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Furo-Spirobene - Filmtabletten - Zusammengefasste Informationen

Enthält aktive Wirkstoffe :

Dostupné balení:

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels - Furo-Spirobene - Filmtabletten

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Furo-Spirobene – Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Filmtablette enthält 20 mg Furosemid und 50 mg Spironolacton.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 85,85 mg Lactose-Monohydrat

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Hellgelbe, runde, bikonvexe Filmtabletten

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1. Anwendungsgebiete

Furo-Spirobene wird angewendet bei Erwachsenen.

Bei Ödemen und Aszites, wenn zusätzlich Störungen des Elektrolythau­shaltes durch Hyperaldostero­nismus vorliegen und bisherige diuretische Therapiemaßnahmen nicht ausreichen:

– Herzinsuffizienz mit Ödemen und Lungenstauung

– Aszites infolge Lebererkrankungen (z.B. Leberzirrhose)

– Ödeme bei nephrotischem Syndrom (die Therapie der Grunderkrankung steht im Vordergrund)

4.2. Dosierung und Art der Anwendung

Die Dosierung ist individuell – in Abhängigkeit vom Schweregrad und Ausmaß des Hyperaldostero­nismus – festzulegen.

Es gelten folgende Dosierungsempfeh­lungen:

Erwachsene

Initialbehandlun­g:

Die Initialdosis für Erwachsene beträgt für den Formenkreis der Herzinsuffizienz im Allgemeinen 2 Filmtabletten täglich (40 mg Furosemid und 100 mg Spironolacton*).

Bei Erkrankungen, die auf eine Leberschädigung zurückgehen, können bis zu maximal 4 Filmtabletten pro Tag erforderlich sein (maximal 80 mg Furosemid und 200 mg Spironolacton*).

Erhaltungsdosis:

Die Erhaltungsdosis beträgt nach 3–6 Tagen im Allgemeinen 1–2 Filmtabletten täglich (20–40 mg Furosemid und 50–100 mg Spironolacton*). Je nach Schwere der Erkrankung kann die Dosis auf bis zu 3 × 1 Filmtablette pro Tag gesteigert werden (60 mg Furosemid und 150 mg Spironolacton). Diese Dosis kann je nach Bedarf täglich, jeden 2. oder jeden 3. Tag verabreicht werden.

Maximale Tagesdosis: 4 Filmtabletten.

*) Es stehen auch Furo-Spirobene forte -Filmtabletten (entsprechend 20 mg Furosemid und 100 mg Spironolacton) zur Verfügung.

Kinder und Jugendliche

Für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen liegen keine ausreichenden Erfahrungen aus kontrollierten klinischen Studien vor. Daher wird die Anwendung für Kinder und Jugendliche nicht empfohlen.

Ältere Patienten (ab 65 Jahren)

Furosemid und Spironolacton können bei älteren Patienten unter Umständen langsamer ausgeschieden werden (siehe Abschnitt 5.2).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Filmtabletten sind unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) am besten zum Frühstück und/oder Mittagessen einzunehmen. Eine abendliche Gabe ist insbesondere in der Anfangszeit der Behandlung wegen der zu erwartenden verstärkten nächtlichen Harnausscheidung nicht zu empfehlen.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Behandlung ist auf einen möglichst kurzen Zeitraum zu begrenzen.

Die Notwendigkeit einer Therapie über längere Zeit muss periodisch überprüft werden.

4.3. Gegenanzeigen

– Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, Sulfonamide oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

– akutes Nierenversagen mit Anurie, wenn die Patienten auf eine Therapie mit Furosemid nicht ansprechen

– schwere Nierenfunktion­sstörung (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min, entsprechend einem Serumkreatinin von 1,8–2 mg/100 ml)

– Coma und Präkoma hepaticum in Verbindung mit hepatischer Enzephalopathie

– Hyperkaliämie bzw. schwere Hypokaliämie

– schwere Hyponatriämie

– Hypovolämie oder Dehydratation

– Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)

4.4. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei:

– Hypokaliämie (eine schwere Hypokaliämie ist vor Behandlungsbeginn auszugleichen)

– Hyponatriämie

– Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30–80 ml/min bzw. Serum-Kreatinin zwischen 1,3 und 1,8 mg/100 ml)

– Hypotonie

– zerebrovaskulären Durchblutungsstörun­gen oder koronarer Herzkrankheit, da diese Patienten durch einen unerwünscht starken Blutdruckabfall besonders gefährdet sind

– Azidose

– latentem oder manifestem Diabetes mellitus (eine regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers ist erforderlich)

– Gicht (eine regelmäßige Kontrolle der Harnsäure im Serum ist erforderlich)

– Hypoproteinämie, z.B. bei nephrotischem Syndrom

– Harnabflussbe­hinderung (z.B. bei Prostatahyper­trophie, Hydronephrose, Ureterstenose)

– Nephrotischem Syndrom: wegen der Gefahr vermehrt auftretender Nebenwirkungen muss vorsichtig dosiert werden.

– Patienten mit Leberzirrhose und gleichzeitiger Nierenfunktion­seinschränkung (hepatorenales Syndrom)

Bei gleichzeitiger Anwendung von Spironolacton und kaliumsparenden Diuretika, kaliumhaltigen Präparaten, Arzneimitteln, die die Ausscheidung von Kalium reduzieren, NSAR, ACE-Hemmern oder Angiotensin-II-Antagonisten kann es zu lebensgefährlichen Hyperkaliämien kommen. Die Kombination der vorgenannten Arzneimittel mit Furo-Spirobene wird daher nicht empfohlen.

Die gleichzeitige Anwendung potenziell ototoxischer (z. B. Aminoglykoside, Cisplatin) oder nephrotoxischer Arzneimittel (z. B. Aminoglykoside, Cephalosporine, Polymyxine) sollte unterbleiben.

Bei der Therapie mit Furo-Spirobene müssen in regelmäßigen Abständen die Serum-Elektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium, Calcium, Bikarbonat, Chlorid), die harnpflichtigen Substanzen Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure im Serum sowie der Säure-Basen-Status, gegebenenfalls auch Blutzucker und Blutfette kontrolliert werden.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion mit einer Kreatinin-Clearance unter 60 ml/min bzw. SerumKreatinin über 1,5 mg/100 ml, sowie bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die zu einem Anstieg des Serum-Kaliumspiegels führen können, darf die Behandlung mit Furo-Spirobene nur unter häufiger Kontrolle des Serum-Kaliumspiegels erfolgen.

Die gleichzeitige Anwendung von Spironolacton zusammen mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen eine Hvperkaliämie verursachen, kann zu einer schweren Hyperkaliämie führen.

Der durch verstärkte Urinausscheidung hervorgerufene Gewichtsverlust sollte unabhängig vom Ausmaß der Urinausscheidung 1 kg/Tag nicht überschreiten.

Bei Patienten mit Miktionsstörungen (z.B. bei Patienten mit Prostatahyper­plasie) muss für freien Harnabfluss gesorgt werden, da eine plötzlich einsetzende Harnflut zu einer Harnsperre mit Überdehnung der Blase führen kann. Deshalb sind diese Patienten sorgfältig zu überwachen.

Bei Patienten, die unter Furosemid-Therapie eine Hypovolämie entwickeln, oder bei Dehydratation kann die gleichzeitige Gabe von nichtsteroidalen Antiphlogistika ein akutes Nierenversagen auslösen.

Da die Anwendung von Furosemid zu Hypokaliämien führen kann, ist eine kaliumreiche Kost (mageres Fleisch, Kartoffeln, Bananen, Tomaten, Karfiol, Spinat, getrocknete Früchte usw.) immer zweckmäßig.

Bei längerer Anwendung von Furosemid sollte Thiamin substituiert werden. Ein häufig beobachteter Mangel durch die verstärkte Furosemid-bedingte renale Ausscheidung bewirkt eine Verschlechterung der Herzfunktion.

Gemeinsame Anwendung mit Risperidon:

In plazebo-kontrollierten Studien mit Risperidon an älteren Patienten mit Demenz, wurde eine höhere Mortalität bei Patienten beobachtet die mit Furosemid und Risperidon behandelt wurden (7,3%: mittleres Alter 89 Jahre; range: 75–97 Jahre), im Vergleich zu Patienten die ausschließlich Risperidon (3,1%: mittleres Alter 84 Jahre; range: 70–96 Jahre) oder Furosemid (4,1%: mittleres Alter 80 Jahre; range: 67–90 Jahre) erhielten. Eine Anwendung von Risperidon zusammen mit anderen Diuretika (v.a. Thiaziddiuretika in niedriger Dosierung) war nicht mit vergleichbaren Ergebnissen assoziiert. Ein pathophysiolo­gischer Mechanismus zur Erklärung dieser Befunde wurde nicht identifiziert.

Vor der Anwendung soll eine Nutzen-Risiko-Abwägung für diese Kombination oder eine gemeinsame Behandlung mit anderen stark wirksamen Diuretika erfolgen. Eine erhöhte Mortalität bei Patienten die andere Diuretika in Kombination mit Risperidon anwendeten wurde nicht festgestellt.

Unabhängig von der Behandlung war Dehydratation ein allgemeiner Risikofaktor für Mortalität und muss daher bei älteren dementen Patienten vermieden werden (siehe Abschnitt 4.3).

Sonstige Bestandteile

Lactose

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.

4.5. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen durch Furosemid

Wirkungsabschwächun­g:

- Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR) : mögliche Abschwächung der blutdrucksenkenden Wirkung von Furosemid. Bei dehydrierten bzw. hypovolämischen Patienten können NSAR zu akutem Nierenversagen führen. Furosemid kann eine Salizylat-Toxizität verstärken.

-

- Sucralfat : vermindert die Aufnahme von Furosemid aus dem Darm. Die beiden Arzneimittel müssen in einem zeitlichen Abstand von mindestens 2 Stunden eingenommen werden.

verstärkte Wirkung:

- Antihypertensiva, Diuretika oder Arzneimittel mit blutdrucksenkendem Potenzial: In Kombination mit Furosemid ist bei diesen Arzneimitteln mit einem stärkeren Blutdruckabfall zu rechnen. Massive Blutdruckabfälle bis zum Schock und eine Verschlechterung der Nierenfunktion (in Einzelfällen akutes Nierenversagen) wurden insbesondere beobachtet, wenn ein ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezepor-Antagonist zum ersten Mal oder erstmals in höherer Dosierung gegeben wurde. Wenn möglich sollte die Furosemid -Therapie daher vorübergehend eingestellt oder wenigstens die Dosis für drei Tage reduziert werden, bevor die Therapie mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten begonnen oder die Dosis erhöht wird.

- Anästhetika, curareartige Muskelrelaxanzien: Verstärkung und Verlängerung der muskelrelaxierenden Wirkung bzw. verstärkter Blutdruckabfall.

- Oralen Antikoagulanzien: eine Dosisanpassung der Antikoagulanzien kann notwendig werden.

- Probenecid, Methotrexat und andere Arzneimitteln, die wie Furosemid in der Niere beträchtlich tubulär sezerniert werden: Furosemid kann deren renale Elimination verringern. Bei hochdosierter Behandlung (insbesondere sowohl mit Furosemid als auch mit einem der anderen Arzneimittel) kann dies zu erhöhten Serumspiegeln und einem größeren Nebenwirkungsrisiko durch Furosemid oder die Begleitmedikation führen. Zugleich kann die Wirkung von Furosemid durch derartige Arzneimittel verringert werden.

-

Elektrolytstörun­gen:

- Glukokortikoide, Carbenoxolon, ACTH, Salizylate, Amphothericin B, Penicillin G oder Laxanzien : Die gleichzeitige Anwendung mit Furosemid kann zu verstärkten Kaliumverlusten führen (Risiko einer Hypokaliämie). Große Mengen Lakritze wirken in dieser Hinsicht wie Carbenoxolon.

- Herzglykoside : Bei gleichzeitiger Behandlung ist zu beachten, dass bei einer sich unter FurosemidTherapie entwickelnden Hypokaliämie und/oder Hypomagnesiämie die Empfindlichkeit des Myokards gegenüber Herzglykosiden erhöht ist. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Kammerarrhythmien (inklusive Torsades de pointes) bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die ein Syndrom des verlängerten QT-Intervalls verursachen können (z. B. Terfenadin, einige Antiarrhythmika der Klassen I und III) und dem Vorliegen von Elektrolytstörun­gen.

Nephro- und Ototoxizität:

– Die Ototoxizität von Aminoglykosiden (z. B. Kanamycin, Gentamicin, Tobramycin) und anderen ototoxischen Arzneimitteln kann bei gleichzeitiger Gabe von Furosemid verstärkt werden. Auftretende Hörstörungen können irreversibel sein. Die gleichzeitige Anwendung der vorgenannten Arzneimittel darf nur bei zwingenden medizinischen Gründen erfolgen.

- nephrotoxische Arzneimittel (z. B. Antibiotika wie Aminoglykoside, Cephalosporine, Polymyxine): Furosemid kann die schädlichen Effekte verstärken, und zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen.

- Cisplatin : Bei gleichzeitiger Anwendung mit Furosemid ist mit der Möglichkeit eines Hörschadens zu rechnen. Wird bei einer Cisplatinbehandlung eine forcierte Diurese mit Furosemid angestrebt, so darf Furosemid nur in niedriger Dosis (z. B. 40 mg bei normaler Nierenfunktion) und bei positiver Flüssigkeitsbilanz eingesetzt werden. Andernfalls kann es zu einer Verstärkung der Nephrotoxizität von Cisplatin kommen.

- Röntgenkontras­tmittel : Bei Patienten mit hohem Risiko für eine Nierenschädigung tritt unter Behandlung mit Furosemid häufiger eine Verschlechterung der Nierenfunktion nach einer Röntgenkontras­tuntersuchung auf als bei Risikopatienten, die nur eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr (Hydratation) vor der Kontrastunter­suchung erhielten.

Sonstige Wechselwirkungen:

- Antidiabetika oder pressorische Amine (z. B. Epinephrin, Norepinephrin): Deren Wirkung kann bei gleichzeitiger Anwendung von Furosemid abgeschwächt werden.

- Ciclosporin A : Die gleichzeitige Anwendung mit Furosemid ist mit einem erhöhten Risiko von Arthritis urica verbunden, als Folge einer durch Furosemid verursachten Hyperurikämie und einer Beeinträchtigung der renalen Harnsäureaussche­idung durch Ciclosporin.

- Lithium : Die gleichzeitige Gabe von Furosemid führt über eine verminderte Lithiumausscheidung zu einer Verstärkung der kardio- und neurotoxischen Wirkung des Lithiums. Daher wird empfohlen, bei Patienten, die diese Kombination erhalten, den Lithiumplasmas­piegel sorgfältig zu überwachen.

- Hochdosierte Salizylate : Die Toxizität am ZNS kann bei gleichzeitiger Anwendung von Furosemid verstärkt werden.

- Risperidon: Vorsicht ist erforderlich; vor der Behandlung soll eine Nutzen-Risiko-Abwägung für die Kombination mit Furosemid oder die gemeinsame Behandlung mit anderen stark wirksamen Diuretika durchgeführt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Wechselwirkungen durch Spironolacton

- Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR): Die Kombination von nicht-steroidalen

Antiphlogistika mit Spironolacton kann zu einem Anstieg der Kaliumkonzentration im Blut und damit zu schwerwiegenden Hyperkaliämien führen. Die Wirkung von Spironolacton kann abgeschwächt werden.

– Die gleichzeitige Anwendung von Spironolacton in Kombination von Kaliumsalzen,

Arzneimittel, die die Ausscheidung von Kalium reduzieren, ACE-Hemmern

(z.B. Captopril, Enalapril), Angiotensin-II-Antagonisten (z.B. Candesartan, Valsartan), kaliumsparenden Arzneimitteln (Triamteren, Amilorid) oder Trimethoprim/Sul­famethoxazol (Cotrimoxazol) kann zu schweren, möglicherweise lebensbedrohlichen Hyperkaliämien führen.

- Carbenoxolon: Spironolacton und Carbenoxolon können sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinträchtigen. In diesem Zusammenhang wirken große Mengen an Lakritze vergleichbar wie Carbenoxolon.

– Wenn andere blutdrucksenkende Arzneimittel in Kombination mit Furo-Spirobene verabreicht werden, muss mit einem verstärkten Blutdruckabfall gerechnet werden.

- Neomycin kann die Resorption von Spironolacton verzögern.

– Über eine Verlängerung der Digoxin -Halbwertszeit kann es zu erhöhten Digoxin-Plasmaspiegeln kommen.

– Spironolacton und dessen Metabolit Canrenoat können mit der RIA-Bestimmung der DigoxinSerumkon­zentration interferieren.

– Bei der Kortisol-Bestimmung nach Mattingly kann Spironolacton zu falsch erhöhten Werten führen.

– Spironolacton bindet an den Androgenrezeptor und kann bei mit Abirateron behandelten Patienten mit Prostatakarzinom zu erhöhten Konzentrationen des prostataspezi­fischen Antigens (PSA) führen. Die Anwendung zusammen mit Abirateron wird nicht empfohlen.

Manche Elektrolytstörungen (z.B. Hypokaliämie, Hypomagnesiämie) können die Toxizität bestimmter Wirkstoffe (z.B. Digitalispräparate und Substanzen, die eine Verlängerung des QT-Intervalls hervorrufen können) verstärken.

Es wurden einzelne Fälle beschrieben, bei denen es nach intravenöser Gabe von Furosemid innerhalb von 24 Stunden nach Einnahme von Chloralhydrat zu Hitzegefühl, Schweißausbruch, Unruhe, Übelkeit, Blutdruckanstieg und Tachykardie kam. Eine solche Reaktion könnte auch mit Furo-Spirobene auftreten.

4.6. Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Furo-Spirobene ist während der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Schwangerschaft

Es liegen keine ausreichenden Daten für die Verwendung von Spironolacton bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Untersuchungen haben Feminisierung der Genitalien männlicher Nachkommen sowie Hinweise auf endokrine Störungen bei weiblichen und männlichen Nachkommen ergeben (siehe Abschnitt 5.3). Beim Menschen sind antiandrogene Wirkungen nachgewiesen worden.

Diuretika sind für die routinemäßige Therapie von Hypertonie und Ödemen in der Schwangerschaft nicht geeignet, da sie die Perfusion der Plazenta und damit das intrauterine Wachstum beeinträchtigen. Eine Verdrängung von Bilirubin aus der Albuminbindung und damit ein erhöhtes Kernikterusrisiko bei Hyperbilirubinämie wird für Furosemid diskutiert.

Furosemid darf in der Schwangerschaft nur unter besonders strenger Indikationsstellung und nur kurzfristig bei absoluter medizinischer Notwendigkeit angewendet werden. Eine Behandlung während der Schwangerschaft erfordert eine Überwachung des fetalen Wachstums.

Furosemid passiert die Plazenta und erreicht im Nabelschnurblut 100 % der maternalen Serumkonzentration. Bisher sind keine Fehlbildungen beim Menschen bekannt geworden, die mit einer Furosemid-Exposition in Zusammenhang stehen könnten. Es liegen jedoch zur abschließenden Beurteilung einer eventuellen schädigenden Wirkung auf den Embryo/Fötus keine ausreichenden Erfahrungen vor. Beim Feten kann dessen Urinproduktion in-utero stimuliert werden.

Weiters können bei Anwendung in der Spätschwangerschaft ototoxische Wirkungen sowie eine hypokaliämische Alkalose beim Feten entstehen.

Diuretika sind für die routinemäßige Therapie von Hypertonie und Ödemen in der Schwangerschaft nicht geeignet, weil sie die Perfusion der Plazenta beeinträchtigen und damit das intrauterine Wachstum.

Falls Furosemid bei Herz- oder Niereninsuffizienz der Schwangeren angewendet werden muss, sind Elektrolyte und Hämatokrit sowie das Wachstum des Feten genau zu überwachen. Eine Verdrängung des Bilirubin aus der Albuminbindung und damit ein erhöhtes Kernikterusrisiko bei Hyperbilirubinämie wird für Furosemid diskutiert.

Stillzeit

Die Anwendung von Furo-Spirobene während der Stillzeit ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Zur Ausscheidung von Spironolacton in die Muttermilch liegen keine Daten vor. Der pharmakologisch aktive Metabolit Canrenoat ist nachgewiesen worden (Milch/Plasma-Konzentration­sverhältnis 0,7).

Furosemid wird in die Muttermilch ausgeschieden und hemmt die Laktation.

4.7. Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Furo-Spirobene kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8. Nebenwirkungen

Sehr häufig: (> 1/10)

Häufig: (> 1/100, < 1/10)

Gelegentlich: (> 1/1.000, < 1/100)

Selten: (> 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten: (< 1/10.000)

Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: Hämokonzentration

Gelegentlich: Thrombozytopenie

Selten: Leukopenie, Eosinophilie, hämolytische Anämie, aplastische Anämie, Agranulozytose (Hinweise auf eine Agranulozytose können Fieber mit Schüttelfrost, Schleimhautverände­rungen und Halsschmerzen se­in).

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: allergische Reaktionen, diese können als Haut- und Schleimhautre­aktionen (siehe bei „Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellge­webes“) auftreten, selten als Arzneimittelfieber, Vaskulitis oder interstitielle Nephritis.

Selten: anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen (mit z.B. Schock).

Erste Anzeichen für einen Schock sind u.a. Hautreaktionen wie Flush oder Urtikaria, Unruhe, Kopfschmerz, Schweißausbruch, Übelkeit, Zyanose, allergische Reaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörun­gen

Sehr häufig: Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt (Hyponatriämie, Hypokaliämie, Hypochlorämie, Hypokalzämie, Hypomagnesiämie, Tetanie, Hypovolämie

und Dehydratation, speziell beim älteren Patienten), Die mögliche Entwicklung von Elektrolytstörungen wird durch zugrunde liegende Erkrankungen (z.B. Leberzirrhose, Herzinsuffizienz), Begleitmedikation und Ernährung beeinflusst.

Anstieg von Kreatinin und Triglyzeride im Serum

Häufig: Hyperurikämie (kann zu Gichtanfällen führen); Anstieg des Cholesterins im Serum (bildet sich jedoch bei Dauermedikation innerhalb eines Jahres wieder zurück).

Gelegentlich: Eine verminderte Glukosetoleranz kann unter der Behandlung mit Furosemid auftreten und hyperglykämische Zustände können vorkommen. Ein manifester Diabetes mellitus kann verschlechtert, ein latenter Diabetes mellitus manifest werden

Nicht bekannt: Anstieg von Harnstoff im Serum

Störungen im Säure-Basen-Haushalt sind möglich: Als Folge der Elektrolyt- und

Flüssigkeitsver­luste kann sich eine hyperchlorämische metabolische Alkalose entwickeln, bzw. eine bereits bestehende Alkalose verschlechtern.

Zusätzlich für Spironolacton:

Die beiden Wirkstoffe üben einen entgegen gesetzten Einfluss auf die Kaliumausscheidung

aus. Die Serum-Kaliumkonzentration kann, besonders zu Beginn der Behandlung, abnehmen (bedingt durch das frühere Einsetzen der Wirkung von Furosemid). Im Verlauf der Therapie kann die

Kaliumkonzentration wieder ansteigen (bedingt durch das spätere Einsetzen der Wirkung von Spironolacton), insbesondere bei Patienten mit Niereninsuffizienz.

Spironolacton kann – insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion – eine schwere Hyperkaliämie hervorrufen, die zum Auftreten von Muskellähmungen (hyperkalämische Paralyse) und Herzrhythmusstörun­gen führen kann.

Es kann zu einem reversiblen Anstieg stickstoffhaltiger harnpflichtiger Stoffe kommen.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Bei Patienten mit hepatozellulärer Insuffizienz: hepatische Enzephalopathie.

Gelegentlich : Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Verwirrtheitszus­tände, Ataxie

Selten: Parästhesien. Nach hohen Dosen kann ein lethargischer Zustand eintreten.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Sehstörungen, zum Teil auch Verstärkung einer bestehenden Myopie.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich: Bedingt durch die Ototoxizität von Furosemid kommt es zu meist reversiblen Hörstörungen und/oder Ohrgeräuschen (Tinnitus). Mit dieser Möglichkeit ist insbesondere bei gleichzeitigem Vorliegen einer Niereninsuffizienz oder einer Hypoproteinämie (z.B. bei nephrotischem Syndrom) – zu rechnen.

Gefäßerkrankungen

Häufig: Bei exzessiver Diurese kann es zu Dehydratation und als Folge einer Hypovolämie zur Hämokonzentration, sowie zu orthostatischen Regulationsstörun­gen oder zu Blutdruckabfall bis zum Kreislaufkollaps kommen.

Selten: Vaskulitis.

Nicht bekannt: Infolge übermäßiger Diurese kann es aufgrund einer Hypovolämie – insbesondere bei älteren Patienten und Kindern – zu Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Mundtrockenheit und Durst kommen. Als Folge von Hämokonzentration kann – insbesondere bei älteren Patienten – eine erhöhte Neigung zu Thrombosen auftreten.

Erkrankungen des Gastrointesti­naltrakts

Gelegentlich: Magen-Darm-Beschwerden (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Obstipation).

Sehr selten: Blutungen der Magenschleimhaut, gastrointestinale Ulcera (auch mit Blutungen). Akute Pankreatitis.

Nicht bekannt: Spironolacton kann gastrointestinale Krämpfe auslösen.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten: Furosemid kann zu intrahepatischer Cholestase und Erhöhung der Lebertransaminasen, Spironolacton zu einem Ansteigen der Leberenzyme und histologisch nachgewiesener Hepatitis führen.

Erkankungen der Haut und des Unterhautzellge­webes

Gelegentlich: allergische Haut- und Schleimhautre­aktionen, z.B. Rötung, Juckreiz, Hautausschlag, bullöse Exantheme, Urtikaria, Purpura, Erythema multiforme, Dermatitis exfoliativa, Photosensibilität. Ein Lupus erythematodes-artiges Syndrom wurde beschrieben.

Sehr selten: Erythema anulare sowie Lichen-ruber-planus-ähnliche Hautveränderungen, während der Behandlung mit Spironolacton Haarausfall.

Nicht bekannt: Stevens-Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, AGEP (akute generalisierte exanthemische Pustulose), DRESS (Arzneimittelau­sschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen), Spironolacton kann bei Frauen zu Hirsutismus führen.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkran­kungen

Sehr selten: Osteomalazie nach Gabe von Spironolacton.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: erhöhtes Harnvolumen

Selten: interstitielle Nephritis

Nicht bekannt: Symptome einer Harnabflussbe­hinderung (z.B. bei Prostatahyper­trophie, Hydronephrose, Ureterstenose) können durch Furosemid auftreten bzw. verschlechtert werden. Hierdurch kann es im äußersten Fall zur Harnsperre mit Überdehnung der Blase kommen.

Natrium- und Chloridkonzen­tration im Harn erhöht, Nierenversagen

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Häufig: Wegen seiner Ähnlichkeit mit Geschlechtshormonen kann Spironolacton bei Frauen und Männern zu einer gesteigerten Berührungsempfin­dlichkeit der Brustwarzen und zu Brustspannung führen. Männer: eine meist reversible Gynäkomastie kann auftreten.

Nicht bekannt: Bei Frauen wurde das Auftreten von Mastodynie oder Menstruationsstörun­gen beschrieben. Das Auftreten dieser Nebenwirkungen ist dosisabhängig. Spironolacton kann bei Männern zu Potenzstörungen führen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Selten: Fieber

Soziale Umstände

Selten: Spironolacton kann bei Frauen zu einer Vertiefung der Stimmlage, bei Männern zu einer Erhöhung der Stimmlage führen. Stimmveränderungen können auch in Form von Heiserkeit auftreten. Eine Veränderung der Stimmlage geht bei manchen Patienten auch nach Absetzen von Furo-Spirobene forte nicht zurück. Deshalb ist die therapeutische Notwendigkeit gegenüber diesem Risiko abzuwägen, insbesondere bei Personen mit Berufen, in denen die Stimme eine besondere Bedeutung hat (z.B. Theater-, Lehrberufe).

Kinder und Jugendliche

Nicht bekannt: Bei Frühgeborenen, die mit Furosemid behandelt wurden, wurde die Entwicklung einer Nephrolithiasis und/oder Nephrokalzinose beschrieben.

Bei Frühgeborenen mit Atemnotsyndrom kann eine diuretische Behandlung mit Furosemid in den ersten Lebenswochen das Risiko eines persistierenden Ductus arteriosus Botalli erhöhen. osteoklastische Knochenschädigung

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung direkt über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website:

4.9. Überdosierung

Symptome

Das klinische Bild bei akuter oder chronischer Überdosierung ist vom Ausmaß des Wasser- und Elektrolytverlustes abhängig.

Überdosierung kann zu Hypotonie, orthostatischen Regulationsstörun­gen und Elektrolytstörungen (Hypo- oder Hyperkaliämie, Hyponatriämie, Hypochlorämie) oder Alkalose führen. Ausgeprägte Flüssigkeits- und Natriumverluste können infolge Dehydratation und Hypovolämie zu Somnolenz und Verwirrtheitszus­tänden, zum Kreislaufkollaps, zur Hämokonzentration mit Thromboseneigung und zu einem akuten Nierenversagen führen. Bei raschen Wasser- und Elektrolytverlusten können delirante Zustandsbilder auftreten. Selten tritt ein anaphylaktischer Schock (Symptome: z.B. Schweißausbruch, Übelkeit, Zyanose, starker Blutdruckabfall, Bewusstseinsstörun­gen bis hin zum Koma) ein. Eine Hyperkaliämie kann zu Herzrhythmusstörun­gen (z.B. Vorhofflimmern, Kammerflimmern, AV-Block), Herzstillstand, EKG-Veränderungen (hohe zeltförmige T-Zacken und zunehmende Verbreiterung des QRS-Komplexes), Blutdruckabfall mit peripherem Kreislaufkollaps und neurologischen Störungen (schlaffe Lähmungen, Apathie, Verwirrtheitszus­tände) führen.

Therapiemaßnahmen

Bei Überdosierung oder Anzeichen einer Hypovolämie (Hypotonie, orthostatische Regulationsstörun­gen) muss die Behandlung mit Furo-Spirobene umgehend abgesetzt werden.

Die Therapie ist symptomatisch und unterstützend.

Bei nur kurz zurückliegender Einnahme kann durch Maßnahmen der primären Giftelimination (induziertes Erbrechen, Magenspülung) oder resorptionsmin­dernde Maßnahmen (medizinische Kohle) versucht werden, die systemische Aufnahme von Furo-Spirobene zu vermindern.

In schweren Fällen müssen unter intensivmedizi­nischen Bedingungen die vitalen Parameter überwacht sowie wiederholt Kontrollen des Wasser- und Elektrolythau­shaltes, des Säure-Basen-Haushaltes, des Blutzuckers und der harnpflichtigen Substanzen durchgeführt und Abweichungen gegebenenfalls korrigiert werden.

Bei Patienten mit Miktionsstörungen (z.B. bei Patienten mit Prostatahyper­trophie) muss für freien Harnabfluss gesorgt werden, da eine plötzlich einsetzende Harnflut zu einer Harnsperre mit Überdehnung der Blase führen kann.

Spezifische Antidots gegen Spironolacton und Furosemid sind nicht bekannt.

Therapeutische Maßnahmen

– bei Hypovolämie und Hyponatriämie: Natrium- und Volumensubstitution

– bei Kreislaufkollaps: Schocklagerung, falls nötig Schocktherapie

– bei Hypokaliämie: Kaliumsubstitution

– bei Hyperkaliämie: Bedrohliche Hyperkaliämien müssen unverzüglich einer

Intensivbehandlung zugeführt werden.

Normalisierung des Verhältnisses zwischen intra- und extrazellulärer Kaliumkonzentra­tion: Natriumhydrogen­carbonat erhöht über einen direkten Mechanismus die Kaliumaufnahme der Zelle: Infusion von 50 – 100 ml einer Imolaren (8,4%igen) Natriumhydrogen­carbonatlösun­g i.v.

(Wirkungseintritt: nach wenigen Minuten; Wirkungsdauer: mehrere Stunden).

Der Kaliumeinstrom in die Zelle wird besonders durch Glukose gefördert: z. B. 200 ml einer 25%igen (1,4 mol/l) Glukoselösung und 25 I.E. Altinsulin (1 I.E. Altinsulin pro 2 g Glukose) i.v. innerhalb von 30 – 60 Minuten infundieren (Wirkungsdauer: mehrere Stunden).

Elimination eines ggf. vorhandenen Kaliumüberschus­ses:

Nach den oben erwähnten Notfallmaßnahmen sollte überschüssiges Kalium durch längerfristig wirkende Maßnahmen aus dem Körper eliminiert werden. Lässt sich die renale Ausscheidung nicht steigern (z.B. durch Injektion von Furosemid), sind extrarenale Eliminationswege zu wählen. Hier ist die orale Gabe von Kationen-Austauscherharzen (z.B. Resonium A oder Calcium Resonium) zu empfehlen.

Lässt sich mit diesen Maßnahmen keine Normalisierung der extrazellulären Kaliumkonzentration erreichen, ist eine Peritoneal- oder Hämodialyse unumgänglich.

5. PHARMAKOLO­GISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1. Pharmako­dynamische Eigenschaften

Pharmakothera­peutische Gruppe: Diuretika, Diuretika und Kalium-sparende Diuretika , Schleifendiuretika und Kalium-sparende Diuretika; ATC-Code: C03EB01

Spironolacton

Spironolacton blockiert im spätdistalen Tubulus und im Sammelrohr kompetitiv die Bindung von Aldosteron an dessen zytoplasmatischen Rezeptor. Aldosteron kann dadurch nicht über seinen Rezeptor in den Zellkern eindringen, wodurch die Synthese der Aldosteron-induzierten Proteine unterbleibt. Damit wird der wesentlichen Aldosteronwirkung, der Natriumrückre­sorption und Kaliumsekretion entgegengewirkt.

Aldosteronrezep­toren werden renal sowie extrarenal, z.B. in den Speicheldrüsen und im Darm, gefunden. Spironolacton entwickelt nur in Gegenwart von endogenem oder exogenem Aldosteron eigene Aktivität. Die Wirkung kann durch ansteigende Aldosteronspiegel aufgehoben werden.

Weder die Produktion noch die Ausscheidung von Aldosteron wird in therapeutischen Dosen verringert. Nur in extrem hoher Dosierung hemmt Spironolacton die Biosynthese des Aldosterons. Spironolacton steigert die Natrium- und Chloridausscheidung sowie in geringem Maß die Calciumaussche­idung; reduziert werden die Kalium- und Ammoniumaussche­idung sowie die Azidität des Harns. Spironolacton vermindert die renale Magnesiumaussche­idung.

Bei alleiniger Anwendung hat Spironolacton nur eine geringe diuretische Wirksamkeit. Durch zusätzliche Gabe von Thiaziden oder Schleifendiuretika kann die Natriurese weiter gesteigert werden.

Spironolacton kann über eine Senkung der glomerulären Filtrationsrate die Serumharnstof­fkonzentration erhöhen.

Ein blutdrucksenkender Effekt bei Hypermineralo­kortikoidsyndro­men bzw. bei verschiedenen Erkrankungen mit primärem oder sekundärem Hyperaldostero­nismus ist erwiesen.

Furosemid

Furosemid ist ein starkes, kurz und schnell wirkendes Schleifendiure­tikum. Es hemmt im aufsteigenden Teil der Henle-Schleife über eine Blockierung des Na+/K+/2Cl–Ionen-Carriers die Rückresorption dieser Ionen. Die fraktionelle Natriumausscheidung kann dabei bis zu 35% des glomerulär filtrierten Natriums betragen. Als Folge der erhöhten Natriumausscheidung kommt es sekundär durch osmotisch gebundenes Wasser zu einer verstärkten Harnausscheidung und zu einer Steigerung der distal-tubulären K±Sekretion. Ebenfalls erhöht ist die Ausscheidung der Ca2± und Mg2±Ionen. Neben den Verlusten an vorgenannten Elektrolyten kann es zu einer verminderten Harnsäureaussche­idung und zu Störungen des Säure-Basen-Haushalts in Richtung metabolische Alkalose kommen.

Furosemid unterbricht den tubuloglomerulären Feed-back-Mechanismus an der Macula densa, so dass es zu keiner Abschwächung der saluretischen Wirksamkeit kommt.

Furosemid führt zu einer dosisabhängigen Stimulierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems.

Furosemid wirkt blutdrucksenkend infolge einer gesteigerten Natriumchlori­dausscheidung und einer verminderten Ansprechbarkeit der glatten Gefäßmuskulatur auf vasokonstrikto­rische Reize sowie infolge einer Blutvolumenabnahme.

Furosemid führt bei Herzinsuffizienz akut zu einer Senkung der Vorlast des Herzens durch Erweiterung der venösen Kapazitätsgefäße. Dieser frühe vaskuläre Effekt scheint durch Prostaglandine vermittelt zu sein und setzt eine ausreichende Nierenfunktion mit Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems und eine intakte Prostaglandin­synthese voraus.

5.2. Pharmako­kinetische Eigenschaften

Spironolacton

Resorption

Nach oraler Gabe wird Spironolacton rasch resorbiert (tmax1 – 2 Stunden). Spironolacton unterliegt bei oraler Applikation einem ausgeprägten „first-pass-Effekt“ und wird zu 7-a-Thiospironolacton, Canrenon bzw. Canrenoat, 7-a-Thiomethylspi­ronolacton bzw. 6-ß-Hydroxy-7-a-thiomethylspi­ronolacton metabolisiert. Maximale Konzentrationen dieser Metabolite treten nach etwa 2 – 3 Stunden auf. Die drei erstgenannten Metabolite besitzen, verglichen mit der Muttersubstanz, eine relative antimineralokor­tikoide Aktivität von 26, 68 bzw. 33%.

Bei gleichzeitiger Einnahme mit einer Mahlzeit ist die Absorption von Spironolacton gesteigert. Dies resultiert aus einer Zunahme der Serumkonzentra­tionen der Muttersubstanz und Metabolite um 50 bis 100 %.

Verteilung

In niedrigen Dosierungen (50 bis etwa 200 mg) steigt die Fläche unter der Serumkonzentrations-ZeitKurve von Canrenon linear mit der Dosis an, während höhere Dosierungen zu relativ niedrigeren Konzentrationen führen, am ehesten bedingt durch eine Verminderung der enzymatischen Umwandlung von Spironolacton in seine Metabolite.

Die Plasmaprotein­bindung von Spironolacton und Canrenon beträgt in Abhängigkeit von der Methodik etwa 90% (Gleichgewichtsdi­alyse) bzw. 98% (Ultrafiltration).

Spironolacton und seine Metabolite penetrieren die Plazentaschranke. Canrenon geht in die Muttermilch über.

Die diuretische Wirkung von Spironolacton setzt in der Regel langsam ein. Der Effekt ist etwa 2 – 3 Tage nach Therapiebeginn maximal und klingt etwa in der gleichen Zeit nach Absetzen des Arzneimittels wieder ab.

Biotransformation und Elimination

Die Elimination der Muttersubstanz erfolgt rasch (t1/2 etwa 1 – 2 Stunden), während die Metabolite langsamer ausgeschieden werden. Die terminalen Halbwertszeiten betragen für Canrenon etwa 20 Stunden, für 7-a-Thiomethylspi­ronolacton etwa 3 Stunden und für 6-ß-Hydroxy-7-a-thiomethylspi­ronolacton etwa 10 Stunden.

Die Ausscheidung erfolgt überwiegend im Urin, in geringerem Ausmaß über die Galle. Der Anteil von unverändertem Spironolacton ist gering. Im Urin werden nur Metabolite gefunden, vor allem Canrenon und sein Glukuronid-Ester sowie 6-ß-Hydroxysulfoxid.

Furosemid

Resorption

Nach oraler Applikation wird Furosemid zu 60 bis 70% aus dem Gastrointesti­naltrakt resorbiert. Bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz oder nephrotischem Syndrom kann die Resorption auf weniger als 30% reduziert sein.

Ein Wirkungseintritt kann nach ca. 30 Minuten erwartet werden.

Verteilung

Maximale Plasmaspiegel werden nach ca. 60 Minuten gemessen. Die Plasmaprotein­bindung von Furosemid beträgt ca. 95%; sie kann bei Niereninsuffizienz um bis zu 10% reduziert sein. Das relative Verteilungsvolumen liegt bei 0,2 l/kg KG (bei Neugeborenen 0,8 l/kg KG).

Biotransformation

Furosemid wird in der Leber nur geringgradig (ca. 10%) metabolisiert und überwiegend unverändert ausgeschieden.

Elimination

Die Elimination erfolgt zu zwei Dritteln renal, zu einem Drittel über Galle und Fäzes.

Die Eliminationshal­bwertszeit liegt bei normaler Nierenfunktion bei ca. 60 Minuten; sie kann bei terminaler Niereninsuffizienz auf bis zu 24 Stunden verlängert sein.

Patienten mit Nephrotischem Syndrom (siehe Abschnitt 4.4):

Bei bestehendem Nephrotischem Syndrom führt die reduzierte Plasmaprotein­konzentration zum Anstieg von ungebundenem, freiem Furosemid. Andererseits ist die Wirksamkeit von Furosemid bei diesen Patienten infolge der Bindung an intratubuläres Albumin und der erniedrigten tubulären Sekretion, reduziert.

Furosemid ist schlecht dialysierbar.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion:

Bei Patienten mit Leberversagen steigt die Halbwertszeit von Furosemid aufgrund des größeren Verteilungsvolumens um 30% bis 90% an. Zusätzlich gibt es in dieser Patientengruppe umfangreiche Variationen in allen pharmakokinetschen Parametern.

Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz, schwerer Hypertonie, ältere Patienten:

Die Elimination von Furosemid ist aufgrund einer reduzierten Nierenfunktion bei Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz, schwerer Hypertonie und älteren Patienten herabgesetzt.

5.3. Präklinische Daten zur Sicherheit

Chronische Toxizität

Spironolacton

In Langzeitunter­suchungen an Ratten wurden in hohen, klinisch irrelevanten Dosierungen tumorigene Effekte in Schilddrüse, Hoden, Leber und Uterus beobachtet.

Furosemid

Langzeitunter­suchungen an Ratte und Maus ergaben keine Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potenzial.

Reproduktionsto­xizität

Spironolacton

Feminisierende Wirkungen auf die äußeren Genitalien wurden bei den männlichen Nachkommen während der Trächtigkeit exponierter Ratten bei Tagesdosen von ca. 160 mg/kg Körpergewicht beobachtet. Endokrine Störungen bei beiden Geschlechtern (Veränderungen von Hormonkonzentra­tionen im Plasma) wurden schon bei ca. 80 mg/kg, Verminderung der ProstataGewichte bei männlichen Jungtieren bei 40 mg/kg gefunden. Untersuchungen an Ratten und Mäusen haben keine Hinweise auf teratogene Wirkungen ergeben.

Furosemid

In Studien zur Reproduktionsto­xikologie traten an Rattenfeten nach Gabe hoher Dosen eine verminderte Anzahl differenzierter Glomeruli, Skelettanomalien an Scapula, Humerus und Rippen (bedingt durch Hypokaliämie), sowie Hydronephrosen bei Maus- und Kaninchenfeten auf.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1. Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Lactose-Monohydrat

Maisstärke

Carboxymethylstärke-Natrium

Mikrokristalline Cellulose

Copovidon

Talkum

Natriumdodecyl­sulfat

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat

Filmüberzug

Talkum

Titandioxid E 171

Chinolingelb E 104

Eudragit E 100

6.2. Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3. Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5. Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackungen aus PVC-/Aluminium-Folie

20 und 50 Stück

6.6. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7. INHABER DER ZULASSUNG

TEVA B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Tel.Nr.: +43/1/97007–0

Fax-Nr.: +43/1/97007–66

e-mail:

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z. Nr.: 1–21922

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 07.04.1997

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23.05.2014

10. STAND DER INFORMATION

02.2022

Mehr Informationen über das Medikament Furo-Spirobene - Filmtabletten

Arzneimittelkategorie: standardarzneimittel
Suchtgift: Nein
Psychotrop: Nein
Zulassungsnummer: 1-21922
Rezeptpflichtstatus: Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Abgabestatus: Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Inhaber/-in:
Teva B.V., Swensweg 5, 2031 GA Haarlem, Niederlande

Das Medikament ist im ATC-Baum enthalten: