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Faktor VII "Takeda" 600 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung – Fachinformation

Die Fachinformation ist für Ärztinnen, Ärzte und Apotheken bestimmt. Leicht verständliche Angaben für Patientinnen und Patienten stehen im Beipackzettel: Dosierung, Nebenwirkungen, Andere Medikamente, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Rezeptpflichtig
Enthält den Wirkstoff:

Fachinformation - Faktor VII "Takeda" 600 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Faktor VII „Takeda“ 600 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Blutgerinnungsfaktor VII vom Menschen

1 Durchstechflasche enthält nominell 600 I.E.* Faktor VII vom Menschen.

Nach dem Auflösen in 10 ml sterilisiertem Wasser für Injektionszwecke enthält das Produkt ca. 60 I.E./ml (600 I.E./10 ml) Blutgerinnungsfaktor VII vom Menschen.

* Die Faktor VII-Aktivität wird mit dem in der europäischen Pharmakopoe beschriebenen chromogenen Assay gegen den internationalen WHO Standard für Faktor VII-Konzentrate bestimmt.

Die spezifische Aktivität von Faktor VII „Takeda“ beträgt mindestens 2 I.E. Faktor VII/mg Protein.

Nach dem Auflösen enthält das Produkt max. 20 I.E. FII / 100 I.E. FVII, max. 15 I.E. FIX / 100 I.E. FVII und max. 35 I.E. FX / 100 I.E. FVII.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Faktor VII enthält ca. 40 mg Natrium pro Durchstechflasche.

Weiters enthält jede Durchstechflasche Heparin-Natrium (max. 0,5 I.E. Heparin /I.E. FVII).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe, Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Weißes bis leicht gefärbtes Pulver (gefriergetrocknete Substanz).

Die gebrauchsfertige Lösung ist klar bis leicht opaleszent, farblos bis schwachgelb. Nach Auflösen des Pulvers hat die Lösung einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 und eine Osmolalität von nicht weniger als 240 mosmol/kg.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Faktor VII „Takeda“ dient zur

  • Behandlung von Blutungsstörungen bei isoliertem angeborenen Faktor VII-Mangel, - Prophylaxe von Blutungsstörungen bei isoliertem angeborenen Faktor VII-Mangel mit anamnestisch bekannten Blutungsereignissen und einer Faktor VII:C-Restaktivität unter 25% des Normalwerts (0,25 I.E./ml).

Dieses Arzneimittel enthält keinen aktivierten Faktor VIIa und soll nicht bei Hämophilen mit Inhibitor eingesetzt werden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Behandlung sollte unter der Aufsicht eines in der Therapie von Gerinnungsstörungen erfahrenen Arztes eingeleitet werden.

Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung liegen Daten über die klinische Anwendung von Faktor VII-Konzentraten nur in begrenztem Umfang vor. Aus diesem Grund können nur allgemeine Dosierungsrichtlinien gegeben werden. Eine genaue Dosierungsermittlung kann nur aufgrund regelmäßiger laboranalytischer Kontrollen des Faktor VII-Plasmaspiegels und unter Berücksichtigung des klinischen Zustandsbildes erfolgen.

Dosierung und Dauer der Substitutionstherapie richten sich nach dem Schweregrad des Faktor VII-Mangels, nach Ort und Ausmaß der Blutung und dem klinischen Zustand des Patienten. Der Zusammenhang zwischen dem individuellen Faktor VII Restspiegel und der klinischen Blutungsneigung ist nicht so eindeutig wie bei klassischer Hämophilie.

Die verabreichten Faktor VII-Einheiten werden in Internationalen Einheiten (I.E.) angegeben, die vom aktuellen WHO-Standard für Faktor VII-Produkte abgeleitet sind. Die Faktor VII-Aktivität im Plasma wird entweder als Prozentsatz (relativ zu normalem menschlichen Plasma) oder in Internationalen Einheiten (relativ zum internationalen Standard für Faktor VII im Plasma) angegeben.

Eine Internationale Einheit (I.E.) der Faktor VII - Aktivität entspricht der Menge an Faktor VII in 1 ml normalem menschlichen Plasma.

Die Berechnung der erforderlichen Faktor VII-Dosis basiert auf der Erfahrung, dass 1 Internationale Einheit (I.E.) Faktor VII pro kg Körpergewicht die Faktor VII-Aktivität im Plasma um ca. 1,9 % (1,9 I.E./dl bzw. 0,019 I.E./ml) der normalen Aktivität erhöht.

Die benötigte Dosis wird mit folgender Formel berechnet:

Berechnung in % bzw. I.E./dl:

Benötigte Einheiten = Körpergewicht (kg) x gewünschter Faktor VII-Anstieg (% der Norm) x 0,5*

*reziproker Wert der gemessenen recovery (dl/kg); Berechnung: 1/1,9 = 0,5

Bei bekannter individueller recovery sollte dieser Wert anstelle des Wertes 0,5 für die Berechnung verwendet werden.

Berechnung in I.E./ml:

Benötigte Einheiten = Körpergewicht (kg) x gewünschter Faktor VII-Anstieg (I.E./ml) x 53*

* reziproker Wert der gemessenen recovery (ml/kg); Berechnung: 1/0,019 = 52,6

Bei bekannter individueller recovery sollte dieser Wert anstelle des Wertes 53 für die Berechnung verwendet werden.

Die Dosis und Häufigkeit der Verabreichung ist entsprechend der klinischen Wirksamkeit des Produktes im Einzelfall anzupassen. Dies ist bei der Faktor VII Behandlung besonders wichtig, da die individuelle Blutungsneigung nicht streng mit der im Labor bestimmten Faktor VII Aktivität korreliert. Die Dosierungsintervalle richten sich nach der kurzen Halbwertszeit von Faktor VII, die ca. 3 – 5 Stunden beträgt. Wird Faktor VII „Takeda“ als intermittierende Injektion/Infusion verabreicht, sind oft Dosierungsintervalle von 6 – 8 Stunden ausreichend. Normalerweise sind bei der Behandlung eines Faktor VII-Mangels niedrigere Werte des mangelnden Faktors in Bezug auf die Aktivität im Normalplasma erforderlich als bei der klassischen Hämophilie (Hämophilie A und B). Untenstehende Tabelle enthält einige Hinweise zur Verabreichung intermittierender Injektionen/Infusionen auf Basis von begrenzten, klinischen Erfahrungen. Es gibt keine medizinischen Erkenntnisse aus klinischen Wirksamkeitsstudien.

Grad der Blutung

/ Art des

chirurgischen

Eingriffs

Erforderlicher Faktor VII Plasmaspiegel in

% bzw. I.E./dl*

Erforderlicher Faktor VII Plasmaspiegel

I.E./ml*

Häufigkeit der Dosierung

(Stunden) /

Behandlungsdauer (Tage)

Leichte Blutung10 - 200,10 – 0,20Als Einzeldosis
Schwere Blutung

25 – 40

(Min.-max. Spiegel)

0,25 – 0,40 (Min.-max. Spiegel)Für 8 – 10 Tage oder bis zur vollständigen Heilung **

Kleiner

chirurgischer Eingriff

20 - 300,20 – 0,30

Als Einzeldosis vor der Operation oder, wenn abgeschätzt werden kann, dass das Blutungsrisiko höher ist, bis zur

Wundheilung

Großer

chirurgischer Eingriff

Präoperativ >50 Danach 25 – 45 (Min.-max. Spiegel)Präoperativ >0,50 Danach 0,25 – 0,45 (Min-max. Spiegel)

Für 8 – 10 Tage oder bis zur vollständigen

Wundheilung**

* 1 I.E./ml = 100 I.E./dl = 100% des Normalplasmas. Die Faktor VII Aktivität im Plasma wird entweder als Prozentsatz (relativ zum normalen Plasma) oder in Internationalen Einheiten (relativ zum internationalen Standard für Faktor VII im Plasma) angegeben.

** Im Einzelfall können, besonders gegen Ende der Behandlung, aufgrund der klinischen Beurteilung niedrigere Dosen ausreichen um eine adäquate Blutstillung zu erreichen.

Kinder und Jugendliche

Aufgrund der unzureichenden Datenlage ist eine Anwendung von Faktor VII „Takeda“ bei Kindern unter 6 Jahren nicht empfohlen.

Art der Anwendung

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6 Langsam intravenös verabreichen (Nicht mehr als 2 ml pro Minute).

4.3 Gegenanzeigen

Faktor VII „Takeda“ darf nicht verabreicht werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
  • hohem Risiko für Thrombose oder Disseminierte intravasale Gerinnung (siehe

    Abschnitt 4.4.)

  • Patienten mit Heparinallergie oder heparininduzierter Thrombozytopenie in der

    Anamnese.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.

Im Zusammenhang mit der Verabreichung von Faktor VII-Produkten wurde über Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich anaphylaktischer Reaktionen berichtet. Bei der Anwendung von Faktor VII „Takeda“ traten Überempfindlichkeitsreaktionen auf (siehe Abschnitt 4.8).

Bei Auftreten allergischer oder anaphylaktischer Reaktionen muss die Infusion unverzüglich abgebrochen werden. Die Behandlung eines Schocks soll nach den Regeln der modernen Schocktherapie erfolgen. Die Patienten und/oder deren Pflegepersonen sollten über die möglichen Frühzeichen von Unverträglichkeitsreaktionen aufgeklärt werden, wie zum Beispiel Nesselausschlag, generalisierte Urtikaria, Engegefühl in der Brust, Atemnot, und Blutdruckabfall bis hin zum allergischen Schock. Die Patienten sollten angewiesen werden, beim Auftreten dieser Symptome die Behandlung abzubrechen und sofort ihren Arzt zu konsultieren.

Bei der Anwendung von Faktor VII „Takeda“ ist das potentielle Risiko, eine Thrombose oder eine disseminierte intravasale Gerinnung auszulösen, zu berücksichtigen. Bei Faktor VII „Takeda“ wurde über cerebrale Venenthrombosen, tiefe Venenthrombosen und Thrombophlebitis berichtet. Wegen des Risikos einer möglichen Entwicklung einer intravasalen Gerinnung oder Thrombose sollen Patienten unter Faktor VII-Therapie sorgfältig überwacht werden. Besondere Vorsicht ist bei der Anwendung von Faktor VII „Takeda“ bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit oder solchen mit Herzinfarkt in der Anamnese, weiters bei Patienten mit Lebererkrankungen, bei frisch Operierten und Neugeborenen sowie bei Personen mit Risikofaktoren für thromboembolische Ereignisse oder disseminierter intravasaler Gerinnung geboten. In diesen Fällen ist der potentielle Nutzen der Behandlung gegen das mögliche Risiko dieser Komplikationen abzuwägen.

Die Substitutionstherapie mit Faktor VII (einschließlich Faktor VII „Takeda“) kann zur Bildung zirkulierender Antikörper, die Faktor VII hemmen, führen. Das Auftreten solcher Inhibitoren manifestiert sich in einem unzureichenden klinischen Ansprechen auf die Behandlung.

Das aus menschlichem Plasma hergestellte Faktor VII Konzentrat enthält zusätzlich zu Faktor VII auch andere Humanproteine.

Standardmaßnahmen zur Verhinderung von Infektionen, die durch Arzneimittel aus menschlichem Blut oder Plasma übertragen werden können, schließen die Auswahl der Spender, die Testung der Einzelspenden und der Plasmapools auf spezifische Infektionsmarker und die Durchführung effektiver Herstellungsschritte zur Inaktivierung/Abtrennung von Viren mit ein. Trotzdem sind bei der Anwendung von aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln Infektionskrankheiten durch Übertragung von Erregern - auch bislang unbekannter Natur - nicht völlig auszuschließen.

Diese Maßnahmen werden für umhüllte Viren wie z.B. HIV, HBV und HCV sowie für das nicht umhüllte Virus HAV für wirksam erachtet. Diese Maßnahmen können bei manchen nicht umhüllten Viren, wie z.B. Parvovirus B19, eingeschränkt wirksam sein. Parvovirus B19 Infektionen können bei Schwangeren (foetale Infektion) und Personen mit Immundefekten oder gesteigerter Erythropoese (z.B. hämolytische Anämie) zu schweren Erkrankungen führen (siehe Abschnitt 4.6).

Wird ein aus menschlichem Blut oder Plasma hergestelltes Arzneimittel verabreicht, müssen geeignete Impfungen (Hepatitis A und B) in Betracht gezogen werden.

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält ca. 40 mg Natrium pro Durchstechflasche, entsprechend 2 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Wenn hohe Dosen Faktor VII „Takeda“ angewendet werden, so ist bei der Durchführung heparinempfindlicher Gerinnungsanalysen das im Präparat enthaltene Heparin zu berücksichtigen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Die Auswirkungen von Faktor VII „Takeda“ auf die Fertilität wurden nicht in kontrollierten klinischen Studien untersucht.

Die Sicherheit von Faktor VII „Takeda“ in der Schwangerschaft wurde nicht in kontrollierten klinischen Studien untersucht.

Tierexperimentelle Studien sind nicht geeignet um die Sicherheit hinsichtlich Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung zu beurteilen. Bei der Anwendung von Faktor VII „Takeda“ in der Schwangerschaft ist besondere Vorsicht geboten, das mögliche Risiko ist sorgfältig abzuwägen.

Informationen zu Parvovirus B19 Infektionen siehe Abschnitt 4.4.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen bekannt.

4.8 Nebenwirkungen

Nebenwirkungen aus klinischen Studien und im Rahmen der Überwachung nach Markteinführung

Die Häufigkeit wurde nach folgenden Kriterien angegeben: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000) und sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Die folgenden Nebenwirkungen stammen aus einer klinischen Studie mit 57 Kindern und Erwachsenen mit angeborenem Faktor VII Mangel, die Faktor VII Konzentrat zur Kontrolle akuter Blutungen, perioperativ und zur Langzeitprophylaxe von Blutungsepisoden erhalten haben. In dieser Studie gab es insgesamt 8234 Expositionstage für Faktor VII-Konzentrat.

Untenstehende Tabelle gibt sowohl die Nebenwirkungen aus dieser klinischen Studie als auch die im Rahmen der Überwachung nach Markteinführung an, gelistet nach MedDRA-Systemorganklasse und bevorzugtem Begriff, wenn möglich gereiht nach Schweregrad.

Systemorganklasse (SOC)

Nebenwirkung (Bevorzugter Begriff gemäß MedDRA-

Datenbank)

Häufigkeit
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsFaktor VII Inhibitoren (Anti-Faktor VII Antikörper positiv)Nicht bekannt
Erkrankungen des ImmunsystemsÜberempfindlichkeitsreaktionenNicht bekannt
Psychiatrische ErkrankungenVerwirrtheitNicht bekannt
SchlaflosigkeitNicht bekannt
UnruheNicht bekannt
Erkrankungen des NervensystemsCerebrale VenenthromboseNicht bekannt
SchwindelNicht bekannt
DysästhesieNicht bekannt
(Geschmacksstörungen)
KopfschmerzenNicht bekannt
HerzerkrankungenHerzrhythmusstörungenNicht bekannt
HypotonieNicht bekannt
GefäßerkrankungenHautrötung (Flush)Häufiga
Tiefe VenenthromboseNicht bekannt
Oberflächliche ThrombophlebitisNicht bekannt
HitzewallungNicht bekannt

Erkrankungen der

Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

BronchospasmusNicht bekannt
DyspnoeNicht bekannt
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsDurchfallNicht bekannt
ÜbelkeitNicht bekannt

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

HautrötungHäufiga
JuckreizNicht bekannt
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortFieberHäufiga
BrustschmerzenHäufiga
UnwohlseinbHäufiga
Unbehagen in der BrustNicht bekannt

a Die Häufigkeit pro Patient basiert auf der Anzahl der Patienten, die diese Nebenwirkung entwickelt haben, bei der der Arzt eine zumindest möglichen Zusammenhang gesehen hat und die auch von Takeda als möglich bewertet wurde.

b Unwohlsein beinhaltet den Begriff Benommenheit

Klasseneffekte

  • Allergische oder Anaphylaktische Reaktionen:

    Dies wurde selten beobachtet.

  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

    Fieber wurde selten beobachtet.

    Es wurde über Urtikaria und Übelkeit berichtet.

  • Gefäßerkrankungen

    Thromboembolische Ereignisse traten nach Verabreichung von Faktor VII Konzentraten vom Menschen selten auf (siehe Abschnitt 4.4). Schlaganfall, Herzinfarkt, arterielle Thrombose, Lungenembolie und Disseminierte Intravasale Gerinnung wurden berichtet.

Zur Sicherheit in Hinblick auf übertragbare Erreger siehe Abschnitt 4.4.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 Wien

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

www.basg.gv.at

4.9 Überdosierung

Die Gabe hoher Dosen Faktor VII-haltiger Produkte (Faktoren des Prothrombinkomplexes) wird mit dem Auftreten von Verbrauchskoagulopathie, Venenthrombosen, Lungenembolien und Myokardinfarkten in Verbindung gebracht.

Daher steigt bei Überdosierung das Risiko für das Auftreten thromboembolischer Komplikationen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihämorrhagika, Blutgerinnungsfaktor VII; ATC-Code: B02BD05

Faktor VII ist ein im normalen menschlichen Plasma vorhandener, Vitamin-K abhängiger Gerinnungsfaktor. Er ist ein Einzelketten-Glykoprotein mit einem Molekulargewicht von ca. 50.000 Dalton. Faktor VII ist das Zymogen der aktiven Serinprotease Faktor VIIa, durch welche das extrinsische System der Blutgerinnung initiiert wird. Der Gewebefaktor-Faktor VIIa-Komplex aktiviert die Blutgerinnungsfaktoren IX und X, wodurch die Faktoren IXa und Xa gebildet werden. Mit dem weiteren Fortschreiten der Gerinnungskaskade wird schließlich Thrombin gebildet, Fibrinogen wird in Fibrin umgewandelt und ein Gerinnsel entsteht. Die normale Bildung von Thrombin ist auch für die Plättchenfunktion als Teil der primären Hämostase von vitaler Bedeutung. Ein angeborener Faktor VII-Mangel ist eine autosomal-rezessive Erbkrankheit. Die Verabreichung eines humanen Faktor VII-Konzentrates führt zu einem Anstieg der Faktor VII-Aktivität im Plasma und kann damit vorübergehend den Gerinnungsdefekt bei einem Patienten mit Faktor VII-Mangel korrigieren.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach intravenöser Verabreichung von Faktor VII „Takeda“, beträgt die errechnete in vivo Recovery ungefähr 60 % – 100 %, die mittlere Halbwertszeit ungefähr 3 – 5 Stunden.

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse einer pharmakokinetischen Studie über „Recovery und Halbwertszeit von dampfbehandeltem Faktor VII-Konzentrat“ zusammen. Sie enthält pharmakokinetische Daten über die zunehmende Recovery (IR), die Fläche unter der Kurve (AUC), die mittlere Verweildauer (MRT), die Clearance (Cl), das Verteilungsvolumen im Gleichgewichtszustand (Vss) und über die Halbwertszeit (HL) sowohl in der Anfangsphase (HL 1) als auch in der Eliminationsphase (HL 2).

Ergebnisse:

IR

(I.E./dl pro I.E./kg)

AUC

(I.E. x h/ml)

MRT

(h)

Körper

Cl

(ml/h)

Vss

(ml)

HL

(h)

HL 1

(h)

HL 2

(h)

Min1,61,93,81005032,70,212,5
Q11,73,95,520613453,80,682,7
Median1,94,36,932618934,81,193,1
Q33,07,27,439633775,11,875,3
Max3,49,815,1531641010,52,7910,8

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Der in Faktor VII „Takeda“ enthaltene humane Blutgerinnungsfaktor VII ist ein physiologischer Bestandteil des menschlichen Plasmas und verhält sich wie der körpereigene Blutgerinnungsfaktor VII.

Untersuchungen zur Toxizität nach einmaliger Verabreichung sind nicht aussagekräftig, da hohe Dosen zu einer Volumenüberlastung am Tier führen würden. Untersuchungen zur chronischen Toxizität würden durch die Antikörperbildung der Tiere gegen das zugeführte heterologe Material verfälscht und sind daher nicht sinnvoll.

Da sich aus der klinischen Erfahrung kein Hinweis auf eine tumorigene oder mutagene Wirkung von Faktor VII „Takeda“ ergibt, werden experimentelle Studien, insbesondere in heterologen Spezies, nicht für notwendig erachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Pulver: Natriumcitrat-Dihydrat

Natriumchlorid Heparin-Natrium

Lösungsmittel: Sterilisiertes Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Bei Applikation durch eine Venenverweilkanüle empfiehlt es sich, vor und nach der Anwendung von Faktor VII „Takeda“ mit einer geeigneten Lösung, z.B. physiologischer Kochsalzlösung, zu spülen.

Da ein Ausbleiben des Behandlungserfolges als Folge einer Adsorption von Blutgerinnungsfaktor VII vom Menschen an der inneren Oberfläche einiger Infusionsbestecke auftreten kann, sollte nur das beigepackte Infusionsset verwendet werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Lagerungsbedingungen des rekonstituierten Arzneimittels:

Nach dem Auflösen soll Faktor VII „Takeda“ umgehend (innerhalb von 3 Stunden) verwendet werden, da das Präparat kein Konservierungsmittel enthält

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung ist über 3 Stunden bei Raumtemperatur belegt. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die Lösung dennoch unmittelbar verwendet werden, außer die Herstellung der gebrauchsfertigen Lösung schließt das Risiko einer mikrobiologischen Kontamination aus (validiert aseptische Umgebung). Wird die gebrauchsfertige Lösung nicht unverzüglich verwendet, liegen Lagerbedingungen und –zeit in der Verantwortung des Anwenders.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2°C – 8°C). Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

Restmengen sind wegen des Risikos einer bakteriellen Kontamination zu verwerfen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Das Pulver ist in Durchstechflaschen aus oberflächenbehandeltem Natronkalkglas der hydrolytischen Klasse II, das Wasser für Injektionszwecke in Durchstechflaschen aus neutralem Glas der hydrolytischen Klasse I verfügbar. Produkt- und

Lösungsmitteldurchstechflasche sind mit einem Butylgummistopfen verschlossen.

Packungsinhalt:

  • 1 Durchstechflasche mit Faktor VII 600 I.E. – Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
  • 1 Durchstechflasche mit 10 ml sterilisiertem Wasser für Injektionszwecke
  • 1 Transfernadel
  • 1 Belüftungsnadel
  • 1 Filternadel
  • 1 Einmalnadel
  • 1 Einmalspritze (10 ml)
  • 1 Infusionsset

Packungsgrößen: 1 x 600 I.E.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Zur Rekonstitution nur das beigepackte Verabreichungsset verwenden.

Das Arzneimittel soll erst unmittelbar vor der Verabreichung aufgelöst werden. Vor Verabreichung visuell auf sichtbare Partikel oder Verfärbung überprüfen. Die Lösung soll klar oder leicht opaleszent sein. Trübe Lösungen oder solche mit Niederschlag sind zu verwerfen.

Auflösung des Pulvers zur Herstellung einer Injektionslösung:

  1. 1.

    Erwärmung der ungeöffneten Lösungsmitteldurchstechflasche (sterilisiertes Wasser für

    Injektionszwecke) auf Raumtemperatur (max. +37°C).

  2. 2.

    Schutzkappen von Pulver- und Lösungsmitteldurchstechflasche entfernen (Abb. A) und die

    Gummistopfen beider Durchstechflaschen desinfizieren.

  3. 3. Ein Ende der Schutzkappe der beigepackten Transfernadel durch Drehen öffnen, entfernen und mit der Nadel in den Gummistopfen der Lösungsmitteldurchstechflasche einstechen (Abb. B und C).
  4. 4. Entfernen des anderen Endes der Schutzkappe der Transfernadel. Freies Ende nicht berühren!
  5. 5. Lösungsmitteldurchstechflasche umdrehen und das Ende der aufgesetzten Transfernadel in den Gummistopfen der Pulverdurchstechflasche einstechen (Abb. D). Durch das Vakuum in der Pulverdurchstechflasche wird das Lösungsmittel angesaugt.
  6. 6. Lösungsmitteldurchstechflasche samt Transfernadel von der Pulverdurchstechflasche abziehen (Abb. E). Um den Lösungsvorgang zu beschleunigen, sollte die Pulverdurchstechflasche sanft geschwenkt werden.
  7. 7.

    Nach vollständiger Auflösung des Pulvers die beigepackte Belüftungsnadel einstechen

    (Abb. F), wodurch eventuell entstandener Schaum zusammenfällt. Belüftungsnadel entfernen.

Injektion/Infusion:

  1. 1.

    Ein Ende der Schutzkappe der beigepackten Filternadel durch Drehen öffnen, entfernen und an die sterile Einmalspritze stecken. Die Lösung in die Spritze aufziehen (Abb. G). 2. Die Filternadel von der Spritze abziehen und die Lösung langsam (max. 2 ml pro Minute)

    mit dem beigepackten Infusionsset (bzw. Einmalnadel) intravenös verabreichen.

Bei Infusion muss das beigepackte Infusionsset verwendet werden

Abbildung A B C D E F G Nach der Injektion/Infusion alle verwendeten Kanülen zusammen mit der Spritze bzw. dem Venenpunktionsbesteck in der Produktschachtel entsorgen, um eine Gefährdung anderer Personen zu vermeiden.

Jede Verabreichung soll mittels beigefügter Selbstklebeetikette in der Krankengeschichte dokumentiert werden.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Takeda Manufacturing Austria AG, Industriestraße 67, 1221 Wien, Österreich

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr. 2-00299

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 18. Dezember 2003

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 3. Juni 2009

10. STAND DER INFORMATION

Januar 2022

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten.

Über dieses Dokument

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Stand 01/2022 · Zulassungsnummer (Z.Nr.): 2-00299

Was die Abschnitte und die Häufigkeiten der Nebenwirkungen bedeuten: Beipackzettel richtig lesen

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Was diese Angaben bedeuten

Abgabe?
Rezeptpflichtig?
  • Dieses Medikament ist rezeptpflichtig: Sie bekommen es nur mit einem ärztlichen Rezept. Bei einmaliger Abgabe gilt das Rezept für eine Abgabe, außer die Ärztin oder der Arzt ordnet die wiederholte Abgabe ausdrücklich an. Bei wiederholter Abgabe darf die Apotheke das Medikament noch bis zu fünfmal abgeben, wenn auf dem Rezept nichts anderes steht.
  • Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf ärztliche Verschreibung
Abgabestelle? Apotheke
Wirkstoff? Gerinnungsfaktor vii
Darreichungsform? Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ATC-Klassifikation?
  1. B Blut und blutbildende Organe
    1. B02 Antihämorrhagika
      1. B02B Vitamin K und andere Hämostatika
        1. B02BD Blutgerinnungsfaktoren
          1. B02BD05 Blutgerinnungsfaktor VII
Zulassung (Z.Nr.)? 2-00299; seit 18.12.2003
Inverkehrbringen? keine Einstellung gemeldet
Zulassungsinhaber? Takeda Manufacturing Austria AG, Industriestraße 67, 1221 Wien, Österreich

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Daten vom 27.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.