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Tinnitin Ampullen – Fachinformation

Die Fachinformation ist für Ärztinnen, Ärzte und Apotheken bestimmt. Leicht verständliche Angaben für Patientinnen und Patienten stehen im Beipackzettel: Dosierung, Nebenwirkungen, Andere Medikamente, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Rezeptpflichtig
Enthält den Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Tinnitin - Ampullen

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Tinnitin - Ampullen

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml enthält 20 mg Caroverin als Hydrochlorid.

1 Ampulle zu 8 ml enthält 160 mg Caroverin.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung, Infusionslösung oder Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Klare, leicht gelb gefärbte Lösung.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Tinnitin-Ampullen werden angewendet

  • zur Behandlung von Spasmen aller Hohlorgane, des Magen-Darm-Traktes, des Gallenwegsystems (Gallenkoliken), der harnableitenden Wege (Nierenkoliken) und im Bereich des weiblichen Urogenitaltraktes;
  • zur Behandlung bestimmter Formen von Bronchialspasmen und Gefäßspasmen (z.B. cerebrale Durchblutungsstörungen);
  • zur Behandlung des cochleär-synaptischen Tinnitus (Ohrgeräusche wie bei Schwerhörigkeit im Alter, Lärmschwerhörigkeit, Hörsturz, sensoneurale-cochleäre Hörstörungen und bei normalem Gehör) liegen an einer kleinen Patientenzahl günstige klinische Erfahrungen vor.

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung und Dauer der Anwendung

Erwachsene:

bei Spasmen: im akuten Anfall werden 40 – 80 mg Caroverin (entsprechend 2 – 4 ml Lösung) langsam intravenös oder intramuskulär (möglichst am liegenden Patienten) injiziert. Die Injektion kann im Bedarfsfall nach einem kurzen Intervall wiederholt werden.

bei cerebralen Durchblutungsstörungen: 240 mg Caroverin, in Sonderfällen bis 400 mg Caroverin (entsprechend 12 – 20 ml Lösung) als Infusion in 500 ml 5% Glucoselösung oder physiologischer Natriumchloridlösung. Infusionsdauer im Durchschnitt eine Stunde, bei höheren Dosen Dauerinfusionen über 24 Stunden; insgesamt 10 bis 15 Infusionen.

Tinnitus: Es ist individuell zu dosieren.

60 – 160 mg Caroverin in 100 ml physiologischer Natriumchloridlösung als langsame kontrollierte intravenöse Infusion (2 – 3 ml/Minute) bis zur maximalen Besserung der Tinnitus-Symptome. Weitere Gaben können zur Verschlechterung der Symptomatik führen.

Kinder bis 3 Jahre:

Tinnitin-Ampullen dürfen bei Kindern im Alter von 0-3 Jahren nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Kinder und Jugendliche von 3-18 Jahren:

Für Kinder sind Tinnitin-Ampullen im Allgemeinen nicht zu empfehlen. Die Anwendung bei Kindern über 3 Jahren und Jugenlichen darf nur nach strenger Indikationsstellung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4).

Art der Anwendung

Zur langsamen intravenösen oder intramuskulären Injektion oder zur langsamen intravenösen Infusion (unverdünnt oder verdünnt mit 5 % Glucoselösung oder physiologischer Natriumchloridlösung; siehe Abschnitt 6.6).

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Caroverin oder einen der sonstigen Bestandteile. - Akute Magen- und Darmulcera. - Kinder unter 3 Jahre.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Vorsicht ist geboten bei Gastritiden, Leberschäden und bei starken Miktionsstörungen.

Die intravenöse Gabe soll langsam erfolgen. Bei intraarterieller Gabe sind Gefäßschäden zu erwarten.

Kinder und Jugendliche von 3 – 18 Jahren:

Bei Kindern sind Tinnitin-Ampullen im Allgemeinen nicht zu empfehlen. Die Anwendung von Tinnitin-Ampullen bei Kindern über 3 Jahren und Jugendlichen darf nur nach strenger Indikationsstellung erfolgen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Keine bekannt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Fertilität

Keine relevanten Daten verfügbar.

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen (siehe 5.3). Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Caroverin bei Schwangeren vor, daher darf Caroverin in der Schwangerschaft nur nach strenger Indikationsstellung anwendet werden.

Stillzeit

Da nicht bekannt ist, ob Caroverin in die Muttermilch übergeht, ist vor Anwendung von Spasmium abzustillen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Tinnitin-Ampullen haben keinen oder vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen wurden beobachtet:

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Hautrötungen

Erkrankungen des Nervensystems:

Benommenheit

Gefäßerkrankungen:

Das Auftreten einer geringen Blutdrucksenkung ist möglich. Wegen der spasmolytischen Wirkung kann es bei hohen Dosen und zu rascher Applikation im Einzelfall zu einer vorübergehenden Blutdrucksenkung mit dem Risiko eines orthostatischen Kollaps kommen.

Die Häufigkeit des Auftretens der angeführten Nebenwirkungen ist auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Harn- und Stuhlverhalten sowie eine Veränderung des Blasenharns wurden nicht beobachtet.

4.9 Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet. Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Die Therapie richtet sich nach der Symptomatik.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel bei funktionellen Störungen des Darms;

ATC-Code: A03AX11

Caroverin ist ein Chinoxalin-Derivat mit direkter spasmolytischer Wirkung auf die glatte Muskulatur und nachgewiesenen Calcium-antagonistischen Effekten.

Caroverin wirkt nur auf spastische Kontraktionen der glatten Muskulatur und verändert eine normotone Ausgangslage nicht. Zum Unterschied von atropinartigen Spasmolytika treten bei Caroverin störende Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Erhöhung des intraokulären Druckes (Engwinkelglaukom) und Akkommodationsstörungen nicht auf. Ebenso ist Caroverin bei Prostataadenom I und II nicht kontraindiziert.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Ausscheidung von Caroverin erfolgt überwiegend biliär und nur geringfügig renal.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Bei intravenöser Gabe wurden für die akute Toxizität im Tierversuch LD50 Werte im Bereich von 26-46 mg/kg Körpergewicht bestimmt. Sie liegen um den Faktor 10 – 15 über den am Menschen angewendeten therapeutischen Dosen.

Bei wiederholter intravenöser Gabe über 4 Wochen zeigten sich bis zu Dosen von 5 mg/kg Körpergewicht keine toxischen Effekte, funktionelle oder morphologische Veränderungen (No-Effect-Level).

In-vitro- und in-vivo-Untersuchungen zur Mutagenität ergaben keine Hinweise auf mutagene Wirkungen von Caroverin.

Reproduktionsstudien an zwei Tierspezies haben keinen Hinweis auf teratogene Wirkungen für Caroverin ergeben. Es ist nicht bekannt, ob Caroverin in die Muttermilch übergeht.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Wasser für Injektionszwecke.

6.2 Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 ºC lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Glasampullen, Klasse I

Packungsgrößen: 1 x 8 ml, 5 x 8 ml

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Tinnitin-Ampullen können zur Bereitung von Infusionslösungen mit physiologischer Kochsalzlösung oder 5% Glucoselösung verdünnt werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Phafag Pharma Research & Trading GmbH,

Schulgasse 5,

A-8010 Graz

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.: 1 - 22269

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

03/12/1997

10. STAND DER INFORMATION

07/2011

VERSCHREIBUNGSPFLICHT / APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig.

Über dieses Dokument

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Stand 07/2011 · Zulassungsnummer (Z.Nr.): 1-22269

Was die Abschnitte und die Häufigkeiten der Nebenwirkungen bedeuten: Beipackzettel richtig lesen

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder Ihrer Apotheke.

Angaben zum Medikament Tinnitin - Ampullen

Was diese Angaben bedeuten

Abgabe?
Rezeptpflichtig?
  • Dieses Medikament ist rezeptpflichtig: Sie bekommen es nur mit einem ärztlichen Rezept. Bei einmaliger Abgabe gilt das Rezept für eine Abgabe, außer die Ärztin oder der Arzt ordnet die wiederholte Abgabe ausdrücklich an. Bei wiederholter Abgabe darf die Apotheke das Medikament noch bis zu fünfmal abgeben, wenn auf dem Rezept nichts anderes steht.
  • Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen ärztliche Verschreibung
Abgabestelle? Apotheke
Wirkstoff? Caroverinhydrochlorid monohydrat
Darreichungsform? Infusionslösung | Injektionslösung
ATC-Klassifikation?
  1. A Alimentäres System und Stoffwechsel
    1. A03 Mittel bei funktionellen gastrointestinalen Störungen
      1. A03A Mittel bei funktionellen gastrointestinalen Störungen
        1. A03AX Andere Mittel bei funktionellen gastrointestinalen Störungen
          1. A03AX11 Caroverin
Zulassung (Z.Nr.)? 1-22269; seit 04.12.1997
Inverkehrbringen? keine Einstellung gemeldet
Zulassungsinhaber? Phafag Pharma Research & Trading GmbH, Unionstraße 90, 4020 Linz, Österreich

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Daten vom 27.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.