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Dekristolmin 50.000 I.E. Hartkapseln – Fachinformation

Die Fachinformation ist für Ärztinnen, Ärzte und Apotheken bestimmt. Leicht verständliche Angaben für Patientinnen und Patienten stehen im Beipackzettel: Dosierung, Nebenwirkungen, Andere Medikamente, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Rezeptpflichtig
Stärke des Medikaments:
50.000 IE
Enthält den Wirkstoff:

Fachinformation - Dekristolmin 50.000 I.E. Hartkapseln

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Dekristolmin® 50.000 I.E. Hartkapseln

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Hartkapsel enthält 1,25 Milligramm Colecalciferol (entsprechend 50.000 I.E Vitamin D3).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Enthält 0,073 mg Gelborange S (E 110) pro Kapsel.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel

Undurchsichtige, gelb-orange Hartkapseln der Größe 3, gefüllt mit farbloser bis leicht gelblicher, öliger Flüssigkeit. Die Kapseln haben einen farblosen Streifen.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

  • Zur Anfangsbehandlung von klinisch relevanten Vitamin-D-Mangelzuständen bei Erwachsenen

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung ist vom behandelnden Arzt individuell festzulegen, je nach Umfang der erforderlichen Vitamin-D-Supplementierung. Die Dosis soll abhängig von den gewünschten Serumspiegeln von 25-Hydroxycolecalciferol (25(OH)D3), der Schwere der Erkrankung und dem Ansprechen des Patienten auf die Behandlung angepasst werden.

Empfohlene Dosis:

Erwachsene

1 Kapsel (50.000 I.E.) wöchentlich für bis zu 6 Wochen.

Anschließend ist eine niedrigere Erhaltungsdosis in Betracht zu ziehen, abhängig von den gewünschten Serumspiegeln von 25-Hydroxycolecalciferol (25(OH)D), dem Schweregrad der Erkrankung und dem Ansprechen des Patienten auf die Behandlung.

Alternativ können nationale Dosierungsempfehlungen zur Behandlung von Vitamin-D-Mangel befolgt werden.

Die Anwendungsdauer ist je nach Entscheidung des Arztes in der Regel auf den ersten Behandlungsmonat begrenzt.

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Dekristolmin 50.000 I.E. wird für Kinder und Jugendliche im Alter von unter 18 Jahren nicht empfohlen.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion:

Keine Dosisanpassung ist bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion notwendig.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen/Hyperkalzämie

Dekristolmin 50.000 I.E. darf bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Kapseln werden im Ganzen mit ausreichend Wasser eingenommen, vorzugsweise zur Hauptmahlzeit des Tages.

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Gelborange S (E 110) oder einen der in Abschnitt

    6.1 genannten sonstigen Bestandteile

  • Hyperkalzämie
  • Hyperkalzurie
  • Hypervitaminose D
  • Pseudohypoparathyreoidismus
  • Nephrolithiasis
  • schwere Nierenfunktionsstörung

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Dekristolmin 50.000 I.E. soll nicht von Patienten eingenommen werden, die zur Bildung calciumhaltiger Nierensteine neigen.

Dekristolmin 50.000 I.E. soll bei Patienten mit gestörter renaler Funktion, bei Behandlung mit Benzothiadiazin-Derivaten und bei immobilisierten Patienten nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden (Risiko der Hyperkalzämie, Hyperkalzurie). Bei diesen Patienten sollen die Calcium- und Phosphatspiegel überwacht werden. Das Risiko von Weichteilverkalkungen soll beachtet werden. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz wird Colecalciferol nicht normal metabolisiert, so dass anderen Formen von Vitamin D erforderlich sind (siehe Abschnitt 4.3).

Dekristolmin 50.000 I.E. soll bei Patienten, die unter Sarkoidose leiden, nur mit Vorsicht angewendet werden, da das Risiko einer verstärkten Umwandlung von Vitamin D in seine aktiven Metaboliten besteht. Bei diesen Patienten sollen die Calciumspiegel in Plasma und Urin überwacht werden.

Dekristolmin 50.000 I.E. soll nicht eingenommen werden, wenn Pseudohypoparathyreoidismus vorliegt (der Vitamin-D-Bedarf kann durch die phasenweise normale Vitamin-D-Empfindlichkeit herabgesetzt sein, mit dem Risiko einer lang andauernden Überdosierung). In diesen Fällen stehen leichter steuerbare Vitamin-D-Derivate zur Verfügung.

Bei hochdosierter und/oder langfristiger Behandlung müssen die Calciumspiegel im Serum und im Urin überwacht werden und die Nierenfunktion durch Messung des Serumcreatinins überprüft werden. Diese Überprüfung ist besonders wichtig bei älteren Patienten und bei gleichzeitiger Behandlung mit Herzglykosiden oder Diuretika (siehe Abschnitt 4.5). Dies trifft auch für Patienten zu, die besonders anfällig für die Bildung calciumhaltiger Nierensteine sind.

Bei Auftreten einer Hyperkalzämie oder Anzeichen einer eingeschränkten Nierenfunktion ist die Dosis zu reduzieren oder die Behandlung abzubrechen. Im Falle von einer Hyperkalzurie (über 7,5 mmol entsprechend 300 mg Calcium/24 Stunden) muss die Dosis reduziert oder die Behandlung abgebrochen werden.

Für bestimmte Patienten soll die Notwendigkeit zusätzlicher Calciumsupplementierung in Betracht gezogen werden. Calciumpräparate sollen unter engmaschiger medizinischer Überwachung gegeben werden, um Hyperkalzämien zu vermeiden.

Vor dem Beginn einer Vitamin-D-Therapie soll der Status des Patienten sorgfältig vom Arzt überprüft werden. Dabei sollen andere Vitamin-D-haltige Arzneimittel und auch Lebensmittel, welche künstlich mit Vitamin D angereichert sind, berücksichtigt werden.

Dekristolmin 50.000 I.E. enthält Gelborange S (E 110)

Gelborange S (E 110) kann allergische Reaktionen hervorrufen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Antiepileptika und Barbiturate

Die gleichzeitige Anwendung von Antiepileptika (wie z. B. Phenytoin) oder Barbituraten (und möglicherweise anderer Leberenzym-induzierender Arzneimittel) kann die Wirkung von Vitamin D3 durch metabolische Inaktivierung reduzieren.

Rifampicin

Rifampicin kann die Wirksamkeit von Colecalciferol durch hepatische Enzyminduktion reduzieren.

Isoniazid

Isoniazid kann die Wirksamkeit von Colecalciferol durch Blockierung der metabolischen Aktivierung des Colecalciferol reduzieren.

Ionenaustauscher, Laxantien, Orlistat

Arzneimittel, die zu einer verringerten Fettaufnahme führen (z. B. Orlistat, flüssiges Paraffin oder Cholestyramin) können die gastrointestinale Resorption von Vitamin D reduzieren.

Actinomycin und Imidazole

Das Zytostatikum Actinomycin sowie die antifungalen Imidazole interferieren mit der Vitamin-D3-Aktivität durch Hemmung des Nierenenzyms 25-Hydroxyvitamin-D-1-hydrolase, das die Umwandlung von 25-Hydroxycolecalciferol in 1,25-Dihydroxycolecalciferol katalysiert.

Glukokortikoide

Aufgrund einer erhöhten Metabolisierung von Vitamin D kann die Wirkung von Vitamin D beeinträchtigt sein.

Thiazid-Diuretika

Die gleichzeitige Anwendung von Benzothiadiazin-Derivaten (Thiazid-Diuretika) erhöht das Risiko einer Hyperkalzämie aufgrund der Verringerung der renalen Calciumausscheidung. Die Calciumspiegel im Plasma und im Urin sollen daher überwacht werden.

Vitamin-D-Metaboliten oder -Analoga

Die Kombination von Dekristolmin 50.000 I.E. mit Vitamin-D-Metaboliten oder -Analoga ist zu vermeiden.

Herzglykoside

Die orale Anwendung von Vitamin D kann die Wirksamkeit und Toxizität von Digitalis infolge einer Erhöhung der Calciumspiegel potenzieren (Risiko für Herzrhythmusstörungen). Patienten sollen hinsichtlich EKG und Calciumspiegel im Plasma und im Urin überwacht werden sowie gegebenenfalls hinsichtlich Digoxin- oder Digitoxin-Plasmaspiegeln.

Ketoconazol

Ketoconazol kann sowohl synthetische als auch katabolische Enzyme von Vitamin D hemmen. Nach einwöchiger Verabreichung von 300 mg/Tag bis 1.200 mg/Tag Ketoconazol an gesunden Männern wurde ein Rückgang der endogenen Vitamin-D-Konzentration im Serum beobachtet. In-vivo-Wechselwirkungsstudien von Ketoconazol mit Vitamin D sind jedoch nicht untersucht worden.

Magnesium und Phosphor

Magnesiumhaltige Präparate (z. B. Antazida) dürfen während einer langfristigen hochdosierten Vitamin-D-Behandlung wegen des Risikos einer Hypermagnesiämie nicht eingenommen werden. Phosphorhaltige Präparate in hohen Dosen, die gleichzeitig verabreicht werden, können das Risiko einer Hyperphosphatämie erhöhen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Dekristolmin 50.000 I.E. wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen. Es liegen keine oder nur wenige Daten über die Verwendung von Colecalciferol (Vitamin D3) bei schwangeren Frauen vor. Studien an Tieren haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Während der Schwangerschaft sollen Frauen den Rat ihres Arztes befolgen, da ihr Bedarf je nach Schwere ihrer Erkrankung und ihrem Ansprechen auf die Behandlung variieren kann.

Eine Überdosierung von Vitamin D muss während der Schwangerschaft vermieden werden, da eine anhaltende Hyperkalzämie zu einer Verzögerung der körperlichen und geistigen Entwicklung, supravalvulärer Aortenstenose und Retinopathie des Kindes führen kann.

Stillzeit

Dekristolmin 50.000 I.E. wird während der Stillzeit nicht empfohlen. Vitamin D und seine Metabolite gehen in die Muttermilch über.

Fertilität

In Fertilitätsstudien wurden keine Auswirkungen von Colecalciferol auf die Fertilität beobachtet. Bei normalen endogenen Vitamin-D-Spiegeln sind keine nachteiligen Auswirkungen auf die Fertilität zu erwarten.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Dekristolmin 50.000 I.E. hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind nachfolgend aufgelistet nach Organklasse und Häufigkeit.

Systemorganklassen

(MedDRA)

Häufigkeit der Nebenwirkungen

Gelegentlich

(≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten

(≥ 1/10.000 bis <

1/1.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkeitsr eaktionen wie angioneurotisches Oedem oder

Larynxoedem

Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHyperkalzämie und Hyperkalzurie
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Obstipation, Flatulenz, Übelkeit,

Abdominalschmerzen, Diarrhoe

Erkankungen der Haut und des

Unterhautgewebes

Pruritus,

Hautausschlag, Urtikaria

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: +43(0) 50 555 36207

Website: https://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Symptome einer Überdosierung

Akute und chronische Überdosierung von Vitamin D3 kann zu Hyperkalzämie führen, die persistierend und möglicherweise lebensbedrohlich sein kann.

Die Symptome einer Intoxikation sind wenig charakteristisch und äußern sich in Durst, Dehydration, Übelkeit, Erbrechen, anfänglich häufig Diarrhoe, die in Obstipation übergeht, Anorexie, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Myalgie, Arthralgie, Muskelschwäche sowie anhaltende Schläfrigkeit, Bewusstseinsstörungen, Arrhythmie, Azotämie, Polydipsie, Polyurie und (im präterminalen Stadium) Exsikkose. Daher wird vor der Einnahme von Vitamin D ohne ärztliche Aufsicht gewarnt.

Bei Überdosierung kann es neben einem Anstieg von Phosphor im Serum und Harn auch zum Hyperkalzämiesyndrom kommen, welches zu Calciumablagerungen in den Geweben, vor allem in den Nieren (Nephrolithiasis, Nephrokalzinose, Nierenversagen) und Blutgefäßen, führt.

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Symptome einer chronischen Überdosierung von Vitamin D können eine forcierte Diurese sowie die Anwendung von Glukokortikoiden und Calcitonin erforderlich machen.

Bei Überdosierung sind Maßnahmen zur Behandlung der oft chronischen und unter Umständen lebensbedrohlichen Hyperkalzämie erforderlich.

Als erste Maßnahme ist das Vitamin-D-Präparat abzusetzen; eine Normalisierung der Hyperkalzämie infolge einer Vitamin-D-Intoxikation dauert mehrere Wochen.

Je nach Ausmaß der Hyperkalzämie können calciumarme bzw. calciumfreie Ernährung, reichliche Flüssigkeitszufuhr, forcierte Diurese mittels Furosemid sowie die Anwendung von Glukokortikoiden und Calcitonin eingesetzt werden.

Bei ausreichender Nierenfunktion wirken Infusionen mit isotonischer NaCl-Lösung (3-6 l in 24 Stunden) mit Zusatz von Furosemid sowie unter Umständen auch 15 mg Natriumedetat/kg KG/Std. unter fortlaufender Calcium- und EKG-Kontrolle recht zuverlässig calciumsenkend. Bei Oligo-Anurie ist dagegen eine Hämodialysetherapie (mit Calcium-freiem Dialysat) indiziert.

Ein spezielles Antidot ist nicht bekannt.

Es wird empfohlen, Patienten unter Dauertherapie mit höheren Vitamin-D-Dosen auf die Symptome einer möglichen Überdosierung (Übelkeit, Erbrechen, anfänglich häufig Diarrhoe, die in Obstipation übergeht, Anorexie, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Myalgie, Arthralgie, Muskelschwäche, Schläfrigkeit, Azotämie, Polydipsie und Polyurie) hinzuweisen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Vitamin D und Analoga, Colecalciferol

ATC-Code: A11CC05

Colecalciferol (Vitamin D3) wird unter Einwirkung von UV-Strahlen in der Haut aus 7-Dehydrocolesterol gebildet und in zwei Hydroxylierungsschritten, zunächst in der Leber (Position 25) und dann im Nierengewebe (Position 1), in seine biologisch aktive Form (1,25-Dihydroxy-Colecalciferol) überführt.

1,25-Dihydroxy-Colecalciferol ist zusammen mit Parathormon und Calcitonin wesentlich an der Regulation des Calcium- und Phosphathaushalts beteiligt. In biologisch aktiver Form stimuliert Vitamin D3 die intestinale Calciumresorption, den Einbau von Calcium in das Osteoid und die Freisetzung von Calcium aus dem Knochengewebe. Im Dünndarm fördert es die schnelle und die verzögerte Calciumaufnahme. Außerdem wird der passive und aktive Transport von Phosphat angeregt. In der Niere wird die Ausscheidung von Calcium und Phosphat durch die Förderung der tubulären Rückresorption gehemmt. Die Produktion von Parathormon (PTH) in den Nebenschilddrüsen wird direkt von der biologisch aktiven Form des Colecalciferol gehemmt. Die PTH-Sekretion wird zusätzlich durch die erhöhte Calciumaufnahme im Dünndarm unter dem Einfluss von biologisch aktiven Vitamin D3 gehemmt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

In alimentären Dosen wird das Vitamin D aus der Nahrung fast vollständig resorbiert. Es wird gemeinsam mit den Nahrungslipiden und Gallensäuren resorbiert. Daher kann die Einnahme mit der Hauptmahlzeit des Tages die Resorption erleichtern.

Verteilung und Biotransformation

In der Leber wird Colecalciferol durch eine mikrosomale Hydroxylase zu 25-Hydroxy-Colecalciferol (25(OH)D3) metabolisiert. Danach erfolgt in der Niere die Umwandlung zu 1,25-Dihydroxy-Colecalciferol, der biologisch aktiven Form.

Die maximale Serumkonzentration der primären Speicherform, 25(OH)D3, wird nach einmaliger oraler Gabe von Colecalciferol nach ca. einer Woche erreicht. 25(OH)D3 wird dann langsam, mit einer ungefähren Serum-Halbwertszeit von 50 Tagen, eliminiert. Nach hohen Vitamin-D-Dosen können die 25-Hydroxy-Colecalciferol-Konzentrationen im Serum über Monate erhöht sein. Durch Überdosierung hervorgerufene Hyperkalzämien können über Wochen anhalten (siehe Abschnitt 4.9).

Elimination

Die Metabolite zirkulieren im Blut an spezifisches α-Globulin gebunden und werden überwiegend biliär/fäkal ausgeschieden.

Besondere Patientengruppen

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen wurde eine um 57 % erniedrigte metabolische Clearance-Rate im Vergleich zu gesunden Probanden berichtet.

Verringerte Vitamin-D3-Aufnahme und verstärkte Ausscheidung treten bei Patienten mit Malabsorption auf.

Übergewichtige Personen können Vitamin-D3-Spiegel schlechter durch Sonnenexposition aufrechterhalten und benötigen wahrscheinlich höhere orale Dosen Vitamin D3, um Defizite auszugleichen.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Wirkungen in nicht-klinischen Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe wurden nur bei Expositionen beobachtet, die als ausreichend über der maximalen Exposition beim Menschen liegend angesehen wurden, was darauf hindeutet, dass eine solche Toxizität wahrscheinlich nur bei chronischer Überdosierung auftritt, aus der eine Hyperkalzämie resultieren könnte. Bei Dosen, die weit über dem therapeutischen Bereich des Menschen liegen, wurde in Tierversuchen eine teratogene Wirkung von Colecalciferol beobachtet. Bei den Nachkommen wurden Mikrozephalie, Herzfehlbildungen und Skelettanomalien festgestellt. Nachkommen von trächtigen Kaninchen, die mit hohen Vitamin-D-Dosen behandelt wurden, wiesen anatomisch ähnliche Läsionen wie eine supravalvuläre Aortenstenose auf. Die Nachkommen, die keine derartigen Veränderungen aufwiesen, zeigten eine Vaskulotoxizität, die der von Erwachsenen nach akuter Vitamin-D-Toxizität ähnelte. Bei trächtigen Mäusen, die Vitamin D in mittlerer und hoher Dosis erhielten, war Colecalciferol ebenfalls fötotoxisch mit weniger und kleineren Nachkommen. Bei Dosen, die den therapeutisch verwendeten entsprechen, hatte Colecalciferol keine teratogene Wirkung. Colecalciferol hat keine potenziell mutagene oder karzinogene Wirkung.

Zusätzlich zu den Angaben in Abschnitt 4.6 und 4.9 der Fachinformation liegen keine weiteren Informationen vor, die für die Sicherheitsbewertung relevant sind.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Mittelkettige Triglyceride

Gelatine

Hochdisperses Siliciumdioxid

Titandioxid (E 171)

Chinolingelb (E 104)

Butylhydroxytoluol (E 321)

Gelborange S (E 110)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Undurchsichtige, weiße PVC/PVdC-Blisterpackungen mit Aluminiumfolie.

Packungsgrößen: 2, 4 oder 6 Hartkapseln.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Dermapharm GmbH

Kleeblattgasse 4/13

1010 Wien

Tel.: 01 319 30 01-0

Fax: 01 319 30 01-40

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.:

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

10. STAND DER INFORMATION

07/2024

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig.

Über dieses Dokument

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Stand 07/2024 · Zulassungsnummer (Z.Nr.): 142403

Was die Abschnitte und die Häufigkeiten der Nebenwirkungen bedeuten: Beipackzettel richtig lesen

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Angaben zum Medikament Dekristolmin 50.000 I.E. Hartkapseln

Was diese Angaben bedeuten

Abgabe?
Rezeptpflichtig?
  • Dieses Medikament ist rezeptpflichtig: Sie bekommen es nur mit einem ärztlichen Rezept. Bei einmaliger Abgabe gilt das Rezept für eine Abgabe, außer die Ärztin oder der Arzt ordnet die wiederholte Abgabe ausdrücklich an. Bei wiederholter Abgabe darf die Apotheke das Medikament noch bis zu fünfmal abgeben, wenn auf dem Rezept nichts anderes steht.
  • Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen ärztliche Verschreibung
Abgabestelle? Apotheke
Wirkstoff? Colecalciferol
Darreichungsform? Hartkapsel
ATC-Klassifikation?
  1. A Alimentäres System und Stoffwechsel
    1. A11 Vitamine
      1. A11C Vitamin A und D, inkl. deren Kombinationen
        1. A11CC Vitamin D und Analoga
          1. A11CC05 Colecalciferol
Zulassung (Z.Nr.)? 142403; seit 06.11.2024; Verfahren: HR/H/0349/001
Inverkehrbringen? keine Einstellung gemeldet
Zulassungsinhaber? Dermapharm GmbH, Kleeblattgasse 4/13, 1010 Wien, Österreich

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Daten vom 27.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.