen.

Das mutagene und kanzerogene Potenzial von Bupivacain wurde nicht untersucht. Bupivacain ist plazentagängig. Im Studien zur Reproduktionstoxizität sind bei Bupivacain-Dosierungen, die dem Fünf- bzw. Neunfachen der maximal empfohlenen täglichen Humandosis entsprechen, eine verminderte Überlebensrate der Nachkommen exponierter Ratten sowie embryoletale Effekte beim Kaninchen festgestellt worden. Eine Studie an Rhesusaffen ergab Hinweise auf eine veränderte postnatale Verhaltensentwicklung nach Bupivacain-Exposition (epidurale Infusion) zum Geburtszeitpunkt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Glucose-Monohydrat

Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung)

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Die Anwendung von Zusätzen wird bei spinalen Lösungen nicht empfohlen.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Ampullen aus farblosem Borosilikatglas der hydrolytischen Klasse mit Bruchpunkt (OPC). Die Ampullen sind von einer Schutzfolie umgeben und in einem Umkarton verpackt. Packungsgröße: 5 Ampullen.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Handhabung

Die Lösung muss nach Anbruch sofort verwendet werden.

7. INHABER DER ZULASSUNG

AS GRINDEKS

Krustpils iela 53

Rīga, LV-1057

Lettland

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.:

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

10. STAND DER INFORMATION

10/2022

REZEPTPFLICHT / APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig.

Über dieses Dokument

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Stand 10/2022 · Zulassungsnummer (Z.Nr.): 141511

Was die Abschnitte und die Häufigkeiten der Nebenwirkungen bedeuten: Beipackzettel richtig lesen

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder Ihrer Apotheke.

Angaben zum Medikament Mofecet 5 mg/ml Injektionslösung

Was diese Angaben bedeuten

Abgabe?
Rezeptpflichtig?
  • Dieses Medikament ist rezeptpflichtig: Sie bekommen es nur mit einem ärztlichen Rezept. Bei einmaliger Abgabe gilt das Rezept für eine Abgabe, außer die Ärztin oder der Arzt ordnet die wiederholte Abgabe ausdrücklich an. Bei wiederholter Abgabe darf die Apotheke das Medikament noch bis zu fünfmal abgeben, wenn auf dem Rezept nichts anderes steht.
  • Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen ärztliche Verschreibung
Abgabestelle? Apotheke
Wirkstoff? Bupivacainhydrochlorid monohydrat
Darreichungsform? Injektionslösung
ATC-Klassifikation?
  1. N Nervensystem
    1. N01 Anästhetika
      1. N01B Lokalanästhetika
        1. N01BB Amide
          1. N01BB01 Bupivacain
Zulassung (Z.Nr.)? 141511; seit 09.12.2022; Verfahren: SE/H/2190/001
Inverkehrbringen? keine Einstellung gemeldet
Zulassungsinhaber? Grindeks AS, Krustpils Iela 53, 1057 Riga, Lettland

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Daten vom 27.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.