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Somatin 3 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung – Fachinformation

Die Fachinformation ist für Ärztinnen, Ärzte und Apotheken bestimmt. Leicht verständliche Angaben für Patientinnen und Patienten stehen im Beipackzettel: Dosierung, Nebenwirkungen, Andere Medikamente, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Rezeptpflichtig
Stärke des Medikaments:
3 mg
Enthält den Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Somatin 3 mg - Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Somatin 3 mg - Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Durchstechflasche enthält 3 mg Somatostatin, welches als Acetathydrat zu 3.09 - 3.90 mg (gemäss Ph. Eur.) vorliegt

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Aussehen des Arzneimittels: weißes gefriergetrocknetes Pulver

pH-Wert der rekonstituierten Lösung: 6 – 8

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Somatin wird angewendet bei Erwachsenen.

  • Akute Blutung aus Ösophagusvarizen (in Kombination mit endoskopischer Behandlung). − Schwere akute gastroduodenale Ulkusblutung.
  • Schwere akute Blutung bei akuter erosiver bzw. hämorrhagischer Gastritis. − Prophylaxe von postoperativen pankreatischen Komplikationen nach Pankreaschirurgie. − Zur Sekretionseinschränkung als adjuvante Behandlung von oberen Dünndarm-, Pankreas- und

    Gallenfisteln.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Verabreichung einer Sättigungsdosis:

Zu Beginn wird eine einzelne Sättigungsdosis von 3,5 μg Somatin/kg (zum Beispiel für einen Patienten mit 75 kg Körpergewicht 262,5 μg Somatin) als langsame intravenöse Injektion über eine Minute gegeben.

Infusion der Erhaltungsdosis:

Für die Erhaltungsdosis wird Somatin als Dauertropfinfusion gemäß der allgemeinen Empfehlung von 3,5 μg/kg/h verabreicht.

KörpergewichtDosierung
50 kg175 µg/h
60 kg210 µg/h
70 kg245 µg/h
80 kg280 µg/h

Kinder und Jugendliche

Derzeit liegen keine Ergebnisse aus klinischen Studien über die Anwendung von Somatostatin an Kindern oder Jugendlichen vor. Daher kann die Anwendung von Somatin in diesen Patientengruppen nicht empfohlen werden.

Dosisanpassung bei älteren Patienten (ab 65 Jahre)

Eine Dosisanpassung wird bei älteren Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion empfohlen (siehe Abschnitt „Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion“).

Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin Clearance ≤ 30 ml/min) Die Dosis sollte auf 1,75 µg/kg Körpergewicht/Stunde für eine Dauerinfusion und auf 1,75 µg/kg Körpergewicht für eine Bolusdosis reduziert werden.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei diesen Patienten ist keine Dosisanpassung notwendig.

Art der Anwendung

Zur i.v. Infusion nach Auflösen des Pulvers.

Die Lösung ist unmittelbar vor der Anwendung zuzubereiten. Keinesfalls dürfen zuckerhaltige Lösungsmittel verwendet werden.

Bei einem Körpergewicht von 70 - 75 kg und einer Infusionsdauer von 12 Stunden kann im Allgemeinen folgendes Beispiel angewendet werden:

a.) Infusion mit Perfusor (i.v.):

3 mg Somatin Pulver werden in 48 ml steriler pyrogenfreier isotonischer Natriumchloridlösung aufgelöst. Der Perfusor wird so eingestellt, dass ein Durchlauf von 4 ml/h = 250 µg Somatin/Stunde gewährleistet ist.

  1. b) Als Tropfinfusion (i.v.):

3 mg Somatin Pulver werden in 480 ml steriler pyrogenfreier isotonischer Natriumchloridlösung aufgelöst. Die Tropfgeschwindigkeit wird so eingestellt, dass 40 ml/h = 250 µg Somatin/Stunde infundiert werden. Kontrolle der ununterbrochenen Infusion ist erforderlich.

Abhängig von der Indikation dauert die Infusion:

48 - 120 StundenAkute Blutung aus Ösophagusvarizen (in Kombination mit Sklerotherapie)
120 StundenAkute gastroduodenale Varizenblutung
50 - 60 StundenGastroduodenale Blutung, erosive und blutende Gastritis
120 - 140 StundenProphylaxe von postoperativen Komplikationen nach Pankreasoperation
5 - 14 TageZur Sekretionseinschränkung als adjuvante Behandlung von oberen Dünndarm-, Pankreas- und Gallenfisteln

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitte 6.6.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Somatin darf in der Stillzeit nicht angewandt werden.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Somatin ist für den Gebrauch im Krankenhaus bestimmt.

Patienten, die mit Somatin behandelt werden, sollten unter streng medizinischer Beobachtung stehen. Arteriell spritzende Blutungen sind chirurgisch zu behandeln (endoskopische Kontrolle). Die Bolusinjektion sollte langsam über mindestens eine Minute injiziert werden. Die Infusion muss als Dauerinfusion verabreicht werden. Am Beginn der Infusion kann eine Hypoglykämie auftreten, der nach 2 bis 3 Stunden ein Anstieg der Blutglukose, aufgrund von Gleichgewichtsstörungen zwischen den antagonistisch wirksamen Hormonen, Insulin und Glukagon, folgen kann. Aus diesem Grund muss der Blutzuckerspiegel in Abständen von 4 bis 6 Stunden regelmäßig kontrolliert werden. Vorsicht ist geboten bei einer möglichen gleichzeitigen Verabreichung jeder Art von Zucker (siehe Abschnitt 4.5. Wechselwirkungen).

Somatin kann folgende pharmakodynamisch bedingte kardiovaskuläre Einflüsse haben: vorübergehende systemische arterielle Hypertonie, vorübergehend reduzierte Herzleistung, erhöhter pulmo-arterieller Druck, erhöhter zentral-venöser Druck, systemische arterielle Hypotonie, Bradykardie, AV-Block.

Konsequenterweise sollten daher zu Beginn der Behandlung mit Somatin die Vitalparameter des Patienten beobachtet werden, insbesondere nach Verabreichung der Bolusinjektion. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit beeinträchtigtem kardiovaskulärem Zustand oder einer positiven Anamnese einer kardialen Arrhythmie, die diese Effekte möglicherweise nicht kompensieren können.

Da die glomeruläre Filtrationsrate, der Harnfluss und die Natriumkonzentration im Blut während einer Behandlung mit Somatin erniedrigt sein können, werden regelmäßige Kontrollen der Nierenfunktion sowie der Elektrolyte im Plasma empfohlen.

Somatin verursacht die Hemmung der intestinalen Absorption bestimmter Nährstoffe. Da Somatin auch die Sekretion anderer gastrointestinaler Hormone hemmt, kann eine plötzliche Unterbrechung der Infusion, speziell bei Patienten mit Fisteln, zu einem Rebound-Effekt führen. Daher sollte innerhalb der ersten 48 Stunden nach Abheilung der Fistel weiterhin die Hälfte der empfohlenen Tagesdosis verabreicht werden, um das Auftreten eines Rebound-Effektes zu verhindern.

Die Einflüsse von Somatin auf die Vitalparameter, den Zuckergehalt des Blutes und die Nierenfunktion sollten nach Abschluss der Behandlung mit Somatin weiter beobachtet werden.

Nach rascher intravenöser Injektion von Somatin wurden Brechreiz, Hitzegefühl und kurzfristiger Blutdruckanstieg beobachtet. Dies kann durch langsame Injektionstechnik (über mind. 1 Minute) vermieden werden.

Wegen des Sensibilisierungsrisikos sind Wiederholungsbehandlungen innerhalb von 6 Monaten nach Möglichkeit zu vermeiden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Somatin verlängert die Wirkung von Barbituraten und verstärkt den Effekt von Pentetrazol.

Durch die große Anzahl pharmakodynamischer Wirkungen von Somatin auf verschiedene Regelungssysteme sind viele pharmakodynamische Wechselwirkungen möglich. Pharmakodynamische Interaktionen mit einer möglichen klinischen Bedeutung wurden mit Arzneimitteln wahrgenommen, die einen Einfluss auf die Regelung der Glykämie, auf die Renin-Plasmaspiegel und auf den arteriellen Blutdruck haben, wobei sich herausgestellt hat, dass Somatin die Wirkung dieser Arzneimittel im Hinblick auf diese Parameter verändern kann. Eine gleichzeitige Verabreichung von Zucker in all seinen Formen (einschließlich Glukose- oder Fruktoselösungen oder völlig parenterale Ernährung) kann eine Störung der Glykämie verursachen, und erfordert folglich eine regelmäßige Kontrolle der Glykämie.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Auswirkung auf die Fertilität vor.

Schwangerschaft

Derzeit liegen keine adäquaten Daten über die Verwendung von Somatostatin in der Schwangerschaft vor. Ebenso liegen keine Erkenntnisse aus präklinischen Reproduktionsstudien vor. Eine Gabe von Somatin wird daher während der gesamten Dauer der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob die Substanz in die Muttermilch übertritt. Ein Abbau im Magen-Darm-Trakt des Säuglings ist wahrscheinlich. Somatin darf in der Stillzeit nicht angewandt werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8 Nebenwirkungen

Selten (≥1/10.000, <1/1.000)

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

  • Hyperglykämie
  • Hypoglykämie

Herzerkrankungen

  • Auriculoventrikulärer Block
  • Bradykardie
  • Arrhythmie
  • Ventrikuläre Extrasystolen

Gefäßerkrankungen

  • Arterielle Hypertonie
  • Arterielle Hypotonie
  • Hitzewallungen
  • Schwindelgefühl

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

  • Abdominale Schmerzen
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Steatorrhoe
  • Erbrechen

Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

  • Juckreiz

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

  • Abrupte Unterbrechung der Dauerinfusion kann zu einem Rebound-Effekt der behandelten

    Krankheit führen, insbesondere bei Fistel-Patienten

Sehr selten (<1/10.000)

Untersuchungen

  • Beeinträchtigung der Thrombozytenaggregation während der Somatostatin Infusion - Eine Verringerung der Thrombozytenkonzentration am Tage nach der Infusion

Hitzewallungen, Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall, die bei einer schnellen Infusion wahrgenommen wurden, können durch eine langsamere Verabreichung der Infusion vermieden werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, Traisengasse 5, 1200 WIEN, ÖSTERREICH, oder Fax: + 43 (0) 50 555 36207, oder Website: http://www.basg.gv.at/ anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Das Auftreten von Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen sowie von metabolischen Störungen (Hypoglykämie und Hyperglykämie) wurde während der Verabreichung hoher Dosen von Somatin gemeldet.

Die Behandlung der Überdosierung ist symptomatisch. Es ist kein Antidot bekannt. Durch die kurze Halbwertszeit von Somatostatin im Blut (2 Minuten) führt die Einstellung der Verabreichung zu einem raschen Abklingen der Symptome. Eine regelmäßige Kontrolle der Glykämie, der kardiovaskulären Parameter, der Nierenfunktion und der Plasma Elektrolyte wird im Fall einer Überdosis empfohlen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Hypothalamus-Hormon – Anti-Wachstumshormon, ATC-Code: H01CB01

Somatostatin (SRIF = Somatotropin Release Inhibiting Factor, GIF = Growth Hormone In-hibiting Factor) ist ein zyklisches Tetradekapeptid folgender Sequenz:

Ala-Gly-Cys-Lys-Asn-Phe-Phe-Trp

Cys-Ser-Thr-Phe-Thr-Lys

Das natürlich auftretende Somatostatin ist ein zyklisches 14-Aminoacid Oligopeptid, welches ursprünglich aus dem Hypothalamus von Tieren isoliert wurde und später sowohl im Epithel als auch in Nervenfasern im ganzen gastrointestinalen System gefunden wurde. Somatin ist ein synthetisches Polypeptid, welches dem natürlichen Hormon gleicht.

Somatostatin-14 bindet sich an alle 5 Arten von Somatostatin-Rezeptoren.

Somatostatin ist ein Regulatorpeptid des Hypothalamus, des Zentralnervensystems, des Pankreas und des Gastrointestinaltraktes.

In pharmakologischen Dosen angewandt bewirkt Somatostatin:

  • Hemmung der basalen und stimulierten Gastrinfreisetzung
  • Hemmung der durch Testmahlzeit und Pentagastrin stimulierten Magensäuresekretion − Hemmung der Pepsinsekretion
  • Reduktion der Splanchnikusdurchblutung
  • Hemmung der endokrinen und exokrinen Pankreasfunktion

Weiterhin bekannte hormonelle Wirkungen betreffen die Suppression von endogenem Wachstumshormon, ACTH und TSH, vasoaktive intestinal polypeptid (VIP), gastric inhibitory polypeptide (GIP), Glucagon, Insulin und Motilin.

Ferner verzögert es die Magenentleerung, hemmt die Gallenblasenkontraktion und vermindert die myoelektrische Aktivität des Dünndarms.

Eine Bolusinjektion von 250 µg Somatostatin ruft einen schnellen Abfall des oesophagealen intravarikösen Drucks bei zirrhotischen Patienten herbei, welcher sich stärker ankündigt als der Abfall verursacht durch die Dauerinfusion. Eine Dauerinfusion mit Somatostatin hat einen nachhaltigen Effekt auf das Senken des oesophagealen intravarikösen Drucks bei diesen Patienten. Somatostatin dürfte auch einen Einfluss auf die Regulierung der Hämostase haben. Zirkulierende Plättchenaggregate wurden bei insulinpflichtigen diabetischen Patienten unter der Behandlung mit Somatostatin beobachtet.

Versuchsweise wurde das Präparat in einzelnen Fällen auch bei Ösophagusblutungen sowie prä- und intraoperativ zur Sekretionshemmung bei Tumoren des Apud-Systems mit teilweise gutem Erfolg eingesetzt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

  1. a) Allgemeines

Somatostatin ist ein frei löslicher Stoff. Da Somatostatin ein Peptid ist und aufgrund seiner kurzen Plasmahalbwertszeit, sollte es in kontinuierlicher intravenöser Dauerinfusion verabreicht werden. Obwohl es einerseits scheint, dass eine chronische Leberinsuffizienz die metabolische Clearance von Somatostatin nicht beeinflusst, wird doch andererseits eine dosisabhängige Verringerung der Clearance-Rate bei Patienten mit chronischem Nierenversagen im Letztstadium beobachtet. Somatostatin ist bekannt dafür, rasch in ein äquipotentes, nahe verwandtes Molekül, das Des-Ala1-Somatostatin, umgewandelt zu werden.

  1. b) Generelle Merkmale der aktiven Substanz nach Administration des Wirkstoffes Resorption

Da es sich bei Somatostatin um ein Peptid handelt, ist es therapeutisch ausschließlich zur intravenösen Administration geeignet. Die Absorption und Bioverfügbarkeit beträgt daher annähernd 100%. Bei Dauerinfusion wird der maximale Plasmaspiegel innerhalb von 15 Minuten erreicht. Der mittlere Plasmaspiegel hängt von der Infusionsrate ab und schwankt somit zwischen 300 und 3.000 pg/ml unter Zugrundelegung der empfohlenen Infusionsgeschwindigkeit von 0,250 mg/Stunde. Es wurde berichtet, dass nach einer subkutanen Bolusinjektion, Cmax 5 Minuten nach Verabreichung eintritt und in niedrigeren Somatostatin Plasmaspiegeln resultiert, als wenn die gleiche Dosis intravenös verabreicht wird.

Verteilung

Eine Aufnahme aus dem Plasma in die Muskeln, Haut und den Intestinalbereich erfolgt rasch. Somatostatin wird dann langsam aus dem extravaskulären Gewebe in das Plasma abgegeben. Durch die Bindung an Plasmaproteine wird Somatostatin teilweise vom proteolytischen Abbau geschützt, was seine radioimmunologische Bestimmung beeinträchtigt.

Biotransformation

Somatostatin wird bekannterweise rasch in ein nahe verwandtes Molekül, das Des-Ala1-Somatostatin umgewandelt, welches in verschiedenen biologischen Prüfsystemen äquipotent zu Somatostatin ist (Verringerung der Freisetzung von Insulin, Glucagon und des Wachstumshormons). Bereits 2 Minuten nach Applikation werden 40% des verabreichten Somatostatin in Des-Ala1-Somatostatin umgewandelt.

Obwohl die Leber in Hinblick auf die Verstoffwechselung von Somatostatin keine Hauptrolle spielt, dürften die Nieren in die metabolische Clearance eingebunden sein.

Elimination

Exogen verabreichtes Somatostatin wird bei einer Halbwertszeit von ca. 2 Minuten (1,1 bis 3,0 min) bei gesunden Probanden rasch aus dem Plasma eliminiert bis der Ausgangswert (10 – 35 pg/ml) wieder erreicht ist. Unter diesen Umständen beträgt die metabolische Clearance-Rate ca. 2.000 ml/min.

Die Clearance-Rate ist weder bei kompensierten zirrhotischen Patienten noch bei Typ-II-Diabetikern verändert. Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz im Letztstadium wurde eine dosisabhängige Verringerung der Clearance-Rate beobachtet.

Es gibt keine Daten zur Exkretion von Somatostatin. Da es ein natürliches Peptid ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Elimination dem normalen Proteinabbau folgt.

  1. c) Spezifische Patientenpopulationen

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin Clearance ≤ 10 ml/min) war die metabolische Clearance verringert und die stationären Plasmaspiegel waren verdoppelt.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Eine chronische Leberinsuffizienz scheint keinen substantiellen Einfluss auf die metabolische Clearance von Somatostatin zu haben.

Patienten mit Diabetes

Bei nicht-adipösen, nicht-insulin-abhängigen Diabetikern ist die Kinetik ähnlich wie bei gesunden Probanden.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität:

Tests an verschiedenen Versuchstierarten ergaben (nach i.v. Verabreichung) LD50 Werte von 10 mg/kg bis 35 mg/kg Körpergewicht.

Chronische Toxizität:

Eine minimale Toxizität konnte bei Ratten nach kontinuierlicher intravenöser Verabreichung von Somatostatin über 4 Wochen beobachtet werden. Ein geringfügig niedrigeres Körpergewicht wurde bei männlichen Ratten festgestellt, die mit der höchsten Dosis von 1,8 mg/kg Körpergewicht/Tag getestet wurden. Bis zu einer Dosierung von 1,8 mg/kg Körpergewicht/Tag zeigte sich bei den weiblichen Ratten keinerlei Beeinflussung.

Genotoxizität:

Die Studien zur Genotoxizität haben keinen Hinweis auf ein mutagenes oder klastogenes Potential von Somatostatin ergeben.

Reproduktionstoxizität:

Diese Studien wurden nicht durchgeführt, da nicht beabsichtigt ist Somatin den schwangeren oder stillenden Frauen zu verabreichen. Somatostatin hat nachteilige Auswirkungen auf das Verhalten bei der Entwicklung von Ratten.

Es gab keine negativen Auswirkungen auf die männlichen und weiblichen Fortpflanzungsorgane nach 4 Wochen der kontinuierlichen Infusion bei Ratten und Affen. Effekte von Somatostatin auf Rattenhypophyse, gonadotrophische Zellen und auf die Eierstöcke wurden in einer 5 Tage-Studie aus der Literatur berichtet. Inhibition hauptsächlich aus LHproducing Zellen, Hemmung der Follikulogenese und erhöhte Anzahl von atretisch Haarfollikel wurden nach 5 Tagen der Verabreichung von 400 μg/kg/Tag sc beobachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumhydroxid oder Salzsäure-Lösung zur Einstellung des pH-Wertes.

6.2 Inkompatibilitäten

Somatin soll aus Stabilitätsgründen nicht mit Glukose- oder Fruktoselösungen gemischt werden. Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Das Pulver ist in einer Durchstechflasche aus farblosem Neutralglas (Typ I, Ph. Eur.) enthalten, welche mit einem Gummistöpsel aus Bromobutyl geschlossen ist.

Einzeldosispackung.

Packungsgröße: 1 Durchstechflasche pro Schachtel.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Das Pulver wird in steriler pyrogenfreier isotonischer Natriumchloridlösung aufgelöst. Siehe Abschnitt 4.2.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Eumedica Pharmaceuticals GmbH

Basler Straße 126

79540 Lörrach

Deutschland

8. ZULASSUNGSNUMMER

1-21240

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 06.Dezember 1995

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 20.Juli 2005

10. STAND DER INFORMATION

Mai 2026

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Stand 05/2026 · Zulassungsnummer (Z.Nr.): 1-21240

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Angaben zum Medikament Somatin 3 mg - Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Was diese Angaben bedeuten

Abgabe?
Rezeptpflichtig?
  • Dieses Medikament ist rezeptpflichtig: Sie bekommen es nur mit einem ärztlichen Rezept. Bei einmaliger Abgabe gilt das Rezept für eine Abgabe, außer die Ärztin oder der Arzt ordnet die wiederholte Abgabe ausdrücklich an. Bei wiederholter Abgabe darf die Apotheke das Medikament noch bis zu fünfmal abgeben, wenn auf dem Rezept nichts anderes steht.
  • Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen ärztliche Verschreibung
Abgabestelle? Apotheke
Wirkstoff? Somatostatinacetat-hydrat
Darreichungsform? Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
ATC-Klassifikation?
  1. H Systemische Hormonpräparate, exkl. Sexualhormone und Insuline
    1. H01 Hypophysen- und Hypothalamushormone und Analoga
      1. H01C Hypothalamushormone
        1. H01CB Somatostatin und Analoga
          1. H01CB01 Somatostatin
Zulassung (Z.Nr.)? 1-21240; seit 06.12.1995
Inverkehrbringen? keine Einstellung gemeldet
Zulassungsinhaber? Eumedica Pharmaceuticals GmbH, Basler Straße 126, 79540 Lörrach, Deutschland

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Daten vom 27.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.