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Spasmium Oralkapseln – Fachinformation

Die Fachinformation ist für Ärztinnen, Ärzte und Apotheken bestimmt. Leicht verständliche Angaben für Patientinnen und Patienten stehen im Beipackzettel: Dosierung, Nebenwirkungen, Andere Medikamente, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Rezeptpflichtig
Enthält den Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Spasmium - Oralkapseln

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

SPASMIUM - Oralkapseln

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Oralkapsel enthält 20 mg Caroverin

Sonstige Bestandteile: partiell hydriertes Sojabohnenöl, Glycerol, Natrium-ethyl-4-hydroxybenzoat (E 217) und Natrium-propyl-4-hydroxybenzoat (E 219).

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Rote Weichkapsel

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Spasmium-Oralkapseln werden angewendet

  • zur Behandlung von Spasmen aller Hohlorgane, des Magen-Darm-Traktes, des Gallenwegsystems (Gallenkoliken), der harnableitenden Wege (Nierenkoliken) und im Bereich des weiblichen Urogenitaltraktes;
  • zur Behandlung bestimmter Formen von Bronchialspasmen und Gefäßspasmen (z.B. cerebrale Durchblutungsstörungen);
  • zur symptomatischen Begleittherapie beim Alkohol- oder Drogenentzug.

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Bei Spasmen:

Erwachsene: 3 – 4 mal täglich 1 – 2 Kapseln

Kinder über 3 Jahre: 1- 2 Kapseln täglich.

Bei cerebralen Durchblutungsstörungen: Bis zu 4 mal täglich 3 Kapseln

Bei Alkohol- und Drogenentzug:

Individuell nach der Intensität der Symptomatik, im Allgemeinen 3 mal täglich 2 Kapseln. Eine Maximaldosis von 8 Kapseln pro Tag sollte nicht überschritten werden.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Caroverin, Erdnuss, Soja oder einen der sonstigen Bestandteile.

Akute Magen- und Darmulcera.

Kinder unter 3 Jahre.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Vorsicht ist geboten bei Gastritiden, Leberschäden und bei starken Miktionsstörungen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Keine bekannt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Fertilität

Keine relevanten Daten verfügbar.

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Caroverin bei Schwangeren vor Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen (siehe 5.3). Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.

Stillzeit

Da nicht bekannt ist, ob Caroverin in die Muttermilch übergeht, ist vor Anwendung von Spasmium abzustillen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Spasmium hat keinen oder vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Sehr häufig≥1/10
Häufig≥1/100, <1/10
Gelegentlich≥1/1.000, <1/100
Selten≥1/10.000, <1/1.000
Sehr selten<1/10.000
nicht bekanntHäufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad

Angegeben

Gefäßerkrankungen:

Selten: das Auftreten einer geringen Blutdrucksenkung ist möglich.

Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Selten: Hautrötungen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Selten: Benommenheit

Harn- und Stuhlverhalten sowie eine Veränderung des Blasenharns wurden nicht beobachtet.

4.9 Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet. Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Die Therapie richtet sich nach der Symptomatik.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel bei funktionellen Störungen des Darms;

ATC-Code: A03AX11

Caroverin ist ein Chinoxalin-Derivat mit direkter spasmolytischer Wirkung auf die glatte Muskulatur und nachgewiesenen Calcium-antagonistischen Effekten.

Caroverin wirkt nur auf spastische Kontraktionen der glatten Muskulatur und verändert eine normotone Ausgangslage nicht. Zum Unterschied von atropinartigen Spasmolytika treten bei Caroverin störende Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Erhöhung des intraokulären Druckes (Engwinkelglaukom) und Akkommodationsstörungen nicht auf. Ebenso ist Caroverin bei Prostataadenom I und II nicht kontraindiziert.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Ausscheidung von Caroverin erfolgt überwiegend biliär und nur geringfügig renal.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Bei intravenöser Gabe wurde für die akute Toxizität im Tierversuch LD50-Werte im Bereich von 26 - 46 mg/kg Körpergewicht bestimmt. Sie liegen um den Faktor 10 - 15 über den am Menschen angewendeten therapeutisch Dosen.

Bei wiederholter intravenöser Gabe über 4 Wochen zeigten sich bis zu Dosen von 5 mg/kg Körpergewicht keine toxischen Effekte, funktionelle oder morphologische Veränderungen (No-Effect-Level).

In-vitro- und in-vivo-Untersuchungen zur Mutagenität ergaben keine Hinweise auf mutagene Wirkungen von Caroverin.

Reproduktionsstudien an zwei Tierspezies haben keinen Hinweis auf teratogene Wirkungen für Caroverin ergeben. Es ist nicht bekannt, ob Caroverin in die Muttermilch übergeht.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Rüböl,

partiell hydriertes Sojabohnenöl,

Sojalecithin,

gelbes Wachs,

Gelatine,

Glycerol 85 %,

Cochenillerot,

Titandioxid,

Natrium-ethyl-4-hydroxybenzoat (E 217),

Natrium-propyl-4-hydroxybenzoat (E 219).

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern. Kunststoffröhrchen in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Kunststoffröhrchen mit Stopfen (aus Polyethylen)

Packungsgrößen: 25 Stück und 6 x 25 Stück

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Phafag Pharma Research & Trading GmbH,

Schulgasse 5,

A-8010 Graz.

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.: 12.589

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

  1. 3. Juli 1964

10. STAND DER INFORMATION

07/2011

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig.

Über dieses Dokument

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Stand 07/2011 · Zulassungsnummer (Z.Nr.): 12589

Was die Abschnitte und die Häufigkeiten der Nebenwirkungen bedeuten: Beipackzettel richtig lesen

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Angaben zum Medikament Spasmium - Oralkapseln

Was diese Angaben bedeuten

Abgabe?
Rezeptpflichtig?
  • Dieses Medikament ist rezeptpflichtig: Sie bekommen es nur mit einem ärztlichen Rezept. Bei einmaliger Abgabe gilt das Rezept für eine Abgabe, außer die Ärztin oder der Arzt ordnet die wiederholte Abgabe ausdrücklich an. Bei wiederholter Abgabe darf die Apotheke das Medikament noch bis zu fünfmal abgeben, wenn auf dem Rezept nichts anderes steht.
  • Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen ärztliche Verschreibung
Abgabestelle? Apotheke
Wirkstoff? Caroverin
Darreichungsform? Weichkapsel
ATC-Klassifikation?
  1. A Alimentäres System und Stoffwechsel
    1. A03 Mittel bei funktionellen gastrointestinalen Störungen
      1. A03A Mittel bei funktionellen gastrointestinalen Störungen
        1. A03AX Andere Mittel bei funktionellen gastrointestinalen Störungen
          1. A03AX11 Caroverin
Zulassung (Z.Nr.)? 12589; seit 03.07.1964
Inverkehrbringen? keine Einstellung gemeldet
Zulassungsinhaber? Phafag Pharma Research & Trading GmbH, Unionstraße 90, 4020 Linz, Österreich

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Daten vom 27.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.