Fachinformation - Diclofenac Alfrapharma 1,48 mg/ml Spray zur Anwendung in der Mundhöhle, Lösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Diclofenac Alfrapharma 1,48 mg/ml Spray zur Anwendung in der Mundhöhle, Lösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 ml Lösung (5 Sprühstöße) enthält 1,48 mg Diclofenac, entsprechend 1,59 mg Diclofenac-Natrium. 1 Sprühstoß (0,2 ml) enthält 0,3 mg Diclofenac, entsprechend 0,32 mg Diclofenac-Natrium.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:
Natriumbenzoat (E211) 10 mg/ml, Sorbitol (E420) 350 mg/ml, Ethanol 100 mg/ml, Allurarot (E129) 0,053 mg/ml, Natriumhydroxid 0,253 mg/ml, Pfefferminzöl (enthält Levomenthol) 0,2 mg/ml und Pfirsicharoma (enthält D-Limonen, Eugenol, Levomenthol und Linalool) 1,5 mg/ml.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Spray zur Anwendung in der Mundhöhle, Lösung.
Klare, rot-orange Lösung mit einem charakteristischen Geruch nach Minze und Pfirsich. Der pH-Wert der Lösung liegt im Bereich von 7,5 bis 8,2.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Diclofenac Alfrapharma wird angewendet zur lokalen, kurzfristigen symptomatischen Behandlung von akuten entzündlichen Halsschmerzen bei Erwachsenen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Die empfohlene Dosis beträgt 2 Sprühstöße 2- bis 3-mal täglich. Das Arzneimittel ist direkt auf die entzündete Stelle aufzusprühen. Das Arzneimittel ist bei versehentlicher Einnahme unbedenklich. Jeder Sprühstoß gibt 0,2 ml Lösung ab, entsprechend 0,3 mg Diclofenac.
Es wird empfohlen, dieses Arzneimittel maximal sieben Tage lang anzuwenden. Wenn sich die Symptome während der Behandlung verschlimmern oder neue Symptome auftreten, ist die Behandlung neu zu bewerten.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Diclofenac Alfrapharma bei Kindern und Jugendlichen im Alter von unter 18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen.
Leber- und Nierenfunktionsstörungen
Bei diesen Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Ältere Patienten
Für ältere Patienten kann keine allgemeine Dosierungsempfehlung gegeben werden, da die aktuelle klinische Erfahrung für diese Patientengruppe begrenzt ist. Bei älteren Patienten besteht ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Folgen von Nebenwirkungen.
Art der Anwendung
Zur Anwendung in der Mundhöhle.
Nur zur kurzfristigen Anwendung in der Mundhöhle.
Die Lösung ist in den hinteren Rachen zu sprühen.
Das Arzneimittel hat in der Mundhöhle zu verbleiben und ist nicht auszuspülen. Das Arzneimittel ist ausschließlich für den individuellen Gebrauch bestimmt (Anwendung bei einem einzelnen Patienten).
Das Arzneimittel darf während der Anwendung nicht eingeatmet werden.
Aktivierung der Dosierpumpe
Bei der ersten Anwendung des Arzneimittels oder nach einer Unterbrechung der Anwendung von mehr als 15 Tagen muss die Dosierpumpe zunächst aktiviert werden. Dabei ist die Düse vom Körper weg zu positionieren und vorsichtig anzuheben (siehe Abbildung unten). Anschließend sind vier Sprühstöße zu verrichten, bis ein gleichmäßiger Sprühstrahl entsteht. Die Dosierpumpe ist nun aktiviert und einsatzbereit.
Anwendung des Arzneimittels
Zur Anwendung des Arzneimittels muss die Düse angehoben und die Spitze auf den hinteren Rachen, nahe der betroffenen Stelle, gerichtet werden. Anschließend muss der Sprühknopf zweimal bis zum Anschlag gedrückt werden.
Kontakt der Düse mit der Mundschleimhaut muss vermieden werden.
Nach jeder Anwendung ist die Düse sorgfältig abzuspülen und zu trocknen.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Wie andere nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) ist Diclofenac Alfrapharma auch bei Patienten kontraindiziert, bei denen die Anwendung von Acetylsalicylsäure oder anderen NSAR Bronchospasmus, Anfälle von Asthma, Angioödem, Urtikaria oder akute Rhinitis auslösen kann (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Letztes Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitt 4.6).
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Infektionen
Da in Einzelfällen eine Verschlimmerung einer infektionsbedingten Entzündung (z.B. die Entwicklung einer nekrotisierenden Fasziitis) in zeitlichem Zusammenhang mit der Anwendung systemischer NSAR beschrieben wurde, hat der Patient unverzüglich einen Arzt aufzusuchen, wenn Anzeichen einer Infektion während der Anwendung von Diclofenac Alfrapharma auftreten oder sich verschlimmern.
Es ist zu prüfen, ob die Einleitung einer antiinfektiösen/antibiotischen Therapie angezeigt ist. Bei eitriger bakterieller Pharyngitis/Tonsillitis hat der Patient einen Arzt zu konsultieren, da die Behandlung neu bewertet werden muss.
Sensibilisierung
Die topische Anwendung von Diclofenac kann zu einer Sensibilisierung führen, insbesondere bei längerer Anwendung. Tritt eine Sensibilisierung auf (z.B. Hautausschlag, Anschwellen der Zunge, Engegefühl im Hals), ist die Behandlung abzubrechen und eine andere geeignete Therapie einzuleiten (siehe Abschnitt 4.8).
Auswirkungen auf die Atemwege (vorbestehendes Asthma)
Bei Patienten mit Asthma, saisonaler allergischer Rhinitis, Schwellungen der Nasenschleimhaut (z.B. Nasenpolypen), chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen oder chronischen Infektionen der Atemwege (insbesonders, wenn sie mit allergischen Rhinitis-ähnlichen Symptomen einhergehen) treten Reaktionen auf NSAR wie Asthmaexazerbationen (sogenannte Analgetika-Intoleranz / Analgetika-Asthma), Quincke-Ödeme oder Urtikaria häufiger als bei anderen Patienten auf. Daher ist bei solchen Patienten besondere Vorsicht empfohlen (Bereitschaft für Notfälle). Dies gilt auch für Patienten, die auf andere Substanzen allergisch reagieren, z.B. mit Hautreaktionen, Pruritus oder Urtikaria.
Herz-Kreislauf-, Nieren- und Leberinsuffizienz
Es wurden Fälle von durch NSAR verursachter Nephrotoxizität in verschiedenen Formen berichtet, darunter interstitielle Nephritis, nephrotisches Syndrom und Nierenversagen. Die Anwendung eines NSAR kann eine dosisabhängige Verringerung der Prostaglandinbildung bewirken und zu einer Niereninsuffizienz führen. Zu den Patienten mit erhöhtem Risiko für diese Reaktion zählen Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, Herzinsuffizienz, Leberfunktionsstörungen, Patienten, die mit Diuretika behandelt werden, sowie ältere Patienten. Dieser Effekt wird jedoch bei begrenzter, kurzfristiger Anwendung von Arzneimitteln wie Diclofenac Alfrapharma 1,48 mg/ml Spray zur Anwendung in der Mundhöhle, Lösung, in der Regel nicht beobachtet.
Diclofenac Alfrapharma enthält Natriumbenzoat, Sorbitol, Ethanol, Allurarot, Pfirsicharoma, Pfefferminzöl und Natrium:
Natriumbenzoat (E211): Dieses Arzneimittel enthält 10 mg/ml. Natriumbenzoat kann lokale
Reizungen verursachen.
Sorbitol (E420): Dieses Arzneimittel enthält 350 mg/ml. Sorbitol ist eine Quelle für Fructose.
Patienten, die bestimmter Zuckerarten nicht vertragen oder bei denen eine hereditäre Fruktoseintoleranz (HFI) diagnostiziert wurde, haben dieses Produkt nur unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden.
- Ethanol: Dieses Arzneimittel enthält 100 mg/ml Alkohol (Ethanol). Die Menge pro Dosis dieses Arzneimittels (2 Sprühstöße entsprechend 0,4 ml enthalten 0,04 g Ethanol) entspricht weniger als 1 ml Bier oder 0,4 ml Wein. Die geringe Alkoholmenge in diesem Arzneimittel hat keine wahrnehmbaren Auswirkungen.
- Allurarot (E129): Dieses Arzneimittel enthält Allurarot, das allergische Reaktionen hervorrufen kann.
Pfirsicharoma: Dieses Arzneimittel enthält Pfirsicharoma, das wiederum D-Limonen,
Eugenol und Linalool enthält. D-Limonen, Eugenol und Linalool können allergische Reaktionen hervorrufen. Das Arzneimittel enthält außerdem Levomenthol. Bei sensibilisierten Patienten kann Levomenthol Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Atemnot) auslösen.
Pfefferminzöl: Dieses Arzneimittel enthält Pfefferminzöl, das wiederum Levomenthol enthält.
Bei sensibilisierten Patienten kann Levomenthol Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Atemnot) auslösen.
Natrium: Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) pro ml, d. h. es ist nahezu
„natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Es liegen keine klinischen Daten zur Anwendung von Diclofenac Alfrapharma 1,48 mg/ml Spray zur Anwendung in der Mundhöhle, Lösung, während der Schwangerschaft vor. Auch wenn die systemische Exposition im Vergleich zur oralen Anwendung niedriger ist, ist nicht bekannt, ob die systemische Exposition mit Diclofenac, die nach topischer Anwendung erreicht wird, für einen Embryo/Fötus schädlich sein kann.
Während des ersten und zweiten Schwangerschaftstrimesters ist dieses Arzneimittel nicht anzuwenden, es sei denn, dies ist unbedingt erforderlich. Bei Anwendung muss die Dosis so niedrig und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden.
Während des dritten Schwangerschaftstrimesters kann die systemische Anwendung von Prostaglandinsynthesehemmern, einschließlich Diclofenac, zu einer kardiopulmonalen und renalen Toxizität beim Fötus führen. Am Ende der Schwangerschaft kann es zu einer verlängerten Blutungszeit bei Mutter und Kind kommen und die Geburt kann sich verzögern. Daher ist dieses Arzneimittel während des letzten Schwangerschaftstrimesters kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Stillzeit
Wie andere NSAR geht Diclofenac in geringen Mengen in die Muttermilch über. Bei der empfohlenen therapeutischen Dosierung des Arzneimittels sind jedoch keine Auswirkungen auf das gestillte Kind zu erwarten. Da keine kontrollierten Studien bei stillenden Frauen vorliegen, ist das Arzneimittel während der Stillzeit nur auf Anweisung eines Arztes anzuwenden.
Fertilität
Orales Diclofenac kann die Fruchtbarkeit bei Frauen beeinträchtigen. Bei Diclofenac Alfrapharma 1,48 mg/ml Spray zur Anwendung in der Mundhöhle, Lösung, ist dies aufgrund der geringen systemischen Resorption unwahrscheinlich.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen
Diclofenac Alfrapharma hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Sehstörungen sind eine mögliche Nebenwirkung nach der Anwendung von NSARs (siehe Abschnitt 4.8). Betroffene Patienten sollen kein Fahrzeug lenken oder Maschinen bedienen.
4.8 Nebenwirkungen
Überempfindlichkeitsreaktionen auf NSAR wurden berichtet, die Folgendes umfassen können:
- Nicht-spezifische allergische Reaktionen und Anaphylaxie.
Atemwegsreaktionen wie Asthma, Verschlimmerung von bestehendem Asthma,
Bronchospasmen, Dyspnoe.
- Verschiedene Hautreaktionen wie Pruritus, Urtikaria, Angioödem und in selteneren Fällen exfoliative und bullöse Dermatosen (einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom, epidermaler Nekrolyse und exfoliative Dermatitis).
Ödeme, Hypertonie und Herzinsuffizienz wurden im Zusammenhang mit einer NSAR-Behandlung berichtet. Es liegen keine ausreichenden Daten vor, um ein solches Risiko für Diclofenac Alfrapharma auszuschließen.
Die während der klinischen Entwicklung oder in Literaturstudien von Diclofenac als Lösung zur Anwendung in der Mundhöhle festgestellten Nebenwirkungen sind die folgenden. Die Häufigkeit möglicher Nebenwirkungen wurde nach der Standardmethode bestimmt:
Sehr häufig (≥1/10)
Häufig (≥1/100, <1/10)
Gelegentlich (≥1/1 000, <1/100)
Selten (≥1/10 000, <1/1 000)
Sehr selten (<1/10 000)
nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
| Systemorganklasse | Häufigkeit | Nebenwirkung |
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | Häufig | Reizungen im Rachenraum |
| Gelegentlich | Husten | |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Gelegentlich | Glossodynie Stomatitis Brennen im Mund Schleimhauterkrankung Übelkeit Erbrechen Verstopfung Dyspepsie |
| Augenerkrankungen | Gelegentlich | Sehstörungen |
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Gelegentlich | Schüttelfrost |
| Gefäßerkrankungen | Gelegentlich | Hypotonie |
| Erkrankungen des Nervensystems | Gelegentlich | Kopfschmerzen |
Die Anwendung topischer Präparate kann, insbesondere bei längerer Anwendung, zu Sensibilisierungserscheinungen führen. Sollte dies der Fall sein, ist die Behandlung mit dem Arzneimittel auszusetzen und gegebenenfalls eine geeignete Therapie einzuleiten.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: 043 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at
4.9 Überdosierung
Bei einer versehentlichen Überdosierung erfolgt eine symptomatische und unterstützende Behandlung, welche die Aufrechterhaltung freier Atemwege sowie die Überwachung der Herz- und Vitalfunktionen bis zur Stabilisierung des Zustands umfasst. Gegebenenfalls ist die orale Anwendung von Aktivkohle oder eine Magenspülung in Betracht zu ziehen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Hals- und Rachentherapeutika, Andere Hals- und Rachentherapeutika, ATC-Code: R02AX.
Pharmakodynamische Wirkungen
Die pharmakodynamischen Wirkungen von Diclofenac beruhen auf seiner Fähigkeit, die Synthese von Prostanoiden aus Arachidonsäure zu hemmen, indem es die beiden Enzyme Cyclooxygenasen (COX1 und COX2) hemmt und dadurch die Synthese von Endoperoxiden, Thromboxan und Prostaglandinen aus Arachidonsäure sowohl zentral als auch peripher verhindert. Studien an Polymorphozyten und Monozyten von gesunden Probanden haben gezeigt, dass Diclofenac die Bildung von Verbindungen wie 5-HETE (5-Hydroxyeicosatetraensäure) und Leukotrienen reduzieren kann.
Die topische Anwendung von Diclofenac Alfrapharma zeigt schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkungen.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Eine doppelblinde, randomisierte klinische Studie hatte zum Ziel, die therapeutische Äquivalenz hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit von Diclofenac Alfrapharma im Vergleich zu Flurbiprofen bei 40 Patienten mit Pharyngotonsillitis zu bewerten. Erwachsene Patienten mit entzündlichen Erkrankungen der oberen Atemwege wie Pharyngitis oder Pharyngotonsillitis wurden randomisiert Diclofenac oder Flurbiprofen zugewiesen, beide als Lösung für den Vernebler. Das Dosierungsschema sah die Anwendung von 2 Sprühstößen in die Mundhöhle vor, 3-mal täglich über einen Zeitraum von 7 Tagen. Zu den Kriterien für die Wirksamkeitsbeurteilung gehörten zu Studienbeginn und nach 7 Tagen Behandlung: Intensität der Entzündung/Kongestion im Bereich des Rachens oder der Mandeln, Intensität von Ödemen/Blutergüssen im Bereich des Rachens oder der Mandeln sowie Pharyngodynie oder Odynophagie, gemessen anhand einer 5-stufigen verbalen Skala. Jeden Tag, 1 Stunde nach dem Abendessen, notierte der Patient in einer Tagebuchkarte die Intensität der Pharyngalschmerzen (Pharyngodynie) und die Intensität der Schmerzen/Schwierigkeiten beim Schlucken (Odynophagie) unter Verwendung einer visuellen Analogskala (100 mm VAS). Die Schweregradmerkmale der Anzeichen und Symptome zu Studienbeginn waren in beiden Behandlungsgruppen homogen. Die vom untersuchenden Arzt bewerteten Anzeichen und Symptome, die als Summe der für Kongestion, Ödem, Pharyngodynie und Odynophagie vergebenen Punkte betrachtet wurden, zeigten, dass nach 7 Tagen Behandlung mit beiden Studienmedikamenten eine deutliche Verbesserung eintrat (-82,2% Diclofenac, -84,9% Flurbiprofen). Die im Patiententagebuch festgehaltenen Bewertungen zeigen eine prozentuale Verringerung von über 8% sowohl bei der Intensität der Pharyngodynie, der primären Wirksamkeitsvariable, als auch bei der Intensität der Odynophagie, die bereits am 3. Behandlungstag statistisch signifikant war. Die erzielten Ergebnisse belegen die Äquivalenz der beiden untersuchten Behandlungen mit einem Delta von 0,9 (90%-Konfidenzintervall -10,5/+12,2), was innerhalb der festgelegten Äquivalenzgrenzen liegt. Es wurden keine lokalen oder systemischen Nebenwirkungen verzeichnet.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Diclofenac wird schnell und nahezu vollständig aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert. Nach dem Gurgeln mit Mundspülungen wird Diclofenac relativ schnell über die Mundschleimhaut resorbiert. Nach dem Gurgeln und Spülen mit 25 ml der Lösung zum Einnehmen zweimal täglich über sieben Tage sind Plasmakonzentrationen innerhalb von 10 Minuten nachweisbar, und der Spitzenwert wird innerhalb von 45 Minuten erreicht. Es wurden durchschnittliche Spitzenplasmakonzentrationen von 21,8 ± 5,4 ng/ml erreicht, die etwa 50-mal niedriger sind als die Konzentrationen, die nach oraler Gabe von 50 mg magensaftresistenter Diclofenac-Tabletten erreicht wurden. Diese Konzentrationen reichen nicht aus, um systemische pharmakologische Wirkungen hervorzurufen. Eine nennenswerte Akkumulation von Diclofenac bei wiederholter Anwendung des Arzneimittels tritt nicht auf.
Verteilung
Studien zur Verteilung von Diclofenac bei Nagetieren unter Verwendung radioaktiv markierter Wirkstoffproben zeigen, dass die höchsten Konzentrationen – abgesehen von Leber, Galle und Niere
- im Blut zu finden sind, gefolgt von Herz und Lunge. Ähnlich wie die meisten anderen NSAR ist Diclofenac zu einem hohen Anteil (99,7%) an Serumproteine, vor allem an Albumin, gebunden. Diclofenac dringt in die Synovialflüssigkeit ein und wird von dort weniger schnell ausgeschieden als aus dem Plasma. Diclofenac und seine Metaboliten passieren bei Mäusen und Ratten die Plazenta.
Metabolismus/Biotransformation
Nach oraler Einnahme wird Diclofenac einem „First-Pass“-Metabolismus in der Leber unterzogen, wobei etwa 60% des Wirkstoffs in unveränderter Form in den systemischen Kreislauf gelangen.
Elimination
Diclofenac wird hauptsächlich über den Leberstoffwechsel und die anschließende Ausscheidung der Glucuronid- und Sulfatkonjugate der Metaboliten über den Urin und die Galle abgebaut. Drei weitere Metaboliten werden mit der Galle ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt ca. 2 Stunden und ist weitgehend unabhängig von der Leber- und Nierenfunktion.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Nichtklinische Daten lassen auf der Grundlage konventioneller Studien zur Toxizität bei wiederholter Anwendung, zur Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial keine besondere Gefahr für den Menschen erkennen.
Veröffentlichte tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass bei oraler Verabreichung die Hauptnebenwirkung im Gastrointestinaltrakt auftritt. Diclofenac hemmte den Eisprung bei Kaninchen und beeinträchtigte die Einnistung sowie die frühe Embryonalentwicklung bei Ratten. Das embryo-/fötotoxische Potenzial von Diclofenac wurde an drei Tierarten (Ratte, Maus und Kaninchen) untersucht. Bei maternal-toxischen Dosen kam es zum Tod des Fötus und Wachstumsverzögerungen. Auf der Grundlage der verfügbaren Daten wird Diclofenac jedoch nicht als teratogen angesehen. Die Trächtigkeitsdauer und die Dauer der Geburt wurden durch Diclofenac verlängert. Dosen unterhalb der mütterlich toxischen Werte hatten keinen Einfluss auf die postnatale Entwicklung.
Diclofenac kann ein Risiko für die aquatische Umwelt darstellen (siehe Abschnitt 6.6).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Sorbitol-Lösung (nicht kristallisierend) (E420)
Acesulfam-Kalium (E950)
Ethanol 96%
Natriumbenzoat (E211)
Dinatriumedetat (E385)
Cholinchlorid
Natriumhydroxid (zur pH-Wert Einstellung)
Pfefferminzöl (enthält Levomenthol)
Pfirsicharoma (enthält D-Limonen, Eugenol, Levomenthol und Linalool)
Allurarot (E129)
Gereinigtes Wasser
Salzsäure, konzentriert (zur pH-Wert Einstellung)
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
2 Jahre.
Haltbarkeitsdauer nach dem ersten Öffnen: 6 Monate.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Das Arzneimittel ist in einem 15-ml-Mehrdosenbehältnis aus braunem Typ-III-Glas mit einer Dosierpumpe in einem Umkarton erhältlich. Die Dosierpumpe besteht aus einer Pumpe (aus Ethylen-Vinylacetat, Polyethylen, Polyoxymethylen – Acetalharz) und einer Düse (aus Polypropylen und Polyethylen). Die Anzahl der Dosierungen aus einem Glas-Mehrdosenbehältnis beträgt mindestens 60.
Packungsgröße: 1 Mehrdosenbehältnis mit 15 ml Lösung.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur
Handhabung
Dieses Arzneimittel kann ein Risiko für die Umwelt darstellen (siehe Abschnitt 5.3). Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Alfrapharma S.r.l.
Viale Manzoni 59
00185 Rom
Italien
8. ZULASSUNGSNUMMER
Z.Nr.:
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung:
10. STAND DER INFORMATION
05.2026
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezeptfrei, apothekenpflichtig
