Fachinformation - Azzavix 1000 mg/Sprühstoß Rektalschaum
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Azzavix 1000 mg/Sprühstoß Rektalschaum
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jeder Sprühstoß (5 g Schaum) enthält 1000 mg Mesalazin.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung
Jeder Sprühstoß von Azzavix Rektalschaum enthält 680 mg Glycerol (E 422), 11 mg Methyl-p-hydroxybenzoat (E 218), 2 mg Propyl-p-hydroxybenzoat (E 216) und 415 mg Polysorbat.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Rektalschaum.
Weißer bis bräunlicher Schaum.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
- Behandlung akuter Phasen einer leichten oder mittelschweren distalen Colitis ulcerosa.
- Erhaltungstherapie einer Remission bei distaler Colitis ulcerosa.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Während der akuten entzündlichen Phase und bei einer langfristigen Erhaltungstherapie muss der Patient die vom Arzt festgelegte Behandlung genau einhalten, um die beabsichtigte therapeutische Wirkung zu gewährleisten.
Erwachsene
Die Dosierung richtet sich nach dem Ansprechen des Patienten. Folgende Dosierung wird empfohlen:
Im Falle einer Beteiligung des Rektosigmoids beträgt die empfohlene Dosis 1 g (1 Sprühstoß) pro
Tag über eine Anwendungsdauer von 4 bis 6 Wochen.
- Falls die Erkrankung das absteigende Kolon betrifft, beträgt die empfohlene Dosis 2 g (2 Sprühstöße zu je 1 g) einmal täglich über eine Anwendungsdauer von 4 bis 6 Wochen.
Ältere Patienten
Es wurden keine Studien durchgeführt. Die Anwendung von Mesalazin bei älteren Patienten muss mit Vorsicht erfolgen und stets auf Patienten mit normaler Nierenfunktion beschränkt bleiben.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Mesalazin bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Die Anwendung von Mesalazin bei Kindern und Jugendlichen wird nicht empfohlen. Nicht anzuwenden bei Kindern unter 5 Jahren.
Art der Anwendung
Zur rektalen Anwendung.
Die Gebrauchsinformation ist sorgfältig durchzulesen, bevor Azzavix Rektalschaum zum ersten Mal angewendet wird.
- 1)
Die Sprühdose etwa fünf Sekunden lang kräftig schütteln, damit sich die Inhaltsstoffe vermischen. 2) Vor der ersten Anwendung die Sicherungslasche unter dem Sprühkopf entfernen. 3) Den Applikator auf die Sprühdüse stecken, sodass er fest aufsitzt, und die Einkerbung unter dem
Sprühkopf so ausrichten, dass sie in Richtung Sprühdüse zeigt.
- 4)
Die Sprühdose umdrehen und in einer Handfläche halten. Den Zeigefinger auf den Sprühkopf legen
(der Rektalschaum wird nur dann aus der Sprühdose abgegeben, wenn diese umgedreht ist und der Sprühkopf nach unten zeigt).
- 5) Die Anwendung des Schaums ist am einfachsten, wenn man einen Fuß auf eine feste Unterlage, wie z.B. einen Stuhl oder Hocker, stellt und dann den Applikator in den Enddarm einführt. Zur Erleichterung des Einführens kann ein Gleitmittel auf das Ende des Applikators aufgetragen werden. 6) Zur Verabreichung eines Sprühstoßes den Sprühkopf einmal ganz durchdrücken und wieder loslassen. Zur Verabreichung eines zweiten Sprühstoßes den Sprühkopf nochmals ganz durchdrücken und wieder loslassen. Mindestens 15 Sekunden warten, bevor der Applikator herausgezogen wird.
Hinweis: Die Sprühdose funktioniert nur dann richtig, wenn sie so gehalten wird, dass der Sprühkopf nach unten zeigt.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
- Bestehende Überempfindlichkeit gegen Salicylsäure und deren Derivate.
- Schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen.
- Hämorrhagische Diathese.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Blutuntersuchungen (Differentialblutbild, Leberfunktionswerte wie ALT oder AST und
Serumkreatinin) und Urinstatus (Urin-Teststreifen) sind vor und während der Behandlung nach Ermessen des behandelnden Arztes zu erheben.
Bei Patienten, die Arzneimittel mit Mesalazin erhalten, wurde von einem Anstieg der
Leberenzymwerte berichtet. Die Leberfunktion ist vor und während der Behandlung nach medizinischen Kriterien zu beurteilen. Vorsicht ist bei der Verabreichung von Mesalazin an Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion geboten (siehe Abschnitt 4.3 Gegenanzeigen). • Patienten mit schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz: Da Mesalazin, auch bekannt als 5-
Aminosalicylsäure (5-ASA), vorwiegend durch Acetylierung und anschließende Ausscheidung über den Harn eliminiert wird, sind Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion oder Niereninsuffizienz eng zu überwachen. Daher ist es ratsam, vor Beginn sowie regelmäßig während der Behandlung Leber- und Nierenfunktionstests durchzuführen. Die Behandlung mit Mesalazin ist sofort zu beenden, wenn es Anzeichen für eine Verschlechterung der Nierenfunktion gibt. Bei Patienten, die während der Behandlung eine Nierenfunktionsstörung entwickeln, ist an eine Mesalazin-induzierte Nephrotoxizität zu denken.
Es wurden Fälle von Nephrolithiasis bei Anwendung von Mesalazin gemeldet, einschließlich
Nierensteinen mit einem Gehalt von 100 % Mesalazin. Es wird empfohlen, während der Behandlung eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen.
- Patienten mit anamnestisch bekannter Überempfindlichkeit gegen Sulfasalazin sind engmaschig medizinisch zu überwachen. Bei akuten Unverträglichkeitsreaktionen wie Bauchkrämpfen, akuten Abdominalschmerzen, Fieber, starken Kopfschmerzen und Ausschlägen ist die Behandlung sofort abzubrechen.
- Patienten mit Lungenerkrankungen, insbesondere Asthma, sind während der Behandlung sorgfältig zu überwachen.
In seltenen Fällen wurde von Mesalazin-induzierten kardialen Überempfindlichkeitsreaktionen
(Myo- und Perikarditis) berichtet. Bei Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankungen für eine Myokarditis oder Perikarditis prädisponiert sind, ist Vorsicht bei der Behandlung mit Mesalazin geboten. Bei Verdacht auf eine kardiale Überempfindlichkeitsreaktion dürfen Mesalazin-haltige Arzneimittel nicht wieder angewendet werden.
- In seltenen Fällen wurde nach der Behandlung mit Mesalazin von schwerwiegenden Blutdyskrasien berichtet. Es sind hämatologische Untersuchungen durchzuführen, wenn Patienten unter unerklärlichen Blutungen, Hämatomen, Purpura, Anämie, Fieber oder Pharyngealschmerzen leiden. Bei Verdacht auf eine Blutdyskrasie muss die Behandlung mit Mesalazin abgesetzt werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).
Mesalazin wird bei Patienten mit hämorrhagischer Diathese nicht empfohlen (erhöhte
Blutungsanfälligkeit).
- Bei der Behandlung von Patienten mit aktivem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür ist Vorsicht geboten.
- Schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCARs, severe cutaneous adverse reactions), einschließlich Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN), wurden im Zusammenhang mit Mesalazin-Behandlung berichtet.
Beim ersten Auftreten von Anzeichen und Symptomen schwerer Hautreaktionen, wie z. B.
Hautausschlag, Schleimhautläsionen oder sonstigen Anzeichen einer Überempfindlichkeit, ist Mesalazin abzusetzen.
- Mesalazin kann nach Kontakt mit Natriumhypochlorit-Bleichmitteln zu einer rotbraunen Verfärbung des Urins führen (z. B. in Toiletten, die mit dem in bestimmten Bleichmitteln enthaltenen Natriumhypochlorit gereinigt wurden).
Bei Patienten, die Mesalazin erhalten, wurden Fälle von idiopathischer intrakranieller Hypertonie
(Pseudotumor cerebri) berichtet. Patienten sind auf die Anzeichen und Symptome einer idiopathischen intrakraniellen Hypertonie hinzuweisen, einschließlich starker oder wiederkehrender Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Tinnitus. Bei Auftreten einer idiopathischen intrakraniellen Hypertonie ist das Absetzen von Mesalazin in Erwägung zu ziehen.
Warnhinweise zu den sonstigen Bestandteilen
Dieses Arzneimittel enthält Glycerol (E 422), das eine leicht abführende Wirkung haben kann.
Dieses Arzneimittel enthält Methyl-p-hydroxybenzoat (E 218) und Propyl-p-hydroxybenzoat (E 216), welche allergische Reaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen können.
Dieses Arzneimittel enthält Polysorbat, das allergische Reaktionen hervorrufen kann.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
- Verringerung der gerinnungshemmenden Wirkung von Cumarin abgeleitete Antikoagulantien, wie z. B. Warfarin.
- Verstärkung der blutzuckersenkenden Wirkung von Sulfonylharnstoffen.
Antagonisierung der urikosurischen Wirkung von Probenecid und Sulfinpyrazon. • Bei gleichzeitiger Anwendung mit Furosemid tritt die Toxizität von Salicylaten bei niedrigeren
Dosen als üblich auf, da die Substanzen bezüglich der renalen Ausscheidung konkurrieren. • Anstieg des Risikos renaler Nebenwirkungen bei gleichzeitiger Anwendung mit bekannten nephrotoxischen Substanzen, einschließlich nicht-steroidaler Antirheumatika (NSAR) und Azathioprin.
Verstärkung der myelosuppressiven Wirkungen von Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Thioguanin.
Vorsicht ist geboten bei Patienten, die mit Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Thioguanin und Mesalazin behandelt werden, da dies die Möglichkeit von Blutdyskrasien erhöhen kann. Die hämatologischen Parameter (insbesondere Leukozyten und Thrombozyten) sind regelmäßig zu kontrollieren, besonders zu Beginn der Anwendung einer derartigen therapeutischen Kombination. • Verringerung der natriuretischen Wirkung von Spironolacton.
- Mesalazin kann die Ausscheidung von Methotrexat verzögern.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Es ist bekannt, dass Mesalazin die Plazentaschranke passiert, wobei die Konzentration im Nabelschnurplasma niedriger ist als im Plasma der Mutter. Der Metabolit Acetylmesalazin wird in ähnlichen Konzentrationen im Nabelschnurplasma und im Plasma der Mutter gefunden. Tierexperimentelle Studien mit oralem Mesalazin ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf die Schwangerschaft, embryofetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung. Es gibt keine ausreichenden und gut kontrollierten Studien zur Anwendung von Mesalazin bei Schwangeren. Die veröffentlichten Daten zur Anwendung von Mesalazin beim Menschen sind begrenzt und zeigen keine erhöhte Gesamtrate angeborener Missbildungen. Einige Daten zeigen eine erhöhte Rate von Früh- und Totgeburten und geringem Geburtsgewicht. Allerdings treten diese negativen Auswirkungen auf die Schwangerschaft auch in Verbindung mit akuten Schüben der entzündlichen Darmerkrankung auf.
Veränderungen des Blutbildes (Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie) wurden bei Neugeborenen beobachtet, deren Mütter mit Mesalazin behandelt wurden.
Es wurde über einen Einzelfall von Nierenversagen bei einem Neugeborenen nach Langzeitanwendung einer hohen Dosis Mesalazin (2-4 g, oral) während der Schwangerschaft berichtet.
Stillzeit
Mesalazin tritt in die Muttermilch über. Die Mesalazin-Konzentration in der Muttermilch ist geringer als im Blut der Mutter, wohingegen der Metabolit Acetylmesalazin in ähnlichen oder höheren Konzentrationen auftritt.
Es wurden keine kontrollierten Studien mit Mesalazin während der Stillzeit durchgeführt. Es liegen nur sehr begrenzte Daten zur Einnahme von Mesalazin während der Stillzeit vor. Überempfindlichkeitsreaktionen wie Durchfall können nicht ausgeschlossen werden. Falls bei dem Säugling Durchfall auftritt, ist das Stillen zu beenden.
Fertilität
Tierexperimentelle Studien zeigten keinen Einfluss von Mesalazin auf die Fertilität männlicher und weiblicher Tiere (siehe Abschnitt 5.3). Es liegen keine oder nur begrenzte Daten zur Wirkung von Mesalazin auf die Fertilität beim Menschen vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Es wird davon ausgegangen, dass Mesalazin einen zu vernachlässigenden Einfluss auf diese Fähigkeiten hat.
4.8 Nebenwirkungen
Nebenwirkungen sind in der nachstehenden Tabelle nach Systemorganklassen und Häufigkeiten geordnet aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
| Systemorganklasse | Häufigkeit gemäß MedDRA-Konvention | ||
| Selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000) | Sehr selten (< 1/10 000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) | |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems | Blutbildveränderungen (Agranulozytose, Panzytopenie, Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie, aplastische Anämie) | ||
| Erkrankungen des Immunsystems | Überempfindlichkeits-reaktionen wie allergisches Exanthem, Arzneimittelfieber, Lupus-erythematodes-Syndrom, Pankolitis | ||
| Erkrankungen des Nervensystems | Kopfschmerzen, Schwindel | Periphere Neuropathie | Idiopathische intrakranielle Hypertonie (siehe Abschnitt 4.4). |
| Herzerkrankungen | Myokarditis, Perikarditis | ||
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | Allergische Reaktionen der Lunge (Dyspnoe, Husten, allergische Alveolitis, eosinophile Pneumonie, Lungeninfiltration, Pneumonitis) | ||
| Erkrankungen des Gastrointestinal-trakts | Unwohlsein, Übelkeit, Abdominalschmerzen, Diarrhoe, Blähungen, Erbrechen | Akute Pankreatitis, Verschlechterung der Colitis-Symptome | |
Leber- und Gallenerkrankungen | Veränderungen der Leberfunktionswerte (Anstieg der Transaminasen und Cholestaseparameter), Hepatitis, cholestatische Hepatitis | ||
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes | Lichtempfindlichkeit* | Alopezie, Erythema multiforme | Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN)** |
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochen- erkrankungen | Myalgie, Arthralgie | ||
| Systemorganklasse | Häufigkeit gemäß MedDRA-Konvention | ||
| Selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000) | Sehr selten (< 1/10 000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) | |
Erkrankungen der Nieren und Harnwege | Interstitielle Nephritis, Niereninsuffizienz, nephrotisches Syndrom | Nephrolithiasis | |
| Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse | Oligospermie (reversibel) | ||
* Lichtempfindlichkeit
Bei Patienten mit bereits bestehenden Hauterkrankungen, wie beispielsweise atopischer Dermatitis und atopischem Ekzem wurden schwerere Reaktionen gemeldet.
** Es wurde über schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCARs), einschließlich Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN) im Zusammenhang mit der Mesalazin-Behandlung berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: 043 (0) 50 555 36207
Website: https://www.basg.gv.at
4.9 Überdosierung
Mesalazin ist ein Aminosalicylat. Anzeichen einer Salicylat-Toxizität sind Tinnitus, Vertigo, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Lungenödem, Dehydratation infolge von Schwitzen, Diarrhoe und Erbrechen, Hypoglykämie, Hyperventilation, Störungen des Elektrolythaushalts und pH-Werts im Blut sowie Hyperthermie.
Es gibt kein spezifisches Antidot bei einer Überdosierung mit Mesalazin. Die Behandlung ist symptomatisch und unterstützend. Bei akuter Überdosierung kann die konventionelle Therapie bei einer Salicylat-Vergiftung hilfreich sein. Eine Hypoglykämie und ein Flüssigkeits- und Elektrolyt-Ungleichgewicht sind durch geeignete Therapiemaßnahmen zu korrigieren. Eine ausreichende Nierenfunktion muss aufrechterhalten werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Aminosalicylsäure und ähnliche Mittel, ATC-Code: A07EC02 Wirkmechanismus
Der entzündungshemmende Wirkmechanismus von 5-ASA ist zwar nicht bekannt, mehrere Möglichkeiten werden jedoch in Betracht gezogen:
Hemmung der Prostaglandinsynthese (Hemmung des Cyclooxygenase-Signalwegs), wodurch die
Bildung inflammatorischer Prostaglandine reduziert wird.
Hemmung der Synthese von chemotaktischen Leukotrienen (Hemmung des Lipoxygenase-
Signalwegs), wodurch die Entzündung reduziert wird.
- Hemmung der Chemotaxis von Makrophagen und Neutrophilen im geschwollenen Gewebe.
Die neuesten Daten deuten darauf hin, dass 5-ASA ein biologisches Antioxidans ist und dass seine Wirkung auf der Aufnahme von sauerstofffreien Radikalen beruht.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Azzavix Rektalschaum ist so konzipiert, dass Mesalazin direkt am vorgesehenen Wirkort, d. h. im Kolon und Rektum, abgegeben wird und die systemische Exposition gering ist. Nach rektaler Applikation von 2 g betrugen die mittleren Plasmakonzentrationen von 5-ASA und Ac-5-ASA 1,3 µg/ml bzw. 1,9 µg/ml. Die Eliminationshalbwertszeit der resorbierten Mesalazinfraktion liegt bei etwa 5 Stunden. Studien haben gezeigt, dass sich 4 Stunden nach der rektalen Applikation etwa 27 % der 2-g-Dosis im absteigenden Kolon verteilt haben.
Biotransformation
Die Acetylierung von 5-ASA findet unabhängig vom Acetyliererstatus in der Leber und Kolonwand statt. Der Acetylierungsprozess scheint sättigbar zu sein. Allerdings zeigte unter therapeutischen Dosen (250-500 mg) weder die maximale Plasmakonzentration noch die AUC der Plasmakonzentration vs. Zeit für 5-ASA im Steady State eine Abweichung von der Dosislinearität.
Elimination
Nach rektaler Anwendung wird 5-ASA zu einem hohen Prozentsatz als Ac-5-ASA im Urin und in den Fäzes ausgeschieden. Tatsächlich liegen im Urin mehr als 90 % des Arzneimittels in Form von Metaboliten vor.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Genotoxizität, zum kanzerogenen Potential und zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
In Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe von hohen oralen Mesalazin-Dosen wurde eine Nierentoxizität beobachtet. Die klinische Relevanz dieses Befundes ist nicht bekannt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Polysorbat
Emulgierwachs
Methyl-p-hydroxybenzoat (E 218)
Propyl-p-hydroxybenzoat (E 216)
Sorbitanoleat
Hochdisperses Siliciumdioxid
Natriummetabisulfit (E 223)
Natriumedetat
Di-Natriumhydrogenphosphat-Dodecahydrat
Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat
Glycerol (E 422)
Macrogol 300
Gereinigtes Wasser
Isobutan
Propan
N-Butan
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Azzavix Rektalschaum wird in einem Druckbehältnis mit einem brennbaren Treibgas geliefert. Von Wärmequellen, offenen Flammen oder Asche, einschließlich Zigaretten, fernhalten.
Vor direkter Sonnenbestrahlung schützen. Behältnisse nicht vernichten oder verbrennen, selbst wenn sie leer sind.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses und spezielles Zubehör für die Anwendung
Azzavix Rektalschaum ist in einer einteiligen Sprühdose aus Aluminium mit 5-g-Dosierventil verpackt.
Jede Sprühdose enthält 14 Sprühstöße. Ein Überschuss von etwa 21 % des Füllgewichts ist enthalten, um sicherzustellen, dass die letzte Anwendung ordnungsgemäß abgegeben werden kann.
Zusätzlich zur Sprühdose enthält die Packung:
ein Set bestehend aus einem Gestell mit 14 Fächern (die jeweils eine kleine Menge flüssigen
Paraffins enthalten), in welche die 14 Einweg-Applikatoren eingesetzt werden. Das flüssige Paraffin soll das Einführen des Applikators in den Enddarm erleichtern,
- 14 Einweg-Plastikbeutel
- Gebrauchsinformation
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Applikator abnehmen und in einem der mitgelieferten Plastikbeutel entsorgen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Astro-Pharma Vertrieb und Handel von pharmazeutischen Produkten GmbH
Allerheiligenplatz 4
1200 Wien
Österreich
8. ZULASSUNGSNUMMER(N)
Z.Nr.:
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung:
10. STAND DER INFORMATION
- 07. 2025
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig.
