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Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare 200 mg Filmtabletten – Fachinformation

Die Fachinformation ist für Ärztinnen, Ärzte und Apotheken bestimmt. Leicht verständliche Angaben für Patientinnen und Patienten stehen im Beipackzettel: Dosierung, Nebenwirkungen, Andere Medikamente, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Rezeptfrei
Stärke des Medikaments:
200 mg
Fachinformationen anderer Stärken und Formen:
Enthält den Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare 200 mg Filmtabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare 200 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 342 mg Ibuprofen-Lysin, entsprechend 200 mg Ibuprofen.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Weiße bis cremefarbene, kapselförmige Filmtabletten, mit der Prägung „S4“ auf der einen Seite und glatt auf der anderen Seite.

Länge ungefähr 14,4 mm und Breite ungefähr 7,4 mm.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Kurzzeitige symptomatische Behandlung von

  • leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen, Regelschmerzen, Zahnschmerzen, − Fieber.

Angezeigt bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 20 kg Körpergewicht (ab 6 Jahren).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Nur zur kurzzeitigen Anwendung.

Nebenwirkungen können minimiert werden, indem die zur Symptomkontrolle erforderliche niedrigste wirksame Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum angewendet wird (siehe Abschnitt 4.4).

Erwachsene und Jugendliche ab 40 kg Körpergewicht (ab 12 Jahren)

Die Anfangsdosis beträgt 200 mg - 400 mg Ibuprofen.

Falls notwendig, können weitere Dosen von 200 mg - 400 mg Ibuprofen eingenommen werden. Das jeweilige Dosierungsintervall richtet sich nach der Symptomatik und der maximalen empfohlenen Tagesgesamtdosis. Es darf 6 Stunden nicht unterschreiten. Eine Gesamtdosis von 1200 mg Ibuprofen in einem Zeitraum von 24 Stunden darf nicht überschritten werden.

Kinder von 20 – 29 kg Körpergewicht (6 – 9 Jahre)

Eine Einzeldosis beträgt 200 mg Ibuprofen (1 Tablette). Eine Gesamtdosis von 600 mg Ibuprofen (3 Tabletten) in einem Zeitraum von 24 Stunden darf nicht überschritten werden. Das Dosierungsintervall darf 6 Stunden nicht unterschreiten.

Kinder von 30 – 39 kg Körpergewicht (10 – 11 Jahre)

Eine Einzeldosis beträgt 200 mg Ibuprofen (1 Tablette). Eine Gesamtdosis von 800 mg Ibuprofen (4 Tabletten) in einem Zeitraum von 24 Stunden darf nicht überschritten werden. Das Dosierungsintervall darf 6 Stunden nicht unterschreiten.

Dieses Arzneimittel darf Kindern unter zwölf Jahren nur über ärztliche Verschreibung gegeben werden.

Bei Kindern und Jugendlichen ist ein Arzt aufzusuchen, wenn die Behandlung für mehr als 3 Tage erforderlich ist oder sich die Symptome verschlimmern.

Bei Erwachsenen wird empfohlen einen Arzt aufzusuchen, wenn die Behandlung für mehr als 3 Tage bei Fieber bzw. für mehr als 4 Tage bei Schmerzen erforderlich ist oder sich die Symptome verschlimmern.

Patienten mit einem empfindlichen Magen wird empfohlen, Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare zusammen mit einer Mahlzeit einzunehmen.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Es ist keine spezielle Dosisanpassung erforderlich. Wegen des möglichen Nebenwirkungsprofils (siehe Abschnitt 4.4) sind ältere Menschen besonders sorgfältig zu überwachen.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Nierenfunktion ist keine Dosisreduktion erforderlich (Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz, siehe Abschnitt 4.3).

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Einschränkung der Leberfunktion ist keine Dosisreduktion erforderlich (Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung siehe Abschnitt 4.3).

Kinder und Jugendliche

Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare ist nicht für die Anwendung bei Kindern unter 20 kg Körpergewicht oder unter 6 Jahren bestimmt.

Art der Anwendung

Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare ist zum Einnehmen bestimmt.

Die Tabletten sind unzerkaut mit einem Glas Wasser zu schlucken.

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

    Bestandteile

  • Überempfindlichkeitsreaktionen in der Anamnese (z.B. Bronchospasmus, Asthma, Rhinitis,

    Angioödem oder Urtikaria) im Zusammenhang mit Acetylsalicylsäure oder anderen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR)

  • gastrointestinale Blutung oder Perforation in der Anamnese im Zusammenhang mit einer vorherigen NSAR-Therapie
  • bestehende oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretene peptische Ulzera oder

    Hämorraghien (mindestens 2 unterschiedliche Episoden nachgewiesener Ulzeration oder Blutung) - schwere Leberinsuffizienz, schwere Niereninsuffizienz oder schwere Herzinsuffizienz (NYHA-

    Klasse IV)

  • im dritten Trimester der Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)
  • cerebrovaskuläre oder andere aktive Blutungen
  • ungeklärte Blutbildungsstörungen
  • schwere Dehydratation (verursacht z.B. durch Erbrechen, Durchfall oder unzureichende

    Flüssigkeitsaufnahme)

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Nebenwirkungen können minimiert werden, indem die zur Symptomkontrolle erforderliche niedrigste wirksame Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum angewendet wird (siehe Abschnitt 4.2 und „Kardiovaskuläre und cerebrovaskuläre Wirkungen“ und „Gastrointestinale Wirkungen“ weiter unten).

Vorsicht ist geboten bei Patienten:

  • mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) oder Mischkollagenose (siehe Abschnitt 4.8). - mit angeborener Störung des Porphyrinstoffwechsels (z.B. akute intermittierende Porphyrie). - mit Magen-Darm-Erkrankungen und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn).
  • mit Hypertonie und/oder Herzinsuffizienz.
  • mit Nierenfunktionsstörungen.
  • mit eingeschränkter Leberfunktion.
  • direkt nach größeren chirurgischen Eingriffen.
  • mit Dehydratation.
  • die Überempfindlichkeitsreaktionen oder allergische Reaktionen auf andere Substanzen haben, da für sie bei der Einnahme von Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen besteht.
  • die an Heuschnupfen, Nasenpolypen oder chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen leiden, da für sie ein erhöhtes Risiko für das Auftreten allergischer Reaktionen besteht. Diese können sich äußern als Asthmaanfälle (sogenanntes Analgetika-Asthma), Quincke-Ödem oder Urtikaria.

Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock) werden sehr selten beobachtet. Bei ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion nach der Einnahme von Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare muss die Therapie abgebrochen werden. Der Symptomatik entsprechende, medizinisch erforderliche Maßnahmen müssen durch fachkundige Personen eingeleitet werden.

Atemwege

Bei Patienten, die an Bronchialasthma oder allergischen Erkrankungen leiden bzw. gelitten haben, können Bronchospasmen auftreten.

Kardiovaskuläre und cerebrovaskuläre Wirkungen

Bei Patienten mit Bluthochdruck und/oder Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte ist vor Beginn der Behandlung Vorsicht geboten (Rücksprache mit Arzt oder Apotheker), da Flüssigkeitsretention, Bluthochdruck und Ödeme im Zusammenhang mit der NSAR-Behandlung berichtet wurden.

Klinische Studien weisen darauf hin, dass die Anwendung von Ibuprofen insbesondere in hohen Dosen (2400 mg/Tag) möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko arterieller thrombotischer Ereignisse (zum Beispiel Myokardinfarkt oder Schlaganfall) assoziiert ist. Insgesamt weisen epidemiologische Studien nicht darauf hin, dass Ibuprofen in niedrigen Dosen (z. B. ≤1200 mg/Tag) mit einem erhöhten Risiko arterieller thrombotischer Ereignisse assoziiert ist.

Bei Patienten mit unkontrollierter Hypertonie, Herzinsuffizienz (NYHA II-III), bestehender ischämischer Herzkrankheit, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und/oder cerebrovaskulärer Erkrankung ist Ibuprofen nur nach sorgfältiger Abwägung anzuwenden und hohe Dosen (2400 mg/Tag) sind zu vermeiden. Eine sorgfältige Abwägung muss auch vor Beginn einer Langzeitbehandlung von Patienten mit Risikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse (z. B. Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) stattfinden, insbesondere wenn hohe Dosen von Ibuprofen (2400 mg/Tag) erforderlich sind.

Bei mit Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare behandelten Patienten wurden Fälle von Kounis-Syndrom berichtet. Das Kounis-Syndrom umfasst kardiovaskuläre Symptome infolge einer allergischen Reaktion oder Überempfindlichkeitsreaktion mit einer Verengung der Koronararterien und kann potenziell zu einem Myokardinfarkt führen.

Gastrointestinale Wirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare mit NSAR, einschließlich selektiver Cyclooxygenase-2-Hemmer, ist zu vermeiden.

Gastrointestinale Blutungen, Ulzerationen und Perforationen

Gastrointestinale Blutungen, Ulzerationen und Perforationen, die tödlich verlaufen können, wurden im Zusammenhang mit allen NSAR berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warnsymptome oder gastrointestinale Ereignisse in der Anamnese zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf.

Das Risiko gastrointestinaler Blutungen, Ulzerationen und Perforationen ist höher mit steigender NSAR-Dosis, bei Patienten mit Ulkusanamnese, insbesondere mit den Komplikationen Blutung oder Perforation (siehe Abschnitt 4.3) und bei älteren Patienten. Diese Patienten sollen die Behandlung mit der niedrigsten verfügbaren Dosis beginnen.

Für diese Patienten sowie für Patienten, die eine begleitende Therapie mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure oder anderen Arzneimitteln, die das gastrointestinale Risiko erhöhen können, benötigen, ist eine gleichzeitige Anwendung von protektiven Arzneimitteln (z. B. Misoprostol oder Protonenpumpenhemmer) in Betracht zu ziehen (siehe Abschnitt 4.5).

Patienten mit einer Anamnese gastrointestinaler Toxizität, insbesondere in höherem Alter, sind jegliche ungewöhnliche Symptome im Bauchraum (vor allem gastrointestinale Blutungen) insbesondere am Anfang der Therapie zu melden.

Vorsicht ist angeraten, bei Patienten, die gleichzeitig Arzneimittel anwenden, die das Risiko für Ulzera oder Blutungen erhöhen können, wie z.B. orale Kortikosteroide, Antikoagulantien wie Warfarin, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure (siehe Abschnitt 4.5).

Wenn während der Einnahme von Ibuprofen eine gastrointestinale Blutung oder Ulzeration auftritt, muss die Behandlung abgebrochen werden.

NSAR sind bei Patienten mit einer gastrointestinalen Erkrankung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) in der Vorgeschichte mit Vorsicht anzuwenden, da sich diese Erkrankungen verschlimmern können (siehe Abschnitt 4.8).

Ältere Personen

Bei älteren Patienten kommt es häufiger zu Nebenwirkungen mit NSAR, vor allem zu gastrointestinalen Blutungen und Perforationen, die tödlich verlaufen können (siehe Abschnitt 4.2).

Schwere kutane Nebenwirkungen (SCARs)

Schwere kutane Nebenwirkungen (SCARs) einschließlich exfoliativer Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN), Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom) und akuter generalisierter exanthematischer Pustulose (AGEP), die lebensbedrohlich oder tödlich sein können, wurden im Zusammenhang mit der Anwendung von Ibuprofen berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die meisten dieser Reaktionen traten innerhalb des ersten Monats auf.

Wenn Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Reaktionen hinweisen, ist Ibuprofen sofort abzusetzen und eine angemessene alternative Behandlung in Betracht zu ziehen.

In Ausnahmefällen kann es zu einem Auftreten von schweren Hautinfektionen und Weichteilkomplikationen während einer Varizelleninfektion kommen. Es wird empfohlen, die Einnahme von Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare während einer Varizelleninfektion zu vermeiden.

Maskierung der Symptome der zugrunde liegenden Infektionen

Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare kann Infektionssymptome maskieren, was zu einem verspäteten Einleiten einer geeigneten Behandlung und damit zur Verschlechterung der Infektion führen kann. Dies wurde bei bakteriellen, ambulant erworbenen Pneumonien und bakteriell verursachten Komplikationen bei Varizellen beobachtet. Wenn Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare zur Behandlung von Fieber oder Schmerzen im Zusammenhang mit einer Infektion angewendet wird, wird eine Überwachung der Infektion empfohlen. Ambulant behandelte Patienten müssen einen Arzt konsultieren, falls die Symptome anhalten oder sich verschlimmern.

Zusätzliche Informationen

Ibuprofen kann vorübergehend die Blutplättchenfunktion (Thrombozytenaggregation) hemmen. Patienten mit Gerinnungsstörungen sind daher sorgfältig zu überwachen.

Bei einer länger dauernden Anwendung von Ibuprofen ist eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte, der Nierenfunktion sowie des Blutbildes erforderlich.

Aseptische Meningitis:

Aseptische Meningitis wurde in seltenen Fällen bei Patienten unter Ibuprofen-Therapie beobachtet. Obwohl diese wahrscheinlicher bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes und verwandten Bindegewebserkrankungen auftritt, wurde sie ebenfalls bei Patienten berichtet, die keine zugrunde liegende chronische Erkrankung haben. Patienten mit Magen-Darm-Problemen, SLE, hämatologischen oder Gerinnungsstörungen und Asthma sind während der NSAR-Behandlung mit Vorsicht zu behandeln und engmaschig zu überwachen, da ihre Erkrankung durch das NSAR verschlimmert werden kann.

Die längere Anwendung jeglicher Art von Schmerzmitteln gegen Kopfschmerzen kann diese verschlimmern. Ist dies der Fall oder wird dies vermutet, ist ärztlicher Rat einzuholen und die Behandlung abzubrechen. Die Diagnose von Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch (Medication Overuse Headache, MOH) ist bei Patienten zu vermuten, die an häufigen oder täglichen Kopfschmerzen leiden, obwohl (oder gerade weil) sie regelmäßig Arzneimittel gegen Kopfschmerzen einnehmen.

Im Allgemeinen kann die gewohnheitsmäßige Einnahme von Analgetika, insbesondere die Kombination mehrerer analgetischer Wirkstoffe, zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen. Dieses Risiko kann bei körperlicher Belastung, die mit Salzverlust und Dehydrierung verbunden ist, erhöht sein.

Die gleichzeitige Einnahme von NSAR mit Alkohol kann zu vermehrten Nebenwirkungen des Arzneimittels führen, insbesondere solchen, die den Gastrointestinaltrakt oder das zentrale Nervensystem betreffen.

Kinder und Jugendliche

Es besteht ein Risiko für Nierenfunktionsstörungen bei dehydrierten Kindern und Jugendlichen. Hinweise zu sonstigen Bestandteilen

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d. h., es ist nahezu „natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Acetylsalicylsäure

Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen und Acetylsalicylsäure wird im Allgemeinen aufgrund des Potenzials für vermehrte Nebenwirkungen nicht empfohlen.

Experimentelle Daten weisen darauf hin, dass Ibuprofen die Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicylsäure auf die Thrombozytenaggregation kompetitiv hemmen kann, wenn beide gleichzeitig angewendet werden. Obwohl Unsicherheiten in Bezug auf die Extrapolation dieser Daten auf die klinische Situation bestehen, kann die Möglichkeit, dass eine regelmäßige Langzeitanwendung von Ibuprofen die kardioprotektive Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicylsäure reduzieren kann, nicht ausgeschlossen werden. Bei gelegentlicher Anwendung von Ibuprofen ist eine klinisch relevante Wechselwirkung nicht wahrscheinlich (siehe Abschnitt 5.1).

Andere NSAR einschließlich selektiver Cyclooxygenase-2-Hemmer

Die gleichzeitige Anwendung mit anderen NSAR einschließlich selektiver Cyclooxygenase-2-Hemmer ist zu vermeiden, da die gleichzeitige Anwendung verschiedener NSAR das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen kann.

Antihypertonika (ACE-Hemmer, Betarezeptorenblocker, Angiotensin-II-Antagonisten) und Diuretika NSAR können die Wirkung von diesen Arzneimitteln abschwächen. Bei einigen Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (z.B. dehydrierte Patienten oder ältere Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion) kann die gleichzeitige Einnahme eines ACE-Hemmers, Betarezeptorenblockers und Angiotensin-II-Antagonisten mit Wirkstoffen, die die Cyclooxygenase hemmen, zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion, einschließlich eines möglichen akuten Nierenversagens führen, was gewöhnlich reversibel ist. Daher ist eine solche Kombination vor allem bei älteren Patienten, mit Vorsicht anzuwenden. Patienten sollen ausreichend hydriert sein und eine Überwachung der Nierenfunktion ist in Betracht zu ziehen, sowohl zu Beginn der gleichzeitigen Anwendung als auch regelmäßig danach. Diuretika können das Risiko für die Nierentoxizität von NSAR erhöhen.

Kaliumsparende Diuretika:

Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen und kaliumsparenden Diuretika kann zu einer Hyperkaliämie führen.

CYP2C9-Inhibitoren

Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen und CYP2C9-Inhibitoren kann die Exposition gegenüber Ibuprofen (CYP2C9-Substrat) erhöhen. In einer Studie mit Voriconazol und Fluconazol (CYP2C9-Inhibitoren) wurde eine um etwa 80 – 100 % erhöhte Exposition gegenüber S(+)-Ibuprofen gezeigt. Eine Reduktion der Ibuprofendosis ist in Betracht zu ziehen, wenn gleichzeitig potente CYP2C9-Inhibitoren angewendet werden, insbesondere wenn hohe Dosen von Ibuprofen zusammen mit entweder Voriconazol oder Fluconazol angewendet werden.

Probenecid und Sulfinpyrazon

Arzneimittel, die Probenecid oder Sulfinpyrazon enthalten, können die Ausscheidung von Ibuprofen verzögern.

Digoxin, Phenytoin, Lithium

Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare mit Digoxin-, Phenytoin- oder Lithiumhaltigen Arzneimitteln kann den Serumspiegel dieser Wirkstoffe erhöhen. Eine Kontrolle der Serum-Lithium-Spiegel, der Serum-Digoxin Spiegel und der Serum-Phenytoin Spiegel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung (maximal über 3 oder 4 Tage) in der Regel nicht erforderlich. Sulfonylharnstoffe

Klinische Untersuchungen haben Wechselwirkungen zwischen nichtsteroidalen Antirheumatika und Antidiabetika (Sulfonylharnstoffen) gezeigt. Es gibt seltene Berichte über Hypoglykämien bei Patienten, die Sulfonylharnstoff-Arzneimittel anwenden und Ibuprofen einnehmen. Als Vorsichtsmaßnahme wird die Kontrolle der Blutzuckerwerte empfohlen.

Antikoagulanzien

Nichtsteroidale Antirheumatika können die Wirkung von Antikoagulanzien wie Warfarin verstärken (siehe Abschnitt 4.4.)

Ciclosporin

Die gleichzeitige Anwendung von NSAR kann das Risiko einer Nephrotoxizität erhöhen.

Colestyramin

Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen und Colestyramin verzögert und reduziert (um 25 %) die Resorption von Ibuprofen. Diese Arzneimittel sind in einem Abstand von mindestens 2 Stunden anzuwenden.

Pflanzliche Extrakte

Ginkgo biloba kann das Blutungsrisiko von NSAR erhöhen.

Aminoglykoside

NSAR können die Ausscheidung von Aminoglykosiden verringern.

Ritonavir

Die gleichzeitige Anwendung mit Ritonavir kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen der NSAR führen.

Alkohol, Bisphosphonate und Pentoxifyllin

Können die Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Trakt und das Risiko für Blutungen und Ulzerationen erhöhen.

Baclofen

Erhöhte Baclofen-Toxizität.

Tacrolimus

Mögliches erhöhtes Risiko einer Nephrotoxizität, wenn NSAR gleichzeitig mit Tacrolimus angewendet werden.

Mifepriston

NSAR sind 8-12 Tage nach der Anwendung von Mifepriston nicht anzuwenden, da NSAR die Wirkung von Mifepriston verringern können.

Glucocorticoide

Erhöhtes Risiko gastrointestinaler Ulzera oder Blutungen (siehe Abschnitt 4.4).

Methotrexat

Die Anwendung von Ibuprofen innerhalb von 24 Stunden vor oder nach der Anwendung von Methotrexat kann zu einer erhöhten Konzentration von Methotrexat und einer Zunahme seiner toxischen Wirkung führen.

Thrombozytenaggregationshemmer und selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Erhöhtes Risiko gastrointestinaler Blutungen (siehe Abschnitt 4.4)

Chinolon-Antibiotika

Tierexperimentelle Daten weisen darauf hin, dass NSAR das mit Chinolon-Antibiotika verbundene Risiko für Krampfanfälle erhöhen können. Bei Patienten, die gleichzeitig NSAR und Chinolone einnehmen, kann das Risiko für die Entwicklung von Krampfanfällen erhöht sein.

Zidovudin (Azidothymidin)

Erhöhtes Risiko einer hämatologischen Toxizität bei gleichzeitiger Anwendung von NSAR mit Zidovudin. Es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Hämarthrosen und Hämatome bei HIV-positiven Hämophilie-Patienten, die gleichzeitig mit Zidovudin und Ibuprofen behandelt werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die embryo-fetale Entwicklung negativ beeinflussen.

Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten sowie kardiale Missbildungen und Gastroschisis nach der Anwendung eines Prostaglandinsynthesehemmers in der Frühschwangerschaft hin. Das absolute Risiko für kardiovaskuläre Missbildungen erhöhte sich von weniger als 1 % auf etwa 1,5 %. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie steigt.

Bei Tieren wurde nachgewiesen, dass die Anwendung eines Prostaglandinsynthesehemmers zu erhöhtem prä- und post-implantärem Verlust und zu embryo-fetaler Letalität führt. Zusätzlich wurden erhöhte Inzidenzen verschiedener Missbildungen, einschließlich kardiovaskulärer Missbildungen, bei Tieren berichtet, die während der Phase der Organogenese einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten (siehe Abschnitt 5.3). Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann die Anwendung von Ibuprofen ein durch eine fetale Nierenfunktionsstörung ausgelöstes Oligohydramnion verursachen. Dies kann kurz nach Beginn der Behandlung auftreten und ist in der Regel nach Absetzen der Behandlung reversibel. Zusätzlich wurden Fälle berichtet, bei denen nach der Behandlung im zweiten Schwangerschaftstrimenon eine Verengung des Ductus arteriosus auftrat, wobei sich diese in den meisten Fällen nach dem Absetzen der Behandlung zurückgebildet hat. Somit ist Ibuprofen während des ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittels nur einzunehmen, wenn dies unbedingt erforderlich ist. Falls Ibuprofen von einer Frau angewendet wird, die versucht schwanger zu werden oder wenn es während des ersten und zweiten Schwangerschaftstrimesters angewendet wird, ist die Dosis so niedrig und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich zu halten. Nach einer mehrtägigen Einnahme/Anwendung von Ibuprofen ab der 20. Schwangerschaftswoche sollte eine pränatale Überwachung hinsichtlich eines Oligohydramnions und einer Verengung des Ductus arteriosus in Betracht gezogen werden. Ibuprofen sollte abgesetzt werden, wenn ein Oligohydramnion oder eine Verengung des Ductus arteriosus festgestellt wird.

Während des dritten Trimesters der Schwangerschaft können alle Prostaglandinsynthesehemmer:

  • den Fetus Folgendem aussetzen:

    • kardiopulmonale Toxizität (vorzeitige Verengung/vorzeitiger Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonale Hypertonie)
    • Nierenfunktionsstörung (siehe oben)
  • die Mutter und das Neugeborene am Ende der Schwangerschaft Folgendem aussetzen:

    • mögliche Verlängerung der Blutungszeit, ein thrombozyten-aggregationshemmender

      Effekt, der selbst bei sehr geringen Dosen auftreten kann

    • Hemmung von Uteruskontraktionen, mit der Folge eines verspäteten oder verlängerten

      Geburtsvorganges

Daher ist Ibuprofen während des dritten Schwangerschaftsdrittels kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3 und 5.3).

Stillzeit

Ibuprofen wird in geringem Maße in die Muttermilch ausgeschieden. Stillen ist mit Ibuprofen möglich, wenn die Dosis niedrig und die Behandlungsdauer kurz ist.

Fertilität

Es gibt Hinweise darauf, dass Arzneimittel, die die Cyclooxygenase/Prostaglandinsynthese hemmen, die weibliche Fertilität über eine Wirkung auf die Ovulation beeinträchtigen können. Dies ist nach dem Absetzen der Therapie reversibel.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Ibuprofen hat generell keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Da jedoch bei der Anwendung in höherer Dosierung zentralnervöse Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Schwindel auftreten können, kann im Einzelfall die Reaktionsfähigkeit und die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8 Nebenwirkungen

Die folgende Auflistung der Nebenwirkungen umfasst alle bekannt gewordenen Nebenwirkungen unter der Behandlung mit Ibuprofen, auch solche unter hoch dosierter Langzeittherapie bei Rheumapatienten. Die Häufigkeitsangaben, die über sehr seltene Meldungen hinausgehen, beziehen sich auf die kurzzeitige Anwendung von Tagesdosen bis zu 1200 mg Ibuprofen für orale Darreichungsformen und bis zu 1800 mg für Zäpfchen.

Die aufgelisteten Nebenwirkungen sind überwiegend dosisabhängig und zwischen Patienten variabel.

Ödeme, Hypertonie und Herzinsuffizienz traten in Verbindung mit NSAR-Therapie auf.

Klinische Studien weisen darauf hin, dass die Anwendung von Ibuprofen insbesondere in hohen Dosen (2400 mg/Tag) möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko arterieller thrombotischer Ereignisse (zum Beispiel Myokardinfarkt oder Schlaganfall) assoziiert ist (siehe Abschnitt 4.4).

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig≥ 1/10
Häufig≥ 1/100, < 1/10
Gelegentlich≥ 1/1 000, < 1/100
Selten≥ 1/10 000, < 1/1 000
Sehr selten< 1/10 000
Nicht bekanntHäufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
SystemorganklassenHäufigkeitNebenwirkungen
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr selten

Eine Verschlechterung infektionsbedingter Entzündungen (z. B. Entwicklung einer nekrotisierenden Fasziitis) wurde im zeitlichen Zusammenhang mit der systemischen Anwendung von nichtsteroidalen

Antirheumatika beschrieben. Dies steht möglicherweise im Zusammenhang mit dem Wirkmechanismus der nichtsteroidalen Antirheumatika.

Wenn während der Einnahme von Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare Anzeichen einer Infektion neu auftreten oder sich verschlimmern, wird dem Patienten empfohlen, unverzüglich den Arzt aufzusuchen. Es ist zu prüfen, ob die Indikation für eine antiinfektiöse/antibiotische Therapie vorliegt.

Unter der Anwendung von Ibuprofen wurden Symptome einer aseptischen Meningitis mit Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder Bewusstseinstrübung beobachtet. Prädisponiert scheinen Patienten mit Autoimmunerkrankungen (SLE,

Mischkollagenosen) zu sein.

Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr seltenHämatopoetische Störungen (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie, Agranulozytose). Erste Anzeichen sind: Fieber, Halsschmerzen, oberflächliche Wunden im Mund, grippeartige Beschwerden, schwere Erschöpfung, Nasen- und Hautblutungen und blaue Flecken.
Erkrankungen des ImmunsystemsGelegentlich

Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag und Juckreiz, sowie

Asthmaanfällen (ggf. mit Blutdruckabfall).

Der Patient ist anzuweisen, in diesem Fall umgehend einen Arzt zu informieren, und Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare nicht mehr einzunehmen.

Sehr seltenSchwere Überempfindlichkeitsreaktionen. Diese können sich als Schwellung des Gesichts, der Zunge und des Rachens, Atemnot, Tachykardie und Blutdruckabfall bis zu lebensbedrohlichem Schock äußern
Psychiatrische ErkrankungenSehr seltenPsychotische Reaktionen, Depressionen
Erkrankungen des NervensystemsGelegentlichZentralnervöse Störungen, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Insomnie, Agitation, Reizbarkeit oder Müdigkeit
AugenerkrankungenGelegentlich

Sehstörungen.

In diesem Fall ist der Patient anzuweisen, unverzüglich den Arzt zu informieren und die Anwendung von Ibuprofen abzubrechen.

Erkrankungen des Ohrs und des LabyrinthsSeltenTinnitus, Hörverlust
HerzerkrankungenSehr seltenPalpitationen, Herzinsuffizienz und Herzinfarkt
Nicht bekanntKounis-Syndrom
GefäßerkrankungenSehr seltenArterielle Hypertonie, Vaskulitis

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und

Mediastinums

Sehr seltenAsthma, Dyspnoe, Bronchospasmus
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufigGastrointestinale Symptome wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Flatulenz, Diarrhö, Obstipation und geringfügige gastrointestinaleBlutungen, die in Ausnahmefällen eine Anämie verursachen können.
GelegentlichGastrointestinale Ulzera, unter Umständen mit Blutungen und Durchbruch. Ulzerative Stomatitis, Verschlechterung von Colitis und Morbus Crohn (siehe Abschnitt 4.4), Gastritis
Sehr seltenÖsophagitis, Pankreatitis; Ausbildung von intestinalen, diaphragmaartigen Strikturen
Leber- und GallenerkrankungenSehr seltenLeberfunktionsstörungen, Leberversagen, akute Hepatitis, Leberschäden, insbesondere bei der Langzeittherapie
Erkankungen der Haut und des UnterhautgewebesSehr seltenSchwere kutane Nebenwirkungen (SCARs) (einschließlich Erythema multiforme, exfoliativer Dermatitis, Hautausschlag mit bullösen Reaktionen, einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse (Lyell-Syndrom)), in Ausnahmefällen kann es zu einem Auftreten von schweren Hautinfektionen und Weichteilkomplikationen während einer Varizelleninfektion kommen, Alopezie
Nicht bekanntArzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Lichtempfindlichkeitsreaktionen
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeSeltenNierengewebsschädigungen (Papillennekrosen) erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut, erhöhte Harnstoffkonzentration im Blut
Sehr seltenÖdeme, insbesondere bei Patienten mit arterieller Hypertonie oder Niereninsuffizienz; nephrotisches Syndrom, interstitielle Nephritis, die mit einer akuten Niereninsuffizienz einhergehen kann. Die Nierenfunktion ist regelmäßig zu kontrollieren.

Gastrointestinaltrakt

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen betreffen den Gastrointestinaltrakt. Peptische Ulzera, Perforationen oder gastrointestinale Blutungen, manchmal tödlich, können auftreten, insbesondere bei älteren Patienten (siehe Abschnitt 4.4). Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Blähungen, Obstipation, Dyspepsie, abdominale Schmerzen, Melaena, Hämatemesis, ulzerative Stomatitis, Verschlimmerung von Colitis und Morbus Crohn (siehe Abschnitt 4.4) sind nach Anwendung berichtet worden. Weniger häufig wurde Gastritis beobachtet. Insbesondere das Risiko für das Auftreten von Magen-Darm-Blutungen ist abhängig vom Dosisbereich und der Anwendungsdauer.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome

Die meisten Patienten, die klinisch relevante Mengen von Ibuprofen eingenommen haben, werden nicht mehr als Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerzen oder seltener Diarrhö entwickeln. Ebenso möglich sind Nystagmus, verschwommenes Sehen, Tinnitus, Kopfschmerzen und gastrointestinale Blutungen. Bei schwereren Vergiftungen zeigt sich die Toxizität im Zentralnervensystem. Sie präsentiert sich als Vertigo, Schwindelgefühl, Benommenheit, gelegentlich Agitiertheit und Desorientierung, Bewusstlosigkeit oder Koma. Manchmal entwickeln die Patienten Krämpfe.

Kinder können auch myoklonische Krämpfe entwickeln.

Eine längere Anwendung in höheren als den empfohlenen Dosen oder eine Überdosierung kann zu renaler tubulärer Azidose und Hypokaliämie führen. Bei schweren Vergiftungen kann es zu einer metabolischen Azidose kommen.

Hypothermie und Hyperkaliämie können ebenfalls auftreten, und die Prothrombinzeit/INR kann verlängert sein, wahrscheinlich aufgrund der Wechselwirkung mit zirkulierenden Gerinnungsfaktoren. Akutes Nierenversagen, Leberschäden, Blutdruckabfall, respiratorische Depression und Zyanose können auftreten. Bei Asthmatikern ist eine Verschlechterung des Asthmas möglich.

Therapie

Es ist kein spezifisches Antidot verfügbar.

Die Behandlung soll symptomatisch und bei Bedarf unterstützend sein. Wenn der Patient innerhalb von 1 Stunde nach der Einnahme einer möglicherweise toxischen Menge vorstellig wird, kann Aktivkohle angewendet werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Nichtsteroidale Antiphlogistika und Antirheumatika; Propionsäure-Derivate

ATC-Code: M01AE01

Wirkmechanismus

Ibuprofen ist ein nichtsteroidales Antiphlogistikum (NSAR), das sich über die Prostaglandinsynthesehemmung in den üblichen tierexperimentellen Entzündungsmodellen als wirksam erwiesen hat. Beim Menschen reduziert Ibuprofen entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber. Ferner hemmt Ibuprofen reversibel die Blutplättchen-Aggregation.

Experimentelle Daten weisen darauf hin, dass Ibuprofen die Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicylsäure auf die Thrombozytenaggregation kompetitiv hemmen kann, wenn beide gleichzeitig verabreicht werden. Einige pharmakodynamische Studien zeigten, dass es bei Einnahme von Einzeldosen von 400 mg Ibuprofen innerhalb von 8 Stunden vor oder innerhalb von 30 Minuten nach der Anwendung von Acetylsalicylsäure-Dosen mit schneller Freisetzung (81 mg) zu einer verminderten Wirkung der Acetylsalicylsäure auf die Bildung von Thromboxan oder die Thrombozytenaggregation kam. Obwohl Unsicherheiten in Bezug auf die Extrapolation dieser Daten auf die klinische Situation bestehen, kann die Möglichkeit, dass eine regelmäßige Langzeitanwendung von Ibuprofen die kardioprotektive Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicylsäure reduzieren kann, nicht ausgeschlossen werden. Bei gelegentlicher Anwendung von Ibuprofen ist eine klinisch relevante Wechselwirkung nicht wahrscheinlich (siehe Abschnitt 4.5).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Bei oraler Anwendung wird Ibuprofen zum Teil schon im Magen und anschließend vollständig im Dünndarm resorbiert. In der durchgeführten zulassungsrelevanten Bioäquivalenzstudie wurde die maximale Plasmakonzentration nach 40,2 min (mediane Tmax) nach oraler Anwendung der Stärke 400 mg des Testprodukts unter Nüchternbedingungen erreicht.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung ist bei etwa 99 %.

Begrenzte Studien zeigten, dass Ibuprofen in sehr geringen Dosen in die Muttermilch übergeht.

Biotransformation und Elimination

Nach hepatischer Metabolisierung (Hydroxylierung, Carboxylierung) werden die pharmakologisch unwirksamen Metaboliten vollständig hauptsächlich renal (90 %), aber auch biliär eliminiert. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt bei Gesunden und Patienten mit Leber- und Nierenerkrankungen 1,8 - 3,5 Stunden.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Die subchronische und chronische Toxizität von Ibuprofen zeigte sich in Tierversuchen hauptsächlich in Form von Läsionen und Ulzera im Gastrointestinaltrakt. In vitro- und in vivo-Studien ergaben keine klinisch relevanten Hinweise auf ein mutagenes Potenzial von Ibuprofen. In Studien an Ratten und Mäusen wurden keine Hinweise auf kanzerogene Effekte von Ibuprofen gefunden.

Ibuprofen bewirkte eine Ovulationshemmung bei Kaninchen sowie eine gestörte Implantation bei verschiedenen Tierspezies (Kaninchen, Ratte, Maus). Experimentelle Studien haben gezeigt, dass Ibuprofen die Plazentaschranke passiert. Bei maternal toxischen Dosen wurde ein erhöhtes Auftreten von Missbildungen (z.B. Ventrikelseptumdefekte) beobachtet.

Ibuprofen stellt eine Gefahr für die aquatische Umwelt dar (siehe Abschnitt 6.6).

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Mikrokristalline Cellulose

Povidon K30

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat

Filmüberzug

Poly(vinylalkohol)

Titandioxid (E 171)

Macrogol 4000

Talkum

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30ºC lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Weiße opake PVdC/PVC/Al-Blister.

Es sind Packungen mit 10, 12, 15, 20, 24, 30, 40 und 50 Filmtabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Dieses Arzneimittel stellt ein Risiko für die Umwelt dar (siehe Abschnitt 5.3).

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Fairmed Healthcare GmbH

Dorotheenstraße 48

22301 Hamburg

Deutschland

pv@fair-med.com

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.:

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

10. STAND DER INFORMATION

11.2024

REZEPTPFLICHT / APOTHEKENPFLICHT

Rezeptfrei mit W10, apothekenpflichtig.

Über dieses Dokument

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Stand 11/2024 · Zulassungsnummer (Z.Nr.): 142721

Was die Abschnitte und die Häufigkeiten der Nebenwirkungen bedeuten: Beipackzettel richtig lesen

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Angaben zum Medikament Ibuprofen-Lysin Fairmed Healthcare 200 mg Filmtabletten

Was diese Angaben bedeuten

Abgabe?
Rezeptfrei?
  • Dieses Medikament ist rezeptfrei: Sie bekommen es ohne ärztliches Rezept.
  • Arzneimittel zur Abgabe ohne ärztliche Verschreibung
Abgabestelle? Apotheke
Wirkstoff? Ibuprofen lysin
Darreichungsform? Filmtablette
ATC-Klassifikation?
  1. M Muskel- und Skelettsystem
    1. M01 Antiphlogistika und Antirheumatika
      1. M01A Nichtsteroidale Antiphlogistika und Antirheumatika
        1. M01AE Propionsäure-Derivate
          1. M01AE01 Ibuprofen
Zulassung (Z.Nr.)? 142721; seit 30.04.2025; Verfahren: DE/H/7453/001
Inverkehrbringen? keine Einstellung gemeldet
Zulassungsinhaber? Fairmed Healthcare GmbH, Dorotheenstraße 48, 22301 Hamburg, Deutschland

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Daten vom 27.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.