Fachinformation - Adenosin Hikma 6 mg/2 ml Injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Adenosin Hikma 6 mg/2 ml Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 ml Injektionslösung enthält 3 mg Adenosin.
Eine Ampulle mit 2 ml enthält 6 mg Adenosin (6 mg/2 ml)
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:
Eine Ampulle mit 2 ml enthält 7,08 mg Natrium (als Natriumchlorid).
Adenosin Hikma enthält 9 mg Natriumchlorid pro ml (entsprechend 3,54 mg Natrium pro ml). Dies ist bei Patienten, die eine natriumarme Diät einhalten sollen, zu beachten.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung
Klare, farblose, sterile Lösung, im Wesentlichen frei von Partikeln.
Die Lösung weist einen pH zwischen 4,5 – 7,5 und eine Osmolalität von 270 – 330 mOsm/kg auf.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Schnelle Wiederherstellung eines normalen Sinusrhythmus bei paroxysmaler supraventrikulärer Tachykardie, einschließlich derer in Verbindung mit akzessorischen Leitungsbündel (Wolff-Parkinson-White-Syndrom).
Kinder und Jugendliche
Schnelle Umwandlung von einer paroxysmalen supraventrikulären Tachykardie in einen normalen Sinusrhythmus bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 18 Jahren.
Diagnostische Anwendungsgebiete
Hilfsmittel zur Diagnose supraventrikulärer Breit- oder Engkomplextachykardien. Auch wenn Adenosin Vorhofflattern, Vorhofflimmern oder ventrikuläre Tachykardie nicht in einen Sinusrhythmus verwandeln kann, unterstützt die Verlangsamung der AV-Leitung die Diagnose der Vorhofaktivität.
Sensibilisierung von intrakavitären elektrophysiologischen Untersuchungen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Adenosin Hikma ist nur zur Anwendung in Krankenhäusern vorgesehen, die über eine für den sofortigen Einsatz verfügbare Ausstattung zur Überwachung und kardiopulmonalen Reanimation verfügen.
Adenosin Hikma ist nur zu verwenden, wenn Möglichkeiten zur kardiologischen Überwachung vorhanden sind. Patienten, die bei einer bestimmten Dosis einen hochgradigen AV-Block entwickeln, dürfen keine weiteren Dosierungsstufen erhalten.
Dosierung
Erwachsene
Erste Dosis: 3 mg, verabreicht als rascher intravenöser Bolus (über 2 Sekunden) Zweite Dosis: Wenn die erste Dosis nicht innerhalb von 1 bis 2 Minuten zur Beseitigung der supraventrikulären Tachykardie führt, sollten 6 mg ebenfalls als schneller intravenöser Bolus verabreicht werden.
Dritte Dosis: Wenn die zweite Dosis nicht innerhalb von 1 bis 2 Minuten zur Beseitigung der supraventrikulären Tachykardie führt, sollten 12 mg ebenfalls als schneller intravenöser Bolus verabreicht werden.
Zusätzliche oder höhere Dosen werden nicht empfohlen.
Kinder und Jugendliche
Folgende Dosierung wird zur Behandlung einer paroxysmalen supraventrikulären Tachykardie bei Kindern und Jugendlichen empfohlen:
- erster Bolus von 0,1 mg/kg Körpergewicht (Maximaldosis 6 mg),
schrittweise Erhöhung der Dosis um jeweils 0,1 mg/kg Körpergewicht nach Bedarf bis eine
Beendigung der supraventrikulären Tachykardie erreicht werden kann (Maximaldosis 12 mg).
Ältere Patienten
Siehe Dosierungsempfehlungen für Erwachsene.
Art der Anwendung
Intravenöse Anwendung
Das Arzneimittel sollte als schnelle intravenöse (IV) Bolusinjektion entsprechend dem oben angegebenen Schema mit ansteigender Dosierung verabreicht werden. Um sicher zu sein, dass die Lösung den systemischen Kreislauf erreicht, ist entweder direkt in eine Vene oder in einen iv. Zugang zu injizieren. Bei Verabreichung über einen i.v. Zugang sollte dies so proximal wie möglich erfolgen und es ist mit einem rasch applizierten Bolus physiologischer Kochsalzlösung nachzuspülen. Bei Verabreichung durch eine periphere Vene sollte eine Kanüle mit großem Innendurchmesser verwendet werden.
Adenosin Hikma ist nur zu verwenden, wenn Möglichkeiten zur kardiologischen Überwachung vorhanden sind. Patienten, die bei einer bestimmten Dosis einen hochgradigen AV-Block entwickeln, dürfen keine weiteren Dosissteigerungen erhalten.
Diagnostische Dosis
Der obige ansteigende Dosierungsplan ist zu verwenden, bis ausreichende diagnostische Informationen erhalten wurden.
4.3 Gegenanzeigen
Adenosin Hikma ist kontraindiziert bei Patienten mit:
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile,
Sinusknotensyndrom, Atrioventrikularblock (AV-Block) zweiten oder dritten Grades (außer bei
Patienten mit funktionierendem künstlichen Herzschrittmacher),
chronisch obstruktiver Lungenerkrankung mit Nachweis von Bronchospasmus (z. B.
Bronchialasthma),
- langem QT-Syndrom,
- schwerer Hypotonie,
- dekompensierten Zuständen des Herzversagens.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Besondere Warnhinweise
Aufgrund der Möglichkeit, dass während der Umwandlung der supraventrikulären Tachykardie in einen normalen Sinusrhythmus kurzzeitige Herzrhythmusstörungen auftreten, ist die Anwendung in einem klinischen Umfeld mit jederzeit ggf. einsetzbaren Überwachungs- und Herz-Lungen-Wiederbelebungsgeräten durchzuführen. Während der Anwendung ist eine ständige EKG-Überwachung erforderlich, da lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auftreten könnten. (Abschnitt 4.2).
Da Adenosin das Potenzial hat, starke Hypotonie auszulösen, ist es bei Patienten mit Linksherzstenose, nicht korrigierter Hypovolämie, stenotischer Herzklappenkrankheit, Links-Rechts-Shunt, Herzbeutelentzündung oder Perikarderguss, autonomischer Fehlfunktion oder stenotischer Halsschlagadererkrankung mit zerebrovaskulärer Insuffizienz mit Vorsicht anzuwenden. Adenosin Hikma ist bei Patienten mit nicht lange zurückliegendem Myokardinfarkt, schwerem Herzversagen oder bei Patienten mit leichten Leitungsstörungen (AV-Block ersten Grades, Schenkelblock), die sich während der Infusion vorübergehend verschlechtern könnten, mit Vorsicht anzuwenden.
Adenosin Hikma ist bei Patienten mit Vorhofflattern oder -flimmern und besonders bei jenen mit einer akzessorischen Leitungsbahn mit Vorsicht anzuwenden, da insbesondere die Letzteren eine gesteigerte Übertragung entlang der anormalen Leitungsbahn entwickeln könnten.
Es wurden seltene Fälle schwerer Bradykardie gemeldet. Einige traten bei frühen Post-Herztransplantationspatienten auf; in den anderen Fällen lag eine okkulte sinuatriale Erkrankung vor. Das Auftreten schwerer Bradykardie sollte als Warnzeichen für eine Vorerkrankung gesehen werden und könnte möglicherweise das Auftreten von Torsades de Pointes begünstigen, besonders bei Patienten mit verlängerten QT-Intervallen.
Bei Patienten mit nicht lange zurückliegender Herztransplantation (weniger als 1 Jahr) wurde eine erhöhte Sensibilität des Herzens gegenüber Adenosin beobachtet.
Da weder Niere noch Leber am Abbau von exogenem Adenosin beteiligt sind, sollte die Wirksamkeit von Adenosin Hikma durch eine Leber- oder Niereninsuffizienz nicht beeinträchtigt werden.
Da Dipyridamol ein bekannter Hemmer der Adenosinaufnahme ist, kann es die Wirkung von Adenosin Hikma potenzieren. Daher wird nahegelegt, dass Adenosin Hikma nicht an Patienten verabreicht werden sollte, die Dipyridamol erhalten; wenn die Verwendung von Adenosin Hikma von entscheidender Bedeutung ist, ist Dipyridamol 24 Stunden vorher abzusetzen, oder die Dosierung von Adenosin Hikma ist deutlich zu verringern. (Siehe Abschnitt 4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen).
Adenosin hat sich bei Patienten mit Vorhof- oder Kammertachykardie oder mit Tachykardien, die auf Vorhofflimmern oder Vorhofflattern zurückzuführen sind, als unwirksam erwiesen.
Vorsichtsmaßnahmen
Bei Auftreten von Angina pectoris, schwerer Bradykardie, schwerer Hypotonie, Atemstillstand (potenziell tödlich) oder Asystolie/Herzstillstand (potenziell tödlich) ist die Anwendung sofort abzubrechen.
Auch bei instabiler Angina pectoris in der Vorgeschichte ist Adenosin mit Vorsicht anzuwenden.
Adenosin kann bei Patienten, die zu Krampfanfällen neigen, Krampfanfälle auslösen. Bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Krampfanfällen ist die Anwendung von Adenosin sorgfältig zu überwachen.
Aufgrund des möglichen Risikos von Torsades de Pointes ist Hikma bei Patienten mit verlängertem QT-Intervall mit Vorsicht anzuwenden, ungeachtet dessen, ob dies medikamentenbedingt oder metabolischen Ursprungs ist. Adenosin Hikma ist für Patienten mit langem QT-Syndrom kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Adenosin kann Bronchospasmen herbeiführen oder verschlimmern (siehe Abschnitte 4.3 und 4.8).
Adenosin enthält 9 mg Natriumchlorid pro ml (entspricht 3,54 mg Natrium pro ml), d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.
Kinder und Jugendliche
Adenosin kann Vorhofarrhythmien auslösen und somit zur ventrikulären Beschleunigung bei Kindern mit Wolff-Parkinson- White-Syndrom (WPW- Syndrom) führen. Siehe auch Abschnitt 5.1. Die Wirksamkeit einer intraossären Verabreichung wurde nicht belegt.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Dipyridamol hemmt die Aufnahme und den Metabolismus von Adenosin in den Zellen und potenziert die Wirkung von Adenosin Infusionslösung. In einer Studie wurde gezeigt, dass Dipyridamol die Wirkung von Adenosin auf das Vierfache ansteigen lässt. Nach gleichzeitiger Anwendung wurde über Asystolie berichtet.
Daher ist Adenosin Injektionslösung möglichst nicht bei Patienten anzuwenden, die Dipyridamol erhalten. Ist die Anwendung von Adenosin Injektionslösung unbedingt erforderlich, ist Dipyridamol 24 Stunden zuvor abzusetzen oder eine deutlich geringere Adenosin-Dosis anzuwenden (siehe Abschnitt 4.4).
Aminophyllin, Theophyllin und andere Xanthine sind kompetitive Adenosin-Antagonisten und sind innerhalb von 24 Stunden vor der Verabreichung von Adenosin zu vermeiden.
Xanthinhaltige Lebensmittel und Getränke wie Tee, Kaffee, Schokolade und Cola sind mindestens 12 Stunden vor der Anwendung von Adenosin zu vermeiden.
Adenosin kann mit anderen Arzneimitteln, die die Überleitung hemmen (z. B. Betablocker, Digitalis, Verapamil) oder beschleunigen (z. B. β-Sympathomimetika), interagieren.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Bisher liegen keine oder nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Adenosin bei Schwangeren vor. Es liegen keine ausreichenden tierexperimentellen Studien in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität vor. Die Anwendung von Adenosin während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, es sei denn, der Nutzen überwiegt nach Einschätzung des Arztes die potentiellen Risiken.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Adenosin-Metabolite in die Muttermilch übergehen.
Adenosin Injektionslösung soll während der Stillzeit nicht angewendet werden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen
Nicht zutreffend.
4.8 Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen sind im Allgemeinen leicht und von kurzer Dauer (in der Regel weniger als 1 Minute) und werden vom Patienten gut toleriert. Allerdings kann es auch zu schweren Reaktionen kommen.
Methylxanthine wie Aminophyllin oder Theophyllin wurden intravenös zur Beendigung persistierender Nebenwirkungen eingesetzt (50 – 125 mg als langsame intravenöse Infusion).
Nebenwirkungen werden nach ihrer Häufigkeit wie folgt klassifiziert:
Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Erkrankungen des Immunsystems
Nicht bekannt: Anaphylaktische Reaktionen (einschließlich
Angioödeme und Hautreaktionen wie z. B. Urtikaria oder Ausschlag).
Psychiatrische Erkrankungen
Häufig: Innere Unruhe
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit Gelegentlich: Druckgefühl im Kopf
Sehr selten: vorübergehende, spontan und schnell reversible
Verschlechterung eines erhöhten intrakraniellen Druckes
Nicht bekannt: Bewusstlosigkeit/Synkope, Krampfanfälle,
insbesondere bei prädisponierten Patienten (siehe Abschnitt 4.4)
Augenerkrankungen
Gelegentlich: Verschwommenes Sehen
Herzerkrankungen
Häufig: Bradykardie, Sinuspause, Aussetzen des Herzschlags,
Vorhofextrasystolen, Atrioventrikulärer Block, Störungen der ventrikulären Erregbarkeit wie Kammerextrasystolen, nicht anhaltende Kammertachykardie, Asystolie (in der Regel transient und selbstlimitierend),
Gelegentlich: Sinustachycardie, Palpitationen
Sehr selten: Vorhofflimmern, schwere Bradykardie, die nicht mit
Atropin zu beheben ist und möglicherweise einen temporären Schrittmacher erfordert, Störungen der ventrikulären Erregbarkeit einschließlich Kammerflimmern und Torsade de pointes (siehe Abschnitt 4.4)
Nicht bekannt: Hypotonie, in manchen Fällen schwer,
Asystolie/Herzstillstand, in manchen Fällen mit tödlichem Verlauf, insbesondere bei Patienten, bei denen eine ischämische Herzerkrankung/kardiale Störung vorliegt , Myokardinfarkt/ST-Segmenterhöhung, insbesondere bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit - vorbestehende schwere koronare Herzkrankheit (siehe Abschnitt 4.4) Koronararterienspasmus, der zum Myokardinfarkt führen kann.
Gefäßerkrankungen
Sehr häufig: Gesichtsröte (Flush)
Nicht bekannt: Schlaganfall / transitorische ischämische Attacke;
sekundär zu den hämodynamischen Wirkungen von Adenosin, einschließlich Hypotonie (Abschnitt 4.4) Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Sehr häufig: Dyspnoe (oder der Drang, tief einzuatmen) Gelegentlich: Hyperventilation
Sehr selten: Bronchospasm (siehe Abschnitt 4.4) Nicht bekannt: Akute Ateminsuffizienz (siehe Abschnitt 4.4),
Apnoe/Atemstillstand
Fälle von akuter Ateminsuffizienz, Bronchospasmen und Apnoe und Atemstillstand mit tödlichem Verlauf wurden berichtet.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Übelkeit
Gelegentlich: Metallischer Geschmack
Nicht bekannt: Erbrechen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Sehr häufig: Gefühl der Brustkorbeinengung, Brustschmerz,
Brustdruck
Häufig: Brennendes Gefühl
Gelegentlich: Schwitzen, Gefühl allgemeinen
Unwohlseins/Schwächegefühl/Schmerzen Sehr selten: Reaktionen an der Injektionsstelle
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
4.9 Überdosierung
Eine Überdosierung würde schwere Hypertonie, Bradykardie oder eine Asystolie verursachen. Die Halbwertszeit von Adenosin im Blut ist sehr kurz, und Nebenwirkungen klingen schnell ab (so sie auftreten).
EineVerabreichung von IV Aminophyllin oder Theophyllin kann erforderlich sein. Die pharmakokinetische Beurteilung zeigt, dass Methylxanthine konkurrierende Gegenmittel gegen Adenosin sind und dass therapeutische Konzentrationen von Theophyllin seine exogene Wirkung blockiert.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Herzmittel, ATC-Code: C01EB10 Endogenes Nukleosid mit peripherer Vasodilator-/antiarrhythmischer Wirkung. Antiarrhythmisches Arzneimittel.
Wirkmechanismus
Adenosin ist ein Purinnukleosid, das in allen Körperzellen vorhanden ist. Tierpharmakologische Untersuchungen an verschiedenen Spezies haben gezeigt, dass Adenosin einen negativ dromotropen Effekt auf den atrioventrikulären (AV) Knoten hat.
Beim Menschen verlangsamt Adenosin nach rascher intravenöser Injektion die AV-Knoten-Überleitung. Diese Wirkung kann Reentry-Kreise, die den AV-Knoten betreffen, unterbrechen und bei Patienten mit paroxysmalen supraventrikulären Tachykardien einen normalen Sinusrhythmus wiederherstellen. Sobald der Reentry-Kreis unterbrochen ist, sistiert die Tachykardie und ein normaler Sinusrhythmus ist wiederhergestellt.
Pharmakodynamische Wirkungen
Eine akute Unterbrechung des Kreislaufs ist üblicherweise ausreichend, um die Tachykardie zum Stillstand zu bringen.
Da bei Vorhofflattern und Vorhofflimmern der AV-Knoten nicht als Teil eines Reentry-Kreislaufs beteiligt ist, kann Adenosin diese Herzrhythmusstörungen nicht beenden.
Durch vorübergehende Verlangsamung der AV-Reizleitung ist die Vorhofaktivität in EKG-Aufzeichnungen einfacher zu bewerten, und daher kann die Verwendung von Adenosin die Diagnose von Breit- oder Engkomplextachykardien unterstützen.
Adenosin kann in elektrophysiologischen Studien zur Identifizierung des Orts eines AV-Blocks oder in einigen Fällen der Vorerregung zur Bestimmung nützlich sein, ob die Reizleitung durch eine akzessorische Bahn oder über den AV- Knoten erfolgt.
Kinder und Jugendliche
Es wurden keine kontrollierten Studien bei pädiatrischen Patienten mit Adenosin für die Umwandlung paroxysmaler supraventrikulärer Tachykardien (PSVT) durchgeführt. Jedoch gilt die Sicherheit und Wirksamkeit von Adenosin bei Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren mit PSVT auf der Grundlage von weiträumiger klinischer Nutzung und Literaturinformationen (Open-Label- Studien, Fallberichte, klinische Richtlinien) als belegt.
Eine Literaturanalyse ergab 14 Studien, in denen IV Adenosin zur akuten Beendigung einer supraventrikulären Tachykardie (SVT) bei insgesamt etwa 450 pädiatrischen Patienten im Alter von 6 Stunden bis zu 18 Jahren verwendet wurde. Die Studien waren hinsichtlich des Alters und des Dosierungsplans heterogen. Die SVT wurde in 72 bis 100 % der Fälle in den meisten veröffentlichen Studien beendet. Die verwendeten Dosierungen schwankten zwischen 37,5 μg/kg und 400 μg/kg. Mehrere Studien besprachen eine mangelnde Reaktion auf Anfangsdosen von weniger als 100 μg/kg.
Abhängig von der Krankengeschichte, den Symptomen und der EKG Diagnose des Kindes wurde Adenosin in der klinischen Praxis unter fachmännischer Aufsicht bei Kindern mit stabiler QRS Breitkomplextachykardie und Wolff- Parkinson-White-Syndrom angewandt; die derzeit verfügbaren Daten unterstützen jedoch keine pädiatrische Indikation. Insgesamt 6 Fälle von durch Adenosin ausgelöste Arrhythmien (3 x Vorhofflimmern, 2 x Vorhofflattern, 1 x Kammerflimmern) wurden bei 6 Kindern im Alter von 0 bis 16 Jahren mit offenbarem oder verborgenem WPW Syndrom beschrieben, von denen sich 3 spontan erholten und 3 Amiodaron +/- Kardioversion benötigten (siehe auch Abschnitt 4.4).
Adenosin wurde in den gleichen Dosen wie für die Behandlung der supraventrikulären Tachykardie als Hilfsmittel zur Diagnose supraventrikulärer Breit- oder Engkomplextachykardien eingesetzt. Auch wenn Adenosin Vorhofflattern, Vorhofflimmern oder ventrikuläre Tachykardie nicht in einen Sinusrhythmus verwandeln kann, unterstützt die Verlangsamung der AV Leitung die Diagnose der Vorhofaktivität. Die gegenwärtig verfügbaren Daten unterstützen jedoch keine pädiatrische Indikation für die Nutzung von Adenosin zu Diagnosezwecken.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Eine Untersuchung von Adenosin über klassische ADME-Protokolle ist nicht möglich. Es ist in verschiedenen Formen in allen Zellen des Körpers vorhanden, wo es eine wichtige Rolle in den Energieproduktions- und - nutzungssystemen spielt. Im Körper besteht ein effizientes Abfallverwertungs und Recyclingsystem, vorrangig in den Erythrozyten und den Endothelzellen der Blutgefäße. Die In- Vitro-Halbwertzeit wird auf < 10 Sekunden geschätzt. Die In-Vivo-Halbwertzeit kann noch kürzer sein.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Es gibt keine präklinischen Daten, die für die verschreibende Person relevant wären und die nicht bereits in anderen Abschnitten der Fachinformation enthalten sind.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke.
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
2 Jahre
Der Ampulleninhalt ist für die Verabreichung als Einzeldosis bestimmt. Der Rest des Ampulleninhalts ist nach der ersten Anwendung sofort zu verwerfen.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht bei über 30 °C aufbewahren. Nicht im Kühlschrank aufbewahren.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Klare Typ I Glasampullen
Packungen mit 10 Ampullen in Kunststoffschalen in einem Umkarton.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur
Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Hikma Farmacêutica (Portugal), S.A. Estrada do Rio da Mó 8 A-B – Fervença 2705-906 Terrugem SNT
Portugal
Mitvertrieb
Hikma Pharma GmbH
Lochhamer Straße 13
82152 Martinsried
Deutschland
8. ZULASSUNGSNUMMER
Z.Nr.: 141277
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 08.07.2022
10. STAND DER INFORMATION
08.2023
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig.
