Fachinformation - Meldonium Dihydrat Grindeks 500 mg Hartkapseln
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Meldonium Dihydrat Grindeks 500 mg Hartkapseln
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Hartkapsel enthält 500 mg Meldonium Dihydrat (entsprechend 401,14 mg Meldonium).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Hartkapsel
Hartkapsel (Länge 23,3 mm) mit weißem Kapselunterteil und Kapseloberteil.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Adjuvante Behandlung einer leichten chronischen Herzinsuffizienz bei Erwachsenen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Erwachsene
Die übliche Tagesdosis beträgt 500–1000 mg (1–2 Kapseln) Meldonium Dihydrat. Eine Tagesdosis von 1000 mg kann in zwei Einzeldosen aufgeteilt werden. Die maximale Tagesdosis beträgt 1000 mg. Die Behandlungsdauer liegt zwischen 4 und 6 Wochen.
Ältere Patienten
Es liegen keine speziellen Empfehlungen zur Anwendung bei dieser Altersgruppe vor. Ältere Patienten mit Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen benötigen möglicherweise geringere Dosen (siehe Abschnitt 4.4).
Patienten mit Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen
Da das Arzneimittel über die Nieren ausgeschieden wird, sollen die Dosen bei Patienten mit Nieren- und Patienten mit Lebererkrankungen reduziert werden (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und Jugendliche
Aufgrund mangelnder Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit wird die Anwendung dieses Arzneimittels bei Kindern nicht empfohlen.
Art der Anwendung
Zur oralen Anwendung. Die Kapseln werden unzerkaut mit Wasser eingenommen. Aufgrund der potenziell stimulierenden Wirkung ist es ratsam, Meldonium morgens einzunehmen. Das Arzneimittel kann mit Nahrung eingenommen werden, um gastrointestinale Störungen zu vermeiden.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Patienten mit chronischen Leber- und Nierenerkrankungen sollen dieses Arzneimittel vorsichtig anwenden, da keine Studien zu den Wirkungen bei Patienten mit erhöhtem Risiko durchgeführt wurden.
Die Anwendung des Arzneimittels Meldonium Dihydrat Grindeks kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
Kinder und Jugendliche
Es liegen keine klinischen Daten zur Sicherheit von Meldonium bei Kindern vor, daher wird die Anwendung bei Kindern nicht empfohlen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Meldonium kann zusammen mit anderen kardiovaskulären Arzneimitteln, wie Antianginosa,
Antikoagulanzien, Antiarrhythmika, Diuretika, Herzglykosiden usw., angewendet werden. − Meldonium kann die Wirkung einiger kardiovaskulärer Arzneimittel, wie z. B. Nitroglycerin,
Nifedipin, Betablocker, Antihypertensiva und periphere Vasodilatatoren, verstärken. Dies ist zu berücksichtigen, wenn diese Arzneimittel gleichzeitig angewendet werden. Möglicherweise müssen die Dosen reduziert werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Es liegen keine klinischen Daten zur Sicherheit des Arzneimittels während der Schwangerschaft vor. Die Anwendung von Meldonium während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, um mögliche unerwünschte Wirkungen auf den Organismus der Mutter und des Fetus zu verhindern.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Meldonium / Metabolite in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für Neugeborene / Kind kann nicht ausgeschlossen werden.
Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Meldonium verzichtet werden soll/ die Behandlung mit Meldonium zu unterbrechen ist. Dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden.
Fertilität
Es liegen keine Daten über die Wirkung von Meldonium auf die menschliche Fertilität vor (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen
Es sind keine Fälle von negativen Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen bekannt.
4.8 Nebenwirkungen
Die Häufigkeit der Nebenwirkungen ist definiert wie folgt: Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Nicht bekannt: Eosinophilie.
Erkrankungen des Immunsystems
Häufig: allergische Reaktionen (Hautrötung, Hautausschlag, Juckreiz, Schwellung).
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerzen.
Nicht bekannt: Agitiertheit.
Herzerkrankungen
Sehr selten: Tachykardie.
Gefäßerkrankungen
Sehr selten: Hypotonie.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Verdauungsstörungen (Magenbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, bitterer Geschmack im Mund).
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Nicht bekannt: allgemeine Schwäche.
Die zugrundeliegende Erkrankung und die Begleiterkrankungen können weitere Nebenwirkungen verursachen (Proteinurie, granulierte Zylinder im Urinsediment, Leberfunktionsstörung aufgrund ungeeigneter Ernährung, Stimmungsschwankungen); ein Zusammenhang zwischen diesen Wirkungen und der Anwendung von Meldonium ist kaum herstellbar. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 Wien
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es liegen keine Daten zu Überdosierung beim Menschen vor. Die Toxizität des Arzneimittels ist gering und führt nicht zu unerwünschten Wirkungen, die die Gesundheit des Patienten gefährden könnten. Wenn der arterielle Druck erheblich vom Normalwert abweicht, sollen Arzneimittel, die den arteriellen Blutdruck regulieren, eingesetzt werden.
5 PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Herzmittel, ATC-Code: C01EB22
Meldonium ist ein strukturelles Analogon einer Vorstufe von Carnitin – γ-Butyrobetain (GBB), bei dem ein Kohlenstoffatom durch ein Stickstoffatom ersetzt ist.
Meldonium hemmt die Aktivität der Butyrobetain-Hydroxylase; dies bewirkt eine Verringerung der Biosynthese von Carnitin und des Transports von langkettigen Fettsäuren durch Zellmembranen. Es verhindert die Akkumulation der Metaboliten von langkettigen Fettsäuren – Acyl-CoA und Acylcarnitin – in Zellen und vermindert so ihre unerwünschten Wirkungen. Im Falle einer Ischämie aktiviert Meldonium die anaerobe Glykolyse, stimuliert Produktion und Transport von ATP und stellt das Gleichgewicht zwischen Sauerstoffzufuhr und -verbrauch wieder her.
Bei verstärkter Belastung findet in der Zelle eines gesunden Organismus infolge des intensiven Energieverbrauchs eine vorübergehende Abnahme des Gehalts an Fettsäuren statt. Dies aktiviert den Metabolismus der Fettsäuren, insbesondere die Synthese von Carnitin. Es ist offensichtlich, dass die Biosynthese von Carnitin von der Carnitin-Konzentration im Blutplasma und von der Belastung abhängig ist, die Konzentration der Vorstufen von Carnitin in der Zelle hat jedoch darauf keinen Einfluss. Meldonium hemmt die Umwandlung von GBB zu Carnitin und verringert so dessen Konzentration im Blut und aktiviert somit die Synthese der Vorstufen von Carnitin, d. h. von GBB. Wenn die Konzentration von Meldonium abnimmt, wird die Biosynthese von Carnitin wieder aufgenommen und die Konzentration der Fettsäuren in der Zelle wird wieder normal. Auf diese Weise werden die Zellen regelmäßig trainiert und werden stimuliert zu überleben, wenn bei verstärkter Belastung die Konzentration der Fettsäuren gering ist; und wenn die Belastung zurückgeht, wird der Gehalt an Fettsäuren rasch wiederhergestellt. Durch Meldonium „trainierte“ Zellen überleben Bedingungen einer realen Überbelastung, während „untrainierte“ Zellen unter den gleichen Bedingungen absterben.
Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System
Es wurde nachgewiesen, dass Meldonium die Durchblutung, das linksventrikuläre Volumen und das Herzleistung erhöht und den Venendruck fast nicht beeinflusst oder ihn verringert. Diese Befunde zeigen die positive Wirkung von Meldonium auf die Kontraktilität des Herzmuskels. Im Falle einer Ischämie verringert Meldonium die negative Wirkung der Hypoxie auf den Herzmuskel. Es wurde festgestellt, dass Meldonium den infarzierten Myokardbereich verkleinert. Das Arzneimittel trägt außerdem dazu bei, Arrhythmien wie Kammerflimmern zu verhindern.
Chronische Herzinsuffizienz
Die Untersuchung zur Wirkung der Behandlung mit Meldonium bei durch KHK verursachter chronischer Herzinsuffizienz basierte auf einer großen Anzahl klinischer Studien. Die Daten zeigen, dass das Arzneimittel die Toleranz der Herzinsuffizienz-Patienten gegenüber körperlicher Anstrengung und der Intensität der körperlichen Belastung erhöht. Die Wirksamkeit des Arzneimittels bei der Behandlung einer durchschnittlichen Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse II) wurde in kardiologischen Instituten in Lettland und in Tomsk getrennt untersucht. Nach der Behandlung mit Meldonium wurden 59–78 % der Patienten mit diagnostizierter Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse II wieder in die NYHA-I-Klasse eingestuft. Es wurde festgestellt, dass Meldonium die Inotropie des Herzmuskels verstärkt und die Toleranz gegenüber körperlicher Arbeit steigert, die Lebensqualität der Patienten verbessert und keine schweren Nebenwirkungen verursacht. Es wurde jedoch beobachtet, dass Meldonium eine mittelgradige Hypotonie, allergische Hautreaktionen, Kopfschmerzen und Beschwerden im Brustkorb hervorrufen kann.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Die Resorptions- und Exkretionskinetik von Meldonium wurde in experimentellen Tierstudien mit oralen, i.p. und i.v. Gaben des Wirkstoffs, der ein radioaktives Kohlenstoffisotop (14C) enthielt, untersucht. Die Bioverfügbarkeit des Arzneimittels bei oraler Anwendung betrug 78 %. Die Nahrungsaufnahme verzögerte bei einer oralen Einzeldosis von 400 mg die Tmax, aber beeinflusste nicht die Cmax und AUC.
Verteilung
Die Konzentration von Meldonium im Blutplasma erreichte 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme ihr Maximum (Cmax). Es wurde festgestellt, dass die beobachteten Cmax und Fläche unter der Zeit-Konzentrations-Kurve (AUC) von Meldonium proportional zur Dosis steigen.
Biotransformation
Experimentelle Studien haben gezeigt, dass Meldonium im Organismus von Tieren Biotransformationen unterliegt.
Das Arzneimittel wird überwiegend in der Leber metabolisiert. Es wurden keine Informationen über den Metabolismus beim Menschen publiziert.
Elimination
Die renale Exkretion spielt bei der Elimination von Meldonium und seinen Metaboliten eine wesentliche Rolle. Auf den Eliminationskurven der radioaktiven Arzneimittel sind zwei Phasen zu erkennen, und zwar eine schnelle α- und eine langsame β-Phase, die wahrscheinlich mit der unterschiedlichen Kinetik von Meldonium und seinen Metaboliten in Zusammenhang stehen. Bei Kaninchen betrug nach oraler Gabe die Eliminationshalbwertszeit in der α-Phase (t1/2α) 2,1 Stunden und in der β-Phase (t1/2β) 21 Stunden; nach i.v. Gabe waren es 0,7 bzw. 14,8 Stunden. Bei Hunden betrug nach i.v. Anwendung t1/2α 1,3 und t1/2β 14,3 Stunden.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Studien zur Bewertung der Umweltrisiken zeigten, dass Meldonium ein Risiko für aquatische Ökosysteme darstellen kann.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Kapselinhalt
Kartoffelstärke, getrocknet
Siliciumdioxid
Calciumstearat
Kapselhülle
Titandioxid (E 171)
Gelatine
6.2. Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
4 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25°C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
PVC/PVdC//Aluminium-Blisterpackungen mit 20 oder 60 Hartkapseln. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Dieses Arzneimittel kann ein Risiko für die Umwelt darstellen (siehe Abschnitt 5.3). Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
AS GRINDEKS.
Krustpils iela 53
Rīga, LV-1057, Lettland
Tel.: + 371 67083205
E-Mail: grindeks@grindeks.com
8. ZULASSUNGSNUMMER
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung:
10. STAND DER INFORMATION
12/2025
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten.
