Fachinformation - Isoprenalinhydrochlorid Unicorn Pharma 0,2 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Isoprenalinhydrochlorid Unicorn Pharma 0,2 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Ein Milliliter Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 0,2 mg Isoprenalinhydrochlorid, entsprechend 0,17 mg Isoprenalin.
Jede 1 ml Durchstechflasche enthält 0,2 mg Isoprenalinhydrochlorid entsprechend 0,17 mg Isoprenalin.
Jede 5 ml Durchstechflasche enthält 1,0 mg Isoprenalinhydrochlorid entsprechend 0,85 mg Isoprenalin.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung
Jede 1 ml Durchstechflasche enthält 3 mg (0,14 mmol) Natrium.
Jede 5 ml Durchstechflasche enthält 16 mg (0,70 mmol) Natrium.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat).
Klare, farblose bis leicht gelbliche Lösung, praktisch frei von sichtbaren Partikeln.
Der pH-Wert der Lösung liegt zwischen 2,5 - 4,5 und die Osmolalität zwischen 250 - 300 mOsmol/kg.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1. Anwendungsgebiete
- Kurzfristige Behandlung einer permanenten Bradykardie aufgrund eines atrioventrikulären Blocks, bevor ein Herzschrittmacher eingesetzt werden kann oder falls dieser kontraindiziert ist.
- Kurzfristige Behandlung des Adams-Stokes-Syndroms.
Die nationalen und internationalen Empfehlungen und Leitlinien zur korrekten Anwendung von Isoprenalin sind zu befolgen.
4.2. Dosierung und Art der Anwendung
Isoprenalinhydrochlorid Unicorn Pharma darf nur von ausgebildeten Anästhesisten, Kardiologen oder Intensivmedizinern verabreicht werden und die Anwendung muss unter entsprechender Überwachung oder auf der Intensivstation erfolgen. Kreislauf und Atmung des Patienten sollten engmaschig überwacht werden.
Isoprenalin sollte nicht routinemäßig angewendet werden.
Dosierung
Isoprenalinhydrochlorid Unicorn Pharma wird unter engmaschiger Überwachung vorsichtig bis zur niedrigstmöglichen Dosis titriert, bei der eine Herzfrequenz von 50–60 Schlägen pro Minute erreicht wird.
Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 0,01 Mikrogramm/kg/Minute.
Die Dosis kann in Schritten von jeweils 0,01 Mikrogramm/kg/Minute bis zu einer maximalen Dosis von 0,15 Mikrogramm/kg/Minute gesteigert werden.
Die Infusionsrate ist entsprechend der Herzfrequenz des Patienten anzupassen.
Die maximale Tagesdosis sollte 10 mg/Tag nicht überschreiten.
Gleichzeitige Anwendung mit Adrenalin:
Injizieren Sie Isoprenalinhydrochlorid Unicorn Pharma auf keinen Fall gleichzeitig mit Adrenalin. Sollte jedoch die Anwendung beider Arzneimittel notwendig sein, können sie abwechselnd alle 4 Stunden verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3 und 4.5).
Art der Anwendung
Zur intravenösen Anwendung.
Verdünnen Sie 10 ml des Konzentrats zur Herstellung einer Infusionslösung (= 2,0 mg) mit 500 ml Natriumchlorid 0,9 % (9 mg/ml) Injektionslösung oder Glucose 5 % (50 mg/ml) Injektionslösung (siehe Abschnitt 6.6). Dies ergibt eine Konzentration von 4 Mikrogramm/ml Isoprenalinhydrochlorid-Infusionslösung.
4.3. Gegenanzeigen
In folgenden Fällen ist die Anwendung von Isoprenalinhydrochlorid Unicorn Pharma kontraindiziert:
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
- Gleichzeitige Anwendung mit Adrenalin (siehe Abschnitt 4.2 und 4.5)
- Vorbestehende ventrikuläre Arrhythmien
- Tachyarrhythmien
- Intoxikation mit Herzglykosiden
- Myokardinfarkt
- Angina pectoris
4.4. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
- Die Anwendung von Isoprenalinhydrochlorid muss per EKG überwacht werden und die Dosen müssen bei ventrikulär Übererregbarkeit des Myokards (polymorphe Extrasystolen, wiederholte Burst-Stimulation oder ventrikuläre Tachykardie) reduziert werden.
- Isoprenalinhydrochlorid ist bei Patienten mit Volumenmangel mit Vorsicht anzuwenden.
- Vorsicht bei Anwendung bei diabetischen Patienten.
- Vorsicht bei Patienten unter Behandlung mit Digitalis.
- Bei Hyperthyreose wird Vorsicht empfohlen. Die Anwendung des Arzneimittels bei nicht kontrollierter Hyperthyreose ist zu vermeiden.
- Vorsicht bei kardiovaskulären Erkrankungen, insbesondere bei Koronarinsuffizienz, Arrhythmien und Hypertonie.
- Vorsicht bei Anfallserkrankungen.
- Vorsicht, wenn die Dosen so hoch sind, dass eine Herzfrequenz von mehr als 130 Schlägen pro Minute erreicht wird.
- Vorsicht bei Patienten, die auf Sympathomimetika ungewöhnlich reagieren.
Isoprenalinhydrochlorid Unicorn Pharma enthält 3 mg Natrium pro 1 ml Durchstechflasche. Dies entspricht 0,15 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
Isoprenalinhydrochlorid Unicorn Pharma enthält 16 mg Natrium pro 5 ml Durchstechflasche. Dies entspricht 0,18 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
4.5. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Isoprenalin darf nicht gleichzeitig mit Adrenalin verabreicht werden, aber es kann gleichzeitig mit Dopamin oder Phenylephrin angewendet werden. Sollte die Kombination von Isoprenalin und Adrenalin notwendig sein, können sie abwechselnd alle 4 Stunden verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.2 und 4.3).
Isoprenalin ist kontraindiziert in Fällen einer Digitalisintoxikation.
Isoprenalin darf nicht während einer Anästhesie mit Chloroform, Cyclopropan, Halothan oder anderen halogenierten Anästhetika verabreicht werden, da diese Substanzen ventrikuläre Arrhythmien hervorrufen oder verstärken können.
Isoprenalin darf nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern angewendet werden.
Die Toxizität von Isoprenalin steigt, wenn es gleichzeitig mit anderen Kardiotonika oder ZNS- stimulierenden Mitteln (wie Sympathomimetika, Theophyllin oder Schilddrüsenhormopräparaten) angewendet wird.
Isoprenalin kann die kardiovaskulären Nebenwirkungen von trizyklischen Antidepressiva wie Imipramin verstärken.
Wenn Isoprenalin zusammen mit Arzneimitteln angewendet wird, die mit Sulfaten kombiniert werden (z. B. Salicylamid), können die pharmakologischen Wirkungen von Isoprenalin verstärkt werden.
Die Anwendung vom Entacapon kann die Wirkung von Isoprenalin steigern.
Doxapram und MAO-Hemmer bergen das Risiko einer schweren Hypertonie.
Wenn Isoprenalinhydrochlorid Unicorn Pharma zusammen mit Ergotamin verabreicht wird, ist das Risiko eines Ergotismus erhöht.
Durch die starke vasopressorische Wirkung gefäßverengender Sympathomimetika (z. B. Oxytocin) kann eine Hypertonie auftreten.
4.6. Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
In mehr als 30 Jahren klinischer Erfahrung zeigten sich keine teratogenen Wirkungen, die auf Isoprenalin zurückzuführen waren.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
In jedem Fall muss, wie bei jeder Medikation in der Schwangerschaft, der klinische Nutzen gegen die möglichen Risiken für Mutter und Kind sorgfältig abgewogen werden.
Stillzeit
Die Anwendung von Isoprenalinhydrochlorid Unicorn Pharma während der Stillzeit wird nicht empfohlen.
Es liegen keine oder nur begrenzte Daten zur Anwendung von Isoprenalin bei stillenden Frauen vor.
4.7. Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Nicht zutreffend.
4.8. Nebenwirkungen
Schwere Nebenwirkungen auf Isoprenalin treten nur selten auf. Die meisten Nebenwirkungen klingen rasch ab, wenn Isoprenalin abgesetzt wird, oder gehen bereits während der Anwendung des Arzneimittels zurück. Isoprenalin hat fast ausschließlich beta-agonistische Eigenschaften, aber es wirkt auch ZNS stimulierend.
Die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen wird wie folgt angegeben
<Sehr häufig (≥1/10)>; <Häufig (≥1/100, <1/10)>; <Gelegentlich (≥1/1 000, <1/100)>; rare <Selten (≥1/10 000, <1/1 000)>; <Sehr selten (<1/10 000)>; nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Herzerkrankungen
Nicht bekannt: Tachykardie, Arrhythmien, präkordiale Schmerzen
Erkrankungen des Nervensystems
Nicht bekannt: Nervosität, Zittrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Nicht bekannt: Übelkeit
Gefäßerkrankungen
Nicht bekannt: Hypotonie, Hypertonie
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Nicht bekannt: Asthenie
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5 1200 WIEN ÖSTERREICH Fax: + 43 (0) 50 555 36207 Website: http://www.basg.gv.at/
4.9. Überdosierung
Symptome
Übelkeit, Kopfschmerzen, Sinustachykardie, polymorphe Extrasystolen, ventrikuläre Tachykardie.
Behandlung
Es genügt, die Infusion mit Isoprenalinhydrochlorid zu beenden. Die therapeutische Wirkung geht aufgrund der raschen Inaktivierung nach einigen Minuten zurück.
Falls notwendig, wird anschließend Plasma oder Vollblut verabreicht.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1. Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Herztherapie, Adrenerge und dopaminerge Mittel;
ATC-Code: C01CA02.
Isoprenalinhydrochlorid Unicorn Pharma ist ein ß-Sympathomimetikum, das den intrakardialen Blutfluss beeinflusst, ohne in niedrigen Dosen den Blutdruck zu beeinflussen.
Herz
Isoprenalinhydrochlorid hat eine ausgeprägte inotrope und chronotrope Wirkung (Wirkung an den ß1- Rezeptoren), die zu einer signifikanten Steigerung des Herzzeitvolumens führt.
Isoprenalinhydrochlorid wirkt sofort auf der Ebene des AV-Knotengewebes, indem es die Erregbarkeitsschwelle des Myokards senkt und die Herzkontraktion und den systolischen Blutfluss verstärkt.
Blutgefäße
Isoprenalinhydrochlorid verursacht eine periphere Vasodilatation (Wirkung an den ß2-Rezeptoren), verbunden mit einem verminderten Widerstand, einem erhöhten Blutvolumen und einer Regulierung des zentralen Venendrucks.
5.2. Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Nach intravenöser Injektion hat Isoprenalin eine Plasmahalbwertszeit von etwa einer bis mehreren Minuten, je nachdem, ob die Injektion schnell oder langsam erfolgt.
Verteilung
Isoprenalin wird in der Leber und anderen Geweben rasch durch Verstoffwechselung inaktiviert. Es passiert kaum die Blut-Hirn-Schranke. Ob Isoprenalin beim Menschen in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt.
Biotransformation
Isoprenalin wird in der Leber, Lunge und anderen Geweben durch die Katechol-O-methyltransferase metabolisiert. Hauptmetaboliten nach intravenöser Anwendung sind 3-O-Methylisoproterenol (von dem eine schwach hemmende Wirkung an ß-adrenergen Rezeptoren beschrieben wird) und seine Konjugate.
Elimination
Innerhalb von 24 Stunden werden ungefähr 40–50 % der Dosis unverändert und der Rest als 3-O- Methylisoproterenol im Urin ausgeschieden.
5.3. Präklinische Daten zur Sicherheit
Isoprenalin führte bei trächtigen Hamstern, die am achten Tag der Trächtigkeit eine einmalige subkutane Dosis erhalten hatten, zu einer Vielzahl von schweren Fehlbildungen des Gehirns, der Augen, des Rückenmarks, des Herzens, der Leber und des Skeletts. Die Injektion von Isoprenalin bei einem nicht anästhesierten Schafsfötus oder dem trächtigen Mutterschaf verursachte sowohl beim Mutterschaf als auch beim Fötus eine vorübergehende Tachykardie und Hypotonie. Ein plazentarer Übertritt von pharmakologisch aktivem Isoprenalin konnte weder in die eine noch in die andere Richtung nachgewiesen werden.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1. Liste der sonstigen Bestandteile
Dinatriumedetat
Natriumchlorid
Natriumcitrat
wasserfreie Zitronensäure,
Salzsäure (zur pH-Einstellung)
Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung)
Wasser für Injektionszwecke
6.2. Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
6.3. Dauer der Haltbarkeit
24 Monate für 5 ml
18 Monate für 1 ml
Nach Verdünnung mit Natriumchlorid 0,9 % (9 mg/ml) Injektionslösung oder Glucose 5 % (50 mg/ml) Injektionslösung wurde die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung für 60 Stunden bei 25 °C und bei 2 °C bis 8 °C nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht sind verdünnte Lösungen sofort zu verwenden. Wenn die gebrauchsfertige Lösung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich, die normalerweise 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht überschreiten sollte, es sei denn, die Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen stattgefunden.
6.4. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5. Art und Inhalt des Behältnisses
1 ml und 5 ml Durchstechflaschen mit einer klaren, farblosen bis leicht gelblichen Lösung, praktisch frei von sichtbaren Partikeln, in farblosen Typ-I-Glasdurchstechflaschen, jeweils verschlossen mit einem Brombutyl-Gummistopfen und einer Flip-Off Verschlusskappe aus Aluminium.
Folgende Verpackungsgrößen sind erhältlich: Durchstechflaschen zu je 1 ml in Kartons mit 1, 5 und 10 Durchstechflaschen sowie Durchstechflaschen zu je 5 ml in Kartons mit 1 und 5 Durchstechflaschen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
Das Arzneimittel kann mit 500 ml der folgenden Lösungen verdünnt werden: Natriumchlorid 0,9 % (9 mg/ml) Injektionslösung oder Glucose 5 % (50 mg/ml) Injektionslösung.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Unicorn Pharmaceuticals Limited
Business House Suite 7, Triq l-Arcisqof Pietru Pace, Victoria (Gozo), VCT 2504, Malta
8. ZULASSUNGSNUMMER
Z.Nr.:
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung:
10. STAND DER INFORMATION
März 2026
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig
