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Pentiro 175 mg/43,75 mg/200 mg Filmtabletten - Zusammengefasste Informationen

Dostupné balení:

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels - Pentiro 175 mg/43,75 mg/200 mg Filmtabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Pentirò 50 mg/12,5 mg/200 mg Filmtabletten

Pentirò 100 mg/25 mg/200 mg Filmtabletten

Pentirò 150 mg/37,5 mg/200 mg Filmtabletten

Pentirò 175 mg/43,75 mg/200 mg Filmtabletten

Pentirò 200 mg/50 mg/200 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Filmtablette enthält 50 mg Levodopa, 12,5 mg Carbidopa (als Monohydrat) und 200 mg Entacapon.

Eine Filmtablette enthält 100 mg Levodopa, 25 mg Carbidopa (als Monohydrat) und 200 mg Entacapon.

Eine Filmtablette enthält 150 mg Levodopa, 37,5 mg Carbidopa (als Monohydrat) und 200 mg Entacapon.

Eine Filmtablette enthält 175 mg Levodopa, 43,75 mg Carbidopa (als Monohydrat) und 200 mg Entacapon.

Eine Filmtablette enthält 200 mg Levodopa, 50 mg Carbidopa (als Monohydrat) und 200 mg Entacapon.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Eine Filmtablette enthält 0,48 mg Lecithin (Soja) (E322).

Eine Filmtablette enthält 0,60 mg Lecithin (Soja) (E322).

Eine Filmtablette enthält 0,72 mg Lecithin (Soja) (E322).

Eine Filmtablette enthält 0,78 mg Lecithin (Soja) (E322).

Eine Filmtablette enthält 0,83 mg Lecithin (Soja) (E322).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Pentiro 50 mg/12,5 mg/200 mg: Bräunlich-rote, ovale, bikonvexe Filmtablette von 6,85 × 14,2 mm mit der Prägung „50” auf einer Seite und “LEC” auf der anderen Seite.

Pentiro 100 mg/25 mg/200 mg: Bräunlich-rote, ovale, bikonvexe Filmtablette von 7,23 × 15,3 mm mit der Prägung „100” auf einer Seite und “LEC” auf der anderen Seite.

Pentiro 150 mg/37,5 mg/200 mg: Bräunlich-rote, ovale, bikonvexe Filmtablette von 7,68 × 16,2 mm mit der Prägung „150” auf einer Seite und “LEC” auf der anderen Seite.

Pentiro 175 mg/43,75 mg/200 mg: Bräunlich-rote, ovale, bikonvexe Filmtablette von 7,92 × 16,6 mm mit der Prägung „175” auf einer Seite und “LEC” auf der anderen Seite

Pentiro 200 mg/50 mg/200 mg: Bräunlich-rote, ovale, bikonvexe Filmtablette von 8,21 × 17,2 mm mit der Prägung „200” auf einer Seite und “LEC” auf der anderen Seite.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsge­biete

Pentiro ist zur Behandlung erwachsener Patienten mit Morbus Parkinson indiziert, bei denen motorische ,end-of-dose‘ Fluktuationen auftreten, die durch eine Behandlung mit Levodopa/ einem Dopadecarboxylase-Hemmer (DDC-Hemmer) nicht ausreichend stabilisiert werden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die optimale tägliche Dosierung muss bei jedem Patienten mittels vorsichtiger Titration von Levodopa ermittelt werden. Die Tagesdosis sollte vorzugsweise unter Verwendung einer der verfügbaren Tablettenstärken (50 mg/12,5 mg/200 mg, 100 mg/25 mg/200 mg, 150 mg/37,5 mg/200 mg, 175 mg/43,75 mg/ 200 mg oder 200 mg/50 mg/200 mg Levodopa/Carbi­dopa/Entacapon) optimiert werden.

Die Patienten sollten angewiesen werden, je Anwendung nur eine Tablette Pentiro einzunehmen. Bei Patienten, die weniger als 70–100 mg Carbidopa täglich erhalten, treten mit höherer Wahrscheinlichkeit Übelkeit und Erbrechen auf. Während die Erfahrung mit höheren Tagesgesamtdosen als 200 mg Carbidopa begrenzt ist, beträgt die empfohlene Tageshöchstdosis von Entacapon 2.000 mg, was für die Levodopa/Carbi­dopa/Entacapon-Stärken 50 mg/12,5 mg/200 mg, 100 mg/25 mg/200 mg und 150 mg/37,5 mg/200 mg einer maximalen Dosis von 10 Tabletten täglich entspricht. Zehn Tabletten Pentiro 150 mg/37,5 mg/200 mg entsprechen einer Carbidopa-Tagesdosis von 375 mg. Entsprechend dieser Carbidopa-Tagesdosis wird für Pentiro 175 mg/43,75 mg/ 200 mg eine maximale Tagesdosis von 8 Tabletten und für Pentiro 200 mg/50 mg/200 mg eine maximale Tagesdosis von 7 Tabletten empfohlen.

Für gewöhnlich soll Pentiro bei Patienten angewendet werden, die bisher mit Standardpräparaten von Levodopa/DDC- Hemmer und Entacapon in entsprechenden Dosen behandelt wurden.

Umstellung von Patienten, die Levodopa/DDC-Hemmer (Carbidopa oder Benserazid) enthaltende Präparate und Entacapon-Tabletten anwenden, auf Pentiro.

a. Patienten, die bisher mit Entacapon und mit Standardpräparaten von Levodopa/Carbidopa in Dosen behandelt wurden, die den Pentiro Tablettenstärken entsprechen, können direkt auf die entsprechenden Pentiro-Tabletten umgestellt werden. Zum Beispiel kann ein Patient, der bisher viermal täglich eine Tablette Levodopa/Carbidopa 50 mg/12,5 mg zusammen mit einer Tablette Entacapon 200 mg eingenommen hat, eine Pentiro Tablette 50 mg/12,5 mg/200 mg viermal täglich anstelle seiner üblichen Levodopa/Carbidopa und Entacapon-Dosen einnehmen.

b. Die Einleitung einer Levodopa/Carbi­dopa/Entacapon -Therapie bei Patienten, die bisher mit Entacapon und Levodopa/Carbidopa in Dosen behandelt wurden, die nicht Levodopa/Carbidopa/ Entacapon 50 mg/12,5 mg/200 mg (oder 100 mg/25 mg/200 mg oder 150 mg/37,5 mg/200 mg oder 175 mg/43,75 mg/200 mg oder 200 mg/50 mg/200 mg) Tabletten entsprechen, sollte in Form einer sorgfältigen Titration der Dosierung erfolgen, um ein optimales klinisches Ansprechen zu erreichen. Die Dosierung von Pentiro sollte zu Beginn so gewählt werden, dass sie der bisher angewendeten Tages-Gesamtdosis von Levadopa möglichst nahe kommt.

c. Die Umstellung von Patienten, die bisher mit Entacapon und einem Standardpräparat von Levodopa/Benserazid behandelt wurden, sollte durch Absetzen der Levodopa/Benserazid Dosierung am Abend und erster Anwendung von Pentiro am darauffolgenden Morgen erfolgen. Die zu Beginn verabreichte Pentiro-Dosis sollte die gleiche Levodopa-Menge oder etwas (5–10%) mehr aufweisen.

Umstellung von derzeit nicht mit Entacapon behandelten Patienten auf Pentiro

Bei einigen Patienten mit Morbus Parkinson und motorischen „end-of-dose”-Fluktuationen, die mit ihrer derzeitigen Behandlung mit Standardpräparaten von Levodopa/DDC-Hemmer nicht ausreichend stabilisiert sind, kann die Einleitung einer Behandlung mit Pentiro in Dosen, die der bisherigen

Behandlung entsprechen, erwogen werden. Für Patienten mit vorbestehenden Dyskinesien oder einer Tagesdosis von mehr als 800 mg Levodopa wird eine direkte Umstellung der Behandlung auf von Levodopa/DDC-Hemmer auf Pentiro nicht empfohlen. Bei diesen Patienten ist anzuraten, die Behandlung mit einer separaten Gabe von Entacapon zu beginnen (Entacapon Tabletten) und die Levodopa-Dosis, falls erforderlich, anzupassen, bevor auf die Behandlung mit Pentiro umgestellt wird.

Entacapon verstärkt die Wirkung von Levodopa. Es kann daher insbesondere bei Patienten mit Dyskinesien erforderlich sein, die Levodopa-Dosis innerhalb der ersten Tage bis Wochen nach Beginn der Behandlung mit Pentiro um 10–30% zu reduzieren. Die Tagesdosis Levodopa kann je nach klinischem Zustand des Patienten durch eine Verlängerung der Dosierungsinter­valle und/oder Verringerung der Levodopa-Menge pro Einzeldosis gesenkt werden.

Dosisanpassung im Behandlungsverlauf

Wird eine höhere Levodopa-Dosis erforderlich, sollte unter Berücksichtigung der Dosierungsempfeh­lungen eine Erhöhung der Anwendungshäu­figkeit und/oder der Einsatz alternativer Dosisstärken von Pentiro in Betracht gezogen werden.

Wird weniger Levodopa benötigt, sollte die Tages-Gesamtdosis von Pentiro entweder durch Verminderung der Anwendungshäu­figkeit, d.h. Verlängerung der Abstände zwischen den Tabletteneinnahmen, oder durch Herabsetzen der Stärke von Pentiro je Anwendung verringert werden.

Wenn andere Levodopa-Präparate gleichzeitig mit einer Pentiro-Tablette angewendet werden, sind die Empfehlungen zur Höchstdosis zu befolgen.

Absetzen der Behandlung mit Pentiro : Wenn eine Behandlung mit Pentiro (Levodopa/Car­bidopa/Entaca­pon) abgesetzt und der Patient auf eine Levodopa/DDC-Hemmer Therapie ohne Entacapon umgestellt werden soll, ist es erforderlich, die Dosierung anderer Antiparkinson-Mittel, insbesondere von Levodopa, anzupassen, um die Symptome der Parkinson-Krankheit ausreichend unter Kontrolle zu halten.

Kinder und Jugendliche : Die Sicherheit und Wirksamkeit von Levodopa/Carbi­dopa/Entacapon bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Ältere Patienten : Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung von Pentiro erforderlich.

Patienten mit Leberinsuffizienz : Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz ist es ratsam, Pentiro vorsichtig anzuwenden. Eine Dosisverringerung kann erforderlich sein (siehe Abschnitt 5.2). Bezüglich schwerer Leberinsuffizienz siehe Abschnitt 4.3.

Patienten mit Niereninsuffizienz : Eine Niereninsuffizienz beeinflusst die Pharmakokinetik von Entacapon nicht. Zur Pharmakokinetik von Levodopa und Carbidopa bei Patienten mit Niereninsuffizienz liegen keine speziellen Studien vor. Eine Therapie mit Pentiro sollte daher bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz, einschließlich Dialysepatienten, vorsichtig angewendet werden (siehe Abschnitt 5.2).

Art der Anwendung

Jede Tablette ist oral mit oder ohne Mahlzeit einzunehmen (siehe Abschnitt 5.2). Eine Tablette enthält eine Behandlungsdosis und darf nur als ganze Tablette eingenommen werden.

4.3 Gegenanzeigen

– Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen, Soja, Erdnuss oder einem der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

– Schwere Leberinsuffizienz.

– Engwinkelglaukom.

– Phäochromozytom.

– Gleichzeitige Anwendung von Pentiro mit nichtselektiven Monoaminoxidase- (MAO-A und MAO-B) Hemmern (z.B. Phenelzin, Tranylcypromin).

– Gleichzeitige Anwendung von Pentiro mit einem selektiven MAO-A und einem selektiven MAO-B-Hemmer (siehe Abschnitt 4.5).

– Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS) und/oder atraumatische Rhabdomyolyse in der Anamnese.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

– Pentiro wird für die Behandlung von arzneimittelin­duzierten extrapyramidalen Reaktionen nicht empfohlen.

– Eine Behandlung mit Pentiro sollte bei Patienten mit einer ischämischen Herzkrankheit, einer schweren kardiovaskulären oder pulmonalen Erkrankung, Bronchialasthma, einer Nieren- oder endokrinen Erkrankung sowie bei Patienten mit peptischen Ulzera oder Krampfanfällen in der Anamnese vorsichtig erfolgen.

– Bei Patienten mit anamnestisch bekanntem Myokardinfarkt und residualer Vorhof-, AV-Knoten- oder Kammerarrhythmie sollte während des Zeitraums der ersten Dosisanpassungen die Herzfunktion besonders engmaschig überwacht werden.

– Alle mit Pentiro behandelten Patienten sollten im Hinblick auf die Entwicklung von mentalen Veränderungen, Depressionen mit Suizidneigung und anderem schweren antisozialen Verhalten sorgfältig überwacht werden. Patienten mit Psychosen, auch in der Vorgeschichte, sollten mit Vorsicht behandelt werden.

– Die gleichzeitige Anwendung dopaminrezepto­renblockieren­der Antipsychotika, insbesondere von D2-Rezeptor-Antagonisten, mit Pentiro sollte vorsichtig erfolgen und der Patient sollte engmaschig auf einen Verlust der Antiparkinson-Wirkung bzw. eine Verschlechterung der Parkinson-Symptome hin überwacht werden.

– Patienten mit chronischem Weitwinkelglaukom können vorsichtig mit Pentiro behandelt werden, vorausgesetzt, dass der Augeninnendruck gut kontrolliert und der Patient sorgfältig auf Veränderungen des intraokularen Drucks hin überwacht wird.

– Pentiro kann orthostatische Hypotonie hervorrufen. Bei Patienten, die andere Arzneimittel einnehmen, welche orthostatische Hypotonie hervorrufen können, ist Pentiro daher mit Vorsicht anzuwenden.

– Entacapon in Kombination mit Levodopa ist bei Parkinson-Patienten mit Somnolenz und mit Episoden plötzlich eintretender Schlafanfälle in Zusammenhang gebracht worden. Daher ist beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.7).

– In klinischen Studien traten dopaminerge Nebenwirkungen, z.B. Dyskinesien, häufiger bei Patienten auf, die Entacapon und Dopamin-Agonisten (wie z.B. Bromocriptin), mit Selegilin oder mit Amantadin erhielten, verglichen mit Patienten, die Placebo in dieser Kombination erhielten. Die Dosierung anderer Antiparkinson-Mittel muss möglicherweise angepasst werden, wenn bei einem bisher nicht mit Entacapon therapierten Patienten die Behandlung mit Pentiro begonnen wird.

– In seltenen Fällen wurde bei Parkinson-Patienten Rhabdomyolyse nach schweren Dyskinesien oder malignem neuroleptischem Syndrom (MNS) beobachtet. Daher sollte jede abrupte Dosisminderung oder abruptes Absetzen von Levodopa engmaschig überwacht werden, insbesondere bei Patienten, die zusätzlich Neuroleptika erhalten. MNS, einschließlich Rhabdomyolyse und Hyperthermia, ist durch motorische Symptome (Rigor, Myoklonie, Tremor), mentale Veränderungen (z. B. Erregung, Verwirrung, Koma), Hyperthermie, Störungen des autonomen Nervensystems (Tachykardie, labiler Blutdruck) und erhöhte Spiegel der Serum-Kreatin-Phosphokinase gekennzeichnet. In Einzelfällen können jeweils nur einzelne dieser Symptome und/oder Befunde auffällig sein. Die frühe Diagnose ist wichtig für eine adäquate Behandlung des MNS. Nach abruptem Absetzen von Antiparkinson-Mitteln wurde über ein dem malignen neuroleptischen Syndrom ähnliches Syndrom mit Muskelsteifigkeit, erhöhter Körpertemperatur, mentalen Veränderungen und erhöhter SerumKreatinphos­phokinase berichtet. Im Zusammenhang mit der Entacapon-Behandlung in kontrollierten Studien, bei denen Entacapon abrupt abgesetzt wurde, wurde weder über ein malignes neuroleptisches Syndrom noch über Rhabdomyolyse berichtet. Seit der Markteinführung von Entacapon wurde in Einzelfällen über ein MNS berichtet, insbesondere nach einer abrupten Dosisreduzierung oder Unterbrechung der Behandlung mit Entacapon und anderen dopaminergen Begleitmedika­tionen. Der Ersatz von Pentiro durch Levodopa und DDC-Hemmer ohne Entacapon oder eine andere dopaminerge Medikation sollte im Bedarfsfall langsam erfolgen; möglicherweise wird eine Erhöhung der Levodopa-Dosis erforderlich.

– Wenn eine Vollnarkose erforderlich ist, kann die Behandlung mit Pentiro so lange fortgesetzt werden, wie der Patient Flüssigkeit und Arzneimittel über den Mund einnehmen darf. Muss die Behandlung vorübergehend unterbrochen werden, kann Pentiro, sobald die orale Einnahme von Arzneimitteln wieder möglich ist, in der gleichen Dosierung wie zuvor wieder angewendet werden.

– Während einer längeren Behandlung mit Pentiro wird eine regelmäßige Kontrolle der Leberund Nierenfunktion sowie der hämatopoetischen und kardiovaskulären Funktionen empfohlen.

– Für Patienten, die eine Diarrhöe entwickeln, wird eine Überwachung des Gewichtes empfohlen, um einen möglichen übermäßigen Gewichtsverlust zu vermeiden. Falls während der Behandlung mit Entacapon eine Diarrhöe über einen längeren Zeitraum bzw. anhaltend auftritt, kann es sich um ein Anzeichen einer Kolitis handeln. Im Falle einer über einen längeren Zeitraum bzw. anhaltend auftretenden Diarrhöe sollte das Arzneimittel abgesetzt und eine angemessene Behandlung sowie Untersuchung in Erwägung gezogen werden.

– Die Patienten sollten regelmäßig auf das Auftreten von Impulskontrollstörun­gen überwacht werden. Patienten und ihre Betreuer sollten darüber informiert werden, dass als Impulskontrollstörun­gen Verhaltensweisen wie pathologisches Spielen, Libidosteigerung, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Kaufsucht, sowie Ess-Sucht und zwanghafte Nahrungsaufnahme bei Patienten auftreten können, die Dopamin-Agonisten und/oder dopaminerge Arzneimittel, die Levodopa enthalten, einschließlich Pentiro, anwenden. Falls solche Symptome auftreten wird eine Überprüfung der Behandlung empfohlen.

– Bei einigen Patienten wurde unter der Behandlung mit Carbidopa/Levodopa ein DopaminDysregu­lationssyndrom (DDS) beobachtet. Hierbei handelt es sich um eine Suchterkrankung, die zu einer übermäßigen Anwendung des Arzneimittels führt. Vor Behandlungsbeginn müssen Patienten und Betreuer vor dem potenziellen Risiko der Entwicklung eines DDS gewarnt werden (siehe auch Abschnitt 4.8).

– Bei Patienten, die innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums eine progrediente Anorexie , Asthenie und Gewichtsverlust entwickeln, ist eine umfassende medizinische Untersuchung einschließlich der Leberfunktion in Erwägung zu ziehen.

– Levodopa/Carbidopa können zu falsch-positivem Ketonnachweis bei TeststreifenUn­tersuchungen des Urins führen. Durch Kochen der Urinprobe wird diese Reaktion nicht verändert. Bei Einsatz von Glukose-Oxidase-Methoden besteht die Möglichkeit falsch-negativer Ergebnisse hinsichtlich Glukosurie.

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Andere Antiparkinson-Mittel : Bisher liegen keine Hinweise auf Wechselwirkungen vor, die eine gleichzeitige Anwendung von Standard-Antiparkinson-Mitteln mit Levodopa/Carbi­dopa/Entacapon ausschließen würden. Hoch dosiertes Entacapon kann die Resorption von Carbidopa beeinflussen. Jedoch wurde unter dem empfohlenen Dosierungsschema (200 mg Entacapon bis zu 10-mal täglich) keine Wechselwirkung von Entacarpon mit Carbidopa beobachtet. Wechselwirkungen zwischen Entacapon und Selegilin wurden in Mehrfachdosis­studien an Parkinson-Patienten untersucht, die mit Levodopa/DDC-Hemmer behandelt wurden; Wechselwirkungen wurden nicht beobachtet. Bei gemeinsamer Anwendung mit Pentiro darf die Tagesdosis von Selegilin 10 mg nicht überschreiten.

Bei gleichzeitiger Anwendung folgender Arzneimittel mit einer Levodopa-Therapie ist Vorsicht geboten.

Antihypertonika : Wenn Levodopa der Behandlung von Patienten, die bereits Antihypertonika erhalten, hinzugefügt wird, kann es zu symptomatischer orthostatischer Hypotonie kommen. Eine Dosisanpassung des Antihypertonikums kann erforderlich werden.

Antidepressiva: In seltenen Fällen wurden bei gleichzeitiger Anwendung trizyklischer Antidepressiva und Levodopa/Carbidopa Nebenwirkungen einschließlich Hypertonie und Dyskinesie berichtet. Wechselwirkungen zwischen Entacapon und Imipramin sowie zwischen Entacapon und Moclobemid wurden in Einzeldosisstudien an gesunden freiwilligen Probanden untersucht. Es wurden keine pharmakodynamischen Wechselwirkungen beobachtet. Eine beträchtliche Anzahl von Parkinson-Patienten wurde mit einer Kombination aus Levodopa, Carbidopa und Entacapon zusammen mit verschiedenen Wirkstoffen einschließlich MAO-A-Hemmern, trizyklischen Antidepressiva, Noradrenalin-Wiederaufnahme­hemmern wie Desipramin, Maprotilin und Venlafaxin sowie Arzneimitteln, die durch COMT metabolisiert werden (z.B. solche, die eine Katecholgruppe aufweisen, Paroxetin) behandelt. Es wurden keine pharmakodynamischen Wechselwirkungen verzeichnet. Bei gleichzeitiger Anwendung der Arzneimittel mit Pentiro ist dennoch Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Sonstige Arzneimittel: Dopaminrezeptor-Antagonisten (z.B. einige Antipsychotika und Antiemetika), Phenytoin und Papaverin können die therapeutische Wirkung von Levodopa herabsetzen. Patienten, die solche Arzneimittel zusammen mit Pentiro einnehmen, sollten engmaschig auf einen Verlust des therapeutischen Ansprechens hin überwacht werden.

Aufgrund der in-vitro- Affinität von Entacapon zu Cytochrom P450 2C9 (siehe Abschnitt 5.2) kann es potenziell zu Wechselwirkungen zwischen Pentiro und Wirkstoffen kommen, deren Metabolismus von diesem Isoenzym abhängig ist, wie z.B. S-Warfarin. In einer Interaktionsstudie an gesunden freiwilligen Probanden veränderte Entacapon jedoch nicht die Plasmaspiegel von S-Warfarin, während die AUC von R-Warfarin durchschnittlich um 18% [90% Konfidenzintervall 11–26%] erhöht war. Die INR-Werte erhöhten sich durchschnittlich um 13% [90% Konfidenzintervall 6–19%]. Daher wird bei mit Warfarin behandelten Patienten zu Beginn der Behandlung mit Pentiro eine Kontrolle der INRWerte empfohlen.

Sonstige Wechselwirkungen: Die Resorption von Pentiro kann, da Levodopa mit bestimmten Aminosäuren konkurriert, bei einigen Patienten mit hoch eiweißreicher Ernährung eingeschränkt sein.

Levodopa und Entacapon können im Magen-Darm-Trakt Chelatkomplexe mit Eisen bilden. Daher sollten Pentiro und Eisenpräparate im Abstand von mindestens 2–3 Stunden eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.8).

In-vitro-Daten: Entacapon wird von Humanalbumin an der Bindungsstelle II gebunden, die auch verschiedene andere Arzneimittel wie z.B. Diazepam und Ibuprofen bindet. Aufgrund von in-vitroS tudien ist keine signifikante Verdrängung zu erwarten, wenn diese Arzneimittel in therapeutischen Dosen angewendet werden. Dementsprechend liegen bis jetzt keine Hinweise auf derartige Wechselwirkun­gen vor.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine ausreichenden Daten für die Verwendung der Kombination aus Levodopa, Carbidopa und Entacapon bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionsto­xizität der einzelnen Wirkstoffe gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das mögliche Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Pentiro sollte während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, es sei denn, der Nutzen für die Mutter überwiegt die möglichen Risiken für den Fetus.

Stillzeit

Levodopa geht in die menschliche Muttermilch über. Es wurde nachgewiesen, dass die Milchbildung während einer Behandlung mit Levodopa unterdrückt wird. Carbidopa und Entacapon gingen bei Tieren in die Milch über, jedoch ist nicht bekannt, ob dies auch beim Menschen der Fall ist. Über die Sicherheit von Levodopa, Carbidopa oder Entacapon bei Säuglingen ist nichts bekannt. Frauen dürfen während der Behandlung mit Pentiro nicht stillen.

Fertilität

In präklinischen Studien wurden bei alleiniger Verabreichung von Entacapon, Carbidopa oder Levodopa keine nachteiligen Ausawirkungen auf die Fertilität beobachtet. Fertilitätsstudien bei Tieren mit der Kombination aus Entacapon, Levodopa und Carbidopa wurden nicht durchgeführt.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Pentiro kann großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben. Die Kombination von Levodopa, Carbidopa und Entacapon kann Benommenheit und orthostatische Symptome hervorrufen. Daher ist beim Lenken von Fahrzeugen und beim Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.

Patienten, die mit Pentiro behandelt werden und bei denen Somnolenz und/oder Episoden plötzlich eintretender Schlafanfälle auftreten, müssen darauf hingewiesen werden, dass sie keine Fahrzeuge lenken oder keinen anderen Tätigkeiten nachgehen dürfen, bei denen sie sich selbst oder andere aufgrund verminderter Aufmerksamkeit dem Risiko schwerer Verletzungen oder des Todes aussetzen (z.B. beim Bedienen von Maschinen). Sie dürfen erst dann wieder ein Fahrzeug lenken oder solche Tätigkeiten wieder aufnehmen, wenn diese Episoden nicht mehr auftreten (siehe Abschnitt 4.4).

4.8 Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen von Levodopa/Carbi­dopa/Entacapon sind Dyskinesien bei etwa 19% der Patienten; gastrointestinale Symptome einschließlich Übelkeit und Durchfall bei etwa 15% bzw. 12% der Patienten; Schmerzen von Muskeln, Skelettmuskulatur und Bindegewebe bei etwa 12% der Patienten; und eine unbedenkliche rötlich-braune Verfärbung des Urins (Chromaturie) bei etwa 10% der Patienten. In klinischen Studien mit Levodopa/Carbi­dopa/Entacapon oder Entacapon in Kombination mit Levodopa/DDC-Hemmer wurden als schwerwiegende Ereignisse gastrointestinale Blutungen (gelegentlich) und Angioödem (selten) identifiziert. Schwere Hepatitis mit vorwiegend cholestatischen Erscheinungen, Rhabdomyolyse und malignes neuroleptisches Syndrom können bei der Behandlung mit Levodopa/Carbi­dopa/Entacapon auftreten, obwohl die Auswertung klinischer Studien keine entsprechenden Fälle ergeben hat.

b. Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die nachfolgend in Tabelle 1 aufgelisteten Nebenwirkungen wurden sowohl anhand der Auswertung gepoolter Daten aus elf doppelblinden klinischen Studien mit 3230 Patienten (1810 behandelt mit Levodopa/Carbi­dopa/Entacapon oder Entacapon in Kombination mit Levodopa/DDC-Hemmer, und 1420 behandelt mit Placebo in Kombination mit Levodopa/DDC-Hemmer oder Cabergolin in Kombination mit Levodopa/ DDC-Hemmer), als auch anhand der nach Markteinführung von Entacapon zur kombinierten Anwendung mit Levodopa/DDC-Hemmer erhobenen Daten ermittelt.

Die Nebenwirkungen sind entsprechend ihrer Häufigkeit geordnet, wobei die häufigste Nebenwirkung zuerst genannt wird. Folgende Häufigkeitsangaben wurden verwendet: Sehr häufig (>1/10); häufig (>1/100 bis <1/10); gelegentlich (>1/1.000 bis <1/100); selten (>1/10.000 bis <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar, da aus klinischen oder epidemiologischen Studien keine valide Schätzung abgeleitet werden kann).

Tabelle 1. Nebenwirkungen

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig:

Anämie

Gelegentlich:

Thrombozytopenie

Stoffwechsel- und Ernährungsstörun­gen

Häufig: Gewichtsabnahme*, verminderter Appetit*

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig:

Depression, Halluzinationen, Verwirrtheit*, ungewöhnliche Träume*, Angst, Schlaflosigkeit

Gelegentlich :

Psychotische Episoden, Agitiertheit*

Nicht bekannt:

Suizidneigung, Dopamin-Dysregulation­ssyndrom

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig:

Dyskinesien*

Häufig:

Verstärkung der Parkinson-Symptome (z.B. Bradykinesie), Tremor, On-Off-Phänomen, Dystonie, mentale Beeinträchtigung (z.B. beeinträchtigte

Gedächtnisfunktion, Demenz), Somnolenz, Benommenheit, Kopfschmerzen

Nicht bekannt:

Malignes neuroleptisches Syndrom*

Augenerkrankungen

Häufig:

Verschwommensehen

Herzerkrankungen

Häufig:

Symptome der koronaren Herzkrankheit, außer Herzinfarkt (z.B. Angina pectoris), unregelmäßiger Herzrhythmus

Gelegentlich:

Herzinfarkt

Gefäßerkrankun­gen:

Häufig:

Orthostatische Hypotonie, Hypertonie

Gelegentlich:

Gastrointestinale Blutungen

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastiums

Häufig:

Dyspnoe

Erkrankungen des Gastrointesti­naltrakts

Sehr häufig:

Diarrhöe*, Übelkeit*

Häufig:

Obstipation*, Erbrechen*, Dyspepsie, Abdominalschmerzen und -beschwerden*, Mundtrockenheit*

Gelegentlich:

Kolitis*, Dysphagie

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich:

Leberfunktionstests außerhalb der Norm*.

Nicht bekannt:

Hepatitis mit vorwiegend cholestatischen Erscheinungen (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellge­webes

Häufig:

Hautausschlag, vermehrtes Schwitzen

Gelegentlich:

Verfärbungen außer Urinverfärbungen (z.B. Haut, Nägel, Haare, Schweiß)

Selten:

Angioödem

Nicht bekannt:

Urticaria

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkran­kungen

Sehr häufig:

Schmerzen von Muskeln, Skelettmuskulatur und Bindegewebe*

Häufig:

Muskelkrämpfe, Gelenkschmerz

Nicht bekannt:

Rhabdomyolyse*

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr häufig: Chromaturie*

Häufig: Harnwegsinfektionen

Gelegentlich: Harnverhaltung

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Schmerzen im Brustkorb, periphere Ödeme, Stürze, Gangstörungen, Asthenie,

Erschöpfung

Gelegentlich: Unwohlsein

*Nebenwirkungen, die vorwiegend Entacapon zugeordnet werden oder häufiger unter Entarcarpon als unter Levodopa/DDC-Hemmer allein auftreten (Differenz der Häufigkeit mindestens 1% basierend auf den Daten der klinischen Studien). Siehe Abschnitt c).

**Die Häufigkeitsangaben zum Herzinfarkt und Symptomen der koronaren Herzkrankheit (0,43% bzw. 1,54%) wurden aus 13 doppelblinden Studien ermittelt, bei denen 2082 Patienten mit motorischen „end-of-dose“-Fluktuationen Entacapon erhielten.

c. Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Nebenwirkungen, die vorwiegend Entacapon zugeordnet werden oder häufiger unter Entarcapon als unter Levodopa/DDC-Hemmer allein auftreten, sind in der Tabelle 1, Abschnitt 4.8b) mit einem Stern versehen. Einige dieser Nebenwirkungen hängen mit der erhöhten dopaminergen Aktivität zusammen (z.B. Dyskinesien, Übelkeit und Erbrechen) und treten meist zu Beginn der Behandlung auf. Das Herabsetzen der Levodopa-Dosis vermindert den Schweregrad und die Häufigkeit dieser Nebenwirkungen. Von wenigen Nebenwirkungen ist bekannt, dass sie direkt dem Wirkstoff Entacapon zugeordnet werden können. Hierzu gehören Diarrhöe und eine rötlich-braune Verfärbung des Urins. Entacapon kann in einigen Fällen auch Verfärbungen z.B. der Haut, der Nägel, der Haare sowie des Schweißes verursachen. Andere in der Tabelle 1 im Abschnitt 4.8b) mit einem Stern versehene Nebenwirkungen sind so gekennzeichnet, weil sie, basierend auf den Daten der klinischen Studien, häufiger unter Entacapon als unter Levodopa/DDC-Hemmer allein auftraten oder als Nebenwirkungsmel­dungen in Einzelfällen nach der Markteinführung von Entacapon erhalten wurden.

Selten traten unter Levodopa/Carbidopa Krampfanfälle auf; ein Kausalzusammenhang mit einer Levodopa/Carbidopa Therapie ist jedoch nicht gesichert.

Impulskontrollstörun­gen

Pathologisches Spielen, Libidosteigerung, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Kaufsucht sowie Ess-Sucht und zwanghafte Nahrungsaufnahme können bei Patienten auftreten, die DopaminAgonisten und/oder dopaminerge Arzneimittel, die Levodopa enthalten, einschließlich Pentiro verwenden (siehe Abschnitt 4.4).

Das Dopamin-Dysregulation­ssyndrom (DDS) ist eine Suchterkrankung, die bei einigen mit Carbidopa/Levodopa behandelten Patienten beobachtet wurde. Betroffene Patienten zeigen einen zwanghaften Missbrauch des dopaminergen Arzneimittels bei Verwendung höherer Dosen als zur adäquaten Kontrolle von motorischen Symptomen der Parkinson-Krankheit erforderlich. Dies kann in einigen Fällen zu schweren Dyskinesien (siehe auch Abschnitt 4.4) führen.

Die Einnahme von Entacapon in Kombination mit Levodopa wurde in Einzelfällen mit übermäßiger Schläfrigkeit während des Tages sowie mit Episoden plötzlicher Schlafanfälle in Zusammenhang gebracht.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5 1200 WIEN ÖSTERREICH Fax: + 43 (0) 50 555 36207 W­ebsite:

4.9 Überdosierung

Bei in Einzelfällen berichteten Überdosierungen betrugen die höchsten in diesem Zusammenhang genannten Tagesdosen mindestens 10.000 mg Levodopa und 40.000 mg Entacapon. Die akuten Symptome und Anzeichen solcher Überdosierungen umfassten Agitiertheit, Verwirrtheit, Koma, Bradykardie, ventrikuläre Tachykardie, Cheyne-Stokes-Atmung, Verfärbungen der Haut, Zunge, und Bindehaut sowie Urinverfärbung. Die Behandlung einer akuten Überdosierung einer Pentiro-Therapie entspricht weitgehend derjenigen einer akuten Überdosierung von Levodopa. Pyridoxin ist jedoch zur Umkehrung der Wirkung von Levodopa/Carbi­dopa/Entacapon nicht wirksam. Es wird zu einer stationären Aufnahme und Anwendung allgemeiner unterstützender Maßnahmen sowie unverzüglicher Magenspülung und wiederholten Anwendungen von Aktivkohle geraten. Dadurch kann die Elimination von Entacapon – vor allem durch eine Verminderung der Resorption/Rückre­sorption aus dem Gastrointesti­naltrakt – beschleunigt werden. Die Funktionsfähigkeit des Atmungs-, Kreislauf- und Nierensystems ist engmaschig zu überwachen und es sollten geeignete unterstützende Maßnahmen ergriffen werden. Eine EKG-Überwachung sollte eingeleitet und der Patient genau auf eine mögliche Entwicklung von Arrhythmien hin überwacht werden. Falls erforderlich, ist eine antiarrhythmische Behandlung einzuleiten. Die Möglichkeit, dass der Patient zusätzlich zu Levodopa/Carbi­dopa/Entacapon noch weitere Arzneimittel eingenommen hat, sollte in Betracht gezogen werden. Über den Nutzen einer Dialyse bei der Behandlung einer Überdosierung ist nichts bekannt.

5. PHARMAKOLO­GISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakothera­peutische Gruppe: Antiparkinson­mittel, Dopa und Dopa-Derivate, ATC-Code: N04BA03

Nach derzeitigem Kenntnisstand hängen die Symptome der Parkinson-Krankheit mit einem Dopaminmangel im Corpus striatum zusammen. Dopamin passiert die Blut-Hirn-Schranke nicht. Levodopa, der Vorläufer von Dopamin, passiert die Blut-Hirn-Schranke und mildert die Krankheitssymptome. Da Levodopa in der Peripherie stark metabolisiert wird, gelangt nur ein geringer Anteil einer verabreichten Dosis zum Zentralnerven­system, wenn Levodopa ohne Stoffwechselen­zymHemmer angewendet wird.

Carbidopa und Benserazid sind periphere DDC-Hemmer, die den peripheren Metabolismus von Levodopa zu Dopamin reduzieren, sodass dem Gehirn mehr Levodopa zur Verfügung steht. Wird die Decarboxylierung von Levodopa mit Hilfe der gleichzeitigen Anwendung eines DDC-Hemmers vermindert, kann eine niedrigere Levodopa-Dosis angewendet und die Häufigkeit von Nebenwirkungen wie z.B. Übelkeit herabgesetzt werden.

Bei einer Hemmung der Decarboxylase durch einen DDC-Hemmer wird die Catechol-O -methyltransferase (COMT) zum wichtigsten peripheren Stoffwechselweg. Sie katalysiert die Umwandlung von Levodopa in 3-O-Methyldopa (3-OMD), einen potenziell schädlichen LevodopaMetabo­liten. Entacapon ist ein spezifischer und hauptsächlich peripher wirksamer COMT-Hemmer mit reversibler Wirkung, der zur Anwendung in Kombination mit Levodopa entwickelt wurde.

Entacapon verlangsamt die Clearance von Levodopa aus dem Blut, was zu einer Zunahme der „area under the curve“ (AUC) im pharmakokinetischen Profil von Levodopa führt. In der Folge ist das Ansprechen auf jede Levodopa-Dosis verstärkt und verlängert.

Der Nachweis der therapeutischen Wirkungen von Levodopa/Carbi­dopa/Entacapon basiert auf zwei doppelblinden klinischen Phase III Studien, in denen insgesamt 376 Patienten mit Morbus Parkinson und motorischen „end-of-dose“ Fluktuationen zusammen mit jeder Dosis Levodopa/DDC-Hemmer entweder Entacapon oder Placebo erhielten. Die tägliche „On-Zeit“ mit und ohne Entacapon wurde durch die Patienten in speziellen Tagebüchern für zu Hause aufgezeichnet. In der ersten Studie nahm die mittlere tägliche „On-Zeit“ unter Entacapon gegenüber dem Ausgangswert um 1 h 20 min zu (CI 95% 45 min, 1 h 56 min). Dies entspricht einer Zunahme des Anteils der täglichen „On-Zeit“ um 8,3%. Entsprechend betrug unter Entacapon die Abnahme der täglichen „Off-Zeit“ 24%, gegenüber 0% in der Placebo-Gruppe. In der zweiten Studie stieg der mittlere Anteil der täglichen „On-Zeit“ um 4,5% (CI 95% 0,93%, 7,97%) gegenüber dem Ausgangswert. Dies entspricht einer mittleren Zunahme der täglichen „On-Zeit“ um 35 min. Entsprechend nahm die tägliche „Off-Zeit“ unter Entacapon um 18% und unter Placebo um 5% ab. Da die Wirkungen von Levodopa/Carbi­dopa/Entacapon Tabletten mit denjenigen von Entacapon 200 mg Tabletten, die gleichzeitig mit auf dem Markt befindlichen Carbidopa/Levodopa-Standardpräparaten in entsprechenden Dosen angewendet wurden, vergleichbar sind, lassen sich diese Ergebnisse auch zur Beschreibung der Wirkungen von Levodopa/Carbidopa/ Entacapon heranziehen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Allgemeine Substanzeigen­schaften

Resorption/Ver­teilung : Die Resorption von Levodopa, Carbidopa und Entacapon unterliegt erheblichen inter- und intraindividuellen Schwankungen. Sowohl Levodopa als auch Entacapon werden rasch resorbiert und eliminiert. Carbidopa wird etwas langsamer resorbiert und eliminiert als Levodopa. Bei separater Anwendung ohne die beiden anderen arzneilich wirksamen Bestandteile beträgt die Bioverfügbarkeit von Levodopa 15–33%, von Carbidopa 40–70% und von Entacapon 35% nach einer oralen Dosis von 200 mg. Mahlzeiten mit einem hohen Anteil an großen neutralen Aminosäuren können die Resorption von Levodopa verzögern und herabsetzen. Die Resorption von Entacapon wird durch Nahrungsaufnahme nicht wesentlich beeinflusst. Das Verteilungsvolumen sowohl von Levodopa (Vd 0,36–1,6 l/kg) als auch von Entacapone (Vdss 0,27 l/kg) ist relativ klein, während für Carbidopa keine Daten vorliegen.

Levodopa wird nur zu einem geringen Anteil von etwa 10–30% an Plasmaproteine gebunden, Carbidopa zu etwa 36%, während Entacapon stark an Plasmaproteine, vor allem Serumalbumin, gebunden wird (ungefähr 98%). In therapeutischen Konzentrationen verdrängt Entacapon andere stark gebundene Substanzen (z.B. Warfarin, Salicylsäure, Phenylbutazon oder Diazepam) nicht, ebenso wenig wird es von einer dieser Substanzen in therapeutischen oder höheren Konzentrationen in signifikantem Ausmaß verdrängt.

Biotrans formation und Elimination: Levodopa wird in hohem Maß zu verschiedenen Metaboliten verstoffwechselt, wobei Decarboxylierung durch Dopadecarboxylase (DDC) und O-Methylierung durch Catechol-O-methyltransferase (COMT) die wichtigsten Stoffwechselwege darstellen.

Carbidopa wird zu zwei Hauptmetaboliten verstoffwechselt, die als Glucuronide und unkonjugierte Verbindungen mit dem Urin ausgeschieden werden. Unverändertes Carbidopa nimmt einen Anteil von 30% an der Gesamtausscheidung über den Urin ein.

Entacapon wird vor der Ausscheidung über den Urin (10 bis 20%) und Galle/Faeces (80 bis 90%) nahezu vollständig metabolisiert. Der hauptsächliche Stoffwechselweg ist die Glucuronidierung von Entacapon und dessen aktivem Metaboliten, dem cis-Isomer, das etwa 5% der Gesamtmenge im Plasma ausmacht.

Die Gesamtclearance für Levodopa liegt in einem Bereich zwischen 0,55–1,38 l/kg/h und für Entacapon um 0,70 l/kg/h. Die Eliminationshal­bwertszeit (t1/2) beträgt 0,6–1,3 Stunden für Levodopa, 2–3 Stunden für Carbidopa und 0,4–0,7 Stunden für Entacapon bei jeweils separater Anwendung.

Aufgrund ihrer kurzen Eliminationshal­bwertszeiten tritt bei wiederholter Anwendung keine substantielle Akkumulation von Levodopa oder Entacapon auf.

Daten aus in-vitro-S tudien mit menschlichen Lebermikrosomen zeigen, dass Entacapon das Cytochrom P450 2C9 (IC50 ~ 4 pM) hemmt. Entacapon zeigt eine geringe oder keine Hemmung anderer P450-Isoenzyme (CYP1A2, CYP2A6, CYP2D6, CYP2E1, CYP3A und CYP2C19); siehe Abschnitt 4.5.

Eigenschaften bei der Anwendung am Patienten

Ältere Patienten : N ach Anwendung ohne Carbidopa und Entacapon erfolgt die Resorption von Levodopa bei älteren Personen stärker und die Elimination langsamer als bei jüngeren. Nach Kombination von Carbidopa mit Levodopa ist jedoch die Resorption bei jüngeren und älteren Personen vergleichbar, die AUC ist allerdings aufgrund der verminderten DDC-Aktivität und langsameren Clearance bei Älteren nach wie vor 1,5-fach höher als bei Jüngeren. Es ist kein signifikanter Unterschied in der AUC von Carbidopa oder Entacapon zwischen jüngeren (45–64 Jahre) und älteren (65–75 Jahre) Personen festzustellen.

Geschlecht: Die Bioverfügbarkeit von Levodopa ist bei Frauen signifikant höher als bei Männern. In den mit Levodopa/Carbi­dopa/Entacapon durchgeführten pharmakokinetischen Studien war die Bioverfügbarkeit von Levodopa bei Frauen höher als bei Männern, vorwiegend aufgrund des unterschiedlichen Körpergewichts, während es hinsichtlich Carbidopa und Entacapon keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gab.

Leberinsuffizi­enz: Der Metabolismus von Entacapon ist bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh Klassen A und B) verlangsamt, wodurch es in der Resorptions- und Eliminationsphase zu erhöhten Plasmaspiegeln von Entacapon kommt (siehe Abschnitte 4.2 und 4.3). Es liegen keine speziellen Studien zur Pharmakokinetik von Carbidopa und Levodopa bei Patienten mit Leberinsuffizienz vor; dennoch wird angeraten, Pentiro bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz vorsichtig anzuwenden.

Niereninsuffi­zienz : Niereninsuffizienz beeinflusst die Pharmakokinetik von Entacapon nicht. Es liegen keine speziellen Studien zur Pharmakokinetik von Levodopa und Carbidopa bei Patienten mit Niereninsuffizienz vor. Jedoch kann bei Dialysepatienten eine Verlängerung des Dosierungsinter­valls von Pentiro erforderlich sein (siehe Abschnitt 4.2).

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitsphar­makologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten von Levodopa, Carbidopa und Entacapon allein oder in Kombination keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. In Studien zur chronischen Toxizität von Entacapon wurde eine Anämie beobachtet, die höchstwahrsche­inlich auf die Bildung von Chelatkomplexen von Entacapone mit Eisen zurückzuführen ist. In Studien zur Reproduktionsto­xizität von Entacapon wurden an Kaninchen bei systemischer Exposition im therapeutischen Bereich vermindertes Fetengewicht und eine geringfügig verzögerte Knochenentwicklung beobachtet. Sowohl Levodopa als auch Kombinationen von Carbidopa und Levodopa haben viszerale Missbildungen und Missbildungen des Skeletts an Kaninchen verursacht.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Croscarmellose-Natrium

Hydroxypropyl­cellulose

Trehalose-Dihydrat

Cellulosepulver

Natriumsulfat, wasserfrei

Cellulose, mikrokrystallin

Magnesiumstearat

Film-Überzug:

Polyvinylalkohol-teilw. hydrolysiert

Talkum

Titandioxid (E171)

Macrogol

Eisen(III)-oxid rot (E172)

Lecithin (Soja) (E322)

Eisenoxid gelb (E172)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

HDPE Tablettenbehälter, folienversiegelt und mit Polypropylen-Schraubverschluss.

Packungsgrößen:

Pentiro 50 mg/12.5 mg/200 mg und Pentiro 175 mg/43.75 mg/200 m­g:

30, 100 und 200 Filmtabletten.

Pentiro 100 mg/25 mg/200 mg, Pentiro 150 mg/37.5 mg/200 mg und Pentiro 200 mg/50 mg/200 mg Filmtabletten:

30, 100, 130 und 200 Filmtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

STADA Arzneimittel GmbH, 1190 Wien

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

Pentiro 50 mg / 12,5 mg / 200 mg Filmtabletten: 135932

Pentiro 100 mg / 25 mg / 200 mg Filmtabletten: 135933

Pentiro 150 mg / 37,5 mg / 200 mg Filmtabletten: 135934

Pentiro 175 mg / 43,75 mg / 200 mg Filmtabletten: 135935

Pentiro 200 mg / 50 mg / 200 mg Filmtabletten: 135936

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 07.01.2015

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 06.08.2019

10. STAND DER INFORMATION

11.2019

Mehr Informationen über das Medikament Pentiro 175 mg/43,75 mg/200 mg Filmtabletten

Arzneimittelkategorie: standardarzneimittel
Suchtgift: Nein
Psychotrop: Nein
Zulassungsnummer: 135935
Rezeptpflichtstatus: Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Abgabestatus: Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Inhaber/-in:
STADA Arzneimittel GmbH, Muthgasse 36/2, 1190 Wien, Österreich