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Conmethyl 18 mg-Retardtabletten – Fachinformation

Die Fachinformation ist für Ärztinnen, Ärzte und Apotheken bestimmt. Leicht verständliche Angaben für Patientinnen und Patienten stehen im Beipackzettel: Dosierung, Nebenwirkungen, Andere Medikamente, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Suchtgift
Stärke des Medikaments:
18 mg
Enthält den Wirkstoff:

Fachinformation - Conmethyl 18 mg-Retardtabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Conmethyl® 18 mg-Retardtabletten

Conmethyl® 27 mg-Retardtabletten

Conmethyl® 36 mg-Retardtabletten

Conmethyl® 54 mg-Retardtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Retardtablette enthält 18 mg; 27 mg; 36 mg; 54 mg Methylphenidathydrochlorid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Conmethyl 18 mg-Retardtabletten:

1 Retardtablette enthält 3,8 mg Lactose.

Conmethyl 27 mg-Retardtabletten:

1 Retardtablette enthält 3,2 mg Lactose.

Conmethyl 36 mg-Retardtabletten:

1 Retardtablette enthält 6,3 mg Lactose.

Conmethyl 54 mg-Retardtabletten:

1 Retardtablette enthält 6,5 mg Lactose.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Retardtablette

Conmethyl 18 mg-Retardtabletten:

Runde, bikonvexe, gelbe Filmtabletten mit einem Durchmesser von etwa 9 mm und einer kleinen Vertiefung auf einer Seite der Tablette.

Conmethyl 27 mg-Retardtabletten:

Runde, bikonvexe, graue Filmtabletten mit einem Durchmesser von etwa 9 mm und einer kleinen Vertiefung auf einer Seite der Tablette.

Conmethyl 36 mg-Retardtabletten:

Runde, bikonvexe, weiße Filmtabletten mit einem Durchmesser von etwa 10 mm und einer kleinen Vertiefung auf einer Seite der Tablette.

Conmethyl 54 mg-Retardtabletten:

Runde, bikonvexe, rosafarbene Filmtabletten mit einem Durchmesser von etwa 10 mm und kleinen einer Vertiefung auf einer Seite der Tablette.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS)

Conmethyl ist im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) bei Kindern ab einem Alter von 6 Jahren und bei Erwachsenen indiziert, wenn sich andere therapeutische Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben.

Die Behandlung muss von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der auf die Behandlung von ADHS spezialisiert ist, z.B. von einem erfahrenen Kinderarzt, einem Kinder- und Jugendpsychiater oder einem Erwachsenenpsychiater.

Besondere diagnostische Berücksichtigungen zu ADHS bei Kindern

Die Diagnose wird anhand der aktuellen DSM-Kriterien oder ICD-Richtlinien gestellt und basiert auf einer vollständigen Anamnese und Untersuchung des Patienten. Eine Bestätigung durch Dritte ist wünschenswert und die Diagnose darf sich nicht allein auf das Vorhandensein eines oder mehrerer Symptome stützen.

Die spezifische Ätiologie dieses Syndroms ist unbekannt. Ein spezifischer diagnostischer Test existiert nicht. Eine adäquate Diagnose erfordert die Berücksichtigung medizinischer und spezieller psychologischer, pädagogischer Quellen und des sozialen Umfeldes.

Eine therapeutische Gesamtstrategie umfasst in der Regel sowohl psychologische, pädagogische, soziale als auch pharmakotherapeutische Maßnahmen und zielt auf eine Stabilisierung von Kindern mit einem Verhaltenssyndrom ab, das durch folgende Symptome charakterisiert sein kann: chronische kurze Aufmerksamkeitsspanne in der Anamnese, Ablenkbarkeit, emotionale Labilität, Impulsivität, mäßige bis starke Hyperaktivität, geringfügige neurologische Anzeichen und abnormales EEG. Die Lernfähigkeit kann unter Umständen beeinträchtigt sein.

Eine Behandlung mit Methylphenidat ist nicht bei allen Kindern mit ADHS indiziert, und der Entscheidung zur Anwendung dieses Arzneimittels muss eine sehr sorgfältige Einschätzung der Schwere und Dauer der Symptome des Kindes in Bezug auf sein Alter vorausgehen.

Eine entsprechende pädagogische Einstufung ist essenziell und psychosoziale Maßnahmen sind im Allgemeinen notwendig. Wenn sich andere therapeutische Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben, muss die Entscheidung, ein Stimulans zu verordnen, auf Basis einer strengen Einschätzung der Schwere der Symptome des Kindes beruhen. Die Anwendung von Methylphenidat erfolgt immer in Übereinstimmung mit der zugelassenen Indikation und den Verschreibungs-/Diagnose-Leitlinien.

Besondere diagnostische Berücksichtigungen zu ADHS bei Erwachsenen Die Diagnose wird anhand der aktuellen DSM-Kriterien oder ICD-Richtlinien gestellt und basiert auf einer vollständigen Anamnese und Untersuchung des Patienten.

Die spezifische Ätiologie dieses Syndroms ist unbekannt und ein spezifischer diagnostischer Test existiert nicht. Erwachsene mit ADHS haben Symptommuster, die durch Unruhe, Ungeduld und Unaufmerksamkeit gekennzeichnet sind. Symptome wie Hyperaktivität nehmen mit zunehmendem Alter tendenziell ab, möglicherweise aufgrund von Anpassung, neurologischer Entwicklung und Selbstmedikation. Symptome einer Unaufmerksamkeit sind ausgeprägter und haben größere Auswirkungen auf Erwachsene mit ADHS. Die Diagnose bei Erwachsenen hat eine strukturierte Patientenbefragung zu beinhalten, um die aktuellen Symptome zu ermitteln. Das Vorliegen einer ADHS in der Kindheit ist Voraussetzung und muss retrospektiv ermittelt werden (anhand der Patientenakten oder, falls nicht vorhanden, durch geeignete und strukturierte Instrumente/Befragungen). Eine Bestätigung durch Dritte ist wünschenswert und die Behandlung soll nicht gestartet werden, wenn die Bestätigung der ADHS-Symptome im Kindes- und/oder Jugendalter unsicher ist. Die Diagnose darf sich nicht allein auf das Vorhandensein eines oder mehrerer Symptome stützen. Die Entscheidung, ein Stimulans bei Erwachsenen anzuwenden, muss auf einer sehr gründlichen Beurteilung beruhen. Die Diagnose hat eine mäßige oder schwere funktionelle Beeinträchtigung in mindestens zwei Bereichen zu beinhalten (beispielsweise in Bezug auf die soziale, akademische und/oder berufliche Funktionstüchtigkeit), die sich auf mehrere Aspekte des Lebens einer Person auswirkt.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung muss von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der auf die Behandlung von ADHS spezialisiert ist, z.B. von einem erfahrenen Kinderarzt, einem Kinder und Jugendpsychiater oder einem Erwachsenenpsychiater.

Untersuchungen vor Behandlungsbeginn

Wenn es die lokalen Leitlinien erfordern, ist bei Erwachsenen, die erstmalig Methylphenidat erhalten, vor Behandlungsbeginn kardiologischer Rat einzuholen, um zu prüfen, ob Kontraindikationen zu berücksichtigen sind.

Vor einer Verschreibung ist es notwendig, den Patienten hinsichtlich seines kardiovaskulären Status einschließlich Blutdruck und Herzfrequenz zu beurteilen. Eine umfassende Anamnese beinhaltet Begleitmedikationen, frühere und aktuelle medizinische und psychiatrische Begleiterkrankungen oder Symptome, Fälle von plötzlichem Herztod/unerwartetem Tod in der Familienanamnese und eine exakte Erfassung von Körpergröße und -gewicht vor der Behandlung in einem Wachstumsdiagramm (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Laufende Überwachung

Das Wachstum, der psychische und der kardiovaskuläre Status ist kontinuierlich zu überwachen (siehe Abschnitt 4.4).

  • Der Blutdruck und der Puls ist bei jeder Dosisanpassung und dann mindestens alle

    6 Monate in einer grafischen Darstellung zu dokumentieren;

  • Körpergröße, Gewicht und Appetit bei Kindern sind mindestens alle 6 Monate anhand eines Wachstumsdiagramms festzuhalten;
  • Das Gewicht von Erwachsenen ist regelmäßig zu dokumentieren;
  • Die Entwicklung neuer oder die Verschlechterung bereits bestehender psychiatrischer

    Störungen sind bei jeder Dosisanpassung und dann mindestens alle 6 Monate und bei jedem Besuch zu erfassen.

Die Patienten sind hinsichtlich des Risikos von Zweckentfremdung (illegale Verbreitung), Fehlgebrauch und Missbrauch von Conmethyl zu überwachen.

Dosistitration

Zu Beginn der Behandlung mit Methylphenidat ist eine sorgfältige Dosistitration erforderlich. Die Dosistitration startet mit der niedrigst möglichen Dosis. Für eine Verschreibung zwischen den Dosierungsstärken 18 mg und 36 mg steht eine 27 mg Dosierungsstärke zur Verfügung.

Weitere Stärken dieses Arzneimittels und anderer Arzneimittel, die Methylphenidat enthalten, können zur Verfügung stehen.

Die Dosierung kann in Stufen um jeweils 18 mg angepasst werden. Im Allgemeinen wird eine Dosisanpassung in wöchentlichen Abständen vorgenommen.

Die Tageshöchstdosis von Conmethyl beträgt 54 mg bei Kindern.

Die Tageshöchstdosis von Conmethyl beträgt 72 mg bei Erwachsenen.

Dosierung

Kinder

Kinder, die erstmalig Methylphenidat erhalten: Conmethyl muss nicht bei allen Kindern mit ADHS-Syndrom angezeigt sein. Zur Behandlung von Kindern, die erstmalig Methylphenidat erhalten, könnten niedrigere Dosen einer kurz wirksamen Methylphenidat-Formulierung als ausreichend erachtet werden. Eine sorgfältige Dosistitration durch den verantwortlichen Arzt ist notwendig, um die Gabe von unnötig hohen Dosen von Methylphenidat zu vermeiden. Für Kinder, die zurzeit kein Methylphenidat oder die andere Stimulanzien als Methylphenidat einnehmen, beträgt die empfohlene Anfangsdosis von Conmethyl einmal täglich 18 mg.

Erwachsene

Erwachsene, die erstmalig Methylphenidat erhalten: Conmethyl muss nicht bei allen Erwachsenen mit ADHS-Syndrom angezeigt sein. Zur Behandlung von Erwachsenen, die erstmalig Methylphenidat erhalten, könnten niedrigere Dosen einer kurz wirksamen Methylphenidat-Formulierung als ausreichend erachtet werden. Eine sorgfältige Dosistitration durch den behandelnden Arzt ist notwendig, um unnötig hohe Dosen von Methylphenidat zu vermeiden. Für Erwachsene, die zurzeit kein Methylphenidat oder andere Stimulanzien als Methylphenidat einnehmen, beträgt die empfohlene Anfangsdosis von Conmethyl einmal täglich 18 mg.

Patienten, die zurzeit Methylphenidat erhalten: Für Patienten, die Methylphenidat zurzeit dreimal täglich in einer Tagesdosierung von 15 bis 60 mg einnehmen, ist die empfohlene Dosis von Conmethyl in Tabelle 1 angegeben. Die Dosierungsempfehlungen orientieren sich an der Dosis der aktuellen Dosierung und der klinischen Einschätzung.

Tabelle 1. Empfohlene Umrechnung der Dosierung anderer Methylphenidathydrochlorid-Regime, wo verfügbar, auf Conmethyl

Bisherige tägliche Methylphenidathydrochlorid-Dosis

Empfohlene Conmethyl

Dosis

5 mg Methylphenidat dreimal täglich18 mg einmal täglich
10 mg Methylphenidat dreimal täglich36 mg einmal täglich
15 mg Methylphenidat dreimal täglich54 mg einmal täglich
20 mg Methylphenidat dreimal täglich72 mg einmal täglich

Wenn nach einer angemessenen Dosiseinstellung über einen Zeitraum von einem Monat keine Verbesserung beobachtet wird, ist das Arzneimittel abzusetzen.

Langzeitanwendung (mehr als 12 Monate)

Die Sicherheit und Wirksamkeit der Langzeitanwendung von Methylphenidat wurden nicht systematisch in kontrollierten Studien untersucht. Die Behandlung mit Methylphenidat sollte und muss nicht unbegrenzt erfolgen. Bei Kindern und Jugendlichen wird sie in der Regel während oder nach der Pubertät abgesetzt. Der Arzt, der Methylphenidat über längere Zeit (über 12 Monate) bei Patienten mit ADHS anwendet, muss regelmäßig den langfristigen Nutzen des Arzneimittels für den einzelnen Patienten neu bewerten, indem er behandlungsfreie Zeitabschnitte einlegt, um das Verhalten des Patienten ohne medikamentöse Behandlung zu beurteilen. Es wird empfohlen, Methylphenidat mindestens einmal im Jahr abzusetzen, um das Befinden des Patienten zu beurteilen (bei Kindern vorzugsweise während der Schulferien). Eine Besserung kann möglicherweise aufrechterhalten bleiben, wenn das Arzneimittel vorübergehend oder dauerhaft abgesetzt wurde.

Dosisreduktion und Unterbrechung der Medikation

Die Behandlung muss beendet werden, wenn die Symptome nach einer geeigneten Dosisanpassung über einen Zeitraum von einem Monat nicht besser werden. Bei Auftreten einer paradoxen Verschlimmerung der Symptome oder anderer schwerwiegender Nebenwirkungen muss die Dosis reduziert oder die Behandlung abgesetzt werden. Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Methylphenidat darf nicht bei älteren Patienten angewendet werden. Die Sicherheit und Wirksamkeit wurden in dieser Altersgruppe nicht nachgewiesen. Methylphenidat-Retardtabletten wurden nicht für ADHS bei Patienten, die älter als 65 Jahre sind, untersucht.

Leberfunktionsstörung

Methylphenidat wurde nicht bei Patienten mit Leberfunktionsstörung untersucht.

Nierenfunktionsstörung

Methylphenidat wurde nicht bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung untersucht.

Kinder unter 6 Jahren

Methylphenidat darf nicht bei Kindern unter 6 Jahren angewendet werden. Die Sicherheit und Wirksamkeit wurden in dieser Altersgruppe nicht nachgewiesen.

Art der Anwendung

Conmethyl muss als Ganzes mit Hilfe von Flüssigkeit geschluckt werden und darf nicht gekaut, geteilt oder zerkleinert werden, da dadurch die korrekte Auflösung des Arzneimittels gefährdet sein kann (siehe Abschnitt 4.4).

Dieses Arzneimittel kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2). Conmethyl wird einmal täglich morgens eingenommen.

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
  • Glaukom
  • Phäochromozytom
  • Während der Behandlung mit nichtselektiven, irreversiblen Monoaminooxidase-Hemmern

    (MAO-Hemmern) oder innerhalb von mindestens 14 Tagen nach Absetzen solcher Arzneimittel, da dann das Risiko einer hypertensiven Krise besteht (siehe Abschnitt 4.5) - Hyperthyreose oder Thyreotoxikose

  • Diagnose oder Anamnese von schwerer Depression, Anorexia nervosa/anorektischen

    Störungen, Suizidneigung, psychotischen Symptomen, schweren affektiven Störungen, Manie, Schizophrenie, psychopathischen/Borderline-Persönlichkeitsstörungen - Diagnose oder Anamnese von schweren und episodischen (Typ I) bipolaren affektiven

    Störungen (die nicht gut kontrolliert sind)

  • Vorbestehende Herz-Kreislauferkrankungen einschließlich schwerer Hypertonie,

    Herzinsuffizienz, arterieller Verschlusskrankheit, Angina pectoris, hämodynamisch signifikanter angeborener Herzfehler, Kardiomyopathien, Myokardinfarkt, potenziell lebensbedrohender Arrhythmien und Kanalopathien (Erkrankungen, die aufgrund von Dysfunktionen der Ionenkanäle verursacht wurden)

  • Vorbestehende zerebrovaskuläre Erkrankungen, wie zum Beispiel zerebrale

    Aneurysmen, Gefäßanomalien einschließlich Vaskulitis oder Schlaganfall

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine Behandlung mit Methylphenidat ist nicht bei allen Patienten mit ADHS indiziert und der Entscheidung zur Anwendung dieses Arzneimittels muss eine sehr sorgfältige Einschätzung der Schwere und Dauer der Symptome des Patienten vorausgehen. Wenn eine Behandlung von Kindern in Betracht gezogen wird, ist die Schwere und Chronizität der Symptome in Abhängigkeit vom Alter des Kindes (6-18 Jahre) zu bewerten.

Langzeitanwendung (mehr als 12 Monate)

Die Sicherheit und Wirksamkeit der Langzeitanwendung von Methylphenidat wurden nicht systematisch in kontrollierten Studien untersucht. Die Behandlung mit Methylphenidat sollte und muss nicht unbegrenzt erfolgen. Bei Kindern und Jugendlichen wird sie in der Regel während oder nach der Pubertät abgesetzt. Patienten unter Langzeitbehandlung (d.h. über mehr als 12 Monate) müssen laufend entsprechend den Richtlinien (in Abschnitt 4.2 und 4.4) sorgfältig überwacht werden hinsichtlich Herz-Kreislaufstatus, Wachstum (Kinder), Gewicht, Appetit, Entwicklung von neuen oder Verschlechterung von bestehenden psychiatrischen Erkrankungen. Psychiatrische Erkrankungen, die zu überwachen sind, werden unten beschrieben und beinhalten (sind aber nicht begrenzt auf): motorische oder vokale Tics, aggressives oder feindseliges Verhalten, Depression, Agitiertheit, Angst, Psychose, Manie, Wahnvorstellungen, Reizbarkeit, mangelnde Spontaneität, Rückzug und übermäßige Perseveration.

Der Arzt, der Methylphenidat über längere Zeit (über 12 Monate) verschreibt, muss regelmäßig den langfristigen Nutzen des Arzneimittels für den einzelnen Patienten neu bewerten, indem er behandlungsfreie Zeitabschnitte einlegt, um das Verhalten des Patienten ohne medikamentöse Behandlung zu beurteilen. Es wird empfohlen, Methylphenidat mindestens einmal im Jahr abzusetzen, um das Befinden des Patienten zu beurteilen (bei Kindern vorzugsweise während der Schulferien). Eine Besserung kann möglicherweise aufrechterhalten bleiben, wenn das Arzneimittel vorübergehend oder dauerhaft abgesetzt wurde.

Anwendung bei älteren Patienten

Methylphenidat darf nicht bei älteren Patienten angewendet werden. Die Sicherheit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe wurden nicht nachgewiesen. Conmethyl wurde nicht für ADHS bei Patienten, die älter als 65 Jahre sind, untersucht.

Anwendung bei Kindern unter 6 Jahren

Methylphenidat darf nicht bei Kindern unter 6 Jahren angewendet werden. Die Sicherheit und Wirksamkeit wurden in dieser Altersgruppe nicht nachgewiesen.

Herz-Kreislaufstatus

Bei Patienten, für die eine Behandlung mit Stimulanzien in Betracht kommt, ist eine sorgfältige Anamnese zu erheben (einschließlich Beurteilung der Familienanamnese auf plötzlichen Herztod oder unerwarteten Tod oder maligne Arrhythmien) und eine körperliche Untersuchung auf bestehende Herzerkrankungen durchgeführt werden. Wenn initiale Befunde auf eine solche Historie oder Erkrankung hinweisen, müssen diese Patienten weitergehende Herzuntersuchungen durch einen Spezialisten erhalten. Patienten, bei denen unter der Therapie mit Methylphenidat Symptome wie Palpitationen, Thoraxschmerzen bei Belastung, unklare Synkope, Dyspnoe oder andere Symptome, die auf eine Herzerkrankung schließen lassen, auftreten, müssen umgehend eine kardiale Untersuchung durch einen Spezialisten erhalten.

Die Auswertung von Daten aus klinischen Studien mit Methylphenidat bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS hat gezeigt, dass Patienten unter Methylphenidat-Behandlung häufig eine Änderung des diastolischen und systolischen Blutdrucks um über 10 mmHg gegenüber dem Ausgangswert im Vergleich zu den Kontrollen entwickeln. Ein Anstieg der diastolischen und systolischen Blutdruckwerte wurde ebenfalls bei klinischen Studiendaten von erwachsenen ADHS-Patienten festgestellt. Die kurz- und langfristigen klinischen Auswirkungen dieser kardiovaskulären Effekte bei Kindern und Jugendlichen sind nicht bekannt. Mögliche klinische Komplikationen können als Ergebnis der in den klinischen Studiendaten beobachteten Wirkungen nicht ausgeschlossen werden, insbesondere wenn die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen im Erwachsenenalter fortgeführt wird. Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten, deren Gesundheitszustand durch Erhöhung des Blutdrucks oder der Herzfrequenz beeinträchtigt werden könnte. Siehe Abschnitt 4.3 für Erkrankungen, bei denen eine Behandlung mit Methylphenidat kontraindiziert ist. Der Herz-Kreislaufstatus ist sorgfältig zu überwachen. Bei jeder Dosisanpassung und bei klinischem Bedarf und dann mindestens alle 6 Monate ist der Blutdruck und die Herzfrequenz in grafischer Darstellung zu dokumentieren.

Methylphenidat ist bei Patienten, bei denen wiederholt Tachykardien, Arrhythmien oder ein erhöhter systolischer Blutdruck (>95. Perzentil) gemessen wurden, abzusetzen und eine Überweisung an einen Kardiologen ist in Betracht zu ziehen.

Die Anwendung von Methylphenidat ist kontraindiziert bei bestimmten vorbestehenden Herz-Kreislauferkrankungen, wenn nicht der Rat eines Kardiologen eingeholt wurde (siehe Abschnitt 4.3).

Plötzlicher Tod und vorbestehende kardiale Strukturauffälligkeiten oder andere schwere Herzerkrankungen

Bei Patienten, einige mit strukturellen Herzanomalien oder anderen schwerwiegenden Herzproblemen, wurde im Zusammenhang mit der Anwendung von Stimulanzien des Zentralnervensystems in normalen Dosierungen über plötzliche Todesfälle berichtet. Obwohl einige schwerwiegende Herzprobleme allein schon ein erhöhtes Risiko für plötzlichen Tod bedeuten können, werden Stimulanzien nicht empfohlen bei Patienten mit bekannten strukturellen Herzanomalien, Kardiomyopathien, schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen oder anderen schwerwiegenden Herzproblemen, die sie einer erhöhten Gefährdung für die sympathomimetischen Wirkungen eines stimulierenden Arzneimittels aussetzen könnten.

Erwachsene

Plötzliche Todesfälle, Schlaganfall und Myokardinfarkt wurden bei Erwachsenen berichtet, die Stimulanzien in bei ADHS normalen Dosierungen einnahmen.

Obwohl die Rolle von Stimulanzien in diesen Fällen nicht bekannt ist, besteht bei Erwachsenen eine größere Wahrscheinlichkeit struktureller Herzanomalien, einer Kardiomyopathie, schwerwiegender Herzrhythmusstörungen, koronarer Herzerkrankung oder anderer schwerewiegender Herzprobleme als bei Kindern. Erwachsene mit diesen Anomalien sind im Allgemeinen auch nicht mit Stimulanzien zu behandeln.

Missbrauch und kardiovaskuläre Ereignisse

Der Missbrauch von Stimulanzien des zentralen Nervensystems kann mit plötzlichem Tod und anderen schwerwiegenden kardiovaskulären unerwünschten Ereignissen assoziiert sein.

Zerebrovaskuläre Störungen

Siehe Abschnitt 4.3 für zerebrovaskuläre Erkrankungen, bei denen die Methylphenidat-Anwendung kontraindiziert ist. Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren (wie kardiovaskuläre Erkrankungen in der Vorgeschichte, Begleitmedikation, die den Blutdruck erhöht) sind bei jedem Termin auf neurologische Anzeichen und Symptome nach Behandlungsbeginn mit Methylphenidat zu untersuchen.

Zerebrale Vaskulitis scheint eine sehr seltene idiosynkratische Reaktion auf eine Methylphenidat-Einnahme zu sein. Es gibt einige Hinweise, dass Patienten mit höherem Risiko identifiziert werden können. Das initiale Auftreten von Symptomen kann der erste Hinweis auf eine zugrundeliegende klinische Erkrankung sein. Eine frühe Diagnose aufgrund starker Hinweise kann das umgehende Absetzen von Methylphenidat und eine frühzeitige Behandlung ermöglichen. Die Diagnose ist daher bei jedem Patienten in Betracht zu ziehen, der unter einer Methylphenidat-Behandlung neue neurologische Symptome entwickelt, die einer zerebralen Ischämie entsprechen. Zu diesen Symptomen können schwere Kopfschmerzen, Taubheitsgefühl, Schwäche, Lähmungen und Beeinträchtigungen von Koordination, Sehen, Sprechen, Sprache oder Gedächtnis zählen.

Die Behandlung mit Methylphenidat ist nicht kontraindiziert bei Patienten mit hemiplegischer Zerebralparese.

Psychiatrische Erkrankungen

Psychiatrische Komorbiditäten bei ADHS sind häufig und sind bei der Verschreibung von Stimulanzien zu berücksichtigen. Vor Behandlungsbeginn mit Methylphenidat ist der Patient auf bestehende psychiatrische Erkrankungen zu untersuchen und eine Familienanamnese ist hinsichtlich psychiatrischer Erkrankungen zu erheben (siehe Abschnitt 4.2). Im Falle des Auftretens psychiatrischer Symptome oder der Verschlimmerung einer bestehenden psychiatrischen Erkrankung ist die Therapie mit Methylphenidat nicht fortzusetzen, wenn nicht der Nutzen der Behandlung das potenzielle Risiko für den Patienten überwiegt.

Bei jeder Dosisanpassung und dann mindestens alle 6 Monate und bei jedem Arztbesuch ist zu kontrollieren, ob sich psychiatrische Störungen entwickelt oder verschlechtert haben; eine Unterbrechung der Behandlung könnte angebracht sein.

Verschlimmerung bestehender psychotischer oder manischer Symptome Bei psychotischen Patienten kann die Verabreichung von Methylphenidat die Symptome von Verhaltens- und Denkstörungen verschlimmern.

Auftreten neuer psychotischer oder manischer Symptome

Behandlungsbedingte psychotische Symptome (visuelle/taktile/auditive Halluzinationen und Wahnvorstellungen) oder Manie bei Patienten ohne bekannte psychotische Erkrankung oder Manie können durch normale Dosierungen von Methylphenidat hervorgerufen werden (siehe Abschnitt 4.8). Wenn manische oder psychotische Symptome auftreten, ist an einen möglichen kausalen Zusammenhang mit Methylphenidat zu denken und ein Abbruch der Therapie in Erwägung zu ziehen.

Aggressives oder feindseliges Verhalten

Das Auftreten oder die Verschlimmerung von aggressivem Verhalten oder Feindseligkeit kann durch die Behandlung mit Stimulanzien hervorgerufen werden. Bei Patienten, die mit Methylphenidat behandelt wurden, wurde über Aggression berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten unter der Behandlung mit Methylphenidat sind strikt auf das Auftreten oder die Verschlimmerung von aggressivem Verhalten oder Feindseligkeit zu überwachen, und zwar bei Behandlungsbeginn, bei jeder Dosisanpassung und dann mindestens alle 6 Monate und bei jeder Untersuchung. Bei Patienten, die diese Verhaltensänderungen zeigen, wird vom Arzt die Notwendigkeit einer Anpassung der Behandlung abgeklärt, wobei zu beachten ist, dass eine Auf- oder Abtitration angebracht sein kann. Eine Unterbrechung der Behandlung kann in Erwägung gezogen werden.

Suizidale Tendenzen

Patienten, bei denen während der ADHS-Behandlung Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten, sind sofort von ihrem Arzt zu beurteilen. Eine Verschlimmerung der zugrundeliegenden psychiatrischen Erkrankung und ein möglicher kausaler Zusammenhang mit der Methylphenidat-Behandlung ist in Erwägung zu ziehen. Eine entsprechende Behandlung der zu Grunde liegenden psychiatrischen Erkrankung kann notwendig sein und eine Beendigung der Methylphenidat-Behandlung ist in Erwägung zu ziehen.

Tics

Methylphenidat wurde mit der Entstehung oder der Verschlimmerung von motorischen und verbalen Tics in Verbindung gebracht. Die Verschlimmerung eines Tourette-Syndroms wurde ebenfalls beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Die Familienanamnese ist zu überprüfen und Patienten sind vor der Anwendung von Methylphenidat klinisch auf Tics oder Tourette-Syndrom zu untersuchen. Auch während der Behandlung mit Methylphenidat sind die Patienten regelmäßig auf die Entstehung oder die Verschlimmerung von Tics zu überwachen. Die Überwachung erflogt bei jeder Dosisanpassung und dann mindestens alle 6 Monate oder bei jeder Untersuchung.

Angstzustände, Agitiertheit, oder Spannungszustände

Bei Patienten, die mit Methylphenidat behandelt wurden, ist über Angstzustände, Agitiertheit und Anspannung berichtet worden (siehe Abschnitt 4.8). Methylphenidat wird auch mit der Verschlimmerung bestehender Angst- oder Spannungszustände oder Agitiertheit in Verbindung gebracht. Bei einigen Patienten führten die Angstzustände zu einem Absetzen von Methylphenidat. Die klinische Bewertung von Angst- und Spannungszuständen oder Agitiertheit geht der Anwendung von Methylphenidat voraus und die Patienten sind regelmäßig während der Behandlung, bei jeder Dosisanpassung und dann mindestens alle 6 Monate oder bei jeder Untersuchung auf das Auftreten oder die Verschlimmerung dieser Symptome hin zu untersuchen.

Bipolare Störungen

Besondere Vorsicht ist bei der Anwendung von Methylphenidat zur Behandlung von ADHS bei Patienten mit bipolaren Begleiterkrankungen geboten (einschließlich unbehandelter Bibolar-I-Störung oder anderer Formen der bipolaren Störung), da bei solchen Patienten Bedenken wegen einer möglichen Auslösung eines gemischten/-manischen Schubs bestehen. Vor Behandlungsbeginn mit Methylphenidat sind Patienten mit depressiven Begleitsymptomen ausreichend zu untersuchen, um festzustellen, ob bei ihnen ein Risiko für bipolare Störungen besteht. Solche Untersuchungen umfassen eine detaillierte psychiatrische Anamnese einschließlich der Familienanamnese hinsichtlich Suizidalität, bipolarer Störungen und Depressionen. Die engmaschige kontinuierliche Überwachung ist unabdingbar für diese Patienten (siehe obigen Absatz „Psychiatrische Erkrankungen“ und Abschnitt 4.2). Die Patienten sind bei jeder Dosisanpassung, mindestens alle 6 Monate und bei jeder Untersuchung auf Symptome hin zu überwachen.

Wachstum

Bei Langzeitanwendung von Methylphenidat bei Kindern wurde über mäßig verringerte Gewichtszunahme und Wachstumsverzögerung berichtet. Eine Gewichtsabnahme wurde unter der Behandlung mit Methylphenidat bei Erwachsenen berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Die Wirkungen von Methylphenidat auf die endgültige Größe und das endgültige Gewicht sind zurzeit unbekannt und werden untersucht.

Das Wachstum ist während einer Methylphenidat-Therapie zu überwachen: Körpergröße, Gewicht und Appetit sind mindestens alle 6 Monate in einem Wachstumsdiagramm zu erfassen. Patienten, die nicht wie erwartet wachsen oder deren Körpergröße bzw. Körpergewicht nicht erwartungsgemäß zunimmt, müssen möglicherweise ihre Behandlung unterbrechen. Bei Erwachsenen ist das Gewicht regelmäßig zu überwachen.

Krampfanfälle

Methylphenidat darf nur mit Vorsicht bei Patienten mit Epilepsie angewendet werden. Methylphenidat kann die Krampfschwelle senken, sowohl bei Patienten mit Krampfanfällen in der Anamnese als auch bei Patienten mit EEG-Auffälligkeiten ohne Krampfanfälle in der Anamnese und in seltenen Fällen auch bei Patienten, die weder Krampfanfälle noch EEG-Auffälligkeiten in der Anamnese haben. Wenn die Anfallshäufigkeit zunimmt oder neue Anfälle auftreten, ist Methylphenidat abzusetzen.

Priapismus

Im Zusammenhang mit Methylphenidat-haltigen Arzneimitteln, vor allem in Verbindung mit einer Veränderung des Behandlungsregimes von Methylphenidat, wurde über andauernde und schmerzhafte Erektionen berichtet. Patienten, die abnormal verlängerte oder häufige und schmerzhafte Erektionen erleiden, sind anzuweisen unverzüglich einen Arzt aufzusuchen.

Anwendung mit serotonergen Arzneimitteln

Nach gleichzeitiger Verabreichung von Methylphenidat mit serotonergen Arzneimitteln ist über das Auftreten des Serotonin-Syndroms berichtet worden. Wenn die gleichzeitige Anwendung von Methylphenidat mit einem serotonergen Arzneimittel gerechtfertigt ist, ist eine unverzügliche Erkennung der Symptome des Serotonin-Syndroms wichtig. Zu diesen Symptomen gehören unter anderem Veränderungen des mentalen Zustandes (z.B. Agitiertheit, Halluzinationen, Koma), vegetative Instabilität (z.B. Tachykardie, labiler Blutdruck, Hyperthermie), neuromuskuläre Anomalien (z.B. Hyperreflexie, Koordinations-störung, Rigidität) und/oder gastrointestinale Symptome (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö). Methylphenidat muss bei Verdacht auf ein Serotonin-Syndrom so schnell wie möglich abgesetzt werden.

Missbrauch, unsachgemäße Verwendung und Zweckentfremdung

Patienten sind sorgfältig hinsichtlich Zweckentfremdung (illegale Verbreitung), unsachgemäße Verwendung und Missbrauch von Methylphenidat zu überwachen.

Wegen des Potentials für Fehlgebrauch, Missbrauch und Zweckentfremdung ist Methylphenidat bei Patienten mit bekannter Drogen- oder Alkoholabhängigkeit mit Vorsicht anzuwenden.

Chronischer Missbrauch von Methylphenidat kann zu ausgeprägter Toleranz und psychischer Abhängigkeit mit abnormalem Verhalten in unterschiedlicher Ausprägung führen. Insbesondere bei parenteralem Abusus kann es zu offenen psychotischen Episoden kommen.

Bei der Entscheidung über eine ADHS-Behandlung ist das Patientenalter, das Bestehen von Risikofaktoren für Suchtstörungen (wie z.B. gleichzeitige oppositionelle oder Verhaltens- und bipolare Störungen), früherer oder bestehender Missbrauch zu berücksichtigen. Vorsicht ist geboten bei emotional instabilen Patienten, wie z.B. früheren Drogen- oder Alkoholabhängigen, da diese Patienten die Dosis eigenständig erhöhen könnten.

Bei einigen Patienten mit einem hohen Missbrauchsrisiko sind möglicherweise Methylphenidat oder andere Stimulanzien nicht geeignet, und eine Therapie ohne Stimulanzien ist in Erwägung zu ziehen.

Absetzen

Eine sorgfältige Überwachung ist beim Absetzen des Arzneimittels erforderlich, da es dabei zur Demaskierung sowohl von Depressionen als auch von chronischer Überaktivität kommen kann. Einige Patienten benötigen möglicherweise Nachuntersuchungen über einen längeren Zeitraum.

Während des Absetzens nach missbräuchlicher Anwendung ist eine sorgfältige Überwachung notwendig, da es zu schweren Depressionen kommen kann.

Müdigkeit

Methylphenidat ist nicht für die Prophylaxe oder Behandlung von gewöhnlichen Ermüdungszuständen anzuwenden.

Auswahl der Methylphenidat-Darreichungsform

Der behandelnde Spezialist muss auf individueller Basis und je nach gewünschter Wirkungsdauer entscheiden, welche Methylphenidat-haltige Darreichungsform ausgewählt wird.

Drogenscreening

Dieses Methylphenidat-haltige Arzneimittel kann zu einem falsch positiven Laborwert für Amphetamine führen, insbesondere bei Verwendung von Immunoassay-Methoden. Leistungssportler müssen sich bewusst sein, dass dieses Arzneimittel bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen kann.

Nieren- oder Leberinsuffizienz

Es liegen keine Erfahrungen zur Anwendung von Methylphenidat bei Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz vor.

Hämatologische Effekte

Die Sicherheit der Langzeitbehandlung mit Methylphenidat ist nicht vollständig bekannt. Bei Vorliegen einer Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie oder anderen Veränderungen einschließlich der Hinweise auf schwerwiegende Nieren- oder Lebererkrankungen ist an einen Abbruch der Behandlung zu denken (siehe Abschnitt 4.8).

Möglichkeit einer gastrointestinalen Obstruktion

Da die Conmethyl-Tablette nicht verformbar ist und ihre Form sich auch im Gastrointestinaltrakt (GI) nicht nennenswert anpasst, sollte sie normalerweise nicht verabreicht werden bei Patienten mit vorbestehenden schweren GI-Verengungen (pathologisch oder künstlich) oder bei Patienten mit Dysphagie oder bei Patienten, die deutliche Schwierigkeiten mit Tabletten-Schlucken haben. Es wurden seltene Berichte von Patienten mit obstruktiven Symptomen bei bekannten Verengungen in Verbindung mit der Einnahme von nicht deformierbaren Arzneimitteln mit verzögerter Freisetzung bekannt.

Wegen der verzögerten Wirkstoff-Freisetzung der Conmethyl-Tablette ist diese nur bei Patienten anzuwenden, die die Tablette als Ganzes schlucken können. Die Patienten sind darüber zu informieren, dass Conmethyl ungeteilt mit Hilfe von Flüssigkeit geschluckt werden muss. Die Tabletten dürfen nicht zerkaut, geteilt oder zerkleinert werden. Der Wirkstoff ist in einer nicht absorbierbaren Hülle enthalten, entwickelt für eine kontinuierliche Freisetzung des Wirkstoffes. Die Tablettenhülle wird vom Körper ausgeschieden; Patienten sollten nicht beunruhigt sein, wenn sie in ihrem Stuhl etwas Tablettenähnliches erkennen.

Erhöhter Augeninnendruck und Glaukom

Im Zusammenhang mit der Behandlung mit Methylphenidat wurde über erhöhten Augeninnendruck (IOD) und Glaukom (einschließlich Offenwinkelglaukom und Engwinkelglaukom) berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sind anzuweisen, ihren Arzt zu kontaktieren, wenn Symptome auftreten, die auf einen erhöhten IOD und ein Glaukom hindeuten. Ein Augenarzt ist zu konsultieren und ein Absetzen von Methylphenidat ist in Betracht zu ziehen, wenn der IOD ansteigt (siehe Abschnitt 4.3). Eine ophthalmologische Überwachung von Patienten mit erhöhtem IOD in der Vorgeschichte wird empfohlen.

Conmethyl enthält Lactose

Conmethyl enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Conmethyl enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Retardtablette und ist nahezu natriumfrei.

Doping

Die Anwendung des Arzneimittels Conmethyl kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Pharmakokinetische Wechselwirkungen

Es ist nicht bekannt, wie Methylphenidat die Plasmakonzentrationen von gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln beeinflussen kann. Daher ist Vorsicht geboten, wenn Methylphenidat mit anderen Arzneimitteln, besonders bei solchen mit enger therapeutischer Breite, angewendet wird.

Methylphenidat wird nicht in klinisch relevantem Ausmaß von Cytochrom P450 abgebaut. Induktoren oder Hemmer des Cytochroms P450 haben voraussichtlich keinen relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Methylphenidat. Umgekehrt hemmen die D- und L-Enantiomere von Methylphenidat das Cytochrom P450 1A2, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 oder 3A nicht in relevantem Ausmaß.

Es liegen jedoch Berichte mit Hinweisen vor, dass Methylphenidat den Metabolismus von Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ, Antikonvulsiva (z.B. Phenobarbital, Phenytoin, Primidon) und einigen Antidepressiva (trizyklische Antidepressiva und selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren) hemmen kann. Bei Beginn oder Absetzen einer Methylphenidat-Therapie kann es erforderlich werden, die Dosis dieser Mittel, die bereits genommen werden, anzupassen und die Wirkstoffkonzentrationen im Plasma zu bestimmen (bzw. bei Cumarin die Koagulationszeiten).

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Blutdrucksenkende Arzneimittel

Methylphenidat kann die antihypertensive Wirkung von Arzneimitteln zur Behandlung von Bluthochdruck abschwächen.

Anwendung mit Arzneimitteln, die den Blutdruck erhöhen

Vorsicht ist geboten, wenn mit Methylphenidat behandelte Patienten mit einem anderen Wirkstoff behandelt werden sollen, der ebenfalls den Blutdruck erhöhen kann (s.a. die Abschnitte zu kardiovaskulären und zerebrovaskulären Erkrankungen in Abschnitt 4.4).

Wegen des Risikos einer möglichen hypertensiven Krise ist Methylphenidat bei Patienten, die (derzeit oder in den vorhergehenden 2 Wochen) mit nicht-selektiven, irreversiblen MAO-Hemmern behandelt werden, kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Anwendung mit Alkohol

Alkohol kann die ZNS-Nebenwirkungen von psychoaktiven Arzneimitteln einschließlich Methylphenidat verstärken. In-vitro-Daten lassen darauf schließen, dass eine Alkoholkonzentration von mehr als 10% die kumulative Freisetzung von Methylphenidat aus Methylphenidat-Retardtabletten erhöht. Die klinische Relevanz dieser Feststellung auf die Methylphenidat-Exposition nach oraler Einnahme von Methylphenidat-Retardtabletten zusammen mit Alkohol ist nicht bekannt. Daher ist es während des Behandlungszeitraums für die Patienten angebracht, keinen Alkohol zu sich zu nehmen.

Anwendung mit serotonergen Arzneimitteln

Es gibt Berichte über Serotonin-Syndrom nach gleichzeitiger Verabreichung von Methylphenidat mit serotonergen Arzneimitteln. Wenn die gleichzeitige Anwendung von Methylphenidat mit einem serotonergen Arzneimittel gerechtfertigt ist, ist eine unverzügliche Erkennung der Symptome des Serotonin-Syndroms wichtig (siehe Abschnitt 4.4). Methylphenidat muss bei Verdacht auf ein Serotonin-Syndrom so schnell wie möglich abgesetzt werden.

Anwendung mit halogenierten Narkotika

Während einer Operation besteht das Risiko einer plötzlichen Erhöhung von Blutdruck und Herzfrequenz. Wenn eine Operation geplant ist, ist Methylphenidat nicht am Tag der Operation anzuwenden.

Anwendung mit zentral wirksamen alpha-2-Agonisten (z.B. Clonidin)

Bei gleichzeitiger Anwendung von Methylphenidat mit Clonidin wurde über schwerwiegende Nebenwirkungen einschließlich plötzlicher Todesfälle berichtet. Die Sicherheit der Langzeitanwendung von Methylphenidat in Kombination mit Clonidin oder anderen zentral wirksamen alpha-2-Agonisten wurde nicht systematisch untersucht.

Anwendung mit dopaminergen Wirkstoffen

Bei der Anwendung von Methylphenidat zusammen mit dopaminergen Wirkstoffen einschließlich antipsychotisch wirksamen ist Vorsicht geboten. Da die Erhöhung der extrazellulären Dopaminkonzentrationen zu den vorrangigen Wirkungen von Methylphenidat gehört, kann die Substanz zu pharmakodynamischen Wechselwirkungen führen, wenn sie gleichzeitig mit direkten und indirekten Dopaminagonisten (einschließlich DOPA und trizyklischen Antidepressiva) oder mit Dopaminantagonisten (einschließlich Antipsychotika) verabreicht wird.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Daten aus einer Kohortenstudie mit insgesamt etwa 3 400 Schwangerschaften, die im ersten Trimester exponiert waren, deuten nicht auf ein erhöhtes Risiko für allgemeine Geburtsfehler hin. Die Häufigkeit kardialer Fehlbildungen war leicht erhöht (gepooltes adjustiertes relatives Risiko 1,3; 95%-KI: 1,0-1,6), entsprechend 3 zusätzlichen Kindern mit kongenitaler kardialer Fehlbildung auf 1 000 Frauen, die Methylphenidat im ersten Trimenon erhalten, im Vergleich zu nicht exponierten Schwangerschaften.

Es liegen Spontanberichte von kardiorespiratorischer Toxizität bei Neugeborenen vor, insbesondere wurde von fetaler Tachykardie und Atemnot berichtet.

Tierexperimentelle Studien haben nur bei mütterlicherseits toxischen Dosen eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Methylphenidat wird nicht zur Anwendung während der Schwangerschaft empfohlen, es sei denn, es ist klinisch entschieden, dass eine Verschiebung der Behandlung ein größeres Risiko für die Schwangerschaft bedeutet.

Stillzeit

Methylphenidat geht in die Muttermilch über. Berichte von untersuchten Muttermilchproben von fünf Müttern ergaben, dass die Methylphenidat Konzentrationen in der Muttermilch bei den Säuglingen in Dosen resultierten, die 0,16% bis 0,7% der gewichtsadjustierten Dosierung der Mutter betrugen. Das Verhältnis Muttermilch zu Plasmaspiegel der Mutter betrug zwischen 1,1 und 2,7.

Es ist ein Fall eines Säuglings bekannt, der eine unspezifische Gewichtsabnahme während des Anwendungszeitraums entwickelte, sich nach Absetzen der Methylphenidat-Behandlung durch die Mutter aber erholte und wieder zunahm. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden.

Aus Sicherheitsgründen muss eine Entscheidung getroffen werden, ob abgestillt oder die Methylphenidat-Behandlung unterbrochen oder abgesetzt werden soll, wobei der Nutzen des Stillens für das Kind und der Nutzen der Therapie für die stillende Mutter gegeneinander abgewogen werden müssen.

Fertilität

Es liegen keine Humandaten zu den Auswirkungen von Methylphenidat auf die Fertilität vor. In den präklinischen Studien wurden keine relevanten Effekte beobachtet.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Methylphenidat kann Schwindel, Schläfrigkeit und Sehstörungen einschließlich Akkommodationsschwierigkeiten, Diplopie und verschwommenes Sehen verursachen. Es kann einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben. Patienten sind vor diesen möglichen Effekten zu warnen und beim Auftreten dieser Effekte sind potenziell gefährliche Aktivitäten wie das Führen von Fahrzeugen oder das Bedienen von Maschinen zu vermeiden.

4.8 Nebenwirkungen

In der nachstehenden Tabelle sind die Nebenwirkungen aufgeführt, die aus klinischen Studien bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und als spontane Berichte nach der Zulassung sowohl im Zusammenhang mit Conmethyl als auch mit anderen Methylphenidathydrochlorid-haltigen Arzneimitteln gemeldet wurden. Sollte sich die Häufigkeit der Nebenwirkungen mit Conmethyl und anderen Methylphenidat-haltigen Arzneimitteln unterscheiden, wurde die höchste Frequenz aus beiden Datenbanken verwendet.

Häufigkeitsangaben:

Sehr häufig: ≥ 1/10

Häufig: ≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich: ≥ 1/1 000, < 1/100

Selten: ≥ 1/10 000, < 1/1 000

Sehr selten: < 1/10 000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Nebenwirkungen
Häufigkeit
Sehr häufigHäufigGelegentlichSeltenSehr seltenNicht bekannt
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
Nasopharyn-gitis, Infektion der oberen Atemwege#, Sinusitis#
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Anämie†,

Leukopenie†, Thrombozyto-penie,

thrombozyto-penische

Purpura

Pancytopenie
Erkrankungen des Immunsystems

Überempfind-lichkeits-

reaktionen

wie angio-

neurotisches Ödem,

anaphylak-tische

Reaktionen, Ohren-

schwellung, bullöse

Erkrankungen, exfoliative

Erkrankungen, Urtikaria,

Pruritus,

Nebenwirkungen
Häufigkeit
Sehr häufigHäufigGelegentlichSeltenSehr seltenNicht bekannt
Rash und Eruptionen
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen*

Anorexie,

Appetitverlust†

mäßige

Verminderung der

Gewichtszuna hme und des Längenwachst ums bei

längerer

Anwendung bei Kindern*

Psychiatrische Erkrankungen*
Schlaflosigkeit, Nervosität

Affektlabilität, Aggression*, Erregung*,

Ängstlichkeit*†, Depression*#, Reizbarkeit, Abnormes

Verhalten,

Stimmungs-

schwankungen, Tics*, Einschlaf-störungen#,

depressive

Stimmung#, verringerte

Libido#,

Anspannung#, Bruxismus^, Panikattacke#

Psychotische Erkrankungen*, auditive,

visuelle und taktile

Halluzination*, Zorn, Suizid-gedanken*, Verstimmung, Ruhelosigkeit†, Weinerlichkeit, Verschlech-terung

bestehender Tics oder eines Tourette-

Syndroms*, Logorrhö,

Hypervigilanz, Schlaf-

störungen

Manie*†,

Desorientiert-heit, Libido-störungen, Verwirrtheits-zustand†,

Zwangs-

störung und -symptome (einschließlich Trichotillo-

manie und Dermatillo-manie,

Zwangsgedan ken, Zwänge)

Suizidversuch (einschließlich vollendetem Suizid)*†,

transiente

depressive Stimmung*, abnormes

Denken,

Apathie†

Wahnvorstel-lungen*†,

Denk-störungen*, Abhängigkeit. Es wurden Fälle von

Missbrauch und

Abhängigkeit beschrieben, häufiger mit schnell-freisetzenden Formulierun-gen

Erkrankungen des Nervensystems

Kopf-

schmerzen

Schwindel-gefühl,

Dyskinesie, psycho-

motorische Hyperaktivität, Somnolenz, Parästhesie#, Spannungs-kopf-

schmerzen#

Sedierung, Tremor†, Lethargie#

Konvulsion, choreatisch- athetotische Bewegungen, reversible

ischämisch neurologische Ausfälle,

malignes

neuro-

leptisches

Syndrom

(MNS; die

Berichte

wurden nicht ausreichend dokumentiert und in den

Zerebro-vaskuläre

Erkrankungen*†

(einschließlich Vaskulitis,

Hirnblutungen, zerebro-vaskuläre

Ereignisse, zerebrale

Arteriitis, zerebraler

Verschluss), Grand-mal-

Anfall*,

Migräne†,

Dysphemie

Nebenwirkungen
Häufigkeit
Sehr häufigHäufigGelegentlichSeltenSehr seltenNicht bekannt

meisten Fällen erhielten die Patienten

zusätzlich

andere

Wirkstoffe, so dass die Rolle von Methyl-phenidat in diesen Fällen unklar ist).

Augenerkrankungen
Akkomoda-tionsstörung#

Verschwom-menes

Sehen†,

trockenes Auge#

Schwierig-

keiten bei der visuellen

Akkomodation, Sehbeein-

trächtigung, Diplopie

Mydriasis, erhöhter

Augeninnen-druck,

Glaukom

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Vertigo#
Herzerkrankungen*
Arrhythmie, Tachykardie, Palpitationen

Thorax-

schmerzen

Angina pectorisHerzstillstand, MyokardinfarktSupra-ventrikuläre Tachykardie, Bradykardie, ventrikuläre Extrasystolen†, Extrasystolen†
Gefäßerkrankungen*
HypertonieHitzewallung#

zerebrale Arteriitis

und/oder Verschluss, periphere Kälte†,

Raynaud-Syndrom

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Husten,

oropharyn-geale

Schmerzen

Dyspnoe†Epistaxis
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Schmerzen im Oberbauch, Diarrhö,

Nausea†,

abdominelle Beschwerden, Erbrechen, Mundtrocken-heit†,

Dyspepsie

Obstipation†
Nebenwirkungen
Häufigkeit
Sehr häufigHäufigGelegentlichSeltenSehr seltenNicht bekannt
Leber- und Gallenerkrankungen

Erhöhte

Alanin-

aminotrans-ferase#

Erhöhte

Leberenzym-werte

Abnormale Leberfunktion einschließlich akutes Leber-versagen und Leberkoma, erhöhte

alkalische

Phosphatase im Blut,

erhöhtes

Bilirubin im Blut†

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Alopezie,

Pruritus,

Hautausschlag, Urtikaria,

Hyperhidrose†

Angio-

neurotisches Ödem,

Erkrankungen mit

Blasenbildung, schuppende Erkrankungen

Fleckiger Ausschlag, Erythem

Erythema

multiforme, exfoliative Dermatitis, fixes

Arzneimittelex anthem

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Arthralgie, Muskel-

anspannung#, Muskel-

spasmen#

Myalgie†, Muskel- zuckungenMuskel-krämpfeTrismus^
Erkrankungen der Nieren und der Harnwege
Hämaturie, PollakisurieInkontinenz
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Erektile

Dysfunktion#

Gynäkomastie

Priapismus*, verstärkte

Erektion* und Dauererektion*

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Fieber,

Wachstums-verzögerungen bei Langzeit-anwendung bei Kindern*, Müdigkeit†

Reizbarkeit#, sich aufgeregt fühlen#,

Asthenie#,

Durst#

Thorax-

schmerzen

Plötzlicher Herztod*Thorax-beschwerden†, Hyperpyrexie
Untersuchungen
Änderung des Blutdrucks und der

Herz-

geräusche*

Thrombo-zytopenie, anormale
Nebenwirkungen
Häufigkeit
Sehr häufigHäufigGelegentlichSeltenSehr seltenNicht bekannt

Herzfrequenz (üblicherweise eine

Erhöhung)*, Gewichts-

verlust*

Leuko-

zytenzahl

* siehe Abschnitt 4.4

# Die Häufigkeit leitet sich aus klinischen Studien mit Erwachsenen und nicht aus Daten klinischer

Studien mit Kindern und Jugendlichen ab; kann aber auch für Kinder und Jugendliche relevant sein.

† Nebenwirkungen aus klinischen Studien mit erwachsenen Patienten, die häufiger als bei Kindern und Jugendlichen gemeldet wurde.

^ Auf der Grundlage der in ADHS-Studien bei Erwachsenen berechneten Häufigkeit (es wurden keine Fälle in pädiatrischen Studien berichtet)

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Bei der Behandlung von Patienten mit einer Überdosierung muss auch der verzögert freisetzende Anteil von Methylphenidat aus Formulierungen mit verlängerter Wirkdauer berücksichtigt werden.

Anzeichen und Symptome

Eine akute Überdosierung kann, hauptsächlich durch eine Überstimulation des zentralen und sympathischen Nervensystems bedingt, zu Erbrechen, Erregung, Tremor, Hyperreflexie, Muskelzuckungen, Konvulsionen (auf die ein Koma folgen kann), Euphorie, Verwirrung, Halluzinationen, Delirium, Schwitzen, Flush, Kopfschmerzen, Hyperpyrexie, Tachykardie, Herzklopfen, kardialer Arrhythmie, Hypertonie, Mydriasis und Trockenheit der Schleimhäute führen.

Behandlung

Es gibt kein spezielles Antidot für eine Methylphenidat-Überdosierung.

Die Behandlung besteht aus geeigneten unterstützenden Maßnahmen.

Der Patient muss vor Selbstverletzung und vor äußeren Stimuli geschützt werden, die die bereits vorhandene Überstimulation noch verschlimmern könnten. Die Wirksamkeit von Aktivkohle ist nicht bewiesen.

Eine intensivmedizinische Versorgung muss gewährleistet sein, um Kreislauf und Atmung aufrecht zu erhalten; bei Hyperpyrexie kann eine äußerliche Kühlung erforderlich sein.

Die Wirksamkeit einer Peritonealdialyse oder extrakorporalen Hämodialyse bei einer Überdosierung von Methylphenidat ist nicht nachgewiesen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Zentral wirkende Sympathomimetika ATC-Code: N06BA04

Wirkmechanismus

Methylphenidathydrochlorid ist ein leichtes ZNS-Stimulans. Der Wirkmechanismus bei der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist nicht bekannt. Methylphenidat wird als Hemmer der Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin in das präsynaptische Neuron angesehen und erhöht die Freisetzung dieser Monoamine in den extraneuronalen Raum.

Methylphenidat ist ein Racemat des D- und L-Isomers. Das D-Isomer ist pharmakologisch wirksamer als das L-Isomer.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Kinder

In den Zulassungsstudien wurden Methylphenidat-Retardtabletten bei 321 pädiatrischen Patienten untersucht, die bereits auf Arzneimittel mit schnell freisetzende Methylphenidat stabil eingestellt waren und bei 95 pädiatrischen Patienten, die vorher kein schnell freisetzendes Methylphenidat erhielten.

Klinische Studien bei pädiatrischen Patienten haben gezeigt, dass die Wirkung von Methylphenidat-Retardtabletten bis 12 Stunden anhielt, wenn es morgens einmal täglich eingenommen wurde.

Erwachsene

Eine kurzfristige Wirksamkeit wurde für Methylphenidat-Retardtabletten in einem Dosierungsbereich von 18 bis 72 mg/Tag nachgewiesen. Eintausendfünfhundertdreiundzwanzig (1 523) Erwachsene mit ADHS im Alter von 18 bis 65 Jahren wurden in fünf doppelblinden, placebokontrollierten Studien über einen Zeitraum von 5 bis 13 Wochen untersucht. Methylphenidat-Retardtabletten wurden in zwei Studien mit fixer Dosierung und drei Studien mit flexibler Dosierung mittels DSM-IV-basierter Instrumente zur Bewertung des Schweregrads von ADHS-Symptomen bei Erwachsenen untersucht. In zwei Studien mit fixer Dosierung zeigten die Conner‘s Adult ADHD Rating Scales (CAARS), dass die Gesamtwerte der ADHS-Symptome von Baseline bis zum doppelblinden Endpunkt zurückgingen – ein Hinweis auf eine Verbesserung des Schweregrads der ADHS-Symptome. In einer Studie mit fixer Dosierung zeigten alle Dosisstufen von Methylphenidat-Retardtabletten im Vergleich zu Placebo eine klinisch signifikant bessere Symptomkontrolle (p<0,05 für alle Dosisstufen), gemessen an einer Verringerung des CAARS-Gesamtscores. In der zweiten Studie mit fixer Dosierung erwiesen sich Methylphenidat-Retardtabletten 72 mg/Tag, nicht aber Methylphenidat-Retardtabletten 54 mg/Tag, als statistisch signifikant gegenüber Placebo im Hinblick auf die Verringerung des CAARS-Gesamtscores für ADHS-Symptome von Baseline bis zum doppelblinden Endpunkt bei erwachsenen Patienten mit ADHS (p-Wert 0,0024).

In zwei Studien mit flexibler Dosierung waren die mittleren LS-Veränderungen des Gesamtscores in der Adult ADHD Investigator Symptom Rating Scale (AISRS) am Endpunkt gegenüber Baseline statistisch signifikant (Studie 1: p=0,012; Studie 2: p<0,001) für die Behandlung mit der Methylphenidat-Retardtabletten-Enddosis im Vergleich zu Placebo (Studie 1: -10,6 für Methylphenidat-Retardtabletten vs. -6,8 für Placebo; Studie 2: -16,9 für Methylphenidat-Retardtabletten vs. -12,0 für Placebo). In der dritten Studie mit flexibler Dosierung zeigten Methylphenidat-Retardtabletten im Vergleich zu Placebo eine klinisch signifikant bessere Symptomkontrolle (p<0,0001), gemessen an der Verringerung des CAARS-Gesamtscores. Die mittleren LS-Veränderungen des Gesamtscores für ADHS-Symptome (CAARS) -O:SV von Baseline bis zum Abschlussbesuch (Woche 8) betrug -10,9 in der Methylphenidat-Retardtabletten-Gruppe und -6,9 in der Placebogruppe (basierend auf der ITT-Population).

In Studie 2 mit flexibler Dosierung war das Ausmaß der Verbesserung der AISRS-Gesamtscores in der Methylphenidat-Retardtabletten-Gruppe statistisch signifikant größer als in der Placebogruppe (p=0,0037). Der LS-Mittelwert (95% KI) der Differenz zu Placebo betrug -5,3 (-8,9, -1,7). In Studie 3 mit flexibler Dosierung war das Ausmaß der Verbesserung des CAARS-O:SV-Scores in der Methylphenidat-Retardtabletten-Gruppe statistisch signifikant größer als in der Placebogruppe (p=0,0063). Der LS-Mittelwert (95% KI) der Differenz zu Placebo betrug -3,9 (-6,6, -1,1).

Erwachsene, die in vier Open-Label-Langzeitstudien über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten mit Methylphenidat-Retardtabletten behandelt wurden, wiesen Verbesserungen hinsichtlich aller untersuchten Wirksamkeitsendpunkte auf, woraus sich eine stabile Wirkung hinsichtlich der Verringerung der ADHS-Symptome im zeitlichen Verlauf ergibt. In einer Open-Label-Studie in kommunalem Umfeld zeigte die Behandlung mit Methylphenidat-Retardtabletten über einen Zeitraum von bis zu 9 Monaten eine Verbesserung gegenüber Baseline hinsichtlich der mittleren Gesamteinschätzung der Wirksamkeit sowohl durch die Patienten als auch durch die Prüfer. In einer zweiten Studie, in der Erwachsene mit ADHS Methylphenidat-Retardtabletten bis zu ein Jahr lang in einer mittleren Enddosis von 67,4 mg/Tag erhielten, zeigten sich klinisch bedeutsame Verbesserungen der AISRS-Gesamtscores gegenüber Baseline mit einer mittleren Veränderung von -18,7 bei der Abschlussuntersuchung. In einer dritten Langzeitstudie über 48 Wochen wiesen Erwachsene mit ADHS, die Methylphenidat-Retardtabletten in einer mittleren Enddosis von 46,6 mg/Tag erhielten, eine Veränderung des mittleren DSM-IV-Gesamtscores für ADHS-Symptome (CAARS) um -17,2 am Endpunkt gegenüber Baseline auf. In der vierten Studie wurden Methylphenidat-Retardtabletten in einer 52-wöchigen Open-Label-Studie bei Probanden untersucht, die zuvor eine Placebo-kontrollierte Kurzzeitstudie und eine kurzzeitige Open-Label-Verlängerung abgeschlossen hatten. Erwachsene mit ADHS, die Methylphenidat-Retardtabletten in einer mittleren Enddosis von 53,8 mg/Tag erhielten, wiesen im zeitlichen Verlauf stabile Wirkungen hinsichtlich der Verringerung der ADHS-Symptome auf. Der von den Prüfern bewertete CAARS-Score verbesserte sich während des gesamten Open-Label-Abschnitts und war am Endpunkt niedriger (mittlere Abnahme um 1,9 gegenüber Baseline).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Methylphenidat wird schnell resorbiert. Nach oraler Verabreichung von Methylphenidat-Retardtabletten an Erwachsene löst sich der Überzug des Arzneimittels, so dass nach etwa 1 bis 2 Stunden eine erste maximale Konzentrationsspitze des Wirkstoffs erreicht wird. In den darauffolgenden Stunden wird das Methylphenidat aus den beiden inneren Kompartimenten schrittweise freigesetzt. Die maximalen Plasmakonzentrationen werden nach etwa 6 bis 8 Stunden erreicht. Danach sinken die Plasmakonzentrationen von Methylphenidat schrittweise ab. Bei einmal täglicher Einnahme minimieren Methylphenidat-Retardtabletten im Vergleich zu dreimal täglicher Einnahme von schnell freisetzendem Methylphenidat die Schwankungen zwischen den maximalen und minimalen Konzentrationen. Der resorbierte Anteil von Methylphenidat-Retardtabletten bei einmal täglicher Anwendung ist vergleichbar mit den konventionellen schnell freisetzenden Formulierungen.

Nach der Gabe von Methylphenidat-Retardtabletten 18 mg einmal täglich an 36 Erwachsene wurden die folgenden Mittelwerte für die pharmakokinetischen Parameter ermittelt: Cmax 3,7±1,0 (ng/ml), tmax 6,8±1,8 (h), AUCinf 41,8±13,9 (ng.h/ml) und t1/2 3,5±0,4 (h).

Nach einmal täglicher und nach wiederholter Gabe von Methylphenidat-Retardtabletten wurden keine Unterschiede in der Pharmakokinetik und somit keine signifikante Wirkstoff-Akkumulation festgestellt. Nach wiederholter einmal täglicher Dosierung waren die AUC und t1/2 ähnlich wie nach der ersten Dosis Methylphenidat-Retardtabletten 18 mg.

Nach Einzelgaben von 18 mg bis 72 mg Methylphenidat-Retardtabletten pro Tag bei Erwachsenen verhielten sich Cmax und die AUCinf von D-Methylphenidat bei Erwachsenen proportional zur Dosis.

Verteilung

Nach oraler Gabe sinken die Plasmakonzentrationen von Methylphenidat bei Erwachsenen biexponenziell. Die Halbwertszeit von Methylphenidat betrug bei Erwachsenen nach Einnahme von Methylphenidat-Retardtabletten ungefähr 3,5 h. Methylphenidat und seine Metabolite werden zu ungefähr 15% an Plasmaproteine gebunden. Das scheinbare Verteilungsvolumen von Methylphenidat ist ungefähr 13 Liter/kg.

Biotransformation

Bei Menschen wird Methylphenidat hauptsächlich über Esterspaltung zu α-Phenylpiperidin-2-Essigsäure (ungefähr das 50-Fache der unveränderten Substanz), die nur geringe oder keine pharmakologische Aktivität besitzt, metabolisiert. Bei Erwachsenen ist die Metabolisierung von einmal täglich angewendeten Methylphenidat-Retardtabletten zu α-Phenylpiperidin-2-Essigsäure ähnlich im Vergleich zu der Metabolisierung von Methylphenidat, das dreimal täglich eingenommen wird. Die Metabolisierung von Methylphenidat-Retardtabletten nach einmaliger und wiederholter Gabe ist vergleichbar.

Elimination

Nach Einnahme von Methylphenidat-Retardtabletten betrug die Eliminationshalbwertszeit von Methylphenidat bei Erwachsenen ungefähr 3,5 Stunden. Nach Einnahme werden innerhalb von 48 bis 96 Stunden ungefähr 90% der Dosis mit dem Urin und 1 bis 3% mit den Faeces ausgeschieden. Geringe Mengen unveränderten Methylphenidats werden im Urin wiedergefunden (weniger als 1%). Der Hauptmetabolit ist α-Phenylpiperidin-2-Essigsäure (60-90%).

Nach oraler Gabe von radiomarkiertem Methylphenidat wurde beim Menschen ungefähr 90% der Radioaktivität im Urin gefunden. α-Phenylpiperidin-2-Essigsäure war mit einem Anteil von ungefähr 80% der Dosis der Hauptmetabolit im Urin.

Einfluss von Nahrungsmitteln

Es zeigten sich bei den Patienten keine Veränderungen in der Pharmakokinetik oder den pharmakodynamischen Wirkungen von Methylphenidat-Retardtabletten bei einer Verabreichung nach einem fettreichen Frühstück oder auf leeren Magen.

Spezielle Bevölkerungsgruppen

Geschlecht

Bei gesunden Erwachsenen betrug die mittlere AUCinf nach Dosiseinstellung von Methylphenidat-Retardtabletten 36,7 ng.h/ml bei Männern und 37,1 ng.h/ml bei Frauen. Zwischen den beiden Gruppen wurden keine Unterschiede festgestellt.

Ethnische Zugehörigkeit

Bei gesunden Erwachsenen, die Methylphenidat-Retardtabletten erhielten, war die AUCinf über die ethnischen Gruppen einheitlich, wobei die Probandenzahl möglicherweise nicht ausreichend war, um ethnische Unterschiede in der Pharmakokinetik aufzudecken.

Alter

Bei Kindern unter 6 Jahren wurde die Pharmakokinetik von Methylphenidat-Retardtabletten nicht untersucht. Bei Kindern zwischen 7 und 12 Jahren wurden folgende pharmakokinetische Parameter von Methylphenidat-Retardtabletten nach Einnahme von 18 mg, 36 mg und 54 mg ermittelt (Mittelwert+SD): Cmax 6,0±1,3; 11,3±2,6 und 15,0±3,8 ng/ml; tmax 9,4±0,02; 8,1±1,1 bzw. 9,1±2,5 h, und AUC(0-11.5) 50,4±7,8; 87,7±18,2 bzw. 121,5±37,3 ng*h/ml.

Niereninsuffizienz

Über die Anwendung von Methylphenidat-Retardtabletten bei Patienten mit Niereninsuffizienz liegen keine Erfahrungen vor. Nach oraler Gabe von radiomarkiertem Methylphenidat beim Menschen trat eine intensive Metabolisierung ein, wobei ungefähr 80% der Radioaktivität in Form von α-Phenylpiperidin-2-Essigsäure in den Urin ausgeschieden wurden. Da die renale Clearance keinen bedeutenden Ausscheidungsweg von Methylphenidat darstellt, kann man erwarten, dass Niereninsuffizienz nur einen geringen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Methylphenidat-Retardtabletten hat.

Leberinsuffizienz

Über die Anwendung von Methylphenidat-Retardtabletten bei Patienten mit Leberinsuffizienz liegen keine Erfahrungen vor.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Kanzerogenität

In Lebenszeitstudien zur Kanzerogenität mit Ratten und Mäusen wurde nur bei männlichen Mäusen eine vermehrte Anzahl von malignen Lebertumoren festgestellt. Die Bedeutung dieser Ergebnisse für den Menschen ist nicht bekannt.

Methylphenidat beeinflusste nicht die Reproduktionsleistung oder die Fertilität, wenn in gering mehrfach erhöhter Menge der klinischen Dosis verabreicht.

Schwangerschaft-Embryonale/Fetale Entwicklung

Methylphenidat wurde nicht als teratogen bei Ratten und Kaninchen eingestuft. Bei Ratten mit mütterlicherseits toxischen Dosen wurde fetale Toxizität (z.B. totaler Wurfverlust) und maternale Toxizität beobachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Hypromellose

Macrogol

Bernsteinsäure

Magnesiumstearat

Natriumchlorid

Kolloidales Siliziumdioxid, wasserfrei

Eisenoxid schwarz (E 172)

Filmüberzug

Celluloseacetat

Macrogol

Klarüberzug

Hypromellose

Macrogol

Phosphorsäure (zur pH-Wert Einstellung)

Farbbeschichtung

Lactose Monohydrat

Hypromellose

Titandioxid (E 171)

Triacetin

Eisenoxid gelb (E 172) (18 mg-Tabletten)

Eisenoxid rot (E 172) (18 mg-, 27 mg- und 54 mg-Tabletten)

Eisenoxid schwarz (E 172) (27 mg-Tabletten)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Die Flasche fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen. Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

HDPE-Flasche mit 2 Trockenmittelbehältern mit kindersicherem Verschluss aus Polypropylen und HDPE

Packungsgröße: 28, 30, 60 Retardtabletten (2x30) und 90 Retardtabletten (3x30)

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

G.L. Pharma GmbH, Schlossplatz 1, 8502 Lannach

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Conmethyl 18 mg-Retardtabletten: Z.Nr.: 143049

Conmethyl 27 mg-Retardtabletten: Z.Nr.: 143050

Conmethyl 36 mg-Retardtabletten: Z.Nr.: 143051

Conmethyl 54 mg-Retardtabletten: Z.Nr.: 143052

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 17. November 2025

10. STAND DER INFORMATION

Februar 2026

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Suchtgift, Abgabe nur auf Suchtgiftrezept, apothekenpflichtig.

Über dieses Dokument

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Stand 02/2026 · Zulassungsnummer (Z.Nr.): 143049

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Angaben zum Medikament Conmethyl 18 mg-Retardtabletten

Was diese Angaben bedeuten

Abgabe?
Suchtgift?
  • Laut BASG-Register fällt dieses Medikament unter die Suchtgiftverordnung.
  • Arzneimittel zur Abgabe gegen besondere ärztliche Verschreibung, Suchtgifte
Abgabestelle? Apotheke
Wirkstoff? Methylphenidat hydrochlorid
Darreichungsform? Retardtablette
ATC-Klassifikation?
  1. N Nervensystem
    1. N06 Psychoanaleptika
      1. N06B Psychostimulanzien, Mittel zur Behandlung der Adhs und Nootropika
        1. N06BA Zentral wirkende Sympathomimetika
          1. N06BA04 Methylphenidat
Zulassung (Z.Nr.)? 143049; seit 17.11.2025; Verfahren: SE/H/1910/001
Inverkehrbringen? keine Einstellung gemeldet
Zulassungsinhaber? G.L. Pharma GmbH, Schloßplatz 1, 8502 Lannach, Österreich

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Daten vom 27.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.