Fachinformation - InfluASS - Tabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
ratioPyrin® 250 mg/200 mg/50 mg Tabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 Tablette enthält:
Acetylsalicylsäure (ASS) 250 mg
Paracetamol 200 mg
Coffein, wasserfrei 50 mg
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung
1 Tablette enthält 20 mg Lactose-Monohydrat
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Weiße, runde Tabletten mit Bruchkerbe und ca. 13 mm Durchmesser.
Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Fieber- und Schmerzzustände bei Erkältungskrankheiten bzw. grippalen Infekten sowie akute leichte bis mäßig starke Schmerzen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab dem 12. Lebensjahr.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Mögliche Nebenwirkungen können dadurch minimiert werden, dass die kleinste noch wirksame Dosis für die kürzeste notwendige Dauer verabreicht wird.
Erwachsene und Jugendliche ab dem 12. Lebensjahr:
1-1 ½ Tabletten bis zu 3 mal täglich (in der Regel im Abstand von 4-8 Stunden).
Besondere Patientengruppen:
Nierenfunktionsstörungen:
Spezielle Dosierungsempfehlungen wurden nicht untersucht; es wird empfohlen, das Dosierungsintervall zu verlängern. Bei schweren Nierenfunktionsstörungen ist ratioPyrin kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Leberfunktionsstörungen:
Spezielle Dosierungsempfehlungen wurden nicht untersucht; es wird empfohlen, das Dosierungsintervall zu verlängern. Bei schweren Leberfunktionsstörungen ist ratioPyrin kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Ältere Personen (ab 65 Jahren):
Bei älteren Personen ist wegen eventueller Begleiterkrankungen bzw. Untergewicht besondere Vorsicht angezeigt (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4). Insbesondere wird empfohlen, bei älteren und untergewichtigen Personen die niedrigste wirksame Dosis zu verwenden.
Kinder unter 12 Jahren:
Über die Anwendung der fixen Kombination in ratioPyrin bei Kindern liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Aus diesem Grund sowie wegen des Coffeinanteils darf ratioPyrin Kindern bis zum vollendeten 12. Lebensjahr nicht verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3).
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Mit reichlich Flüssigkeit einnehmen oder die Tabletten in Flüssigkeit zerfallen lassen und reichlich Flüssigkeit nachtrinken.
Dauer der Anwendung
ratioPyrin soll ohne ärztliche Anweisung nicht länger als 3-4 Tage hintereinander und nicht in höherer Dosierung angewendet werden.
4.3 Gegenanzeigen
ratioPyrin darf nicht angewendet werden bei:
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Coffein oder
Salicylate oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile • Patienten, die nach der Anwendung von Salicylaten oder anderen nicht-steroidalen Anti-
Rheumatika (NSAR) Symptome wie Asthma, Rhinitis, Angioödeme oder Urtikaria entwickelten • bestehenden Magen- oder Duodenalulzera
- hämorrhagischer Diathese
- starken Blutungen oder Blutungsrisiko (z.B. perioperativ, siehe Abschnitt 4.4) • Hypertonie
- schweren kardialen Arrhythmien, koronarer Herzerkrankung, Herzinsuffizienz • schwerer Leberinsuffizienz
- übermäßigem bzw. chronischem Alkoholkonsum
- schwerer Niereninsuffizienz
Methotrexat-Behandlung mit einer Dosierung von 15 mg pro Woche oder mehr • Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Symptom: hämolytische Anämie; siehe Abschnitt
4.4)
- Schwangeren im letzten Trimenon
Kindern oder Jugendlichen mit Windpocken oder Grippe (Influenza) wegen des Risikos der
Entwicklung eines Reye-Syndroms durch ASS
- Kindern unter 12 Jahren
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ratioPyrin soll nur unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden bei:
- chronischen oder wiederkehrenden Magen- oder Zwölffingerdarmbeschwerden • gastrointestinalem Ulkus, gastrointestinaler Blutung oder Perforation in der Anamnese • Asthma bronchiale, allergischer Rhinitis und Nasenpolypen
- gleichzeitiger Anwendung von oralen Antikoagulanzien, Thrombozytenaggregationshemmern, systemisch wirkendem Heparin, Thrombolytika
- eingeschränkter Leberfunktion
- eingeschränkter Nierenfunktion
- dehydrierten Patienten
- niedrigem Blutdruck
- Hyperthyreose
- Diabetes mellitus
- Oxalurie
- Gilbert-Meulengracht-Syndrom
Achten auf Anzeichen einer Erkrankung im Gastrointestinaltrakt:
Während der Behandlung können jederzeit gastrointestinale Blutungen und/oder Ulzera/Perforationen auftreten - auch ohne vorherige Warnsymptome oder eine entsprechende Anamnese. Das relative Risiko ist höher bei älteren Personen, Personen mit niedrigem Körpergewicht und bei mit Antikoagulanzien oder Thrombozytenaggregationshemmern behandelten Patienten (siehe Abschnitt 4.5).
Bei Auftreten einer gastrointestinalen Blutung muss die Behandlung sofort abgebrochen werden.
Blutungsrisiko bei chirurgischen Eingriffen:
Da ASS bereits in sehr niedrigen Dosierungen und mehrere Tage langanhaltend die Thrombozytenaggregation hemmt, müssen die Patienten gegebenenfalls auf das erhöhte Blutungsrisiko bei chirurgischen Eingriffen hingewiesen werden - welches selbst bei geringfügigen chirurgischen Eingriffen (z.B. Zahnextraktion) besteht.
Enzymdefekte:
In bestimmten Fällen von schwerem Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel lösten hohe Dosen von ASS eine Hämolyse aus.
Analgetika-Intoleranz/Analgetika-Asthma:
Patienten, die an Asthma, Heuschnupfen, Nasenschleimhautschwellungen (Nasenpolypen) oder chronischen Atemwegsinfektionen (besonders gekoppelt mit heuschnupfenartigen Erscheinungen) leiden, und Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Schmerz- und Rheumamittel aller Art sind bei Anwendung dieses Arzneimittels durch Asthmaanfälle gefährdet (so genannte Analgetika-Intoleranz / Analgetika-Asthma). Sie sollen vor der Anwendung den Arzt befragen. Das Gleiche gilt für Patienten, die auch auf andere Stoffe allergisch reagieren, wie z. B. mit Hautreaktionen, Juckreiz oder Nesselfieber.
Analgetikainduzierter Kopfschmerz:
Bei längerer Anwendung von Analgetika – vor allem in hoher Dosierung – können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen. Die Patienten sollen gegebenenfalls entsprechend informiert werden.
Gewöhnungseffekte:
Ein abruptes Absetzen von Analgetika nach langfristiger Anwendung hoher Dosen kann ein Entzugssyndrom auslösen (z.B. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Nervosität), das typischerweise innerhalb weniger Tage verschwindet. Eine erneute Einnahme von Analgetika darf nur nach entsprechender Anordnung des Arztes und nach Abklingen der Entzugserscheinungen erfolgen.
Schmerzbehandlung bei weiterbestehender Grunderkrankung:
ratioPyrin darf bei Schmerzen nicht länger als 3-4 Tage ohne ärztliche Anordnung eingenommen werden. Wenn Schmerzen oder Fieber während dieser Zeit bestehen bleiben oder sich sogar verschlimmern, wenn neue Symptome auftreten (z.B. Rötung bzw. Schwellung), ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen, da dies Zeichen einer schweren Erkrankung sein kann. Die Patienten sollen gegebenenfalls entsprechend informiert werden.
Analgetikanephropathie:
Der gewohnheitsmäßige Gebrauch von Analgetika, speziell bei gleichzeitiger Anwendung von unterschiedlichen analgetischen Wirkstoffen, kann zu manifesten Nierenschäden führen, die mit dem Risiko einer Niereninsuffizienz einhergehen.
Metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke:
Fälle von metabolischer Azidose mit vergrößerter Anionenlücke (HAGMA) aufgrund von Pyroglutaminsäure-(5-Oxoprolin-)Azidose wurden bei Patienten mit schweren Erkrankungen, wie schwerer Nierenfunktionsstörung und Sepsis, oder bei Patienten mit Mangelernährung oder anderen Ursachen für Glutathionmangel (z. B. chronischer Alkoholismus) berichtet, die mit einer therapeutischen Dosis von Paracetamol über einen längeren Zeitraum oder mit einer Kombination von Paracetamol und Flucloxacillin behandelt wurden. Bei Verdacht auf HAGMA aufgrund einer Pyroglutaminsäure-Azidose wird ein sofortiges Absetzen von Paracetamol und eine engmaschige Überwachung empfohlen. Die Messung von Pyroglutaminsäure-(5-Oxoprolin) im Urin kann nützlich sein, um Pyroglutaminsäure-Azidose als zugrunde liegende Ursache von HAGMA bei Patienten mit mehreren Risikofaktoren zu erkennen.
Harnsäure:
ASS kann die Ausscheidung von Harnsäure verringern und bei empfänglichen Patienten einen Gichtanfall auslösen.
Reye-Syndrom:
Bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen darf ASS ausschließlich nach ärztlicher Anweisung – und nur, wenn andere Maßnahmen keine Wirkung zeigen – angewendet werden. Bei diesen Patienten besteht das Risiko für die Entwicklung des sehr seltenen, jedoch lebensbedrohlichen Reye-Syndroms. Auch bei Erwachsenen wurden Fälle von Reye-Syndrom berichtet. Es ist charakterisiert durch eine nichtinfektiöse Enzephalopathie und Leberversagen - und tritt typischerweise nach dem Abklingen der akuten Anzeichen einer fieberhaften Erkrankung (insbesondere bei Windpocken und Grippe) auf. Es wird empfohlen, bis 6 Wochen nach einer Varizellenimpfung (Lebendimpfstoff) die Anwendung von Salicylaten zu vermeiden. Die klinischen Symptome des Reye-Syndroms sind lang andauerndes, profuses Erbrechen, Kopfschmerzen und Bewusstseinseintrübung. Bei diesen Symptomen ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.
Fix kombinierte Arzneimittel:
Um die Gefahr einer Überdosierung zu vermeiden, ist der mögliche Gehalt an ASS und/oder Paracetamol (sowie Coffein) in anderen verwendeten Arzneimitteln (bzw. Genussmitteln) zu beachten.
Laborkontrollen:
Je nach Dauer der Behandlung sind Kontrollen (z.B. Leberfunktion, Nierenfunktion, Blutbild, Blutgerinnung) angezeigt.
Weitere Empfehlungen siehe unter Abschnitt 4.5.
Lactose:
Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactoseintoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glukose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Hinweis:
Schwindel und Ohrenklingen können, insbesondere bei Kindern und älteren Patienten, Symptome einer Überdosierung sein (siehe auch Abschnitt 4.9). In diesen Fällen ist der Arzt zu benachrichtigen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Acetylsalicylsäure:
| Kombination von ASS mit: | Mögliche Reaktionen: |
| NSAR | Wechselseitige Verminderung der Serumkonzentrationen bei additivem Risiko einer gastrointestinalen Schädigung (Kombination wird nicht empfohlen) |
| Herzglykoside | Erhöhung von deren Blutspiegel – entsprechende Kontrolle und gegebenenfalls Dosisanpassung wird empfohlen |
| Sulfonamide, Cotrimoxazol | Verstärkung der Wirkung |
| Tetrazykline | Komplexbildung und infolgedessen Resorptionsstörung bei gleichzeitiger Einnahme (Einnahmeabstand von 1-3 Stunden wird empfohlen) |
| Kortikosteroide | Erhöhung des Risikos einer gastrointestinalen Ulzeration oder Blutung |
| Thyroxin, Trijodthyronin | Wirkungsverstärkung |
| Thrombozytenaggregations-hemmende Arzneimittel | Erhöhung des Risikos einer gastrointestinalen Blutung |
| Antikoagulanzien | ASS kann die Wirkung von Antikoagulanzien verstärken; erhöhtes Blutungsrisiko möglich (Kontrolle des Gerinnungsstatus wird empfohlen) |
| Valproinsäure | ASS kann zu einem Anstieg der Blutspiegel von Valproinsäure führen und in der Folge die Toxizität dieser Substanz verstärken |
| Barbiturate | Erhöhung der Barbiturat-Blutspiegel (gegebenenfalls wird eine Dosisanpassung empfohlen) |
| Selektive Serotonin-Wieder-aufnahmehemmer (SSRI) | Erhöhung des Risikos einer gastrointestinalen Blutung |
| Lithium | Erhöhung der Lithium-Blutspiegel – eine Kontrolle und gegebenenfalls Dosisanpassung wird empfohlen |
| Urikosurika | Wirkungsverminderung |
| Furosemid und andere Schleifendiuretika | Abschwächung von deren blutdrucksenkender Wirkung (Blutdruckkontrollen werden empfohlen) |
| Aldosteronantagonisten | Verminderung der natriuretischen Wirkung |
| Antihypertensiva | Abschwächung von deren blutdrucksenkender Wirkung (Blutdruckkontrollen werden empfohlen) |
| Methotrexat | ASS kann zu einem Anstieg der Blutspiegel von Methotrexat führen und in der Folge die Toxizität dieser Substanz verstärken (Kombination ist zu vermeiden – alternativ wird eine strikte Kontrolle von Blutbild, Leber- und Nierenfunktion empfohlen) |
| Orale Antidiabetika | Blutzuckerschwankungen sind möglich (vermehrte Blutzuckerkontrollen werden empfohlen) |
| Alkohol | Erhöhte Gefahr des Auftretens und der Verstärkung von gastrointestinalen Blutungen (Kombination sollte vermieden werden) |
Paracetamol:
| Kombination von Paracetamol mit: | Mögliche Reaktionen: |
| Enzyminduktoren (wie z.B. Glutethimid, Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Rifampicin) | Erhöhung der Lebertoxizität von Paracetamol; Leberschäden bereits durch sonst nicht-toxische Dosen möglich |
| Chloramphenicol | Erhöhte Toxizität des Chloramphenicols durch deutlich verzögerte Ausscheidung |
| Antikoagulanzien | Paracetamol kann bei längerer Einnahme die Wirkung von Antikoagulanzien verstärken; erhöhtes Blutungsrisiko möglich (Kontrolle des Gerinnungsstatus wird empfohlen) |
| Zidovudin | Erhöhte Tendenz zur Entwicklung einer Neutropenie (Kombination sollte nur auf ärztlichen Rat erfolgen) |
| Probenecid und Salicylamid | Erhöhte Toxizität von Paracetamol durch verzögerte Ausscheidung |
| Cholestyramin | Verminderte Absorption von Paracetamol |
| Propanthelin | Verringerung der Resorptionsrate von Paracetamol |
| Metoclopramid | Erhöhung der Resorptionsrate von Paracetamol |
| Alkohol | Erhöhtes Risiko einer Leberschädigung |
| Flucloxacillin | Vorsicht ist geboten, wenn Paracetamol gleichzeitig mit Flucloxacillin angewendet wird, da die gleichzeitige Anwendung mit einer metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke aufgrund einer Pyroglutaminsäure-(5-Oxoprolin-)Azidose in Zusammenhang gebracht wurde, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren (siehe Abschnitt 4.4). |
Coffein:
| Kombination von Coffein mit: | Mögliche Reaktionen: |
| Sedativ wirkende Arzneimittel | Wirkungsverminderung betreffend Sedierung |
| Sympathomimetika | Verstärkung der tachykarden Wirkung |
| Theophyllin | Verzögerung der Theophyllinausscheidung |
| Chinolone (Gyrasehemmer) | Verzögerung der Coffeinausscheidung |
| Thyroxin | Verstärkung der tachykarden Wirkung |
| Orale Kontrazeptiva | Verzögerter Abbau des Coffeins in der Leber |
| Cimetidin | Verzögerter Abbau des Coffeins in der Leber |
| Disulfiram | Verzögerter Abbau des Coffeins in der Leber |
| Barbiturate | Steigerung des Coffein-Metabolismus in der Leber |
| Nikotinabusus | Steigerung des Coffein-Metabolismus in der Leber |
Interaktion mit Labortests
ASS kann in höheren Dosierungen verschiedene klinisch-chemische Bestimmungsmethoden bzw. deren Ergebnisse beeinflussen.
Paracetamol kann die Bestimmung der Harnsäurewerte mittels Phosphorwolframsäure und der Blutglukosewerte mittels Glukoseoxidase-Peroxidase beeinträchtigen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Die Prostaglandinsynthesehemmung kann die Schwangerschaft und/oder die embryonale/fötale Entwicklung nachteilig beeinflussen. Daten aus epidemiologischen Studien lassen ein erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt, von Herzmissbildungen und Gastroschisis nach der Anwendung eines Prostaglandinsynthesehemmers in der frühen Schwangerschaft annehmen.
Das absolute Risiko einer kardiovaskulären Missbildung war von weniger als 1 % auf bis etwa 1,5 % erhöht. Es wird eine Erhöhung des Risikos mit der Dosis und der Therapiedauer angenommen. Studien an Tieren zeigten eine Zunahme des Fruchtverlustes vor und nach Implantation und der embryonalen/fötalen Letalität nach Verabreichung von Prostaglandinsynthesehemmern. Darüber hinaus wurde über ein vermehrtes Auftreten verschiedener – einschließlich kardiovaskulärer – Missbildungen bei Tieren berichtet, denen, während der organogenetischen Periode, ein Prostaglandinsynthesehemmer verabreicht wurde
Epidemiologische Studien zur Neuroentwicklung von Kindern, die im Uterus Paracetamol ausgesetzt waren, weisen keine eindeutigen Ergebnisse auf.
Erstes und zweites Schwangerschaftsdrittel:
Wenn nicht unbedingt notwendig, soll ratioPyrin während des ersten und zweiten Trimenons nicht angewendet werden. Bei Anwendung von ratioPyrin bei Frauen mit Schwangerschaftswunsch oder während des ersten und zweiten Trimenons ist die Dosis so niedrig und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich zu halten.
Drittes Schwangerschaftsdrittel:
Während des dritten Trimenons können alle Prostaglandinsynthesehemmer folgende Auswirkungen haben:
beim Fetus:
- toxische kardiopulmonale Wirkungen (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonaler Hypertonie)
- Nierenfunktionsstörung bis zu einer Niereninsuffizienz mit Oligohydramnie
bei Mutter und Kind:
- am Ende der Schwangerschaft kann es zu einer Verlängerung der Blutungszeit kommen. Die thrombozytenaggregationshemmende Wirkung kann bereits bei sehr niedrigen Dosen auftreten.
Verzögerung und/oder Verlängerung des Geburtsvorganges durch Abschwächung der
Uteruskontraktilität
Im letzten Trimenon ist ratioPyrin daher kontraindiziert.
Eine länger dauernde Einnahme von hohen Coffein-Dosen kann bei Schwangeren zu Fehl- und Frühgeburten führen.
Stillzeit
Salizylate und Paracetamol treten in die Muttermilch über. Das Risiko einer Thrombozytenaggregationshemmung beim Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Coffein tritt ebenfalls in die Muttermilch über und kann das Allgemeinbefinden und Verhalten des Säuglings beeinflussen.
Wenn eine regelmäßige Behandlung mit höheren ASS-Dosen während der Stillzeit erforderlich ist, soll abgestillt werden.
Fertilität
Die Anwendung von Arzneimitteln, die bekanntermaßen die Prostaglandinsynthese hemmen, kann die weibliche Fertilität beeinträchtigen und wird daher bei Frauen, die schwanger werden möchten, nicht empfohlen. Bei Frauen, die Schwierigkeiten haben schwanger zu werden oder bei denen Untersuchungen zur Infertilität durchgeführt werden, ist das Absetzen der
Prostaglandinsynthesehemmer in Betracht zu ziehen.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
ratioPyrin hat keinen oder vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Falls Nebenwirkungen auftreten, welche die Aufmerksamkeit beeinträchtigen (z.B. Schwindel oder Müdigkeit), dürfen keine Fahrzeuge gelenkt und keine gefährlichen Maschinen bzw. Werkzeuge bedient werden.
4.8 Nebenwirkungen
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
Sehr häufig: (≥ 1/10)
Häufig: (≥ 1/100, < 1/10)
Gelegentlich: (≥ 1/1 000, < 1/100)
Selten: (≥ 1/10 000, < 1/1 000)
Sehr selten: (< 1/10 000),
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Acetylsalicylsäure
Die Liste der Nebenwirkungen von ASS erstreckt sich auch auf Beobachtungen von Patienten mit rheumatischen Beschwerden, die über einen langen Zeitraum mit hohen Dosen behandelt wurden.
ASS kann Oberbauchbeschwerden, gastroduodenale Ulzera und erosive Gastritis verursachen, die zu schwerwiegenden gastrointestinalen Blutungen führen können. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser Nebenwirkungen steigt bei Verabreichung höherer Dosen, obwohl sie auch bei Anwendung niedrigerer Dosen auftreten können. Bei Anwendung von ASS über einen längeren Zeitraum kann es als Folge von gastrointestinalen Blutungen zur Eisenmangelanämie kommen.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Gelegentlich: erhöhtes Blutungsrisiko (z.B. Epistaxis, Zahnfleischbluten,
Schleimhautblutungen) möglicherweise mit verlängerter Blutungszeit wegen der gerinnungshemmenden Wirkung, die auch nach Beendigung der Therapie für einige Tage (bis zu 8 Tage) andauert; Selten bis sehr selten: es wurden insbesondere bei Patienten mit nicht-kontrollierter
Hypertonie und/oder gleichzeitiger Behandlung mit Antikoagulanzien schwere Blutungen wie Hirnblutungen berichtet. Dies kann unter Umständen lebensbedrohlich sein.
Sehr selten: Thrombozytopenie, Leukopenie, aplastische Anämie, Panzytopenie
Erkrankungen des Immunsystems
Gelegentlich: Hautreaktionen (z.B. Urtikaria)
Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Hypotonie, Dyspnoe, angioneurotisches Ödem, anaphylaktischer Schock) Stoffwechsel – und Ernährungsstörungen
Sehr selten: Hypoglykämie, Störung des Säure-Basen-Haushaltes
Erkrankungen des Nervensystems
Unbestimmt: Kopfschmerzen, Schwindel, Somnolenz, Verwirrung, Unruhe, Nervosität
Augenerkrankungen
Unbestimmt: Sehstörungen
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Unbestimmt: Einschränkung des Hörvermögens, Tinnitus
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Gelegentlich: Bronchokonstriktion
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe,
Bauchschmerzen
Selten: gastrointestinale Ulzera und Blutungen
Sehr selten: gastrointestinale Perforation
Leber- und Gallenerkrankungen
Sehr selten: Erhöhung der Transaminase-Werte, Einschränkung der Leberfunktion
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Gelegentlich: Hautreaktionen
Selten: schwere entzündliche Hauterkrankungen (einschließlich Erythema multiforme)
Purpura, Vaskulitis
Skelettmuskulatur- Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Sehr selten: nekrotisierende Fasziitis (wurde im zeitlichen Zusammenhang mit systemischer
Anwendung von NSAR berichtet)
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Selten: Einschränkung der Nierenfunktion
Sehr selten: akutes Nierenversagen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Sehr selten: Reye-Syndrom
Paracetamol
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Sehr selten: Veränderungen des Blutbildes einschließlich Thrombozytopenie, Leukozytopenie,
Panzytopenie und Agranulozytose
Erkrankungen des Immunsystems
Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Erythem, Temperaturanstieg („drug fever“), Urtikaria, Übelkeit, Quincke-Ödem, Schwitzen, Dyspnoe und anaphylaktischem Schock
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Nervosität, Unruhe, Kopfschmerzen
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Sehr selten: Bronchospasmen (häufiger bei Personen mit Allergie gegen NSAR)
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Nicht bekannt: Metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke
Leber- und Gallenerkrankungen
Gelegentlich: Cholestase
Selten: Erhöhung der Transaminase-Werte
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Selten: Erythem
Sehr selten: schwerwiegende Hautreaktionen
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Selten: Einschränkung der Nierenfunktion
Sehr selten: akutes Nierenversagen
Stoffwechsel – und Ernährungsstörungen
Sehr selten: Hypoglykämie
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke
Fälle von metabolischer Azidose mit vergrößerter Anionenlücke aufgrund von Pyroglutaminsäure-(5- Oxoprolin-)Azidose wurden bei Patienten mit Risikofaktoren, die Paracetamol einnahmen, beobachtet (siehe Abschnitt 4.4). Eine Pyroglutaminsäure-Azidose kann bei diesen Patienten infolge eines niedrigen Glutathionspiegels auftreten.
Coffein
Coffein ist ein ZNS-Stimulans und kann Ruhelosigkeit, Schlaflosigkeit, Tremor, dyspeptische Symptome und Tachykardie verursachen.
Es liegen keine Erkenntnisse vor, dass bei bestimmungsgemäßem Gebrauch durch die fixe Kombination Umfang und Art der Nebenwirkungen der Einzelsubstanzen verstärkt oder im Spektrum erweitert werden.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung direkt über das nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
1200 WIEN
ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
4.9 Überdosierung
Die Einnahme überhöhter Dosen von Paracetamol kann zu Intoxikationserscheinungen mit einer Latenz von 24-48 Stunden führen. Es können sich Leberfunktionsstörungen durch Leberzellnekrosen bis hin zum Leberkoma - auch mit tödlichem Ausgang - entwickeln. Unabhängig davon sind auch Nierenschädigungen durch Nekrosen der Tubuli beschrieben worden.
Symptome der Paracetamol-Intoxikation:
Bei Paracetamol-Intoxikation können folgende Symptome auftreten:
- 1. Phase (1. Tag):
Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Somnolenz und allgemeines Krankheitsgefühl, aber auch Schwindel und Tinnitus, insbesondere bei Kindern und älteren Patienten.
- 2. Phase (2. Tag):
Besserung des subjektiven Befindens, jedoch leichte Leibschmerzen, Lebervergrößerung, Transaminasen- und Bilirubinanstieg, verlängerte Thromboplastinzeit, Rückgang der Urinausscheidung.
- 3. Phase (3. Tag):
Hohe Transaminasewerte, Ikterus, Gerinnungsstörungen, Hypoglykämie, Übergang in Leberkoma.
Symptome der akuten ASS-Intoxikation:
Neben Störungen des Säure/Basen-Gleichgewichtes, des Elektrolythaushaltes (z.B. Hypokaliämie), Hautausschlägen sowie gastrointestinalen Blutungen werden Hyperventilation, Tinnitus, Übelkeit, Erbrechen, Beeinträchtigung von Sehen und Hören, Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrtheitszustände beobachtet. Bei schweren Vergiftungen können Delirien, Tremor, Atemnot, Schweißausbrüche, Exsikkose, Hyperthermie und Koma auftreten. Bei Kindern ist eine Hypoglykämie möglich. Unterschieden werden davon die chronischen Überdosierungen von ASS mit überwiegend zentralnervösen Störungen („Salicylismus").
Symptome der Coffein-Intoxikation:
Vergiftungssymptome durch Coffein (zentralnervöse Symptome, Herz-Kreislauf-Reaktionen bis hin zu Myokardschäden) können bei Aufnahme großer Mengen in kurzer Zeit auftreten.
Therapie:
Bereits bei Verdacht auf Intoxikation mit ratioPyrin ist aufgrund des Paracetamolanteils eine Magenspülung innerhalb der ersten 6 Stunden und eine Bestimmung der Plasmakonzentration von Paracetamol sinnvoll.
Die zytotoxischen Metaboliten von Paracetamol können durch Gabe von Schwefelwasserstoff-Donatoren wie Acetylcystein (Verabreichung soll innerhalb von 8-10 Stunden nach Intoxikation erfolgen) gebunden werden:
p.o.: initial 150 mg/kg, dann alle 4 Stunden 70 mg/kg bis zu 68 Stunden.
i.v.: initial 150 mg/kg in 200 ml 5%iger Glukose über 15 Minuten,
danach 50 mg/kg in 500 ml 5%iger Glukose über 4 Stunden, anschließend
100 mg/kg in 1000 ml 5%iger Glukose über 16 Stunden (insgesamt 300 mg/kg in 20 Stunden). Bei gleichzeitig oraler Gabe von Aktivkohle (Mischintoxikationen) sollte Acetylcystein parenteral verabreicht werden.
Ist dies nicht möglich, empfiehlt es sich, die orale Initialdosis um ca. 50% zu steigern.
Durch Dialyse kann die Plasmakonzentration von Paracetamol abgesenkt werden. Die weiteren Therapiemöglichkeiten zur Behandlung einer Intoxikation mit Paracetamol richten sich nach Ausmaß, Stadium und klinischen Symptomen entsprechend den üblichen Maßnahmen in der Intensivmedizin.
Die Therapiemöglichkeiten zur Behandlung der Intoxikationssymptome von ASS und Coffein entsprechen den üblichen Maßnahmen zur Verminderung der Resorption des Wirkstoffes (Magenspülung und Gabe von medizinischer Kohle), Kontrolle des Wasser- und Elektrolythaushaltes sowie der gestörten Temperaturregulation und Atmung.
Zentralnervöse Symptome und Krampfanfälle bei Überdosierung von Coffein können mit Benzodiazepinen, eine supraventrikuläre Tachykardie mit ß-Rezeptoren-Blockern behandelt werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika, andere Analgetika und Antipyretika, Kombinationen, exkl. Psycholeptika, ATC-Codes: N02BE51 / N02BA51
Acetylsalicylsäure ist eine Substanz mit analgetischen, antipyretischen und antiphlogistischen Eigenschaften. Als Wirkprinzip wird die Hemmung der Prostaglandin-Synthese beschrieben. ASS besitzt eine ausgeprägte, irreversible thrombozytenaggregationshemmende Wirkung. Paracetamol ist eine analgetische, antipyretische, jedoch sehr schwach antiphlogistisch wirkende Substanz. Nachgewiesen ist, dass durch Paracetamol eine deutlich stärkere Hemmung der zerebralen als der peripheren Prostaglandinsynthese bewirkt wird. Ferner kommt es zu einer Hemmung des Effektes endogener Pyrogene auf das hypothalamische Temperaturregulationszentrum als wahrscheinliches Korrelat zur antipyretischen Wirkung.
Da der analgetische Angriffspunkt der ASS überwiegend peripher und der von Paracetamol eher zentral liegt, ergänzen sich die beiden Wirkstoffe in ihrem analgetischen Wirkspektrum.
Coffein ist ein Xanthinderivat, das nach therapeutischen Dosen vorwiegend als Antagonist an Adenosinrezeptoren wirkt. Dadurch wird die hemmende Wirkung des Adenosins auf das ZNS vermindert. Es hebt kurzfristig Ermüdungserscheinungen beim Menschen auf und fördert die psychische Leistungsbereitschaft und -fähigkeit.
Coffein entfaltet eine adjuvant analgetische Wirkung mit ASS und Paracetamol.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Acetylsalicylsäure
ASS wird vor, während und nach der Resorption in ihren aktiven Hauptmetaboliten Salicylsäure umgewandelt. Die Resorption von ASS und Salicylsäure erfolgt rasch und vollständig. Maximale Plasmaspiegel werden nach 10-20 Minuten (ASS) bzw. 0,3-2 Stunden (Gesamtsalicylat) erreicht. Die Plasmaeiweißbindung beim Menschen ist konzentrationsabhängig; Werte von 49% bis über 70% (ASS) bzw. 66-98% (Salicylsäure) wurden gefunden.
Paracetamol
Paracetamol wird beim Menschen nach oraler Gabe rasch und vollständig resorbiert. Die Plasmaproteinbindung ist gering, kann aber bei Überdosierung ansteigen, kaum jedoch über 50%.
Coffein
Coffein wird nach oraler Gabe rasch und nahezu vollständig resorbiert.
Die Plasmaproteinbindung schwankt zwischen 30-40%.
Verteilung
Acetylsalicylsäure
In der Muttermilch, im Liquor und in der Synovialflüssigkeit ist Salicylsäure nach Einnahme von ASS nachweisbar. Die Substanz ist plazentagängig. Die absolute Bioverfügbarkeit von analgetisch/antipyretischen Dosen nach oraler Applikation beträgt 60-70%.
Paracetamol
Die Plasmahalbwertszeit beträgt 1,5-2,5 Stunden, vollständige Ausscheidung erfolgt binnen 24 Stunden.
Coffein
Oral verabreichtes Coffein ist praktisch vollständig bioverfügbar. Coffein verteilt sich in alle Kompartimente, passiert rasch die Blut-Hirn-Schranke sowie die Plazentaschranke und tritt auch in die Muttermilch über. Die Plasmahalbwertzeit für Coffein liegt zwischen 4,1 und 5,7 h; sie zeigt jedoch starke inter- und intraindividuelle Schwankungen.
Biotransformation
Acetylsalicylsäure
ASS wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert.
Paracetamol
Die enzymatische Umformung erfolgt überwiegend in der Leber, in erster Linie durch direkte Konjugation mit Glukuron- und Schwefelsäure. In kleinen Mengen entstehen die toxischen Metaboliten p-Aminophenol und durch N-Hydroxilierung N-Acetyl-p-benzochinonimin, das bei Überdosierung oder chronischer Einnahme von Paracetamol an Bedeutung gewinnt.
Coffein:
Coffein wird nahezu vollständig in der Leber metabolisiert.
Elimination
Acetylsalicylsäure
Salicylsäure und ihre Metaboliten werden überwiegend über die Niere ausgeschieden.
Paracetamol
Die Metaboliten werden renal ausgeschieden.
Coffein
Coffein und seine Metaboliten werden überwiegend renal eliminiert.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
- Chronische / subchronische Toxizität:
Im Tierversuch zur subchronischen und chronischen Toxizität von Paracetamol an Ratte und Maus traten Läsionen im Magen-Darm-Trakt, Blutbildveränderungen, Degeneration des Leber- und Nierenparenchyms bis hin zu Nekrosen auf. Die Ursachen dieser Veränderungen sind einerseits auf den Wirkungsmechanismus (Hemmung der Prostaglandinsynthese) und andererseits auf den Metabolismus von Paracetamol zurückzuführen.
ASS und der Metabolit Salicylsäure wirken aufgrund ihres Wirkungsmechanismus und auch lokal gewebeschädigend und schleimhautreizend. Schon bei therapeutischer Dosierung können Ulzera und Blutungen im Magen-Darm-Trakt entstehen. Bei chronischer Anwendung kann es daher zu Eisenmangelanämie kommen. Liegen Ulzera im Magen-Darm-Trakt vor, besteht wegen der durch ASS verringerten Gerinnungsfähigkeit des Blutes die Gefahr bedrohlicher Blutungen. Außer diesen unerwünschten Wirkungen zeigten sich in Tierstudien nach akutem und chronischem Einsatz von ASS in hohen Dosen Nierenschäden.
Im Tierexperiment ruft Coffein bei längerfristiger Gabe in hohen therapeutisch nicht relevanten Dosen Geschwüre im Gastrointestinaltrakt, Leber- und Nierenschäden hervor.
In einer 6-Monatsstudie mit der Kombination ASS-Paracetamol-Coffein an der Ratte traten keine unerwarteten toxischen Effekte auf. Ob ein erhöhtes Risiko der Ausbildung einer Analgetikanephropathie besteht, ist bisher nicht untersucht.
- Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial:
ASS wurde ausführlich in vitro und in vivo bezüglich mutagener Wirkungen untersucht. Die Gesamtheit der Befunde ergibt keine relevanten Verdachtsmomente für eine mutagene Wirkung. Umfangreiche Untersuchungen ergaben keine Evidenz für ein relevantes genotoxisches Risiko von Paracetamol im therapeutischen, d. h. nicht-toxischen Dosisbereich.
Coffein besitzt, wie andere Methylxanthine auch, in vitro ein chromosomenbrechendes Potenzial. Die Gesamtheit der wissenschaftlichen Untersuchungen zum Metabolismus und zur Mutagenität von Coffein deutet darauf hin, dass in vivo keine mutagenen Wirkungen zu erwarten sind. Aus Langzeitstudien an Mäusen und Ratten ergaben sich keine Hinweise auf eine kanzerogene Wirkung von Paracetamol, ASS und Coffein.
Langzeituntersuchungen mit der Kombination der 3 Stoffe wurden nicht durchgeführt.
- Reproduktionstoxizität:
Aus Tierstudien und den bisherigen Erfahrungen an Menschen ergeben sich keine Hinweise auf eine Fruchtschädigung durch Paracetamol. Es sind keine konventionellen Studien verfügbar, in denen die aktuell akzeptierten Standards für die Bewertung der Reproduktionstoxizität und der Entwicklung verwendet werden.
Salicylate haben in Tierversuchen an mehreren Tierspezies teratogene Wirkungen gezeigt. Implantationsstörungen, embryo- und fetotoxische Wirkungen sowie Störungen der Lernfähigkeit bei den Nachkommen nach pränataler Exposition sind beschrieben worden.
Bei sehr hohen Coffein-Dosen (über 100 mg/kg KG) wurden bei Ratten embryo- und fetotoxische, aber keine teratogenen Wirkungen beobachtet.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Vorverkleisterte Stärke
Maisstärke
Lactose-Monohydrat
Stearinsäure
Talkum
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 30°C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Primärpackmittel: Blisterstreifen aus Aluminium / PVC-Folie Sekundärpackmittel: Faltkartonschachtel
Packungen zu 10 und 30 Stück
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
TEVA B.V.
Swensweg 5
2031 GA Haarlem
Niederlande Tel: +43/1/97007-0
Fax: +43/1/97007-66
E-Mail: info@ratiopharm.at
8. ZULASSUNGSNUMMER
Z.Nr.: 1-23796
9. DATUM DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 29. September 2000
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 17. Juni 2013
10. STAND DER INFORMATION
März 2026
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezeptfrei mit W 2 und W10, apothekenpflichtig
