Fachinformation - Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare 400 mg Filmtabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare 400 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Filmtablette enthält 684 mg Ibuprofen-Lysin, entsprechend 400 mg Ibuprofen.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette.
Weiße bis cremefarbene, kapselförmige Filmtabletten, mit der Prägung „S5“ auf der einen Seite und glatt auf der anderen Seite.
Länge ungefähr 19 mm und Breite ungefähr 8,7 mm.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Kurzzeitige symptomatische Behandlung von
- leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen, Regelschmerzen, Zahnschmerzen, − akuten Migränekopfschmerzen mit oder ohne Aura,
- Fieber.
Angezeigt bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 40 kg Körpergewicht (ab 12 Jahren).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Nur zur kurzzeitigen Anwendung.
Nebenwirkungen können minimiert werden, indem die zur Symptomkontrolle erforderliche niedrigste wirksame Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum angewendet wird (siehe Abschnitt 4.4).
Erwachsene und Jugendliche ab 40 kg Körpergewicht (ab 12 Jahren)
Die Anfangsdosis beträgt 400 mg Ibuprofen.
Falls notwendig, können weitere Dosen von 400 mg Ibuprofen eingenommen werden. Das jeweilige Dosierungsintervall richtet sich nach der Symptomatik und der maximalen empfohlenen Tagesgesamtdosis. Es darf 6 Stunden nicht unterschreiten. Eine Gesamtdosis von 1200 mg Ibuprofen in einem Zeitraum von 24 Stunden darf nicht überschritten werden.
Bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren ist ein Arzt aufzusuchen, wenn die Behandlung für mehr als 3 Tage erforderlich ist oder sich die Symptome verschlimmern.
Bei Erwachsenen wird empfohlen einen Arzt aufzusuchen, wenn die Behandlung für mehr als 3 Tage bei Migränekopfschmerzen oder Fieber bzw. für mehr als 4 Tage bei Schmerzen erforderlich ist oder sich die Symptome verschlimmern.
Patienten mit einem empfindlichen Magen wird empfohlen, Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare zusammen mit einer Mahlzeit einzunehmen.
Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten
Es ist keine spezielle Dosisanpassung erforderlich. Wegen des möglichen Nebenwirkungsprofils (siehe Abschnitt 4.4) sind ältere Menschen besonders sorgfältig zu überwachen.
Eingeschränkte Nierenfunktion
Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Nierenfunktion ist keine Dosisreduktion erforderlich (Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz, siehe Abschnitt 4.3).
Eingeschränkte Leberfunktion
Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Leberfunktion ist keine Dosisreduktion erforderlich (Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung siehe Abschnitt 4.3).
Kinder und Jugendliche
Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare ist nicht für die Anwendung bei Jugendlichen unter 40 kg Körpergewicht oder Kindern unter 12 Jahren bestimmt.
Art der Anwendung
Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare ist zum Einnehmen bestimmt.
Die Tabletten sind unzerkaut mit einem Glas Wasser zu schlucken.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile
Überempfindlichkeitsreaktionen in der Anamnese (z. B. Bronchospasmus, Asthma, Rhinitis,
Angioödem oder Urtikaria) im Zusammenhang mit Acetylsalicylsäure oder anderen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR),
- gastrointestinale Blutung oder Perforation in der Anamnese im Zusammenhang mit einer vorherigen NSAR-Therapie
bestehende oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretene peptische Ulzera oder
Hämorraghien (mindestens 2 unterschiedliche Episoden nachgewiesener Ulzeration oder Blutung) - schwere Leberinsuffizienz, schwere Niereninsuffizienz oder schwere Herzinsuffizienz (NYHA-
Klasse IV)
- im dritten Trimester der Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)
- cerebrovaskuläre oder andere aktive Blutungen,
- ungeklärte Blutbildungsstörungen
schwere Dehydratation (verursacht z.B. durch Erbrechen, Durchfall oder unzureichende
Flüssigkeitsaufnahme)
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Nebenwirkungen können minimiert werden, indem die zur Symptomkontrolle erforderliche niedrigste wirksame Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum angewendet wird (siehe Abschnitt 4.2 und „Kardiovaskuläre und cerebrovaskuläre Wirkungen“ und „Gastrointestinale Wirkungen“ weiter unten).
Vorsicht ist geboten bei Patienten:
- mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) oder Mischkollagenose (siehe Abschnitt 4.8). - mit angeborener Störung des Porphyrinstoffwechsels (z.B. akute intermittierende Porphyrie). - mit Magen-Darm-Erkrankungen und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn).
- mit Hypertonie und/oder Herzinsuffizienz.
- mit Nierenfunktionsstörungen.
- mit eingeschränkter Leberfunktion.
- direkt nach größeren chirurgischen Eingriffen.
- mit Dehydratation.
- die Überempfindlichkeitsreaktionen oder allergische Reaktionen auf andere Substanzen haben, da für sie bei der Einnahme von Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen besteht.
- die an Heuschnupfen, Nasenpolypen oder chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen leiden, da für sie ein erhöhtes Risiko für das Auftreten allergischer Reaktionen besteht. Diese können sich äußern als Asthmaanfälle (sogenanntes Analgetika-Asthma), Quincke-Ödem oder Urtikaria.
Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock) werden sehr selten beobachtet. Bei ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion nach der Einnahme von Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare muss die Therapie abgebrochen werden. Der Symptomatik entsprechende, medizinisch erforderliche Maßnahmen müssen durch fachkundige Personen eingeleitet werden.
Atemwege
Bei Patienten, die an Bronchialasthma oder allergischen Erkrankungen leiden bzw. gelitten haben, können Bronchospasmen auftreten.
Kardiovaskuläre und cerebrovaskuläre Wirkungen
Bei Patienten mit Bluthochdruck und/oder Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte ist vor Beginn der Behandlung Vorsicht geboten (Rücksprache mit Arzt oder Apotheker), da Flüssigkeitsretention, Bluthochdruck und Ödeme im Zusammenhang mit der NSAR-Behandlung berichtet wurden.
Klinische Studien weisen darauf hin, dass die Anwendung von Ibuprofen insbesondere in hohen Dosen (2400 mg/Tag) möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko arterieller thrombotischer Ereignisse (zum Beispiel Myokardinfarkt oder Schlaganfall) assoziiert ist. Insgesamt weisen epidemiologische Studien nicht darauf hin, dass Ibuprofen in niedrigen Dosen (z. B. ≤1200 mg/Tag) mit einem erhöhten Risiko arterieller thrombotischer Ereignisse assoziiert ist.
Bei Patienten mit unkontrollierter Hypertonie, Herzinsuffizienz (NYHA II-III), bestehender ischämischer Herzkrankheit, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und/oder cerebrovaskulärer Erkrankung ist Ibuprofen nur nach sorgfältiger Abwägung anzuwenden und hohe Dosen (2400 mg/Tag) sind zu vermeiden. Eine sorgfältige Abwägung muss auch vor Beginn einer Langzeitbehandlung von Patienten mit Risikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse (z. B. Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) stattfinden, insbesondere wenn hohe Dosen von Ibuprofen (2400 mg/Tag) erforderlich sind.
Bei mit Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare behandelten Patienten wurden Fälle von Kounis-Syndrom berichtet. Das Kounis-Syndrom umfasst kardiovaskuläre Symptome infolge einer allergischen Reaktion oder Überempfindlichkeitsreaktion mit einer Verengung der Koronararterien und kann potenziell zu einem Myokardinfarkt führen.
Gastrointestinale Wirkungen
Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare mit NSAR, einschließlich selektiver Cyclooxygenase-2-Hemmer, ist zu vermeiden.
Gastrointestinale Blutungen, Ulzerationen und Perforationen
Gastrointestinale Blutungen, Ulzerationen und Perforationen, die tödlich verlaufen können, wurden im Zusammenhang mit allen NSAR berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warnsymptome oder gastrointestinale Ereignisse in der Anamnese zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf.
Das Risiko gastrointestinaler Blutungen, Ulzerationen und Perforationen ist höher mit steigender NSAR-Dosis, bei Patienten mit Ulkusanamnese, insbesondere mit den Komplikationen Blutung oder Perforation (siehe Abschnitt 4.3) und bei älteren Patienten. Diese Patienten sollen die Behandlung mit der niedrigsten verfügbaren Dosis beginnen.
Für diese Patienten sowie für Patienten, die eine begleitende Therapie mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure oder anderen Arzneimitteln, die das gastrointestinale Risiko erhöhen können, benötigen, ist eine gleichzeitige Anwendung von protektiven Arzneimitteln (z. B. Misoprostol oder Protonenpumpenhemmer) in Betracht zu ziehen (siehe Abschnitt 4.5).
Patienten mit einer Anamnese gastrointestinaler Toxizität, insbesondere in höherem Alter, sind jegliche ungewöhnliche Symptome im Bauchraum (vor allem gastrointestinale Blutungen) insbesondere am Anfang der Therapie zu melden.
Vorsicht ist angeraten, bei Patienten, die gleichzeitig Arzneimittel anwenden, die das Risiko für Ulzera oder Blutungen erhöhen können, wie z.B. orale Kortikosteroide, Antikoagulantien wie Warfarin, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure (siehe Abschnitt 4.5).
Wenn während der Einnahme von Ibuprofen eine gastrointestinale Blutung oder Ulzeration auftritt, muss die Behandlung abgebrochen werden.
NSAR sind bei Patienten mit einer gastrointestinalen Erkrankung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) in der Vorgeschichte mit Vorsicht anzuwenden, da sich diese Erkrankungen verschlimmern können (siehe Abschnitt 4.8).
Ältere Personen
Bei älteren Patienten kommt es häufiger zu Nebenwirkungen mit NSAR, vor allem zu gastrointestinalen Blutungen und Perforationen, die tödlich verlaufen können (siehe Abschnitt 4.2).
Schwere kutane Nebenwirkungen (SCARs)
Schwere kutane Nebenwirkungen (SCARs) einschließlich exfoliativer Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN), Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom) und akuter generalisierter exanthematischer Pustulose (AGEP), die lebensbedrohlich oder tödlich sein können, wurden im Zusammenhang mit der Anwendung von Ibuprofen berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die meisten dieser Reaktionen traten innerhalb des ersten Monats auf. Wenn Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Reaktionen hinweisen, ist Ibuprofen sofort abzusetzen und eine angemessene alternative Behandlung in Betracht zu ziehen.
In Ausnahmefällen kann es zu einem Auftreten von schweren Hautinfektionen und Weichteilkomplikationen während einer Varizelleninfektion kommen. Es wird empfohlen, die Einnahme von Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare während einer Varizelleninfektion zu vermeiden. Maskierung der Symptome der zugrunde liegenden Infektionen
Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare kann Infektionssymptome maskieren, was zu einem verspäteten Einleiten einer geeigneten Behandlung und damit zur Verschlechterung der Infektion führen kann. Dies wurde bei bakteriellen, ambulant erworbenen Pneumonien und bakteriell verursachten Komplikationen bei Varizellen beobachtet. Wenn Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare zur Behandlung von Fieber oder Schmerzen im Zusammenhang mit einer Infektion angewendet wird, wird eine Überwachung der Infektion empfohlen. Ambulant behandelte Patienten müssen einen Arzt konsultieren, falls die Symptome anhalten oder sich verschlimmern.
Zusätzliche Informationen
Ibuprofen kann vorübergehend die Blutplättchenfunktion (Thrombozytenaggregation) hemmen. Patienten mit Gerinnungsstörungen sind daher sorgfältig zu überwachen.
Bei einer länger dauernden Anwendung von Ibuprofen ist eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte, der Nierenfunktion sowie des Blutbildes erforderlich.
Aseptische Meningitis:
Aseptische Meningitis wurde in seltenen Fällen bei Patienten unter Ibuprofen-Therapie beobachtet. Obwohl diese wahrscheinlicher bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes und verwandten Bindegewebserkrankungen auftritt, wurde sie ebenfalls bei Patienten berichtet, die keine zugrunde liegende chronische Erkrankung haben. Patienten mit Magen-Darm-Problemen, SLE, hämatologischen oder Gerinnungsstörungen und Asthma sind während der NSAR-Behandlung mit Vorsicht zu behandeln und engmaschig zu überwachen, da ihre Erkrankung durch das NSAR verschlimmert werden kann.
Die längere Anwendung jeglicher Art von Schmerzmitteln gegen Kopfschmerzen kann diese verschlimmern. Ist dies der Fall oder wird dies vermutet, ist ärztlicher Rat einzuholen und die Behandlung abzubrechen. Die Diagnose von Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch (Medication Overuse Headache, MOH) ist bei Patienten zu vermuten, die an häufigen oder täglichen Kopfschmerzen leiden, obwohl (oder gerade weil) sie regelmäßig Arzneimittel gegen Kopfschmerzen einnehmen.
Im Allgemeinen kann die gewohnheitsmäßige Einnahme von Analgetika, insbesondere die Kombination mehrerer analgetischer Wirkstoffe, zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen. Dieses Risiko kann bei körperlicher Belastung, die mit Salzverlust und Dehydrierung verbunden ist, erhöht sein.
Die gleichzeitige Einnahme von NSAR mit Alkohol kann zu vermehrten Nebenwirkungen des Arzneimittels führen, insbesondere solchen, die den Gastrointestinaltrakt oder das zentrale Nervensystem betreffen.
Kinder und Jugendliche
Es besteht ein Risiko für Nierenfunktionsstörungen bei dehydrierten Jugendlichen.
Hinweise zu sonstigen Bestandteilen
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d. h., es ist nahezu „natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Acetylsalicylsäure
Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen und Acetylsalicylsäure wird im Allgemeinen aufgrund des Potenzials für vermehrte Nebenwirkungen nicht empfohlen.
Experimentelle Daten weisen darauf hin, dass Ibuprofen die Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicylsäure auf die Thrombozytenaggregation kompetitiv hemmen kann, wenn beide gleichzeitig angewendet werden. Obwohl Unsicherheiten in Bezug auf die Extrapolation dieser Daten auf die klinische Situation bestehen, kann die Möglichkeit, dass eine regelmäßige Langzeitanwendung von Ibuprofen die kardioprotektive Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicylsäure reduzieren kann, nicht ausgeschlossen werden. Bei gelegentlicher Anwendung von Ibuprofen ist eine klinisch relevante Wechselwirkung nicht wahrscheinlich (siehe Abschnitt 5.1).
Andere NSAR einschließlich selektiver Cyclooxygenase-2-Hemmer
Die gleichzeitige Anwendung mit anderen NSAR einschließlich selektiver Cyclooxygenase-2-Hemmer ist zu vermeiden, da die gleichzeitige Anwendung verschiedener NSAR das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen kann.
Antihypertonika (ACE-Hemmer, Betarezeptorenblocker, Angiotensin-II-Antagonisten) und Diuretika NSAR können die Wirkung von diesen Arzneimitteln abschwächen. Bei einigen Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (z.B. dehydrierte Patienten oder ältere Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion) kann die gleichzeitige Einnahme eines ACE-Hemmers, Betarezeptorenblockers und Angiotensin-II-Antagonisten mit Wirkstoffen, die die Cyclooxygenase hemmen, zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion, einschließlich eines möglichen akuten Nierenversagens führen, was gewöhnlich reversibel ist. Daher ist eine solche Kombination vor allem bei älteren Patienten, mit Vorsicht anzuwenden. Patienten sollen ausreichend hydriert sein und eine Überwachung der Nierenfunktion ist in Betracht zu ziehen, sowohl zu Beginn der gleichzeitigen Anwendung als auch regelmäßig danach. Diuretika können das Risiko für die Nierentoxizität von NSAR erhöhen.
Kaliumsparende Diuretika:
Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen und kaliumsparenden Diuretika kann zu einer Hyperkaliämie führen.
CYP2C9-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen und CYP2C9-Inhibitoren kann die Exposition gegenüber Ibuprofen (CYP2C9-Substrat) erhöhen. In einer Studie mit Voriconazol und Fluconazol (CYP2C9-Inhibitoren) wurde eine um etwa 80 – 100 % erhöhte Exposition gegenüber S(+)-Ibuprofen gezeigt. Eine Reduktion der Ibuprofendosis ist in Betracht zu ziehen, wenn gleichzeitig potente CYP2C9-Inhibitoren angewendet werden, insbesondere wenn hohe Dosen von Ibuprofen zusammen mit entweder Voriconazol oder Fluconazol angewendet werden.
Probenecid und Sulfinpyrazon
Arzneimittel, die Probenecid oder Sulfinpyrazon enthalten, können die Ausscheidung von Ibuprofen verzögern.
Digoxin, Phenytoin, Lithium
Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare mit Digoxin-, Phenytoin- oder Lithiumhaltigen Arzneimitteln kann den Serumspiegel dieser Wirkstoffe erhöhen. Eine Kontrolle der Serum-Lithium-Spiegel, der Serum-Digoxin Spiegel und der Serum-Phenytoin Spiegel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung (maximal über 3 oder 4 Tage) in der Regel nicht erforderlich.
Sulfonylharnstoffe
Klinische Untersuchungen haben Wechselwirkungen zwischen nichtsteroidalen Antirheumatika und Antidiabetika (Sulfonylharnstoffen) gezeigt. Es gibt seltene Berichte über Hypoglykämien bei Patienten, die Sulfonylharnstoff-Arzneimittel anwenden und Ibuprofen einnehmen. Als Vorsichtsmaßnahme wird die Kontrolle der Blutzuckerwerte empfohlen.
Antikoagulanzien
Nichtsteroidale Antirheumatika können die Wirkung von Antikoagulanzien wie Warfarin verstärken (siehe Abschnitt 4.4.)
Ciclosporin
Die gleichzeitige Anwendung von NSAR kann das Risiko einer Nephrotoxizität erhöhen. Colestyramin
Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen und Colestyramin verzögert und reduziert (um 25 %) die Resorption von Ibuprofen. Diese Arzneimittel sind in einem Abstand von mindestens 2 Stunden anzuwenden.
Pflanzliche Extrakte
Ginkgo biloba kann das Blutungsrisiko von NSAR erhöhen.
Aminoglykoside
NSAR können die Ausscheidung von Aminoglykosiden verringern.
Ritonavir
Die gleichzeitige Anwendung mit Ritonavir kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen der NSAR führen.
Alkohol, Bisphosphonate und Pentoxifyllin
Können die Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Trakt und das Risiko für Blutungen und Ulzerationen erhöhen.
Baclofen
Erhöhte Baclofen-Toxizität.
Tacrolimus
Mögliches erhöhtes Risiko einer Nephrotoxizität, wenn NSAR gleichzeitig mit Tacrolimus angewendet werden.
Mifepriston
NSAR sind 8-12 Tage nach der Anwendung von Mifepriston nicht anzuwenden, da NSAR die Wirkung von Mifepriston verringern können.
Glucocorticoide
Erhöhtes Risiko gastrointestinaler Ulzera oder Blutungen (siehe Abschnitt 4.4).
Methotrexat
Die Anwendung von Ibuprofen innerhalb von 24 Stunden vor oder nach der Anwendung von Methotrexat kann zu einer erhöhten Konzentration von Methotrexat und einer Zunahme seiner toxischen Wirkung führen.
Thrombozytenaggregationshemmer und selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Erhöhtes Risiko gastrointestinaler Blutungen (siehe Abschnitt 4.4)
Chinolon-Antibiotika
Tierexperimentelle Daten weisen darauf hin, dass NSAR das mit Chinolon-Antibiotika verbundene Risiko für Krampfanfälle erhöhen können. Bei Patienten, die gleichzeitig NSAR und Chinolone einnehmen, kann das Risiko für die Entwicklung von Krampfanfällen erhöht sein.
Zidovudin (Azidothymidin)
Erhöhtes Risiko einer hämatologischen Toxizität bei gleichzeitiger Anwendung von NSAR mit Zidovudin. Es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Hämarthrosen und Hämatome bei HIV-positiven Hämophilie-Patienten, die gleichzeitig mit Zidovudin und Ibuprofen behandelt werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Die Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die embryo-fetale Entwicklung negativ beeinflussen.
Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten sowie kardiale Missbildungen und Gastroschisis nach der Anwendung eines Prostaglandinsynthesehemmers in der Frühschwangerschaft hin. Das absolute Risiko für kardiovaskuläre Missbildungen erhöhte sich von weniger als 1 % auf etwa 1,5 %. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie steigt.
Bei Tieren wurde nachgewiesen, dass die Anwendung eines Prostaglandinsynthesehemmers zu erhöhtem prä- und post-implantärem Verlust und zu embryo-fetaler Letalität führt. Zusätzlich wurden erhöhte Inzidenzen verschiedener Missbildungen, einschließlich kardiovaskulärer Missbildungen, bei Tieren berichtet, die während der Phase der Organogenese einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten (siehe Abschnitt 5.3). Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann die Anwendung von Ibuprofen ein durch eine fetale Nierenfunktionsstörung ausgelöstes Oligohydramnion verursachen. Dies kann kurz nach Beginn der Behandlung auftreten und ist in der Regel nach Absetzen der Behandlung reversibel. Zusätzlich wurden Fälle berichtet, bei denen nach der Behandlung im zweiten Schwangerschaftstrimenon eine Verengung des Ductus arteriosus auftrat, wobei sich diese in den meisten Fällen nach dem Absetzen der Behandlung zurückgebildet hat. Somit ist Ibuprofen während des ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittels nur einzunehmen, wenn dies unbedingt erforderlich ist. Falls Ibuprofen von einer Frau angewendet wird, die versucht schwanger zu werden oder wenn es während des ersten und zweiten Schwangerschaftstrimesters angewendet wird, ist die Dosis so niedrig und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich zu halten. Nach einer mehrtägigen Einnahme/Anwendung von Ibuprofen ab der 20. Schwangerschaftswoche sollte eine pränatale Überwachung hinsichtlich eines Oligohydramnions und einer Verengung des Ductus arteriosus in Betracht gezogen werden. Ibuprofen sollte abgesetzt werden, wenn ein Oligohydramnion oder eine Verengung des Ductus arteriosus festgestellt wird.
Während des dritten Trimesters der Schwangerschaft können alle Prostaglandinsynthesehemmer:
den Fetus Folgendem aussetzen:
- kardiopulmonale Toxizität (vorzeitige Verengung/vorzeitiger Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonale Hypertonie)
- Nierenfunktionsstörung (siehe oben)
die Mutter und das Neugeborene am Ende der Schwangerschaft Folgendem aussetzen:
mögliche Verlängerung der Blutungszeit, ein thrombozyten-aggregationshemmender
Effekt, der selbst bei sehr geringen Dosen auftreten kann
Hemmung von Uteruskontraktionen, mit der Folge eines verspäteten oder verlängerten
Geburtsvorganges
Daher ist Ibuprofen während des dritten Schwangerschaftsdrittels kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3 und 5.3).
Stillzeit
Ibuprofen wird in geringem Maße in die Muttermilch ausgeschieden. Stillen ist mit Ibuprofen möglich, wenn die Dosis niedrig und die Behandlungsdauer kurz ist.
Fertilität
Es gibt Hinweise darauf, dass Arzneimittel, die die Cyclooxygenase/Prostaglandinsynthese hemmen, die weibliche Fertilität über eine Wirkung auf die Ovulation beeinträchtigen können. Dies ist nach dem Absetzen der Therapie reversibel.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen
Ibuprofen hat generell keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Da jedoch bei der Anwendung in höherer Dosierung zentralnervöse Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Schwindel auftreten können, kann im Einzelfall die Reaktionsfähigkeit und die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
4.8 Nebenwirkungen
Die folgende Auflistung der Nebenwirkungen umfasst alle bekannt gewordenen Nebenwirkungen unter der Behandlung mit Ibuprofen, auch solche unter hoch dosierter Langzeittherapie bei Rheumapatienten. Die Häufigkeitsangaben, die über sehr seltene Meldungen hinausgehen, beziehen sich auf die kurzzeitige Anwendung von Tagesdosen bis zu 1200 mg Ibuprofen für orale Darreichungsformen und bis zu 1800 mg für Zäpfchen.
Die aufgelisteten Nebenwirkungen sind überwiegend dosisabhängig und zwischen Patienten variabel.
Ödeme, Hypertonie und Herzinsuffizienz traten in Verbindung mit NSAR-Therapie auf.
Klinische Studien weisen darauf hin, dass die Anwendung von Ibuprofen insbesondere in hohen Dosen (2400 mg/Tag) möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko arterieller thrombotischer Ereignisse (zum Beispiel Myokardinfarkt oder Schlaganfall) assoziiert ist (siehe Abschnitt 4.4).
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
| Sehr häufig | ≥ 1/10 |
| Häufig | ≥ 1/100, < 1/10 |
| Gelegentlich | ≥ 1/1 000, < 1/100 |
| Selten | ≥ 1/10 000, < 1/1 000 |
| Sehr selten | < 1/10 000 |
| Nicht bekannt | Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar |
| Systemorganklassen | Häufigkeit | Nebenwirkungen |
Infektionen und parasitäre Erkrankungen | Sehr selten | Eine Verschlechterung infektionsbedingter Entzündungen (z. B. Entwicklung einer nekrotisierenden Fasziitis) wurde im zeitlichen Zusammenhang mit der systemischen Anwendung von nichtsteroidalen Antirheumatika beschrieben. Dies steht möglicherweise im Zusammenhang mit dem Wirkmechanismus der nichtsteroidalen Antirheumatika. Wenn während der Einnahme von Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare Anzeichen einer Infektion neu auftreten oder sich verschlimmern, wird dem Patienten empfohlen, unverzüglich den Arzt aufzusuchen. Es ist zu prüfen, ob die Indikation für eine antiinfektiöse/antibiotische Therapie vorliegt. Unter der Anwendung von Ibuprofen wurden Symptome einer aseptischen Meningitis mit Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder Bewusstseinstrübung beobachtet. Prädisponiert scheinen |
| Patienten mit Autoimmunerkrankungen (SLE, Mischkollagenosen) zu sein. | ||
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems | Sehr selten | Hämatopoetische Störungen (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie, Agranulozytose). Erste Anzeichen sind: Fieber, Halsschmerzen, oberflächliche Wunden im Mund, grippeartige Beschwerden, schwere Erschöpfung, Nasen- und Hautblutungen und blaue Flecken. |
| Erkrankungen des Immunsystems | Gelegentlich | Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag und Juckreiz, sowie Asthmaanfällen (ggf. mit Blutdruckabfall). Der Patient ist anzuweisen, in diesem Fall umgehend einen Arzt zu informieren, und Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare nicht mehr einzunehmen. |
| Sehr selten | Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen. Diese können sich als Schwellung des Gesichts, der Zunge und des Rachens, Atemnot, Tachykardie und Blutdruckabfall bis zu lebensbedrohlichem Schock äußern | |
| Psychiatrische Erkrankungen | Sehr selten | Psychotische Reaktionen, Depressionen |
| Erkrankungen des Nervensystems | Gelegentlich | Zentralnervöse Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Insomnie, Agitation, Reizbarkeit oder Müdigkeit |
| Augenerkrankungen | Gelegentlich | Sehstörungen. In diesem Fall ist der Patient anzuweisen, unverzüglich den Arzt zu informieren und die Anwendung von Ibuprofen abzubrechen. |
| Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths | Selten | Tinnitus, Hörverlust |
| Herzerkrankungen | Sehr selten | Palpitationen, Herzinsuffizienz und Herzinfarkt |
| Nicht bekannt | Kounis-Syndrom | |
| Gefäßerkrankungen | Sehr selten | Arterielle Hypertonie, Vaskulitis |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | Sehr selten | Asthma, Dyspnoe, Bronchospasmus |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Häufig | Gastrointestinale Symptome wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Flatulenz, Diarrhö, Obstipation und geringfügige gastrointestinale Blutungen, die in Ausnahmefällen eine Anämie verursachen können. |
| Gelegentlich | Gastrointestinale Ulzera, unter Umständen mit Blutungen und Durchbruch. Ulzerative Stomatitis, Verschlechterung von Colitis und Morbus Crohn (siehe Abschnitt 4.4), Gastritis | |
| Sehr selten | Ösophagitis, Pankreatitis; Ausbildung von intestinalen, diaphragmaartigen Strikturen | |
Leber- und Gallenerkrankungen | Sehr selten | Leberfunktionsstörungen, Leberversagen, akute Hepatitis, Leberschäden, insbesondere bei der Langzeittherapie |
Erkankungen der Haut und des Unterhautgewebes | Sehr selten | Schwere kutane Nebenwirkungen (SCARs) (einschließlich Erythema multiforme, exfoliativer Dermatitis, Hautausschlag mit bullösen Reaktionen, einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse (Lyell-Syndrom)), in Ausnahmefällen kann es zu einem Auftreten von schweren Hautinfektionen und |
| Weichteilkomplikationen während einer Varizelleninfektion kommen, Alopezie | ||
| Nicht bekannt | Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Lichtempfindlichkeitsreaktionen | |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | Selten | Nierengewebsschädigungen (Papillennekrosen) erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut, erhöhte Harnstoffkonzentration im Blut |
| Sehr selten | Ödeme, insbesondere bei Patienten mit arterieller Hypertonie oder Niereninsuffizienz; nephrotisches Syndrom, interstitielle Nephritis, die mit einer akuten Niereninsuffizienz einhergehen kann. Die Nierenfunktion ist regelmäßig zu kontrollieren. |
Gastrointestinaltrakt
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen betreffen den Gastrointestinaltrakt. Peptische Ulzera, Perforationen oder gastrointestinale Blutungen, manchmal tödlich, können auftreten, insbesondere bei älteren Patienten (siehe Abschnitt 4.4). Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Blähungen, Obstipation, Dyspepsie, abdominale Schmerzen, Melaena, Hämatemesis, ulzerative Stomatitis, Verschlimmerung von Colitis und Morbus Crohn (siehe Abschnitt 4.4) sind nach Anwendung berichtet worden. Weniger häufig wurde Gastritis beobachtet. Insbesondere das Risiko für das Auftreten von Magen-Darm-Blutungen ist abhängig vom Dosisbereich und der Anwendungsdauer.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Symptome
Die meisten Patienten, die klinisch relevante Mengen von Ibuprofen eingenommen haben, werden nicht mehr als Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerzen oder seltener Diarrhö entwickeln. Ebenso möglich sind Nystagmus, verschwommenes Sehen, Tinnitus, Kopfschmerzen und gastrointestinale Blutungen. Bei schwereren Vergiftungen zeigt sich die Toxizität im Zentralnervensystem. Sie präsentiert sich als Vertigo, Schwindelgefühl, Benommenheit, gelegentlich Agitiertheit und Desorientierung, Bewusstlosigkeit oder Koma. Manchmal entwickeln die Patienten Krämpfe.
Kinder können auch myoklonische Krämpfe entwickeln.
Eine längere Anwendung in höheren als den empfohlenen Dosen oder eine Überdosierung kann zu renaler tubulärer Azidose und Hypokaliämie führen. Bei schweren Vergiftungen kann es zu einer metabolischen Azidose kommen.
Hypothermie und Hyperkaliämie können ebenfalls auftreten, und die Prothrombinzeit/INR kann verlängert sein, wahrscheinlich aufgrund der Wechselwirkung mit zirkulierenden Gerinnungsfaktoren. Akutes Nierenversagen, Leberschäden, Blutdruckabfall, respiratorische Depression und Zyanose können auftreten. Bei Asthmatikern ist eine Verschlechterung des Asthmas möglich.
Therapie
Es ist kein spezifisches Antidot verfügbar.
Die Behandlung soll symptomatisch und bei Bedarf unterstützend sein. Wenn der Patient innerhalb von 1 Stunde nach der Einnahme einer möglicherweise toxischen Menge vorstellig wird, kann Aktivkohle angewendet werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Nichtsteroidale Antiphlogistika und Antirheumatika; Propionsäure-Derivate
ATC-Code: M01AE01
Wirkmechanismus
Ibuprofen ist ein nichtsteroidales Antiphlogistikum (NSAR), das sich über die Prostaglandinsynthesehemmung in den üblichen tierexperimentellen Entzündungsmodellen als wirksam erwiesen hat. Beim Menschen reduziert Ibuprofen entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber. Ferner hemmt Ibuprofen reversibel die Blutplättchen-Aggregation.
Experimentelle Daten weisen darauf hin, dass Ibuprofen die Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicylsäure auf die Thrombozytenaggregation kompetitiv hemmen kann, wenn beide gleichzeitig verabreicht werden. Einige pharmakodynamische Studien zeigten, dass es bei Einnahme von Einzeldosen von 400 mg Ibuprofen innerhalb von 8 Stunden vor oder innerhalb von 30 Minuten nach der Anwendung von Acetylsalicylsäure-Dosen mit schneller Freisetzung (81 mg) zu einer verminderten Wirkung der Acetylsalicylsäure auf die Bildung von Thromboxan oder die Thrombozytenaggregation kam. Obwohl Unsicherheiten in Bezug auf die Extrapolation dieser Daten auf die klinische Situation bestehen, kann die Möglichkeit, dass eine regelmäßige Langzeitanwendung von Ibuprofen die kardioprotektive Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicylsäure reduzieren kann, nicht ausgeschlossen werden. Bei gelegentlicher Anwendung von Ibuprofen ist eine klinisch relevante Wechselwirkung nicht wahrscheinlich (siehe Abschnitt 4.5).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Bei oraler Anwendung wird Ibuprofen zum Teil schon im Magen und anschließend vollständig im Dünndarm resorbiert. In der durchgeführten zulassungsrelevanten Bioäquivalenzstudie wurde die maximale Plasmakonzentration nach 40,2 min (mediane Tmax) nach oraler Anwendung der Stärke 400 mg des Testprodukts unter Nüchternbedingungen erreicht.
Verteilung
Die Plasmaproteinbindung ist bei etwa 99 %.
Begrenzte Studien zeigten, dass Ibuprofen in sehr geringen Dosen in die Muttermilch übergeht.
Biotransformation und Elimination
Nach hepatischer Metabolisierung (Hydroxylierung, Carboxylierung) werden die pharmakologisch unwirksamen Metaboliten vollständig hauptsächlich renal (90 %), aber auch biliär eliminiert. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt bei Gesunden und Patienten mit Leber- und Nierenerkrankungen 1,8
- 3,5 Stunden.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Die subchronische und chronische Toxizität von Ibuprofen zeigte sich in Tierversuchen hauptsächlich in Form von Läsionen und Ulzera im Gastrointestinaltrakt. In vitro- und in vivo-Studien ergaben keine klinisch relevanten Hinweise auf ein mutagenes Potenzial von Ibuprofen. In Studien an Ratten und Mäusen wurden keine Hinweise auf kanzerogene Effekte von Ibuprofen gefunden.
Ibuprofen bewirkte eine Ovulationshemmung bei Kaninchen sowie eine gestörte Implantation bei verschiedenen Tierspezies (Kaninchen, Ratte, Maus). Experimentelle Studien haben gezeigt, dass Ibuprofen die Plazentaschranke passiert. Bei maternal toxischen Dosen wurde ein erhöhtes Auftreten von Missbildungen (z.B. Ventrikelseptumdefekte) beobachtet.
Ibuprofen stellt eine Gefahr für die aquatische Umwelt dar (siehe Abschnitt 6.6).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkern
Mikrokristalline Cellulose
Povidon K30
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)
Hochdisperses Siliciumdioxid
Magnesiumstearat
Filmüberzug
Poly(vinylalkohol)
Titandioxid (E 171)
Macrogol 4000
Talkum
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 30ºC lagern.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Weiße opake PVdC/PVC/Al-Blister.
Es sind Packungen mit 10, 12, 15, 20, 24, 30, 40 und 50 Filmtabletten erhältlich.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Dieses Arzneimittel stellt ein Risiko für die Umwelt dar (siehe Abschnitt 5.3).
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Fairmed Healthcare GmbH
Dorotheenstraße 48
22301 Hamburg
Deutschland
pv@fair-med.com
8. ZULASSUNGSNUMMER
Z.Nr.:
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung:
10. STAND DER INFORMATION
11.2024
REZEPTPFLICHT / APOTHEKENPFLICHT
Rezeptfrei, apothekenpflichtig.
