Fachinformation - Salbutamol Noridem 1,25 mg Lösung für einen Vernebler
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Salbutamol Noridem 1,25 mg Lösung für einen Vernebler
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
2,5 ml Lösung für einen Vernebler enthalten 1,25 mg Salbutamol (als Salbutamolsulfat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Lösung für einen Vernebler.
Klare und farblose Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Zur symptomatischen Behandlung von akutem schwerem Asthma bei Kindern und Säuglingen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Bei akutem schwerem Asthma ist eine stationäre Behandlung erforderlich.
Dosierung
Kinder und Jugendliche (im Alter von unter 12 Jahren):
Diese niedrig dosierte Formulierung eignet sich nicht für die Behandlung von Erwachsenen, ist jedoch für die Behandlung von Kindern und Säuglingen geeignet.
Säuglinge
Für Säuglinge und Kleinkinder im Alter von unter 18 Monaten: 50 bis 150 µg Salbutamol pro kg (d. h. 0,1 bis 0,3 ml/kg Salbutamol Noridem 1,25 mg in vernebelter Form), wobei eine Gesamtdosis von 2,5 mg Salbutamol (d. h. zwei Einzeldosen Salbutamol Noridem 1,25 mg oder eine Einzeldosis Salbutamol Noridem 2,5 mg in vernebelter Form) nicht zu überschreiten ist. Für Kleinkinder im Alter von 18 Monaten bis zu 2 Jahren: 50 bis 150 µg Salbutamol pro kg (d. h. 0,1 bis 0,3 ml/kg Salbutamol Noridem 1,25 mg in vernebelter Form), wobei eine Gesamtdosis von 5 mg Salbutamol (d. h. vier Einzeldosen Salbutamol Noridem 1,25 mg oder eine Einzeldosis Salbutamol Noridem 5 mg in vernebelter Form) nicht zu überschreiten ist.
Kinder
Für Kinder im Alter von 2 bis 4 Jahren: 50 bis 150 µg Salbutamol pro kg (d. h. 0,1 bis 0,3 ml/kg Salbutamol Noridem 1,25 mg in vernebelter Form), wobei im Allgemeinen eine Dosis von 5 mg Salbutamol (d. h. vier Einzeldosen Salbutamol Noridem 1,25 mg oder eine Einzeldosis Salbutamol Noridem 5 mg in vernebelter Form) nicht zu überschreiten ist.
Für Kinder im Alter von 4 bis 11 Jahren: 2,5 mg bis 5 mg Salbutamol bis zu vier Mal täglich.
Die Dauer der bronchodilatatorischen Wirkung von inhaliertem Salbutamol liegt zwischen vier und sechs Stunden.
Da eine Überdosierung mit Nebenwirkungen einhergehen kann, darf die Dosierung oder die Häufigkeit der Anwendungen nur nach ärztlicher Rücksprache erhöht werden.
Die klinische Wirksamkeit von Salbutamol in vernebelter Form bei Säuglingen in einem Alter von unter 18 Monaten ist unklar. Da eine vorübergehende Hypoxämie auftreten kann, ist eine zusätzliche Sauerstoff-Therapie in Erwägung zu ziehen.
Art der Anwendung
Nur zur Inhalation.
Salbutamol Noridem ist nur zur Inhalation bestimmt und muss nach ärztlicher Anleitung mit einem geeigneten Vernebler über den Mund eingeatmet werden.
DIE LÖSUNG DARF WEDER INJIZIERT NOCH GESCHLUCKT WERDEN.
Nur zur einmaligen Anwendung. Sofort nach Öffnen des Behältnisses mit Einzeldosis verwenden. Etwaige nach dem Vernebeln noch im Vernebler verbliebene Restmengen der Lösung müssen entsorgt werden.
Salbutamol Noridem kann nach Öffnen der Einzeldosis-Ampulle und Umfüllen des Inhalts in die Vernebler-Kammer eines geeigneten Verneblers, z. B. eines PARI LC SPRINT-Verneblers, angewendet werden. Für vollständige Anweisungen zur Verwendung des Verneblers sind Patienten dazu anzuhalten, vor Beginn der Inhalation die Gebrauchsinformation des betreffenden Geräts aufmerksam durchzulesen.
Die Parameter der Freisetzung und Bereitstellung des Wirkstoffs wurden im Rahmen von in vitro-Studien unter Verwendung eines PARI JuniorBoy SX-Kompressors mit dem Vernebler LC SPRINT Junior Familie (für Säuglinge) sowie eines PARI TurboBoy SX-Kompressors mit dem Vernebler LC SPRINT Junior Familie (für Kinder) mit den folgenden Einstellungen untersucht:
| Salbutamol | Verteilung der Tröpfchengröße (in Mikrometern) | Wirkstoff- Abgaberate (Mikrogramm / Min.) | Gesamtmenge des abgegebenen Wirkstoffs (Mikrogramm/2,5 ml) | Einstellungen | |||||
| D10 | D50 | D90 | Säuglinge | Kinder | Säuglinge | Kinder | |||
| 1,25 mg / 2,5 ml | 0,24 | 2,60 | 7,39 | 52,6 | 87,0 | 236,7 | 300,6 | Min./Max. Flussrate: | 3,0 l/ min/ 6,0 l/min |
| Min./Max. Arbeits-druck: | 0,5 bar/ 2,0 bar | ||||||||
Je nach verwendetem Vernebler kann die Dosis an zugeführtem Salbutamol Noridem schwanken. Die Verwendung alternativer Geräte zur Verneblung kann zu Veränderungen hinsichtlich der Verteilung des Wirkstoffs in den Lungen führen, was wiederum möglicherweise die Wirksamkeit und Sicherheit des Arzneimittels verändert und in der Folge unter Umständen eine Anpassung der Dosierung erforderlich macht.
Die vernebelte Lösung kann mittels einer Gesichtsmaske, eines T-Stücks oder über einen Endotrachealtubus inhaliert werden. Die Durchführung einer IPPV-Beatmung (Beatmung mit intermittierend positivem Druck) ist möglich, jedoch nur in seltenen Fällen erforderlich. Falls das Risiko für eine Anoxie aufgrund von Hypoventilation besteht, muss die eingeatmete Luft mit Sauerstoff angereichert werden.
Da viele Vernebler auf Basis einer durchgehenden Zufuhr arbeiten, ist es wahrscheinlich, dass ein Teil des vernebelten Arzneimittels in die lokale Umgebung abgegeben wird. Daher ist Salbutamol Noridem in einem Raum mit guter Durchlüftung anzuwenden.
Salbutamol Noridem ist zur unverdünnten Anwendung bestimmt. Die Lösung kann jedoch mit steriler isotoner Kochsalzlösung im Verhältnis 1:1 verdünnt werden, sofern eine längere Anwendungsdauer (mehr als 10 Minuten) erforderlich ist.
Entnehmen Sie den Einzeldosisbehälter aus dem Beutel.
Öffnen Sie den Behälter durch kräftiges Drehen des oberen Endes.
Drücken Sie auf den Behälter, um den Inhalt in die Verneblerkammer zu entleeren. Bauen Sie den Vernebler vor der Anwendung nach den Angaben des Herstellers zusammen. Achten Sie darauf, dass das vom Vernebler erzeugte Aerosol nicht in die Augen gerät.
Bei Druckluftverneblern wird der Durchfluss der Luft oder des Sauerstoffs, die zum Vernebeln der Lösung dienen, entsprechend dem Zustand des Patienten und den Empfehlungen des Herstellers des Verneblers angepasst.
Die Inhalation darf im Allgemeinen eine Dauer von 10 bis 20 Minuten nicht überschreiten. Die vom Patienten angewendete Inhalationsmethode ist regelmäßig zu überprüfen.
Nach der Inhalation ist nicht verbrauchte, in der Verneblerkammer verbliebene Lösung zu entsorgen. Die Reinigung und Wartung des Geräts sind entsprechend den Empfehlungen des Herstellers durchzuführen.
Die Einzeldosisbehälter enthalten keine Konservierungsmittel und müssen unmittelbar nach dem Öffnen verbraucht werden. Für jede Verneblung muss ein neuer Behälter verwendet werden.
Der Inhalt von teilweise verbrauchten oder beschädigten Einzeldosisbehältern darf nicht verwendet werden.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Die Anwendung von Salbutamol mithilfe eines Verneblers ist schweren akuten Situationen vorzubehalten, bei denen die Anwendung einer hohen Arzneimitteldosis durch Inhalation erforderlich ist. In diesen Situationen ist eine ärztliche Überwachung mit der Möglichkeit einer Reanimation (venöser Zugang und Beatmung) notwendig; eine Kombination mit Sauerstofftherapie und systemischer Kortikosteroidtherapie ist generell ratsam.
Wie bei anderen Inhalationstherapien können paradoxe Bronchospasmen auftreten, die sich durch verstärkte Dyspnoe und pfeifende Atmung unmittelbar nach Inhalation des Arzneimittels äußern. Der Bronchospasmus soll mit einem anderen Präparat oder einem anderen inhalativen Bronchodilatator mit schnellem Wirkungseintritt (falls verfügbar) behandelt werden. Die Behandlung mit vernebeltem Salbutamol Noridem ist zu unterbrechen und, falls erforderlich, durch eine Therapie mit einem anderen schnell wirksamen Bronchodilatator zu ersetzen.
Bronchodilatatoren sind bei Patienten, die unter schwerem oder unkontrolliertem Asthma leiden, nicht als alleinige oder als vorrangige Therapie einzusetzen. Schwere Formen von Asthma bedürfen einer regelmäßigen medizinischen Bewertung einschließlich der Durchführung von Lungenfunktionstests, da bei diesen Patienten die Gefahr schwerer Anfälle, sogar mit Todesfolge, besteht. Ärzte müssen bei solchen Patienten eine Anwendung der maximalen empfohlenen Dosis an inhalativen und/oder oralen Kortikosteroiden in Betracht ziehen.
Patienten, die zu Hause behandelt werden, müssen ärztlichen Rat einholen, sofern die Behandlung mit Salbutamol Noridem eine nachlassende Wirksamkeit zeigt. Die Dosierung oder die Häufigkeit der Anwendungen darf nur nach ärztlicher Rücksprache erhöht werden.
Zur Linderung der Symptome können Patienten, die mit Salbutamol Noridem behandelt werden, auch andere Darreichungsformen von kurzwirksamen inhalativen Bronchodilatatoren anwenden. Patienten, denen eine regelmäßige entzündungshemmende Therapie verschrieben wird (z. B. inhalative Kortikosteriode), sind darauf hinzuweisen, ihre entzündungshemmenden Arzneimittel auch dann weiter anzuwenden, wenn die Symptome nachlassen und sie Salbutamol Noridem nicht benötigen. Ein verstärkter Einsatz von Bronchodilatatoren, insbesondere von kurzwirksamen ß2-Agonisten, weist auf eine schlechtere Kontrolle der Asthma-Erkrankung hin und Patienten sind darauf hinzuweisen, so schnell wie möglich medizinischen Rat einzuholen. Die therapeutische Versorgung des Patienten muss dann erneut bewertet werden. Der Patient ist darauf hinzuweisen, ärztlichen Rat einzuholen, sofern die Wirksamkeit der Behandlung mit kurzwirksamen Bronchodilatatoren nachlässt oder eine höhere Anzahl an Inhalationen als üblich erforderlich wird. In solchen Fällen müssen die Patienten untersucht werden, und die Notwendigkeit einer verstärkten anti-inflammatorischen Behandlung (z. B. höhere Dosen an inhalativen Kortikosteroiden oder eine Therapie mit oral einzunehmenden Kortikosteroiden) ist in Betracht zu ziehen.
Die übermäßige Anwendung von kurzwirksamen ß -Agonisten kann das Fortschreiten der Grunderkrankung verschleiern und zu einer Verschlechterung der Asthmakontrolle beitragen, was zu einem erhöhten Risiko schwerer Asthma-Exazerbationen und Mortalität führt. Patienten, die Salbutamol mehr als zweimal pro Woche „nach Bedarf“ anwenden – die prophylaktische Anwendung vor dem Sport nicht mitgezählt – sind im Hinblick auf eine angebrachte Therapieanpassung erneut zu untersuchen (d. h. Symptome am Tag, nächtliches Erwachen und Einschränkung der Alltagsaktivität aufgrund von Asthma), da bei diesen Patienten das Risiko einer übermäßigen Anwendung von Salbutamol besteht.
Bei Patienten, die unter Thyreotoxikose leiden, ist Salbutamol mit Vorsicht anzuwenden.
Unter der Anwendung von Sympathomimetika einschließlich Salbutamol können Wirkungen auf das kardiovaskuläre System auftreten. Post-Marketing-Daten und Literaturpublikationen legen gewisse Hinweise auf das Auftreten seltener Fälle von Myokardischämie in Verbindung mit der Anwendung von Salbutamol nahe. Patienten mit vorher bestehender schwerer Herzerkrankung (z. B. ischämischer Herzkrankheit, Arrhythmie oder schwerer Herzinsuffizienz), die mit Salbutamol behandelt werden, müssen darauf hingewiesen werden, ärztlichen Rat einzuholen, wenn sie Schmerzen in der Brustgegend verspüren oder sonstige Symptome einer Verschlechterung ihrer Herzerkrankung bei sich feststellen. Bei der Bewertung von Symptomen wie z. B. Dyspnoe oder Schmerzen im Brustkorb ist besondere Aufmerksamkeit geboten, da sie sowohl respiratorischen als auch kardiologischen Ursprungs sein können.
Bei Patienten, die bekanntermaßen bereits mit hohen Dosen von Sympathomimetika behandelt worden sind, ist Salbutamol Noridem mit Vorsicht anzuwenden.
Vernebeltes Salbutamol ist bei Hyperthyreose, kardiovaskulären Erkrankungen, insbesondere obstruktiver Kardiomyopathie, koronarer Herzkrankheit, Arrhythmien, arterieller Hypertonie und Diabetes, mit Vorsicht anzuwenden.
Eine Therapie mit ß2-Mimetica kann, vornehmlich bei parenteraler Anwendung sowie bei Anwendung über einen Vernebler, zu einer möglicherweise schweren Hypokaliämie führen, die Herzrhythmusstörungen verursachen kann. In derartigen Fällen ist eine Überwachung des Kaliumspiegels im Serum angezeigt, insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung von Hypokaliämie-auslösenden Therapien, bei Hypoxie oder bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Torsade de pointes (Verlängerung des QT-Intervalls oder Behandlungen, die wahrscheinlich die QTc-Dauer verlängern).
Wie andere β-Adrenozeptor-Agonisten kann Salbutamol reversible Stoffwechselveränderungen wie z. B. erhöhte Blutzuckerwerte induzieren. Diabetische Patienten können mitunter den Anstieg des Blutzuckers nicht kompensieren, und es wurde über die Entstehung von Ketoazidosen berichtet. Die gleichzeitige Anwendung von Kortikosteroiden kann diesen Effekt noch verstärken. In Verbindung mit der Anwendung hoher therapeutischer Dosen von intravenös oder mittels Vernebler angewendeten kurzwirksamen ß-Agonisten ist über Fälle von Laktatazidose berichtet worden, hauptsächlich bei Patienten, die wegen einer akuten Exazerbation von Bronchospasmen bei schwerem Asthma oder chronischer obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) behandelt wurden (siehe Abschnitt 4.8). Erhöhte Laktatwerte können zu Dyspnoe und kompensatorischer Hyperventilation führen, was als Anzeichen von Therapieversagen der anti-asthmatischen Behandlung fehlgedeutet werden und so zu einer nicht angemessenen Intensivierung der Behandlung mit kurzwirksamen ß-Agonisten führen könnte. In solchen Fällen wird daher empfohlen, Patienten im Hinblick auf erhöhte Laktatwerte im Serum sowie auf eine daraus folgende metabolische Azidose zu überwachen.
Sportler
Sportler sind darauf hinzuweisen, dass dieses Arzneimittel einen Wirkstoff enthält, der bei Dopingkontrollen zu einem positiven Ergebnis führen kann.
Bei Patienten, die mit einer kombinierten Therapie aus vernebeltem Salbutamol und Ipratropiumbromid behandelt wurden, wurde über eine geringe Anzahl von Fällen mit akutem Engwinkelglaukom berichtet. Daher darf eine Kombination aus vernebeltem Salbutamol und vernebelten Anticholinergika nur mit Vorsicht angewendet werden. Patienten müssen eine ausführliche Einweisung in die korrekte Anwendung erhalten und gewarnt werden darauf zu achten, dass keine Lösung bzw. kein vernebeltes Arzneimittel in die Augen gelangt.
Salbutamol Noridem enthält Natrium
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Ampulle, d. h. es ist nahezu natriumfrei.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Nicht empfohlene Kombinationen
Nicht-selektive Betablocker: Salbutamol und nicht-selektive Beta-Blocker wie etwa
Propranolol ist normalerweise nicht zusammen zu verschreiben.
Mit Vorsicht anzuwendende Kombinationen
- Antidiabetika: Die Anwendung von β-Agonisten ist mit einem Blutzuckeranstieg verbunden, der als Reduktion der Wirkung der antidiabetischen Therapie interpretiert werden kann; daher ist es gegebenenfalls notwendig, die antidiabetische Therapie erneut anzupassen (siehe Abschnitt 4.4). Die Blut- und Urinwerte sind verstärkt zu überwachen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Eine Anwendung von Arzneimitteln während der Schwangerschaft ist nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter größer ist als das mögliche Risiko für den Fötus. Wie bei den meisten Arzneimitteln, finden sich in den veröffentlichten Literaturquellen nur wenige Belege zur Sicherheit von Salbutamol während der frühen Phasen der Schwangerschaft beim Menschen, jedoch ergab sich in tierexperimentellen Studien Evidenz dafür, dass sehr hohe Dosen einige nachteilige Auswirkungen auf den Fötus haben können (siehe Abschnitt 5.3).
Stillzeit
Da Salbutamol wahrscheinlich in die Muttermilch ausgeschieden wird, muss seine Anwendung bei stillenden Müttern sorgfältig abgewogen werden. Es ist nicht bekannt, ob Salbutamol negative Auswirkungen auf Neugeborene hat, daher ist seine Anwendung auf solche Situationen zu beschränken, in denen der erwartete Nutzen für die Mutter das potenzielle Risiko für das Neugeborene wahrscheinlich überwiegt.
Fertilität
Es liegen keine Informationen über die Auswirkungen von Salbutamol auf die Fertilität beim Menschen vor. Es gab keine Nebenwirkungen auf die Fertilität von Tieren (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen
Salbutamol Noridem hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Die Auflistung der Nebenwirkungen erfolgt nach Systemorganklassen und nach Häufigkeit. Die Häufigkeit wird folgendermaßen angegeben: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000) oder nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar), einschließlich Einzelfällen.
Sehr häufig und häufig aufgetretene Nebenwirkungen wurden generell auf der Grundlage von Daten aus klinischen Studien ermittelt. Seltene, sehr seltene sowie nicht bekannte Nebenwirkungen wurden im Allgemeinen auf Basis von Daten aus Spontanmeldesystemen ermittelt.
| Systemorganklassen | Häufigkeit | Nebenwirkungen |
| Erkrankungen des Immunsystems | Sehr selten | Allergie einschließlich Angioödem, Urtikaria, Pruritus, Bronchospasmus, Hypotonie und Kollaps |
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | Selten | Hypokaliämie* |
| Sehr selten | Laktatazidose** (siehe Abschnitt 4.4) | |
| Erkrankungen des Nervensystems | Häufig | Tremor, Kopfschmerz |
| Sehr selten | Verhaltensstörungen: Nervosität, Agitiertheit | |
| Herzerkrankungen | Häufig | Tachykardie |
| Gelegentlich | Palpitationen | |
| Sehr selten | Herzrhythmusstörungen (einschließlich Vorhofflimmern, Tachykardie supraventrikulär und Extrasystolen) | |
| Nicht bekannt | Myokardiale Ischämie*** (siehe Abschnitt 4.4) | |
| Gefäßerkrankungen | Selten | Periphere Vasodilatation |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | Sehr selten | Paradoxer Bronchospasmus**** |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Gelegentlich | Reizung im Mund- und Rachenraum |
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen | Gelegentlich | Muskelkrämpfe |
* β2-Agonisten in hohen Dosen können Hyperglykämie und Hypokaliämie verursachen, die beim Absetzen der Behandlung reversibel sind.
** Sehr selten wurden Fälle einer Laktatazidose bei Patienten berichtet, die zur Behandlung von akuten Asthmaexazerbationen Salbutamol intravenös oder inhalativ mit Vernebler erhalten hatten. *** Die Häufigkeit des Auftretens einer Myokardischämie kann nicht bestimmt werden, da die gemeldeten Fälle von Spontanberichten nach der Marktzulassung stammen.
**** Wie bei anderen inhalativen Arzneimitteln können Husten und selten paradoxe Bronchospasmen nach der Inhalation auftreten. Die Anwendung dieses Arzneimittels darf nicht wiederholt werden und ein anderer Bronchodilatator mit schnellem Wirkungseintritt ist zur Linderung des Bronchospasmus anzuwenden. Die Therapie ist dann erneut zu bewerten, um gegebenenfalls die Verschreibung einer alternativen Therapie in Betracht zu ziehen.
Verdauungsstörungen (Übelkeit, Erbrechen) können ebenfalls auftreten.
Kinder und Jugendliche
Außerdem wurden bei Kindern und Jugendlichen über sehr seltene Nebenwirkungen aus dem Bereich psychiatrischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen in Form von Nervosität und Agitation wie auch Pruritus berichtet.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
4.9 Überdosierung
Symptome
Die häufigsten Anzeichen und Symptome einer Überdosierung von Salbutamol sind vorübergehende, aus der pharmakologischen Wirkung von ß-Agonisten resultierende Ereignisse, wozu unter anderem Tachykardie, Tremor, Hyperaktivität sowie metabolische Effekte einschließlich Hypokaliämie und Laktatazidose zählen (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8). Daher hängen etwaige Auswirkungen einer Überdosierung wahrscheinlich mit dem Salbutamol-Bestandteil zusammen. Eine manifestierte Überdosierung kann sich unter anderem in Form von Übelkeit, Erbrechen und Hyperglykämie äußern, und zwar insbesondere bei Kindern sowie im Falle einer Überdosis aufgrund von oral angewendetem Salbutamol.
Nach einer Überdosierung von Salbutamol kann es zum Auftreten von Hypokaliämie kommen. Daher muss eine Kontrolle des Kaliumspiegels im Serum erfolgen. Zudem sind in Verbindung mit der Überdosierung von Salbutamol Fälle von metabolischer Azidose einschließlich Laktatazidose, die im Zusammenhang mit hohen therapeutischen Dosen sowie Fällen einer Überdosierung einer Behandlung mit kurzwirksamen ß-Agonisten berichtet wurden, beobachtet worden; daher können im Falle einer Überdosierung Tests auf erhöhte Laktatwerte im Serum sowie auf eine daraus folgende metabolische Azidose (insbesondere bei anhaltender oder sich verschlechternder Tachypnoe trotz einer Besserung anderer Anzeichen eines Bronchospasmus wie etwa Keuchen) angezeigt sein.
Behandlung
Die Behandlung nach einer Überdosierung eines β-Sympathomimetikums erfolgt überwiegend symptomatisch.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Inhalative Sympathomimetika, selektive Beta2-Adrenorezeptor-Agonisten, ATC-Code: R03AC02
Bei Salbutamol handelt es sich um einen selektiven ß2-Agonisten mit einer kurzzeitigen (4 bis 6 Stunden) bronchodilatatorischen Wirkung mit raschem Einsetzen der Wirkung (innerhalb von 5 Minuten) bei reversibler Obstruktion der Atemwege. In therapeutischen Dosen wirkt es auf die ß2-Adrenorezeptoren der Bronchialmuskulatur. Durch das rasche Einsetzen der Wirkung eignet sich das Arzneimittel insbesondere zur Behandlung und Prävention von Asthma-Anfällen.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Intravenös angewendetes Salbutamol besitzt eine Halbwertszeit von 4 bis 6 Stunden und wird zum Teil über die Nieren ausgeschieden, teilweise aber auch zu inaktivem 4'-O-Sulfat (phenolischem Sulfat) metabolisiert, das ebenfalls hauptsächlich mit dem Urin ausgeschieden wird. Eine Ausscheidung über die Faeces findet nur in sehr geringem Umfang statt. Der größte Teil des in intravenöser oder oraler Form oder mittels Inhalation angewendeten Salbutamols wird innerhalb von 72 Stunden wieder ausgeschieden. Salbutamol ist zu 10 % an Plasmaproteine gebunden.
Nach inhalativer Anwendung gelangen zwischen 10 % und 20 % des Arzneistoffs in die unteren Atemwege. Der Rest wird innerhalb des Freisetzungssystems zurückgehalten oder setzt sich im Mund- und Rachenraum ab, von wo aus er verschluckt wird. Der in die Atemwege gelangte Anteil wird von Lungengewebe und Kreislauf aufgenommen, jedoch nicht in der Lunge metabolisiert. Bei Erreichen des systemischen Kreislaufs wird dieser Anteil dem hepatischen Metabolismus zugeführt und wird hauptsächlich mit dem Urin als unverändertes Arzneimittel sowie in Form von phenolischem Sulfat ausgeschieden.
Der heruntergeschluckte Anteil einer mittels Inhalation aufgenommenen Dosis wird aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert und unterliegt einem erheblichen First-Pass-Metabolismus in Form einer Verstoffwechselung zu phenolischem Sulfat. Sowohl das unveränderte Arzneimittel als auch das Konjugat werden primär mit dem Urin ausgeschieden.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Basierend auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Anwendung, Genotoxizität und Karzinogenität lassen die nichtklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Die in Studien zur Toxizität bei wiederholter Anwendung beobachteten Wirkungen hingen mit der ß-adrenergen Aktivität von Salbutamol zusammen. In Studien mit Mäusen traten nach subkutaner Dosierung innerhalb eines Bereichs von 0,025 bis 2,5 mg/kg bei 4,5 % bzw. 9,3 % der Föten (bei Anwendung einer Dosis von 0,25 bzw. 2,5 mg/kg) Gaumenspalten auf (ca. 1/10 bzw. das 1,0-fache der täglichen maximalen klinischen Inhalationsdosis auf mg/m2 Basis). Im Rahmen einer Reproduktionsstudie bei Kaninchen zeigte sich nach oraler Salbutamol-Anwendung von 50 mg/kg (ungefähr das 80-fache der klinischen Dosis entsprechend der oben genannten Grundlage) bei 37% der Föten Kranioschisis.
In einer Studie zur Fertilität und allgemeinen Reproduktionsfähigkeit bei Ratten ergaben sich bei oraler Anwendung von Dosen von 2 sowie 50 mg/kg/Tag keine negativen Auswirkungen auf die Fertilität, die embryo-fötale Entwicklung, die Wurfgröße, das Geburtsgewicht sowie die Wachstumsgeschwindigkeit, abgesehen von einer niedrigeren Überlebensrate bis Tag 21 nach der Geburt bei den entwöhnten Tieren im Falle einer Dosis von 50 mg/kg/Tag (das 39-Fache der maximalen empfohlenen Dosis beim Menschen).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriumchlorid
Wasser für Injektionszwecke
Schwefelsäure (zur pH-Wert-Einstellung)
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht bekannt.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
2 Jahre bei Aufbewahrung im ungeöffneten Behälter.
3 Monate nach Öffnen des äußeren Schutzbeutels (siehe unten).
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25 °C lagern.
Die Ampullen im Umkarton und im Beutel aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Nach Öffnen des Schutzbeutels müssen die Ampullen vor Lichteinwirkung geschützt werden.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Salbutamol Noridem wird in Packungen von 30 oder 60 Ampullen aus Polyethylen niedriger Dichte (LDPE) geliefert, die sich in nicht-transparenter Aluminium-Schutzbeuteln befinden und in Kartons verpackt sind. Jede Ampulle enthält 2,5 ml Lösung.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Noridem Enterprises Ltd.
Evagorou & Makariou, Mitsi Building 3, Suite 115
1065 Nikosia
Zypern
Mitvertrieb:
DEMO S.A. Pharmaceutical Industry
21st km National Road Athens-Lamia
14568 Kryoneri,
Griechenland
8. ZULASSUNGSNUMMER
Z. Nr.:
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung:
10. STAND DER INFORMATION
Oktober 2025
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig
