Fachinformation - Artinibsa 40 mg/ml + 10 Mikrogramm/ml Injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Artinibsa 40 mg/ml + 10 Mikrogramm/ml Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 ml Injektionslösung enthält 40 mg Articainhydrochlorid und Epinephrinhydrogentartrat entsprechend 10 Mikrogramm Epinephrin.
1 Patrone mit 1,8 ml Injektionslösung enthält 72 mg Articainhydrochlorid und 18 Mikrogramm Epinephrin als (Epinephrinhydrogentartrat).
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:
Natriummetabisulfit (E223), Natriumchlorid, Zitronensäure-Monohydrat.
Artinibsa 40 mg/ml + 10 Mikrogramm /ml Injektionslösung enthält 0,83 mg Natrium pro 1 ml Lösung, d.h. 1,5 mg/1,8 ml.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung.
Die Lösung ist eine klare, nichtopaleszierende, farblose Flüssigkeit mit einem pH-Wert zwischen 3,0 und 5,0. Die Osmolalität der Lösung beträgt etwa 290 mOsm/kg.
Die Lösung ist frei von sichtbaren Partikeln.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Lokal- und Regionalanästhesie bei zahnärztlichen Behandlungen.
Artinibsa 40 mg/ml + 10 Mikrogramm /ml Injektionslösung wird angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 4 Jahren (oder ab 20 kg Körpergewicht).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Anwendung erfolgt ausschließlich durch Ärzte oder Zahnärzte.
Dosierung
Es ist für alle Patientengruppen die niedrigste für eine wirksame Anästhesie ausreichende Dosis anzuwenden. Die erforderliche Dosis muss individuell festgelegt werden.
Für einen Routineeingriff beträgt die normale Dosis für erwachsene Patienten 1 Patrone, aber es kann auch weniger als der Inhalt einer Patrone für eine wirksame Anästhesie ausreichend sein. Nach Ermessen des Zahnarztes können für umfangreichere Eingriffe mehr Patronen erforderlich sein, ohne die maximal empfohlene Dosis zu überschreiten.
Für die meisten zahnärztlichen Routineeingriffe ist bevorzugt Artinibsa 40 mg/ml + 5 Mikrogramm/ml Injektionslösung anzuwenden.
Für komplexere Eingriffe, wie z. B. solche, die eine ausgeprägte Hämostase erforderlich machen, ist bevorzugt Artinibsa 40 mg/ml + 10 Mikrogramm/ml Injektionslösung anzuwenden. Gleichzeitige Anwendung von Sedativa zur Verringerung der Angst des Patienten: Die maximale sichere Dosis des Lokalanästhetikums kann bei sedierten Patienten aufgrund einer additiven Wirkung auf die Depression des zentralen Nervensystems reduziert werden (siehe Abschnitt 4.5).
- Erwachsene und Jugendliche (12 bis 18 Jahre)
Für Erwachsene und Jugendliche beträgt die maximale Articain-Dosis 7 mg/kg Körpergewicht bei einer absoluten Articain- Höchstdosis von 500 mg. Die maximale Articain-Dosis von 500 mg entspricht einem gesunden Erwachsenen mit einem Körpergewicht von über 70 kg. Die folgende Tabelle zeigt die empfohlene Höchstdosis:
| Körpergewicht (kg) | Höchstdosis von Articainhydrochloride (mg) | Dosis von Epinephrin (Adrenalin) (mg) | Gesamtvolumen (ml) und entsprechende Anzahl an Patronen (1,8 ml) |
| 40 | 280 | 0,070 | 7,0 (3,9 Patronen) |
| 50 | 350 | 0,088 | 8,8 (4,9 Patronen) |
| 60 | 420 | 0,105 | 10,5 (5,8 Patronen) |
| 70 oder mehr | 490 | 0,123 | 12,3 (6,8 Patronen) |
- Kinder (4 bis 11 Jahre)
Die Sicherheit von Artinibsa 40 mg/ml + 10 Mikrogramm /ml Injektionslösung bei Kindern im Alter von 4 Jahren und darunter ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Die zu injizierende Menge ist anhand von Alter und Körpergewicht des Kindes sowie vom Umfang der Operation zu bestimmen. Die durchschnittliche wirksame Dosis beträgt 2 mg/kg Körpergewicht bzw. 4 mg/kg Körpergewicht für einfache bzw. komplexe Eingriffe. Es ist die niedrigste für eine wirksame dentale Anästhesieausreichende Dosis anzuwenden.
Bei Kindern ab 4 Jahren (oder ab 20 kg Körpergewicht) beträgt die Höchstdosis von Articain 7 mg/kg Körpergewicht mit einer absoluten Höchstdosis von 385 mg Articain bei einem gesunden Kind mit 55 kg Körpergewicht.
Die folgende Tabelle zeigt die empfohlene Höchstdosis:
| Körpergewicht (kg) | Höchstdosis von Articainhydrochloride (mg) | Dosis von Epinephrin (Adrenalin) (mg) | Gesamtvolumen (ml) und entsprechende Anzahl an Patronen (1,8 ml) |
| 20 | 140 | 0,035 | 3,5 (1,9 Patronen) |
| 30 | 210 | 0,053 | 5,3 (2,9 Patronen) |
| 40 | 280 | 0,070 | 7,0 (3,9 Patronen) |
| 55 | 385 | 0,096 | 9,6 (5,3 Patronen) |
- Besondere Patientengruppen
Ältere Menschen und Patienten mit Nierenfunktionsstörungen: Aufgrund des Fehlens klinischer Daten ist besondere Vorsicht gebotenbei älteren Patienten und Patienten mit Nierenfunktionsstörungen die niedrigste für eine wirksame Anästhesie ausreichende Dosis anzuwenden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Bei diesen Patienten können insbesondere nach wiederholter Anwendung erhöhte Plasmaspiegel des Arzneimittels auftreten. Für den Fall, dass eine erneute Injektion erforderlich ist, ist der Patient engmaschig zu überwachten, um jedes Anzeichen einer relativen Überdosierung zu erkennen (siehe Abschnitt 4.9).
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Besondere Vorsicht ist geboten, um bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen die niedrigste für eine wirksame Anästhesie ausreichende Dosis anzuwenden. Dies gilt insbesondere bei wiederholten Anwendungen, auch wenn 90 % des Articains zunächst durch unspezifische Plasmaesterasen im Gewebe und Blut inaktiviert werden.
Patienten mit Plasma-Cholinesterase-Mangel
Erhöhte Plasmaspiegel können bei Patienten mit Cholinesterasemangel oder unter Behandlung mit Acetylcholinesterase-Inhibitoren auftreten, da das Arzneimittel zu 90 % durch Plasmaesterasen inaktiviert wird (siehe Abschnitt 4.4 und 5.2). Daher ist die niedrigste Dosis anzuwenden, die zu einer wirksamen Anästhesie führt.
Art der Anwendung
Infiltration und perineurale Anwendung in der Mundhöhle.
Bei Entzündungen und/oder Infektionen an der Injektionsstelle sind Lokalanästhetika mit Vorsicht zu injizieren. Die Injektionsrate sollte sehr langsam sein (1 ml/min).
Vorsichtsmaßnahmen vor der Handhabung oder vor der Anwendung des Arzneimittels.
Dieses Arzneimittel ist nur von oder unter Aufsicht von Ärzten oder Zahnärzten anzuwenden, die über ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen in der Diagnose und Behandlung systemischer Toxizität verfügen. Vor der Einleitung einer Regionalanästhesie mit Lokalanästhetika muss sichergestellt werden, dass entsprechende Geräte und Arzneimittel zur Wiederbelebung zur Verfügung stehen, um eine sofortige Behandlung von respiratorischen oder kardiovaskulären Notfällen sicherzustellen. Der Bewusstseinszustand des Patienten ist nach jeder Injektion eines Lokalanästhetikums zu überwachtent.
Bei der Anwendung von Artinibsa 40 mg/ml + 10 Mikrogramm /ml Injektionslösung zur Infiltration oder Regionalblockanästhesie soll die Injektion immer langsam und mit vorheriger Aspiration erfolgen.
Hinweise zur Handhabung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Articain (oder andere Lokalanästhetika vom Amid-Typ), Epinephrin oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
- Patienten mit unzureichend behandelter Epilepsie.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Vor der Anwendung des Arzneimittels ist es wichtig:
- sich nach den aktuellen Therapien und der Krankheitsgeschichte des Patienten zu erkundigen; • verbalen Kontakt zum Patienten aufrechtzuerhalten;
- Ausrüstung zur Wiederbelebung bereitzuhalten (siehe Abschnitt 4.9).
Besondere Warnhinweise
Dieses Arzneimittel muss bei Patienten mit folgenden Erkrankungen mit besonderer Vorsicht angewendet werden und eine Verschiebung des zahnmedizinischen Eingriffs ist in Erwägung zu ziehen, wenn die Erkrankung schwer und/oder instabil ist.
Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen:
Die niedrigste Dosis, die zu einer wirksamen Anästhesie führt, ist in den folgenden Fällen anzuwenden:
Herzrhythmusstörungen und Leitungsstörungen (z. B. atrioventrikulärer Block 2. oder 3.
Grades, ausgeprägte Bradykardie)
- akute dekompensierte Herzinsuffizienz (akute kongestive Herzinsuffizienz) • Hypotonie
Patienten mit paroxysmaler Tachykardie oder absoluter Arrhythmie mit schneller Herzfrequenz • Patienten mit instabiler Angina oder einem kürzlich erfolgten (vor weniger als 6 Monaten)
Myokardinfarkt in der Vorgeschichte
- Patienten mit kürzlich (3 Monate) erfolgter Koronararterien-Bypass-Operation • Patienten, die nicht-kardioselektive Beta-Blocker (z. B. Propranolol) einnehmen (Risiko einer hypertensiven Krise oder schwerer Bradykardie) (siehe Abschnitt 4.5) • Patienten mit unkontrollierter Hypertonie
- gleichzeitige Behandlung mit trizyklischen Antidepressiva, da diese Wirkstoffe die kardiovaskulären Wirkungen von Epinephrin verstärken können. (Siehe Abschnitt 4.5)
Dieses Arzneimittel muss bei Patienten mit folgenden Erkrankungen mit Vorsicht angewendet werden:
Patienten mit Epilepsie:
Aufgrund ihrer krampfauslösenden Wirkung sind alle Lokalanästhetika sehr vorsichtig anzuwenden.
Patienten mit Plasma-Cholinesterase-Mangel:
Ein Plasma-Cholinesterase-Mangel kann vermutet werden, wenn klinische Anzeichen einer Überdosierung bei üblicher Dosierung des Anäesthetikums auftreten und eine Injektion in Blutgefäße ausgeschlossen werden kann. In diesem Fall ist die nachfolgende Injektion mit Vorsicht durchzuführen und die Dosierung zu reduzieren.
Patienten mit Nierenerkrankungen:
Es ist die niedrigste Dosis, die für eine wirksame Anästhesie ausreichend ist, anzuwenden.
Patienten mit schwerer Lebererkrankung:
Dieses Arzneimittel ist bei Patienten mit schweren Lebererkrankungen vorsichtig anzuwenden, obwohl 90 % des Articains zunächst durch unspezifische Plasmaesterasen im Gewebe und Blut inaktiviert werden.
Patienten mit Myasthenia gravis, die mit Acetylcholinesterasehemmern behandelt werden: Es ist die niedrigste Dosis, die für eine wirksame Anästhesie ausreichend ist, anzuwenden.
Patienten mit Porphyrie:
Artinibsa 40 mg/ml + 10 Mikrogramm /ml Injektionslösung ist bei Patienten mit akuter Porphyrie nur dann anzuwenden, wenn keine sicherere Alternative zur Verfügung steht. Bei allen Patienten mit Porphyrie sind geeignete Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, da dieses Arzneimittel eine Porphyrie auslösen kann.
Patienten mit gleichzeitiger Behandlung durch halogenhaltige Inhalationsnarkotika Es ist die niedrigste Dosis, die für eine wirksame Anästhesie ausreichend ist, anzuwenden (siehe Abschnitt 4.5).
Patienten, die mit Thrombozytenaggregationshemmer/Antikoagulantien behandelt werden: Artinibsa 40 mg/ml + 10 Mikrogramm /ml Injektionslösung ist mit Vorsicht bei Patienten anzuwenden, die mit Thrombozytenaggregationshemmer/Antikoagulantien behandelt werden oder an einer Gerinnungsstörung leiden, da das Risiko von Blutungen erhöht ist. Das höhere Blutungsrisiko ergibt sich eher durch den Eingriff als durch das Arzneimittel.
Ältere Patienten:
Bei älteren Patienten können insbesondere nach wiederholter Anwendung erhöhte Plasmaspiegel des Arzneimittels auftreten. Für den Fall, dass eine Injektion wiederholt werden muss, ist der Patient engmaschig zu überwachtent, um jedes Anzeichen einer relativen Überdosierung zu erkennen (siehe Abschnitt 4.9).
Daher ist die niedrigste Dosis, die für eine wirksame Anästhesie erforderlich ist, anzuwenden.
Bei Vorliegen einer der folgenden Erkrankungen ist aufgrund des geringeren Epinephringehalts von 5 Mikrogramm/ml die Anwendung von Artinibsa 40 mg/ml + 5 Mikrogramm/ml Injektionslösung anstatt Artinibsa 40 mg/ml + 10 Mikrogramm/ml Injektionslösung Erwägung zu ziehen:
Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz, koronare
Herzerkrankung, in der Vergangenheit aufgetretenem Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Hypertonie)
Patienten mit zerebralen Durchblutungsstörungen, Schlaganfällen in der Vorgeschichte
Es wird empfohlen, die zahnärztliche Behandlung mit Articain/Epinephrin wegen des erhöhten Risikos von wiederkehrenden Schlaganfällen nach einem Schlaganfall um sechs Monate zu verschieben.
Patienten mit unkontrolliertem Diabetes:
Dieses Arzneimittel ist aufgrund der hyperglykämischen Wirkung von Epinephrin mit Vorsicht anzuwenden.
Patienten mit Thyreotoxikose:
Dieses Arzneimittel ist aufgrund des Vorhandenseins von Epinephrin mit Vorsicht anzuwenden.
Patienten mit Phäochromozytom:
Dieses Arzneimittel ist aufgrund des Vorhandenseins von Epinephrin mit Vorsicht anzuwenden.
Patienten mit Anfälligkeit für ein akutes Engwinkelglaukom:
Dieses Arzneimittel ist aufgrund des Vorhandenseins von Epinephrin mit Vorsicht anzuwenden.
Es ist die niedrigste Dosis, die für eine wirksame Anästhesie ausreicht, angewendet werden.
Dieses Arzneimittel muss sicher und wirksam unter angemessenen Bedingungen angewendet werden:
Epinephrin hemmt den Blutfluss im Zahnfleisch, was zu lokalen Gewebenekrosen führen kann. Sehr selten wurde von Fällen anhaltender oder irreversibler Verletzungen der Nerven und Geschmacksverlust nach mandibulärer Blockanalgesie berichtet.
Wird dieses Arzneimittel in entzündete oder infizierte Bereiche injiziert, kann dadurch die lokalanästhetische Wirkung beeinträchtigt werden.
Auch bei Hypoxie, Hyperkaliämie und metabolischer Azidose muss die Dosis reduziert werden. Es besteht die Gefahr von Bissverletzungen (Lippen, Wangen, Schleimhaut oder Zunge), insbesondere bei Kindern; die Patienten sind anzuweisen, Kaugummikauen oder Essen zu vermeiden ist, bis das normale Gefühl wiederhergestellt ist.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Patrone, d. h., es ist nahezu „natriumfrei“.
Dieses Arzneimittel enthält Natriummetabisulfit (E223). Natriummetabisulfit kann selten schwere Überempfindlichkeitsreaktionen und Bronchospasmen hervorrufen.
Besteht die Gefahr einer allergischen Reaktion, ist ein anderes Anästhetikum zu wählen (siehe Abschnitt 4.3).
Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Risiko bei versehentlicher intravaskulärer Injektion:
Eine versehentliche intravaskuläre Injektion kann plötzlich zu plötzlichen hohen Epinephrin und Articain- Spiegeln im Blutkreislauf führen. Dies kann mit schweren Nebenwirkungen einhergehen, wie Krampfanfällen, gefolgt von ZNS- und kardiorespiratorischer Depression und Koma, und im weiteren Verlauf mit Atem- und Kreislaufstillstand verbunden sein. Daher ist, um sicherzustellen, dass die Nadel während der Injektion nicht in ein Blutgefäß eindringt, vor Injektion des Lokalanästhetikums eine Aspirationsprobe durchzuführen. Allerdings garantiert das Fehlen von Blut in der Spritze nicht, dass eine intravaskuläre Injektion vermieden wurde.
Risiko bei intraneuraler Injektion:
Eine versehentliche intraneurale Injektion kann dazu führen, dass sich das Arzneimittel in retrograder Weise entlang der Nervenbahnen bewegt.
Um eine intraneurale Injektion zu vermeiden und Nervenverletzungen im Zusammenhang mit Nervenblockaden zu verhindern, ist die Nadel immer etwas zurückzuziehen, wenn der Patient während der Injektion das Gefühl eines Stromschlags empfindet, oder wenn die Injektion besonders schmerzhaft ist. Wenn durch die Nadel Nervenverletzungen entstehen, kann der neurotoxische Effekt durch die potentiell chemisch neurotoxischen Eigenschaften von Articain und das vorhandene Epinephrin verstärkt werden, da dieses die perineurale Blutversorgung reduziert und damit die lokale Verteilung von Articain verhindert.
Doping
Die Anwendung des Arzneimittels Artinibsa kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Wechselwirkungen mit Articain
Wechselwirkungen, die Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung erfordern:
Andere Lokalanästhetika:
Die Toxizität von Lokalanästhetika ist additiv. Die Gesamtdosis aller angewendeten lokalen Anästhetika sollte die maximal empfohlene Dosis der angewendeten Arzneimittel nicht überschreiten.
Sedativa (mit zentral dämpfender Wirkung, z. B. Benzodiazepine, Opioide):
Wenn Beruhigungsmittel angewendet werden, um die Angst des Patienten zu verringern, sollte die Dosis des Anästhetikums zu reduzieren, da Lokalanästhetika, wie Sedativa, zentral dämpfende Arzneimittel sind, die in Kombination eine additive Wirkung haben können (siehe Abschnitt 4.2).
Wechselwirkungen mit Epinephrin
Wechselwirkungen, die Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung erfordern:
Halogenhaltige Inhalationsnarkotika (z.B. Halothan):
Aufgrund der Sensibilisierung des Herzens für arrhythmogene Effekte von Katecholaminen ist die Dosis dieses Arzneimittels wegen der Gefahr schwerer ventrikulärer Arrhythmien zu reduzieren. Das Gespräch mit dem Anästhesisten vor der Anwendung des Lokalanästhetikums während einer Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) wird empfohlen.
Postganglionäre adrenerge Blocker (z. B. Guanadrel, Guanethidin und Rauwolfia-Alkaloide):
Aufgrund der möglicherweise verstärkten Reaktion auf adrenerge Vasokonstriktoren ist unter strenger ärztlicher Aufsicht eine reduzierte Dosis dieses Arzneimittels anzuwenden, mit einer vorsichtigen Aspirationskontrolle, wegen des Risikos von Hypertonie und anderen kardiovaskulären Effekten.
Nicht-selektive Beta-Blocker (z.B. Propranolol, Nadolol):
Aufgrund eines möglichen Blutdruckanstiegs und des erhöhten Risikos einer Bradykardie ist die Dosis dieses Arzneimittels zu reduzieren.
Trizyklische Antidepressiva (TZAs) (z.B. Amitriptylin, Desipramin, Imipramin, Nortriptylin, Maprotilin und Protriptylin):
Die Dosis und Verabreichungsrate dieses Arzneimittels sind aufgrund einer erhöhten Gefahr von schwerem Bluthochdruck zu reduzieren.
COMT-Hemmer (Catechol-O-Methyltransferase-Hemmer) (z.B. Entacapon, Tolcapon):
Es können Herzrhythmusstörungen, erhöhte Herzfrequenz und Blutdruckschwankungen auftreten. Bei Patienten, die COMT-Hemmer einnehmen, ist bei der zahnärztlichen Anästhesie eine reduzierte Menge Epinephrin anzuwenden.
MAO-Hemmer (sowohl A-selektiv (z. B. Moclobemid) als auch nicht-selektiv (z. B. Phenelzin, Tranylcypromin, Linezolid):
Wenn sich die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel nicht vermeiden lässt, sind die Dosis und Verabreichungsrate dieses Arzneimittels zu verringern und das Arzneimittel ist unter strenger ärztlicher Aufsicht anzuwenden, da die Wirkung von Adrenalin, die zum Risiko einer hypertensiven Krise führen kann, potenziert werden kann.
Arzneimittel, die Herzrhythmusstörungen verursachen (z.B. Antiarrhythmika wie Digitalis, Chinidin):
Aufgrund des erhöhten Risikos von Herzrhythmusstörungen bei der gleichzeitigen Anwendung von Epinephrin und Digitalisglykosiden ist die Dosis dieses Arzneimittels zu reduzieren. Eine sorgfältige Aspiration vor der Anwendung wird empfohlen.
Oxytocin-artige Arzneimittel vom Ergotamin-Typ (z.B. Methysergid, Ergotamin, Ergometrin):
Dieses Arzneimittel ist aufgrund der additiven oder synergistischen Erhöhung des Blutdrucks und/ oder ischämischer Reaktionen unter strenger ärztlicher Aufsicht anzuwenden.
Sympathomimetische Vasopressoren (beispielsweise vor allem Kokain, aber auch Amphetamine, Phenylephrin, Pseudoephedrin, Oxymetazolin):
Es besteht die Gefahr der adrenergen Toxizität.
Wenn innerhalb der letzten 24 Stunden ein sympathomimetisch wirksamer Vasopressor angewendet wurde, ist die geplante Zahnbehandlung zu verschieben.
Phenothiazine (und andere Neuroleptika):
Wegen des Risikos einer Hypotonie aufgrund einer möglichen Hemmung der Epinephrin-Wirkung muss die Anwendung bei Patienten, die Phenothiazine einnehmen, mit Vorsicht erfolgen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Tierexperimentelle Studien mit Articain 40 mg/ml + Epinephrin 10 Mikrogramm/ml sowie mit Articain allein haben keine Nebenwirkungen auf die Schwangerschaft, die embryonale/fötale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung gezeigt (siehe Abschnitt 5.3.). Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Epinephrin in Dosen, die höher sind als die empfohlene Höchstdosis, toxisch für die Fortpflanzung ist (siehe Abschnitt 5.3). Es liegt keine Erfahrung mit der Anwendung von Articain bei schwangeren Frauen, außer während der Geburt, vor. Epinephrin und Articain überwinden die Plazentaschranke, obwohl dies für Articain in einem geringeren Ausmaß als bei anderen Lokalanästhetika erfolgt. Serumkonzentrationen von Articain, die bei Neugeborenen gemessen wurden, betrugen ca. 30 % der mütterlichen Spiegel. Im Falle einer unbeabsichtigten intravaskulären Anwendung bei der Mutter kann Epinephrin die Uterusperfusion reduzieren.
Während der Schwangerschaft ist Artinibsa 40 mg/ml + 10 Mikrogramm/ml nur anzuwenden, nachdem eine sorgfältige Analyse des Nutzen-Risiko-Verhältnisses vorgenommen wurde.
Auf Grund des geringeren Epinephringehalts ist die Anwendung von Artinibsa 40 mg/ml + 5 Mikrogramm/ml Injektionslösung gegenüber Artinibsa 40 mg/ml + 10 Mikrogramm/ml Injektionslösung zu bevorzugen.
Stillzeit
Infolge der schnellen Abnahme der Serumspiegel und der schnellen Elimination werden keine klinisch relevanten Mengen an Articain in der Muttermilch gefunden. Epinephrin geht in die Muttermilch über, hat aber auch eine kurze Halbwertszeit.
In der Regel ist es nicht notwendig, das Stillen für eine Kurzzeitanwendung auszusetzen, mit dem Stillen kann 5 Stunden nach der Anästhesie wieder begonnen werden.
Fertilität
Tierexperimentelle Studien mit Articain 40 mg/ml + Epinephrin 10 Mikrogramm/ml zeigten keinen Einfluss auf die Fertilität (siehe Abschnitt 5.3). Bei Anwendung therapeutischer Dosen werden keine Nebenwirkungen auf die menschliche Fertilität erwartet.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen
Die Kombination von Articainhydrochlorid mit Epinephrin als Injektionslösung kann einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen haben. Nach der Anwendung von Artinibsa 40 mg/ml + 10 Mikrogramm /ml Injektionslösung (siehe Abschnitt 4.8) kann es zu Schwindelgefühl (einschließlich Drehschwindel, Sehstörungen und Müdigkeit) kommen. Daher sollen Patienten die Zahnarztpraxis erst verlassen, wenn diese Beschwerden abgeklungen sind (in der Regel innerhalb von 30 Minuten nach dem Eingriff).
4.8 Nebenwirkungen
- a) Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Nebenwirkungen nach Anwendung von Articain/Epinephrin entsprechen denen anderer Lokalanästhetika vom Amid-Typ/Vasokonstriktoren. Diese Nebenwirkungen sind im Allgemeinen dosisabhängig. Sie können auch das Ergebnis von Überempfindlichkeit, Idiosynkrasie, oder verminderter Toleranz des Patienten sein. Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen betreffen Störungen des Nervensystems, lokale Reaktionen an der Einstichstelle, Überempfindlichkeit, Störungen des Herz-Kreislauf- und des Gefäßsystems.
Schwerwiegende Nebenwirkungen sind im Allgemeinen systemisch.
- b) Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Die aufgeführten Nebenwirkungen sind aus Spontanmeldungen, klinischen Studien und aus der Literatur bekannt.
Die Häufigkeitsangaben erfolgen gemäß folgender Klassifizierung:
Sehr häufig (≥1/10)
Häufig (≥1/100 bis < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)
Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)
Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
MedDRA Systemorganklassen | Häufigkeit | Nebenwirkung |
| Infektionen und parasitäre Erkrankungen | Häufig | Gingivitis |
| Erkrankungen des Immunsystems | Selten | Allergische1, anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen |
| Psychiatrische Erkrankungen | Selten | Nervosität/Angst4 |
| Nicht bekannt | Euphorische Stimmung | |
| Erkrankungen des Nervensystems | Häufig | Neuropathie: Neuralgie (neuropathische Schmerzen) Hypästhesie/Gefühllosigkeit (oral und perioral)4 Hyperästhesie Dysästhesie (oral und perioral), einschließlich Dysgeusie (z.B. metallischer Geschmack, Geschmacksstörungen) Ageusie Allodynie Thermohyperästhesie Kopfschmerz |
| Gelegentlich | brennendes Gefühl | |
| Selten | Erkrankung des Nervus facialis2 (Lähmung und Parese) Horner-Syndrom (Augenlid-Ptosis, Enophthalmus, Miosis) Somnolenz (Verschlafenheit) Nystagmus | |
| Sehr selten | Parästhesie3 (persistierende Hypästhesie und Geschmacksverlust) nach mandibulärer Nervenblockade oder Blockade des Nervus alveolaris inferior | |
| Augenerkrankungen | Selten | Doppeltsehen (Lähmung der Augenmuskeln)4 Sehstörungen (vorübergehende Blindheit) Ptosis Miosis Enophthalmus |
| Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths | Selten | Hyperakusis Tinnitus4 |
| Herzerkrankungen | Häufig | Bradykardie Tachykardie |
| Selten | Palpitationen | |
| Nicht bekannt | Reizleitungsstörungen (AV-Block) | |
| Gefäßerkrankungen | Häufig | Hypotonie (mit Kollapsneigung) |
| Gelegentlich | Hypertonie | |
| Selten | Hitzewallungen | |
| Nicht bekannt | Lokale / Regionale Hyperämie Vasodilatation Vasokonstriktion | |
| Erkrankungen der Atemwege, des | Selten | Bronchospasmus / Asthma Dyspnoe2 |
| Nicht bekannt | Dysphonie (Heiserkeit)1 |
| Brustraums und Mediastinums | ||
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Häufig | Schwellungen von Zunge, Lippe und Zahnfleisch |
| Gelegentlich | Stomatitis Glossitis Übelkeit Erbrechen Diarrhö | |
| Selten | Zahnfleisch / Exfoliation der Mundschleimhaut (Schuppung) / Ulzeration | |
| Nicht bekannt | Dysphagie Schwellung der Wangen Glossodynie | |
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | Gelegentlich | Ausschlag (Eruption) Pruritus |
| Selten | Angioödem (Gesicht / Zunge / Lippe / Hals / Kehlkopf / periorbitales Ödem) Urtikaria | |
| Nicht bekannt | Erythem Hyperhidrose | |
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen | Gelegentlich | Nackenschmerzen |
| Selten | Muskelzuckungen4 | |
| Nicht bekannt | Verschlimmerung neuromuskulärer Manifestationen beim Kearns-Sayre-Syndrom Trismus | |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Gelegentlich | Schmerzen an der Injektionsstelle |
| Selten | Nekrosen/Abschuppungen an der Injektionsstelle Erschöpfung, Asthenie (Schwäche)/Schüttelfrost | |
| Nicht bekannt | Lokale Schwellungen Hitzegefühl Kältegefühl |
- c) Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
1Allergische Reaktionen sind nicht mit Synkopen (Palpitationen durch Epinephrin) zu verwechseln. 2Die Entstehung einer Gesichtslähmung mit 2-wöchiger Verzögerung nach der Anwendung von Articain kombiniert mit Epinephrin wurde beschrieben. Der Zustand war nach 6 Monaten unverändert. 3Diese neuronalen Funktionsstörungen können mit verschiedenen Missempfindungen auftreten. Parästhesien können als spontane, ungewöhnliche, normalerweise nicht schmerzhafte Empfindung definiert werden (zum Beispiel, Brennen, Stechen, Kribbeln oder Jucken), die über die voraussichtliche Dauer der Anästhesie hinaus auftreten. Die meisten Fälle von Parästhesien, von denen nach Zahnbehandlungen berichtet wurden, sind vorübergehend und verschwinden innerhalb von Tagen, Wochen oder Monaten.
Persistierende Parästhesien, meist als Folge einer mandibulären Nervenblockade, sind durch langsame, unvollständige oder ausbleibende Genesung gekennzeichnet.
4Verschiedene Nebenwirkungen, wie Agitiertheit, Angst/Nervosität, Zittern, Sprechstörungen können Warnzeichen einer eintretenden ZNS-Depression sein. Beim Auftreten dieser Anzeichen ist der Patient aufzufordern, schnell und tief zu atmen (Hyperventilation), und es ist eine angemessene Überwachung einzuleiten (siehe Abschnitt 4.9).
- d) Kinder und Jugendliche
Das Sicherheitsprofil bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4-18 Jahren ist dem von Erwachsenen vergleichbar. Allerdings wurden versehentliche Weichteilverletzungen, insbesondere bei Kindern von 3 bis -7 Jahren, aufgrund der verlängerten Anästhesie des Weichgewebes häufiger beobachtet.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen.
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
4.9 Überdosierung
Arten der Überdosierung
Überdosierungen von Lokalanästhetika werden im weitesten Sinne häufig beschrieben als • absolute Überdosierung
relative Überdosierung, wie zum Beispiel:
- unbeabsichtigte intravaskuläre Injektion oder
- ungewöhnlich rasche Resorption ins Kreislaufsystem oder
- verzögerter Metabolismus und verzögerte Elimination der Wirkstoffe.
Im Fall einer relativen Überdosierung treten die Symptome beim Patienten in der Regel innerhalb der ersten Minuten auf, während bei absoluter Überdosierung - je nach Injektionsstelle - zu einem späteren Zeitpunkt nach der Injektion Anzeichen einer Toxizität auftreten.
Symptomatik
Im Fall einer Überdosierung (absolut oder relativ), kann eine Erregtheit vorübergehend oder nicht vorhanden sein.
Erste Anzeichen können daher Schläfrigkeit mit Übergang in Bewusstlosigkeit und Atemstillstand sein.
Verursacht durch Articain:
Die Symptome sind dosisabhängig und von zunehmendem Schweregrad im Bereich der neurologischen Manifestationen (Präsynkope, Synkope, Kopfschmerz, Unruhe, Erregung, Verwirrtheit, Desorientiertheit, Schwindelgefühl, Tremor, Stupor, tiefe ZNS-Depression, Bewusstlosigkeit, Koma, Krampfanfälle (einschließlich tonisch-klonischer Anfällen), Sprachstörungen (z. B. Dysarthrie, Logorrhö), Drehschwindel, Gleichgewichtsstörungen (Ungleichgewicht), Augenmanifestationen (Mydriasis, verschwommenes Sehen, Akkommodationsstörungen), gefolgt von vaskulärer (Blässe (lokal, regional, allgemein), respiratorischer (Apnoe (Atemstillstand), Bradypnoe Tachypnoe, Gähnen, Atemdepression) und schließlich kardialer (Herzstillstand, Myokarddepression) Toxizität.
Azidosen verstärken die toxische Wirkung von Lokalanästhetika.
Verursacht durch Epinephrin:
Die Symptome sind dosisabhängig und weisen einen zunehmendem Schweregrad im Bereich der neurologischen Manifestationen (Unruhe, Erregung, Präsynkope, Synkope) auf, gefolgt von vaskulärer (Blässe (lokal, regional, allgemein)), respiratorischer (Apnoe (Atemstillstand), Bradypnoe, Tachypnoe, Atemdepression) und kardialer (Herzstillstand, Myokarddepression) Toxizität.
Behandlung einer Überdosierung
Vor der Einleitung einer Regionalanästhesie mit Lokalanästhetika muss sichergestellt werden, dass entsprechende Geräte und Arzneimittel zur Wiederbelebung zur Verfügung stehen, um eine sofortige Behandlung von respiratorischen oder kardiovaskulären Notfällen sicherzustellen. Aufgrund derSchwere der Symptome einer Überdosierung sollen Ärzte/Zahnärzte, Protokolle implementieren, die die Notwendigkeit einer rechtzeitigen Sicherung der Atemwege und einer unterstützten Beatmung vorsehen.
Der Bewusstseinszustand des Patienten ist nach jeder Lokalanästhesie-Injektion zu überwachen. Wenn Anzeichen einer akuten systemischen Toxizität auftreten, muss die Lokalanästhesie sofort beendet werden. Falls erforderlich, ist der Patienten in Rückenlage zu bringen. ZNS-Symptome (Kramfanfälle, ZNS-Depression) müssen umgehend durch eine angemessene Unterstützung der Luftzufuhr/Beatmung und die Anwendung von Antikonvulsiva behandelt werden. Die optimale Versorgung des Blutes mit Sauerstoff, eine ausreichende Luftzufuhr, die Unterstützung des Kreislaufsystems sowie die Behandlung einer Azidose sind lebenswichtige Maßnahmen und können einen Herzstillstand verhindern.
Bei einer kardiovaskulären Depression (Hypotonie, Bradykardie) ist eine geeignete Behandlung durch die Anwendung intravenöser Flüssigkeiten, eines Vasopressors und/oder Inotropikums in Erwägung zu ziehen.
Kinder sollten eine dem Alter und Gewicht angemessene Dosis erhalten.
Bei einem Herzstillstand sind unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen (kardiopulmonale Reanimation) einzuleiten.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Nervensystem; Lokalanästhetika; Amide; Articain, Kombinationen ATC-Code: N01BB58
Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen:
Articain ist ein Lokalanästhetikum vom Amid-Typ und hemmt reversibel die Schmerzweiterleitung durch einen bekannten Mechanismus, der auch bei anderen Amid-Anästhetika beobachtet wird. Die Wirkung besteht in der Herabsetzung oder der Verhinderung der starken, vorübergehenden Zunahme der Durchlässigkeit der erregbaren Membranen für Natrium (Na+), die normalerweise durch leichte Depolarisierung der Membran verursacht wird. Dies führt zur anästhetischen Wirkung. Während sich die Wirkung des Anästhetikums im Nerv allmählich ausbreitet, steigt die Schwelle für die elektrische Erregbarkeit allmählich an, die Anstiegsrate des Aktionspotentials verringert sich und die Reizleitung wird verlangsamt. Die pKa von Articain wurde auf 7,8 geschätzt.
Epinephrin ist ein Vasokonstriktor und wirkt direkt sowohl auf die α- und β-adrenergen Rezeptoren, wobei die β-adrenerge Effekt überwiegt. Epinephrin verlängert die Wirkdauer von Articain und reduziert das Risiko einer übermäßigen Aufnahme von Articain in den Blutkreislauf.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit: Bei Artinibsa 40 mg/ml + 10 Mikrogramm /ml Injektionslösung erfolgt der Wirkungseintritt innerhalb von 1,5 bis 1,8 min bei Infiltration und innerhalb von 1,4 bis 3,6 min bei Nervenblockade.
Bei der Anästhesie mit Articain 40 mg/ml mit Epinephrin 1:100.000 hält die Betäubung der Zahnpulpa 60 bis 75 Minuten an, während die Betäubung des Weichgewebes 180 bis 360 min anhält.
Bei der Anästhesie mit Articain 40 mg/ml mit Epinephrin 1:200.000 hält die Betäubung der Zahnpulpa 45 bis 75 Minuten an, während die Betäubung des Weichgewebes 120 bis 300 min anhält.
Es konnte kein Unterschied in den pharmakodynamischen Eigenschaften zwischen erwachsenen Patienten und Kindern und Jugendlichen festgestellt werden.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
- Articain
Resorption:
In drei veröffentlichten klinischen Studien, in denen das pharmakokinetische Profil der Kombination von Articainhydrochlorid 40 mg/ml mit Epinephrin 10 oder 5 Mikrogramm/ml beschrieben wurde, liegen die Tmax-Werte zwischen 10 und 12 Minuten und die Cmax-Werte zwischen 400 und 2.100 ng/ml. In klinischen Studien an Kindern war Cmax bei 1.382 ng/ml und Tmax bei 7,78 min nachdem eine Dosis von 2 mg/kg Körpergewicht verabreicht worden war.
Verteilung:
Articain bindet stark an menschliches Serumalbumin (68,5 – 80,8 %) sowie an ∝/β-Globuline (62,5-73,4 %). Die Bindung an γ-Globuline (8,6%-23,7 %) war viel geringer. Der Zusatz des Vasokonstriktors Epinephrin zu Articain verzögert den Übergang in den systemischen Blutkreislauf und gewährleistet somit die längere Aufrechterhaltung einer wirksamen Gewebekonzentration von Articain. Das Verteilungsvolumen im Plasma betrug ca. 4 l/kg.
Biotransformation:
Articain unterliegt der Hydrolyse seiner Carboxylgruppe durch unspezifische Esterasen in Gewebe und Blut. Da diese Hydrolyse sehr schnell abläuft, wird ein Anteil von ca. 90% des Articains auf diese Weise inaktiviert. Articain wird zusätzlich in den Lebermikrosomen metabolisiert. Das Hauptprodukt des Cytochrom P450-induzierten Metabolismus von Articain ist Articainsäure, die weiter zu Articainsäureglucoronid metabolisiert wird.
Elimination:
Nach dentaler Injektion beträgt die Plasmahalbwertszeit von Articain ca. 20-40 min. In einer klinischen Studie wurde festgestellt, dass Plasmakonzentrationen von Articain und Articainsäure nach submuköser Injektion rasch abnahmen. Sehr geringe Mengen Articain konnten 12 bis 24 Stunden nach erfolgter Injektion im Plasma nachgewiesen werden. Mehr als 50 % der Dosis wurden über den Urin ausgeschieden, 95 % als Articainsäure innerhalb von 8 Stunden nach Verabreichung. Innerhalb von 24 Stunden wurde ca. 57 % (68 mg) und 53 % (204 mg) der Dosis über den Urin ausgeschieden. Die renale Elimination des unveränderten Articains machte nur etwa 2 % der Gesamtelimination aus.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, chronischen Toxizität, Reproduktionstoxizität und Genotoxizität lassen die präklinischen Daten für therapeutische Dosen keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
In supratherapeutischen Dosen besitzt Articain kardiodepressive Eigenschaften und kann vasodilatorische Wirkungen hervorrufen.
Epinephrin zeigt sympathomimetische Effekte.
Subkutane Injektionen von Articain in Kombination mit Epinephrin induzierten Nebenwirkungen ab 50 mg/kg/Tag bei Ratten und ab 80 mg/kg/Tag bei Hunden nach 4 Wochen täglicher wiederholter Verabreichung. Diese Befunde sind jedoch für den klinischen Einsatz als Akutverabreichung wenig relevant.
In Embryotoxizitätsstudien mit Articain wurde bei Anwendung täglicher i.v. Dosen von bis zu 20 mg/kg bei Ratten und 12,5 mg/kg bei Kaninchen keine Zunahme fetaler Mortalität oder Missbildungen beobachtet.
Teratogenität wurde bei Tieren, die mit Adrenalin behandelt wurden, nur bei Expositionen beobachtet, die als ausreichend über der maximalen menschlichen Exposition liegend angesehen werden, was auf eine geringe Relevanz für die klinische Anwendung hindeutet.
Reproduktionstoxizitätsstudien mit Articain 40 mg/ml + Adrenalin 10 Mikrogramm/ml, die subkutan in Dosen bis zu 80 mg/kg/Tag verabreicht wurden, zeigten keine negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit, die embryonale/fötale Entwicklung oder die prä- und postnatale Entwicklung.
In In-vitro- und In-vivo-Studien mit Articain allein oder in einer In-vivo-Studie mit Articain in Kombination mit Adrenalin wurde keine genotoxische Wirkung beobachtet. Aus In-vitro- und In-vivo-Genotoxizitätsstudien mit Adrenalin wurden widersprüchliche Ergebnisse gewonnen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriummetabisulfit (E223)
Natriumchlorid
Zitronensäure-Monohydrat
Salzsäure (zur pH-Wert Einstellung)
Natriumhydroxid (zur pH-Wert Einstellung)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien vorliegen, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
2 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 30ºC lagern.
Die Patrone im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Die Patrone besteht aus farblosem Typ I Glas.
Der Kolben ist aus Bromobutylgummi.
Aluminiumkappe mit Bromobutyldichtung.
Packung mit 50 Patronen zu je 1,8 ml mit einem Flachkolben zur Selbstaspiration. Packung mit 50 Patronen zu je 1,8 ml mit einem Hohlraumkolben zur manuellen Aspiration. Packung mit 100 Patronen zu je 1,8 ml mit einem Flachkolben zur Selbstaspiration. Packung mit 100 Patronen zu je 1,8 ml mit einem Hohlraumkolben zur manuellen Aspiration.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur
Handhabung
Um das Risiko einer Infektion (zum Beispiel Hepatitis-Übertragung) zu vermeiden, müssen die Spritzen und Kanülen zum Aufziehen der Lösung immer frisch und steril sein.
Dieses Arzneimittel darf nicht angewendet werden, wenn die Lösung trüb oder verfärbt ist. Die Patronen sind nur zur einmaligen Anwendung bestimmt. Wenn nur ein Teil der Injektionslösung verwendet wird, ist nicht verwendete Injektionslösung zu verwerfen.
Sofort nach dem Öffnen der Patrone verwenden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Laboratorios Inibsa, S.A.
Ctra. Sabadell a Granollers, km 14,5
08185 Lliçà de Vall (Barcelona)
Spanien
8. ZULASSUNGSNUMMER(N)
Z.Nr.:
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung:
10. STAND DER INFORMATION
04.2025
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig.
