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Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation 500 mg Hartkapseln – Fachinformation

Die Fachinformation ist für Ärztinnen, Ärzte und Apotheken bestimmt. Leicht verständliche Angaben für Patientinnen und Patienten stehen im Beipackzettel: Dosierung, Nebenwirkungen, Andere Medikamente, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Rezeptpflichtig
Stärke des Medikaments:
500 mg, 250 mg
Enthält den Wirkstoff:
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Fachinformation - Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation 500 mg Hartkapseln

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation 250 mg Hartkapseln

Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation 500 mg Hartkapseln

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Hartkapsel enthält 250 mg Ursodeoxycholsäure (UCDA).

Jede Hartkapsel enthält 500 mg Ursodeoxycholsäure (UCDA).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Hartkapseln.

Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation 250 mg Hartkapseln der Größe 0, ca. 21,7 mm x 7,64 mm, mit gelber Kappe und Boden gefüllt mit weißem, homogenem Pulver Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation 500 mg Hartkapseln der Größe 00, mit einer Länge von 23,4 mm, mit weißer Kappe und Boden gefüllt mit weißem, homogenem Pulver.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

  1. 1. Zur Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen bei Patienten:
  2. - mit einem oder mehreren röntgendurchlässigen (radio-negativen) Gallensteinen, vorzugsweise mit einem Durchmesser von nicht mehr als 2 cm, in einer ordnungsgemäß funktionierenden Gallenblase.
  3. - die einen chirurgischen Eingriff ablehnen oder bei denen ein chirurgischer Eingriff nicht angezeigt ist.
  4. -

    bei denen durch chemische Untersuchung der mittels Duodenalsonde gewonnenen Galle eine

    Cholesterin-Übersättigung nachgewiesen wurde,

  5. -

    als Begleitmedikation vor und nach der Stoßwellenzertrümmerung (Lithotripsie) von

    Gallensteinen.

  6. 2. Primär biliäre Cholangitis (PBC, auch bekannt als primär biliäre Zirrhose).

Kinder und Jugendliche

  1. 3.

    Leber- und Gallenerkrankungen in Verbindung mit zystischer Fibrose bei Kindern und

    Jugendlichen im Alter von 6 bis unter 18 Jahren.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Zur Auflösung von Gallensteinen (allein oder in Kombination mit Lithotripsie)

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 8-10 mg Ursodeoxycholsäure pro kg Körpergewicht, entsprechend:

Körpergewicht [kg]

Ursodeoxycholsäure

Pharmaceutical Innovation

250 mg Hartkapseln

Ursodeoxycholsäure

Pharmaceutical Innovation

500 mg Hartkapseln

< 60 kg21
61-80 kg31 + 250 mg Kapsel
81-100 kg42
> 100 kg52 + 250 mg Kapsel

Die Dosis ist auf zwei Einnahmen nach den Morgen- und Abendmahlzeiten aufzuteilen, wobei eine Einnahme immer nach der Abendmahlzeit erfolgt

ODER

Die Hartkapsel(n) sind am Abend vor dem Schlafengehen einzunehmen.

Die Einnahme der Hartkapseln muss regelmäßig erfolgen.

Die Dauer des Auflösungsprozesses mit diesem Arzneimittel beträgt 6 Monate bis 2 Jahre, abhängig von der ursprünglichen Größe der Gallensteine. Für eine korrekte Beurteilung des Therapieerfolgs ist es notwendig, zu Beginn der Behandlung die Größe der vorhandenen Steine genau zu bestimmen und diese anschließend regelmäßig, z. B. alle 3-4 Monate, durch neue Röntgenaufnahmen und/oder Ultraschalluntersuchungen zu kontrollieren.

Bei Patienten, deren Steine nach 6-monatiger Behandlung unter der angegebenen Dosierung nicht kleiner geworden sind, wird empfohlen, den biliären Lithogenitäts-Index über eine Duodenal-Drainage zu bestimmen. Wenn die Galle einen Index von >1,0 aufweist, ist es unwahrscheinlich, dass ein günstiges Ergebnis erzielt werden kann, und es ist besser, eine andere Behandlungsform der Gallensteine in Betracht zu ziehen. Nachdem eine Ultraschall-Nachuntersuchung die vollständige Auflösung der Gallensteine bestätigt hat, muss die Behandlung über einen Zeitraum von 3 bis 4 Monaten weiterhin fortgesetzt werden.

Absetzen der Therapie

Eine Therapieunterbrechung für 3-4 Wochen führt zu erneuter Gallenübersättigung und verlängert die Gesamtdauer der Behandlung. Wird die Behandlung nach der Auflösung der Gallensteine abgebrochen, kann es zu einem Rezidiv kommen.

Zur Behandlung der primär biliären Cholangitis (PBC)

Stadium I-III

Die Tagesdosis hängt vom Körpergewicht ab und liegt bei 12-16 mg Ursodeoxycholsäure pro kg Körpergewicht.

Während der ersten 3 Monate der Behandlung ist dieses Arzneimittel in geteilten Dosen über den Tag verteilt einzunehmen. Wenn sich die Leberfunktion verbessert, kann die gesamte Tagesdosis einmal täglich am Abend eingenommen werden.

Körpergewicht

KG [kg]

Tagesdosis [mg/kg KG]

Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation 250 mg

Hartkapseln

Erste 3 MonateDanach
morgensnachmittagsabendsabends (einmal täglich)
47-6212-161113
63-7813-161124
79-9313-161225
94-10914-162226
Mehr als 1102237

Körpergewicht

KG [kg]

Tagesdosis [mg/kg KG]Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation 500 mg Hartkapseln
Erste 3 MonateDanach
morgensnachmittagsabends

abends

(einmal täglich)

47 - 6212-16Geringere Stärke einnehmen (250 mg Hartkapsel)1 + 250 mg Hartkapsel
63 - 7813-16

Geringere Stärke

einnehmen (250 mg Hartkapsel)

Geringere Stärke

einnehmen (250 mg Hartkapsel)

12
79 - 9313-16

Geringere Stärke

einnehmen (250 mg Hartkapsel)

112 + 250 mg Hartkapsel
94 - 10914-161113
über 11011

1 +

250 mg Hartkapsel

3 + 250 mg Hartkapsel

Stadium IV

In Kombination mit erhöhten Serumbilirubin-Werten (> 40 μg/L; konjugiert) ist initial nur die Hälfte der üblichen Dosis (siehe Dosierung für die Stadien I-III) anzuwenden (6-8 mg/kg/Tag Ursodeoxycholsäure, entsprechend etwa 2-3 Hartkapseln).

Im weiteren Verlauf ist die Leberfunktion mehrere Wochen lang ordnungsgemäß zu überwachen (2 wöchentliche Kontrollen über 6 Wochen). Kommt es zu keiner Verschlechterung der Leberwerte (AP, ALAT, ASAT, gamma-GT, Bilirubin) und zu keiner Zunahme des Juckreizes, kann die Dosis weiter bis auf das übliche Niveau gesteigert werden. Dabei ist allerdings die Leberfunktion wieder über mehrere Wochen engmaschig zu kontrollieren. Wenn auch dabei keine Verschlechterung der Leberfunktion beobachtet wird, kann der Patient langfristig mit der üblichen Dosierung behandelt werden.

Patienten mit primär biliärer Cholangitis (Stadium IV) ohne erhöhte Serumbilirubin-Werte können von Anfang an die übliche Initialdosis erhalten (siehe Dosierung für Stadium I-III).

Jedoch ist auch in diesen Fällen, wie oben beschrieben, die Leberfunktion engmaschig zu überwachen; die Behandlung der PBC muss regelmäßig anhand der Leberwerte (Labor) und klinischen Befunde bewertet werden.

Zur Behandlung der PBC kann dieses Arzneimittel zeitlich unbegrenzt eingenommen werden. Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche mit zystischer Fibrose im Alter von 6 bis 18 Jahren:

20 mg/kg/Tag Ursodeoxycholsäure in 2 bis 3 geteilten Dosen, bei Bedarf Erhöhung auf bis zu 30 mg/kg/Tag.

Körpergewicht

KG [kg]

Tagesdosis [mg/kg KG]

Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical

Innovation 250 mg Hartkapseln

morgensmittagsabends
20 - 2917-251--1
30 - 3919-25111
40 - 4920-25112
50 - 5921-25122
60 - 6922-25222
70 - 7922-25223
80 - 8922-25233
90 - 9923-25333
100 - 10923-25334
>110344

Körpergewicht

KG [kg]

Tagesdosis [mg/kg KG]

Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation 500 mg

Hartkapseln

morgensmittagsabends
20 - 2917-25

Geringere Stärke einnehmen (250 mg

Hartkapsel)

--

Geringere Stärke einnehmen (250 mg

Hartkapsel)

30 - 3919-25

Geringere Stärke einnehmen (250 mg

Hartkapsel)

Geringere Stärke einnehmen (250 mg Hartkapsel)

Geringere Stärke einnehmen (250 mg

Hartkapsel)

40 - 4920-25

Geringere Stärke einnehmen (250 mg

Hartkapsel)

Geringere Stärke einnehmen (250 mg Hartkapsel)1
50 - 5921-25

Geringere Stärke einnehmen (250 mg

Hartkapsel)

11
60 - 6922-25111
70 - 7922-25111 + 250 mg Hartkapsel
80 - 8922-2511 + 250 mg Hartkapsel1 + 250 mg Hartkapsel
90 - 9923-251 + 250 mg Hartkapsel1 + 250 mg Hartkapsel1 + 250 mg Hartkapsel
100 - 10923-251 + 250 mg Hartkapsel1 + 250 mg Hartkapsel2
>1101 + 250 mg Hartkapsel22

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Hartkapseln sind unzerteilt mit etwas Flüssigkeit zu schlucken. Das Arzneimittel ist regelmäßig einzunehmen. Für Patienten, die weniger als 47 kg wiegen oder Patienten, die nicht schlucken können, stehen andere Darreichungsformen von Ursodeoxycholsäure zur Verfügung.

4.3 Gegenanzeigen

Ursodeoxycholsäure-Pharmaceutical Innovation darf nicht angewendet werden bei Patienten mit: - Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

  • akuten Entzündungen der Gallenblase oder der Gallenwege.
  • Verschluss der Gallenwege (Verschluss des Hauptgallengangs oder eines zystischen Gangs). - häufig auftretenden Gallenkoliken.
  • röntgendichten, kalzifizierten Gallensteinen.
  • eingeschränkter Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase.
  • Überempfindlichkeit gegen Gallensäuren.
  • aktiven Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.

Kinder und Jugendliche

  • Erfolglose Porto-Enterostomie bzw. fehlende Wiederherstellung eines normalen Gallenflusses bei

    Kindern mit Gallengangsatresie

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Ursodeoxycholsäure-Pharmaceutical Innovation ist nur unter ärztlicher Kontrolle einzunehmen.

Während der ersten drei Monate der Behandlung sind die Leberfunktionsparameter AST (SGOT), ALT (SGPT) und γ-GT alle 4 Wochen, danach alle 3 Monate vom Arzt zu kontrollieren. Diese Überwachung ermöglicht nicht nur die Identifizierung von Respondern und Non-Respondern bei Patienten, die wegen primär biliärer Cholangitis behandelt werden, sondern auch die frühzeitige Erkennung einer möglichen Verschlechterung der Leberfunktion, insbesondere bei Patienten mit primär biliärer Cholangitis im fortgeschrittenen Stadium.

Bei Anwendung zur Auflösung von Gallensteinen:

Um den Verlauf der Behandlung einschätzen und eine Verkalkung der Gallensteine rechtzeitig erkennen zu können, ist abhängig von der Steingröße 6-10 Monate nach Behandlungsbeginn eine Darstellung der Gallenblase (orale Cholezystografie) mit Übersichts- und Schlussaufnahmen im Stehen und im Liegen (Ultraschallverlaufskontrolle) durchzuführen.

Bei röntgenologisch nicht darstellbarer Gallenblase, kalzifizierten Gallensteinen, gestörter Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase und bei häufigen Gallenkoliken ist die Behandlung mit Ursodeoxycholsäure abzubrechen.

Patientinnen, die dieses Arzneimittel zur Auflösung von Gallensteinen einnehmen, haben wirksame nicht-hormonelle Verhütungsmittel anzuwenden, da hormonhaltige Kontrazeptiva die Bildung von Gallensteinen fördern können (siehe Abschnitte 4.5 und 4.6).

Bei Anwendung zur Behandlung von Patienten mit primärer Cholangitis im fortgeschrittenen Stadium: In sehr seltenen Fällen wurde eine Dekompensation der Leberzirrhose beobachtet, die nach Absetzen der Behandlung teilweise reversibel war.

Bei Patienten mit PBC können sich klinische Symptome in seltenen Fällen zu Beginn der Behandlung verschlechtern, z. B. kann der Juckreiz zunehmen. In diesem Fall kann die Dosierung dieses Arzneimittels auf eine 250 mg Hartkapsel pro Tag reduziert werden und ist anschließend schrittweise auf die empfohlene Dosis zu erhöhen, wie in Abschnitt 4.2 beschrieben.

Bei Diarrhö muss die Dosis reduziert werden und in Fällen von anhaltendem Durchfall ist die Therapie abzubrechen.

4.5 Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation ist nicht gleichzeitig mit Colestyramin, Colestipol oder Antazida, die Aluminiumhydroxid und/oder Smektit (Aluminiumoxid) enthalten, einzunehmen, da diese Präparate Ursodeoxycholsäure im Darm binden und dadurch ihre Aufnahme und Wirksamkeit hemmen.

Wenn die Einnahme eines Präparats, das einen dieser Wirkstoffe enthält, erforderlich ist, muss diese mindestens 2 Stunden vor oder nach Ursodeoxycholsäure erfolgen.

Ursodeoxycholsäure kann die Aufnahme von Ciclosporin aus dem Darm erhöhen. Bei Patienten, die mit Ciclosporin behandelt werden, ist die Blutkonzentrationen dieser Substanz daher zu kontrollieren und die Ciclosporin-Dosis gegebenenfalls anzupassen.

Da Ursodeoxycholsäure die Gallensäuresekretion beeinflusst, besteht die theoretische Möglichkeit, dass die Resorption anderer lipophiler Substanzen verändert wird.

In Einzelfällen kann Ursodeoxycholsäure die Aufnahme von Ciprofloxacin verringern.

In einer klinischen Studie mit gesunden Probanden führte die gleichzeitige Einnahme dieses Arzneimittels (500 mg/Tag) und von Rosuvastatin (20 mg/Tag) zu leicht erhöhten Plasmaspiegeln von Rosuvastatin. Die klinische Relevanz dieser Wechselwirkung, auch in Bezug auf andere Statine, ist nicht bekannt.

Es wurde gezeigt, dass Ursodeoxycholsäure die Plasmaspitzenkonzentrationen (Cmax) und die Fläche unter der Kurve (AUC) des Kalziumantagonisten Nitrendipin vermindert.

Es wird empfohlen, die Ergebnisse der gleichzeitigen Anwendung von Nitrendipin und Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation genau zu überwachen. Es kann notwendig sein, die Dosierung von Nitrendipin zu erhöhen.

Es wurde auch über eine Wechselwirkung berichtet, die eine Verringerung der therapeutischen Wirkung von Dapson bewirkt. Diese Beobachtungen, in Verbindung mit In-vitro-Daten, könnten darauf hinweisen, dass Ursodeoxycholsäure Cytochrom P450 3A-Enzyme induzieren kann. In einer gut geplanten Interaktionsstudie mit Budesonid, einem bekannten Cytochrom P450 3A Substrat, wurde jedoch keine Induktion beobachtet.

Östrogene und Cholesterin-senkende Substanzen wie Clofibrat können die Gallensteinbildung erhöhen, was einer Auflösung von Gallensteinen durch Ursodesoxycholsäure entgegenwirkt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter sind nur zu behandeln, wenn sie zuverlässige empfängnisverhütende Maßnahmen anwenden: Nicht-hormonelle oder orale Kontrazeptiva mit niedrigem Östrogengehalt werden empfohlen. Patientinnen, die Ursodeoxycholsäure-Hartkapseln zur Auflösung von Gallensteinen einnehmen, haben jedoch eine wirksame nicht-hormonelle Empfängnisverhütung anzuwenden, da hormonelle orale Kontrazeptiva die biliäre Lithiasis verstärken können (siehe Abschnitt 4.4).

Vor Beginn der Behandlung muss das mögliche Bestehen einer Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Schwangerschaft

Es liegen keine oder nur eine begrenzte Menge an Daten über die Anwendung von Ursodeoxycholsäure bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizität in der frühen Phase der Trächtigkeit gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Daher ist Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation während der Schwangerschaft nicht anzuwenden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Stillzeit

Die wenigen dokumentierten Fälle bei stillenden Frauen zeigen, dass der Ursodeoxycholsäure-Spiegel in der Muttermilch sehr niedrig ist und wahrscheinlich keine Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen zu erwarten sind. Die Notwendigkeit einer Behandlung der Mutter mit Ursodeoxycholsäure und der Nutzen des Stillens sind gegen das mögliche Risiko für den Säugling abzuwägen.

Fertilität

Tierexperimentelle Studien haben keinen Einfluss von Ursodeoxycholsäure auf die Fertilität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Es liegen keine Daten über die Auswirkungen auf die Fertilität beim Menschen im Anschluss an eine Behandlung mit Ursodeoxycholsäure vor.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde gelegt:

Sehr häufig (≥1/10)

Häufig (≥1/100, <1/10)

Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100)

Selten (≥1/10.000, <1/1 000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: breiförmige Stühle oder Durchfall.

Sehr selten: schwere rechtsseitige Oberbauchbeschwerden bei der Behandlung der PBC

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten: Verkalkung von Gallensteinen; Dekompensation der Leberzirrhose (während der

Behandlung fortgeschrittener Stadien der PBC), die sich nach Absetzen der Therapie teilweise zurückbildete.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Sehr selten: Urtikaria.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 Wien

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Bei Überdosierungen können Diarrhöen auftreten. Im Allgemeinen sind andere Symptome einer Überdosierung unwahrscheinlich, da Ursodeoxycholsäure mit zunehmender Dosis schlechter resorbiert und deshalb vermehrt fäkal ausgeschieden wird.

Beim Auftreten von Durchfall ist die Dosis zu reduzieren und bei anhaltendem Durchfall ist die Behandlung abzubrechen.

Es sind keine spezifischen Gegenmaßnahmen notwendig; die Folgezustände von Durchfall sind symptomatisch mit Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich zu behandeln.

Es gibt keine Daten, die auf unerwünschte Nebenwirkungen von Ursodeoxycholsäure bei Überdosierung hinweisen.

Zusätzliche Informationen über bestimmte Patientengruppen:

Die Langzeitanwendung von hochdosierter Ursodeoxycholsäure (28-30 mg/kg/Tag) ging bei Patienten mit primär sklerosierender Cholangitis (off-label use) mit einer größeren Häufigkeit von schwerwiegenden Nebenwirkungen einher.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Gallen- und Lebertherapie, Gallensäuren und Derivate, ATC-Code: A05AA02

Wirkungsmechanismus

Gallensäuren gehören zu den Hauptbestandteilen der Galle und spielen eine Rolle bei der Anregung der Gallenproduktion. Gallensäuren sind auch wichtig, um das Cholesterin in der Galle in Lösung zu halten. Bei gesunden Menschen ist das Verhältnis zwischen Cholesterin- und Gallensäurekonzentration so, dass das Cholesterin den größten Teil des Tages in Lösung gehalten wird. Entsprechend können sich keine Gallensteine bilden (die Galle ist nicht lithogen). Bei Patienten mit Cholesterin in der Galle hat sich dieses Verhältnis verändert und die Galle ist mit Cholesterin übersättigt (die Galle ist lithogen). Dies kann nach einiger Zeit zu einer Ausfällung von Cholesterinkristallen und zur Bildung von Gallensteinen führen. Ursodeoxycholsäure kann lithogene Galle in nicht-lithogene Galle umwandeln und die Cholesterin-Gallensteine allmählich auflösen.

Pharmakodynamische Wirkungen

Studien über die Wirkung von Ursodeoxycholsäure auf die Cholestase bei Patienten mit beeinträchtigten Gallengängen sowie über die klinischen Symptome bei Patienten mit primär biliärer Cholangitis und zystischer Fibrose, zeigten eine rasche Abnahme der Cholestase-Zeichen im Blut (gemessen durch den erhöhten Wert von alkalischer Phosphatase (ALP), gamma-GT und Bilirubin), eine Abnahme des Juckreizes sowie bei den meisten Patienten auch eine Abnahme der Müdigkeit.

Kinder und Jugendliche

Zystische Fibrose

Aus klinischen Berichten stehen Langzeiterfahrungen von bis zu 10 Jahren zur Behandlung mit Ursodeoxycholsäure bei pädiatrischen Patienten mit zystischer Fibrose im Zusammenhang mit hepatobiliären Erkrankungen (CFAHD) zur Verfügung. Es wurde nachgewiesen, dass eine Behandlung mit Ursodeoxycholsäure die Gallengangsproliferation verringert, die Progression histologischer Schäden aufhalten und sogar hepatobiliäre Veränderungen umkehren kann, wenn sie in einem frühen Stadium von CFAHD erfolgt. Die Behandlung mit Ursodeoxycholsäure ist sofort nach der Diagnosestellung von CFAHD einzuleiten, um die Wirksamkeit der Behandlung zu optimieren.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Etwa 90 % der therapeutischen Dosis von Ursodeoxycholsäure werden nach oraler Einnahme rasch im Dünndarm resorbiert.

Verteilung

Die resorbierte Ursodeoxycholsäure wird in der Leber absorbiert (es gibt einen signifikanten „First-Pass-Effekt“), wo sie mit Glycin oder Taurin konjugiert und anschließend in die Gallenwege ausgeschieden wird. Nur ein geringer Anteil der Ursodeoxycholsäure lässt sich in der systemischen Zirkulation nachweisen und wird renal ausgeschieden.

Bei wiederholter Einnahme stellt sich nach etwa 3 Wochen ein Gleichgewichtszustand der Ursodeoxycholsäure-Konzentration in der Galle ein: Selbst bei hoher Dosierung macht die Gesamtkonzentration der Ursodeoxycholsäure jedoch nie mehr als etwa 60 % der Gallensäurekonzentration insgesamt aus.

Biotransformation

Über die Konjugation hinaus wird Ursodeoxycholsäure nicht metabolisiert. Ein geringer Anteil der oral aufgenommenen Ursodeoxycholsäure wird jedoch nach jedem enterohepatischen Kreislauf durch Bakterien zu 7-Keto-Lithocholsäure und Lithocholsäure umgewandelt, während gleichzeitig auch eine bakterielle Dekonjugation im Duodenum stattfindet.

Wenn die Leber nicht in der Lage ist, Lithocholsäure zu sulfatieren, kann Lithocholsäure cholestatische Leberschäden hervorrufen. Obwohl bei einigen Patienten eine verminderte Kapazität zur Sulfatierung von Lithocholsäure in der Leber festgestellt wurde, gibt es vorläufig keine klinischen Hinweise darauf, dass es unter Therapie mit Ursodeoxycholsäure zu cholestatischen Leberschäden kommt.

Elimination

Da Ursodeoxycholsäure, 7-Keto-Lithocholsäure und Lithocholsäure relativ schwer wasserlöslich sind, wird ein großer Teil über die Galle in den Stuhl ausgeschieden. Die resorbierte Ursodeoxycholsäure wird in der Leber rekonjugiert; 80 % der im Duodenum gebildeten Lithocholsäure wird fäkal ausgeschieden, aber die verbleibenden 20 % werden nach der Resorption in der Leber zu unlöslichen Lithocholyl-Konjugaten sulfatiert, die dann über die Galle und den Stuhl ausgeschieden werden. Die resorbierte 7-Keto-Lithocholsäure wird in der Leber zu Chenodeoxycholsäure reduziert.

Nach Beendigung der Ursodeoxycholsäure-Therapie sinkt die Konzentration von Ursodeoxycholsäure in der Galle innerhalb einer Woche schnell auf 5 bis 10 % der Gleichgewichtskonzentration zurück.

Die biologische Halbwertszeit der Ursodeoxycholsäure beträgt etwa 3,5 bis 5,8 Tage.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Nicht-klinische Daten aus konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxikologie bei wiederholter Verabreichung, Genotoxizität und Kanzerogenität sowie zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität lassen keine besondere Gefahr für den Menschen erkennen.

Die hepatotoxischen Effekte, die bei hohen Ursodeoxycholsäure-Dosen bei Affen beobachtet wurden, sind höchstwahrscheinlich auf den Metaboliten Lithocholsäure zurückzuführen, der bei Affen, im Gegensatz zum Menschen, nicht detoxifiziert wird (siehe Abschnitt 5.2). Die klinische Erfahrung mit den therapeutischen Indikationen zeigt, dass die hepatotoxischen Effekte beim Menschen nicht relevant sind.

Reproduktionsstudien an Tieren haben embryonale Effekte von Ursodeoxycholsäure bei Kaninchen (ab einer Dosis von 100 mg/kg) und teratogene Wirkungen bei Ratten bei einer Dosis von 2000 mg/kg ergeben. Die Fruchtbarkeit und die peri-/postnatale Entwicklung der Nachkommen werden bei Ratten nicht beeinträchtigt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation 250 mg Hartkapseln:

Maisstärke

Kieselsäure kolloidal und wasserfrei (E551)

Magnesiumstearat (E470b)

Gelatine (E441)

Titandioxid (E171)

Gelbes Eisenoxid (E172)

Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation 500 mg Hartkapseln:

Maisstärke

Kieselsäure kolloidal und wasserfrei (E551)

Magnesiumstearat (E470b)

Gelatine (E441)

Titandioxid (E171)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation 250 mg Hartkapseln:

Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation ist in PVC/Aluminium-Blister verpackt. Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation ist als Packungen mit 20, 30, 50, 60 oder 100 Kapseln erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation 500 mg Hartkapseln:

Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation ist in PVC/Aluminium-Blister verpackt. Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation ist als Packungen mit 20, 30, 50, 60 oder 100 Kapseln erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Pharmaceutical Innovation Services S.L.

Calle de Luis Martinez Feduchi 32

28055 Madrid

Spanien

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

Z.Nr.:

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

10. STAND DER INFORMATION

05.2024

REZEPTPFLICHT / APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig.

Über dieses Dokument

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Stand 05/2024 · Zulassungsnummer (Z.Nr.): 142278

Was die Abschnitte und die Häufigkeiten der Nebenwirkungen bedeuten: Beipackzettel richtig lesen

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder Ihrer Apotheke.

Angaben zum Medikament Ursodeoxycholsäure Pharmaceutical Innovation 500 mg Hartkapseln

Was diese Angaben bedeuten

Abgabe?
Rezeptpflichtig?
  • Dieses Medikament ist rezeptpflichtig: Sie bekommen es nur mit einem ärztlichen Rezept. Bei einmaliger Abgabe gilt das Rezept für eine Abgabe, außer die Ärztin oder der Arzt ordnet die wiederholte Abgabe ausdrücklich an. Bei wiederholter Abgabe darf die Apotheke das Medikament noch bis zu fünfmal abgeben, wenn auf dem Rezept nichts anderes steht.
  • Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen ärztliche Verschreibung
Abgabestelle? Apotheke
Wirkstoff? Ursodeoxycholsäure
Darreichungsform? Hartkapsel
ATC-Klassifikation?
  1. A Alimentäres System und Stoffwechsel
    1. A05 Gallen- und Lebertherapie
      1. A05A Gallentherapie
        1. A05AA Gallensäuren und Derivate
          1. A05AA02 Ursodeoxycholsäure
Zulassung (Z.Nr.)? 142278; seit 14.08.2024; Verfahren: NL/H/5656/002
Inverkehrbringen? keine Einstellung gemeldet
Zulassungsinhaber? Pharmaceutical Innovation Services S.L., Calle De Luis Martinez Feduchi 32, 28055 Madrid, Spanien

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Daten vom 27.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.