Info Patient Suche Menü

Paradolor Erdbeer-Vanille 250 mg Granulat – Fachinformation

Die Fachinformation ist für Ärztinnen, Ärzte und Apotheken bestimmt. Leicht verständliche Angaben für Patientinnen und Patienten stehen im Beipackzettel: Dosierung, Nebenwirkungen, Andere Medikamente, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Rezeptfrei Inverkehrbringen eingestellt
Stärke des Medikaments:
250 mg
Enthält den Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Paradolor Erdbeer-Vanille 250 mg Granulat

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Paradolor Erdbeer-Vanille 250 mg Granulat

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Paradolor Erdbeer-Vanille 250 mg Granulat

Ein Beutel enthält 250 mg Paracetamol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 600,575 mg Sorbitol, weniger als 1 mmol Natrium

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Granulat

Beutel mit weißem oder fast weißem Granulat.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Paradolor Erdbeer-Vanille 250 mg Granulat wird angewendet bei leichten bis mäßig starken Schmerzen (wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen) sowie bei Fieber und Schmerzen bei Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Prinzipiell sollten Schmerzmittel so gering wie für eine ausreichende Wirkung nötig dosiert und nur so lange wie erforderlich angewendet werden, um das Risiko des Auftretens unerwünschter Wirkungen möglichst klein zu halten. Die maximale Tagesdosis von 8 Beuteln Granulat (entsprechend 2000 mg Paracetamol) darf nicht überschritten werden.

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren (und mindestens 43 kg Körpergewicht):

1-2 Beutel bis zu 4-mal täglich.

Das jeweilige Dosierungsintervall richtet sich nach der Symptomatik und der maximalen Tagesgesamtdosis, es soll 6 Stunden nicht unterschreiten.

Kinder unter 12 Jahren bzw. Personen unter 43 kg Körpergewicht

Diese Darreichungsform ist bei Kindern unter 6 Jahren nicht anzuwenden. Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren können 250 mg alle 6 Stunden einnehmen, bis zu maximal 4 Dosen (entsprechend 1 000 mg Paracetamol) innerhalb von 24 Stunden.

Ältere Patienten (ab 65 Jahre)

Es ist keine spezielle Dosisanpassung auf Grund des Alters erforderlich. Im Fall von Untergewicht und Organfunktionsstörungen siehe entsprechende Hinweise. Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen sowie Gilbert-Syndrom muss die Dosis vermindert bzw. das Dosisintervall verlängert werden. Bei schwerer hepatozellulärer Insuffizienz (Child-Pugh > 9) darf Paracetamol nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen muss die Dosis vermindert bzw. das Dosisintervall verlängert werden.

Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance ≤ 10 ml/min) muss ein Dosisintervall von mindestens 8 Stunden eingehalten werden.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen. Das Granulat wird direkt auf die Zunge gegeben und geschluckt. Das Granulat wird ohne Wasser eingenommen.

Die Einnahme des Granulates sollte nicht unmittelbar nach einer raschen, üppigen Mahlzeit erfolgen, da durch die Veränderung des pH Wertes im Magen die Wirksamkeit verzögert werden kann.

Dauer der Anwendung

Die Anwendungsdauer soll auf die Erkrankungsdauer beschränkt werden. Falls die Beschwerden länger als 3 Tage anhalten, muss ein Arzt aufgesucht werden.

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
  • Schwere hepatozelluläre Insuffizienz (Child-Pugh ≥ 10).
  • Genetisch bedingter Mangel an Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase (Symptom:

    hämolytische Anämie)

  • Übermäßiger oder chronischer Alkoholmissbrauch
  • Kinder unter 6 Jahren da Paradolor Erdbeer-Vanille 250 mg Granulat nicht entsprechend gewichtsbezogen dosiert werden kann.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Um das Risiko einer Überdosierung zu vermeiden, muss sichergestellt werden, dass gleichzeitig eingenommene Medikamente kein Paracetamol enthalten.

Eine Überschreitung der empfohlenen Dosis kann zu Nierenschäden und sehr schweren Leberschäden führen. Die Gabe eines Antidots muss dann so rasch wie möglich erfolgen (siehe Abschnitt 4.9).

Paracetamol darf in folgenden Fällen nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung sowie nur unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden:

  • Hepatozelluläre Insuffizienz (Child-Pugh ≤ 9)
  • Gilbert-Syndrom (Meulengracht-Krankheit)
  • Schwere Niereninsuffizienz mit Kreatinin-Clearance ≤ 10 ml/min: siehe Abschnitt 4.2 - Chronische Fehl- bzw. Unterernährung (verminderte hepatische Glutathionreserven)
  • Oxalurie (Dosis sollte vermindert werden)

Hinweise auf Begleiterkrankungen

Bei Weiterbestehen von Fieber, Anzeichen einer (Sekundär-)Infektion oder Anhalten der Symptome über mehr als drei Tage, ist eine ärztliche Kontrolle erforderlich.

Analgetikakopfschmerz

Bei längerem hochdosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von Analgetika können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen.

Nierenschädigung

Ganz allgemein kann die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens führen.

Absetzen von Analgetika

Bei abruptem Absetzen nach längerem hoch dosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von Analgetika können Kopfschmerzen sowie Müdigkeit, Muskelschmerzen, Nervosität und vegetative Symptome auftreten. Die Absetzsymptomatik klingt innerhalb weniger Tage ab. Bis dahin soll die Wiedereinnahme von Schmerzmitteln unterbleiben und die erneute Einnahme nicht ohne ärztlichen Rat erfolgen.

Risiko einer metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke

Fälle von metabolischer Azidose mit vergrößerter Anionenlücke (HAGMA) aufgrund von Pyroglutaminsäure-(5-Oxoprolin-)Azidose wurden bei Patienten mit schweren Erkrankungen, wie schwerer Nierenfunktionsstörung und Sepsis, oder bei Patienten mit Mangelernährung oder anderen Ursachen für Glutathionmangel (z. B. chronischer Alkoholismus) berichtet, die mit einer therapeutischen Dosis von Paracetamol über einen längeren Zeitraum oder mit einer Kombination von Paracetamol und Flucloxacillin behandelt wurden.

Bei Verdacht auf HAGMA aufgrund einer Pyroglutaminsäure-Azidose wird ein sofortiges Absetzen von Paracetamol und eine engmaschige Überwachung empfohlen. Die Messung von Pyroglutaminsäure (5-Oxoprolin) im Urin kann nützlich sein, um Pyroglutaminsäure-Azidose als zugrunde liegende Ursache von HAGMA bei Patienten mit mehreren Risikofaktoren zu erkennen.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Beutel, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.

Patienten mit hereditärer Fructose-Intoleranz sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen (siehe auch Abschnitt 4.5).

Gegebenenfalls sollten die Patienten entsprechend informiert werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Kombination von Paracetamol mit:Mögliche Wechselwirkungen

Arzneimittel, die zu einer

Leberenzyminduktion führen (wie z.B. Barbiturate, Cimetidin, Carbamazepin, Rifampicin, Primidon) sowie potentiell

Leberschädigung
hepatotoxische Substanzen
Antikoagulanzien (z. B. Warfarin und Fluindion)wiederholte Einnahme von Paracetamol über mehr als eine Woche verstärkt die Wirkung von Antikoagulanzien. Die gelegentliche Einnahme von Paracetamol hat keine signifikanten Auswirkungen.
SalicylamidVerlängerung der Eliminationshalbwertszeit von Paracetamol
Probenecidhemmt die Bindung von Glucuronsäure an Paracetamol, daher reduzierte Paracetamol Clearance um den Faktor 2; (Verringerung der Paracetamol-Dosis empfohlen)
ChloramphenicolVerlängerung der Eliminationshalbwertszeit von Chloramphenicol
ZidovudinRisiko einer Neutropenie ist erhöht (nur auf ärztlichen Rat kombinieren)
Nizatidinerhöhte Plasmaspiegel von Paracetamol
Cisapridsteigert Verfügbarkeit von Paracetamol
Lamotriginverminderte Verfügbarkeit von Lamotrigin
Arzneimittel zur Verzögerung der Magenentleerung (z.B. Propanthelin)verzögerte Absorption von Paracetamol

Arzneimittel, die zur Beschleunigung der Magenentleerung führen (z.B.

Metoclopramid)

beschleunigte Absorption von Paracetamol
Cholestyraminverringerte Absorption von Paracetamol
AlkoholLeberschädigung (siehe Abschnitt 4.4)
Flucloxacillin

erhöhtes Risiko einer metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke aufgrund einer Pyroglutaminsäure-(5-Oxoprolin-)Azidose, insbesondere bei Patienten mit

Risikofaktoren (siehe Abschnitt 4.4)

Die additive Wirkung gleichzeitig angewendeter Sorbitol (oder Fructose) -haltiger Arzneimittel und die Einnahme von Sorbitol (oder Fructose) über die Nahrung ist zu berücksichtigen.

Der Sorbitolgehalt oral angewendeter Arzneimittel kann die Bioverfügbarkeit von anderen gleichzeitig oral angewendeten Arzneimitteln beeinflussen. (siehe Abschnitt 4.4)

Auswirkungen auf Laborwerte

Die Einnahme von Paracetamol kann die Harnsäurebestimmung mittels Phosphorwolframsäure sowie die Blutzuckerbestimmung mittels Glucose-Oxidase-Peroxidase beeinflussen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Eine große Datenmenge weist weder auf Fehlbildungen verursachende noch auf fetale/neonatale Toxizität hin.

Epidemiologische Studien zur Neuroentwicklung von Kindern, die im Uterus Paracetamol ausgesetzt waren, weisen keine eindeutigen Ergebnisse auf.

Falls klinisch erforderlich, kann Paracetamol während der Schwangerschaft nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses unter Einhaltung der niedrigsten wirksamen Dosis für den kürzest möglichen Zeitraum und mit der geringstmöglichen Häufigkeit eingenommen werden – allerdings nicht in Kombination mit anderen Arzneimitteln, da eine Sicherheit der Anwendung für diese Fälle nicht belegt ist.

Stillzeit

Nach der oralen Anwendung wird Paracetamol in geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden. Spitzenkonzentrationen wurden in der Muttermilch 1 - 2 Stunden nach der Einnahme einer Einzeldosis durch die Mutter gemessen. Die Halbwertszeit von Paracetamol in der Muttermilch liegt bei 1,35 bis 3,5 Stunden.

Bislang sind keine unerwünschten Wirkungen oder Nebenwirkungen während des Stillens bekannt. Die Dosierung sollte jedoch möglichst niedrig und die Anwendungsdauer möglichst kurz gehalten werden.

Fertilität

Aus Tierstudien ergeben sich keine Hinweise auf Fruchtschädigungen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die Einnahme von Paradolor hat keinen oder geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Die folgende Einteilung wird für die Häufigkeitsbeschreibungen der Nebenwirkungen verwendet:

Sehr häufig≥ 1/10
Häufig≥ 1/100 bis < 1/10
Gelegentlich≥ 1/1 000 bis < 1/100
Selten≥ 1/10 000 bis < 1/1 000
Sehr selten<1/10 000
Nicht bekanntHäufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Einnahme von hohen Dosen Paracetamol, auch längere Einnahme bzw. chronischer Gebrauch von mehreren Gramm pro Tag kann zu Leber- und Nierenschädigung führen.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Anämien, nicht hämolytische Anämie, Knochenmarksdepression, Veränderung des Blutbildes wie Thrombozytopenie, Agranulozytose

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: bei prädisponierten Personen Bronchospasmus (Analgetika – Asthma),

Überempfindlichkeitsreaktionen von einfacher Hautrötung oder Urtikaria bis hin zu anaphylaktischem Schock, Pruritus, Hautauschlag, Schwitzen, Purpura, Angioödem

Gefäßerkrankungen

Selten: Ödeme

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Selten: Pankreasüberfunktion, akute und chronische Pankreatitis, Hämorrhagie,

Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Anstieg der Lebertransaminasen, Leberversagen, Lebernekrose, Ikterus

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten: schwerwiegende Hautreaktionen (Steven-Johnson-Syndrom - SJS, Toxische

Epidermale Nekrolyse - TEN (Lyell Syndrom), Akute Generalisierte Exanthematische Pustulose - AGEP)

Erkrankungen der Nieren und der Harnwege:

Selten: Nephropathie und Nierenfunktionsstörungen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Nicht bekannt: Metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke

Bei Patienten mit Risikofaktoren, die Paracetamol einnahmen, wurden Fälle von metabolischer Azidose mit vergrößerter Anionenlücke aufgrund von Pyroglutaminsäure-(5 Oxoprolin-)Azidose beobachtet (siehe Abschnitt 4.4). Eine Pyroglutaminsäure-Azidose kann bei diesen Patienten infolge eines niedrigen Glutathionspiegels auftreten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Österreich

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Ein Intoxikationsrisiko mit Lebensgefahr bei Überdosierung besteht insbesondere bei:

  • älteren Menschen
  • kleinen Kindern
  • Personen mit Lebererkrankungen
  • chronischem Alkoholmissbrauch
  • Glutathionmangel durch chronischer Fehl- bzw. Unterernährung (z.B. bei

    Essstörungen, zystischer Fibrose, HIV-Infektion, Kachexie).

  • Bei gleichzeitiger Therapie mit Enzyminduktoren (z.B. Carbamazepin, Phenobarbital,

    Phenytoin, Primidon, Rifampicin, Johanniskraut; siehe auch Abschnitt 4.5)

Symptome:

In der Regel treten Symptome innerhalb von 24 Stunden auf: Übelkeit, Erbrechen, Anorexie, Blässe und Bauchschmerzen. Danach kann es zu einer Besserung des subjektiven Befindens kommen, es bleiben jedoch leichte Leibschmerzen als Hinweis auf eine Leberschädigung. Eine Überdosierung mit ca. 6 g oder mehr Paracetamol als Einzeldosis bei Erwachsenen oder mit 140 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis bei Kindern führt zu Leberzellnekrosen, die zu einer totalen irreversiblen Nekrose und später zu hepatozellulärer Insuffizienz, metabolischer Azidose und Enzephalopathie führen können. Diese wiederum können zu Koma, auch mit tödlichem Ausgang, führen. Gleichzeitig wurden erhöhte Konzentrationen der Lebertransaminasen (AST, ALT), Lactatdehydrogenase und des Bilirubins in Kombination mit einer erhöhten Prothrombinzeit beobachtet, die 12 bis 48 Stunden nach der Anwendung auftreten können. Klinische Symptome der Leberschäden werden in der Regel nach 2 Tagen sichtbar und erreichen nach 4 bis 6 Tagen ein Maximum.

Auch wenn keine schweren Leberschäden vorliegen, kann es zu akutem Nierenversagen mit akuter Tubulusnekrose kommen. Zu anderen, leberunabhängigen Symptomen, die nach einer Überdosierung mit Paracetamol beobachtet wurden, zählen Myokardanomalien und Pankreatitis.

Therapie:

  • intravenöse Gabe von SH-Gruppen-Donatoren schon bei Verdacht ▪ Dialyse
  • Bestimmungen des Plasmaspiegels

Bereits bei Verdacht auf Intoxikation mit Paracetamol ist in den ersten 10 Stunden die Gabe von SH-Gruppen-Donatoren wie z. B. N-Acetyl-Cystein sinnvoll. N-Acetylcystein kann aber auch nach 10 und bis zu 48 Stunden noch einen gewissen Schutz bieten. In diesem Fall erfolgt eine längerfristige Einnahme.

Durch Dialyse kann die Plasmakonzentration von Paracetamol abgesenkt werden. Bestimmungen der Plasmakonzentration von Paracetamol sind empfehlenswert. Die weiteren Therapiemöglichkeiten zur Behandlung einer Intoxikation mit Paracetamol richten sich nach Ausmaß, Stadium und klinischen Symptomen entsprechend den üblichen Maßnahmen in der Intensivmedizin.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetikum, Antipyretikum mit schwacher anti-inflammatorischer Wirkung, Paracetamol. ATC-Code: N02BE01

Der analgetische Wirkmechanismus konnte noch nicht genau festgestellt werden. Paracetamol könnte mehrheitlich als Prostaglandinsynthesehemmer im Zentralnervensystem wirken. Zu einem geringeren Teil könnte es peripher die Schmerzimpuls-Generierung hemmen. Die periphere Wirkung könnte auch durch die Hemmung der Prostaglandinsynthese oder der Hemmung der Synthese oder Wirkung anderer Substanzen, die die Schmerzrezeptoren für mechanische oder chemische Stimulierung sensibilisieren, zustande kommen.

Die antipyretische Wirkung von Paracetamol entsteht vermutlich durch eine zentrale Anregung des Hitzeregulationszentrums im Hypothalamus, was zu einer peripheren Vasodilation mit gesteigertem Blutfluss durch die Haut, Schwitzen und Temperatursenkung führt. Die zentrale Wirkung inkludiert wahrscheinlich eine Hemmung der Prostaglandinsynthese im Hypothalamus.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Die Resorption von Paracetamol erfolgt rasch und nahezu vollständig, sie kann durch eine vorangegangene Mahlzeit mit hohem Kohlenhydratanteil verringert werden. Bei der üblichen Dosierung bindet sich Paracetamol nicht signifikant an Plasmaproteine (Konzentrationen unter 60 μg/ml), die Werte steigen jedoch bei hohen oder toxischen Dosen.

Verteilung

Die maximale Konzentration von 5 – 20 μg/ml (bei Dosen bis 650mg) wird nach 0,5-2 Stunden erreicht, die maximale Wirkung tritt nach 1-3 Stunden ein, die Wirkdauer liegt bei 3-4 Stunden.

Biotransformation und Elimination

Die Halbwertszeit liegt bei 1 bis 4 Stunden und ändert sich nicht bei Nierenversagen. Sie kann jedoch bei akuten Überdosen, manchen Lebererkrankungen, bei älteren Patienten oder Neugeborenen verlängert sein. Bei Kindern kann die Halbwertszeit geringfügig kürzer sein. Zirka 90-95 % der aufgenommenen Dosis werden in der Leber metabolisiert, bevorzugt durch Konjugation mit Glucuronsäure, Sulphursäure und Cystein. Ein Zwischenmetabolit ist, wenn er bei Überdosis akkumuliert, hepatotoxisch und möglicherweise nephrotoxisch.

Die Ausscheidung erfolgt renal als Metaboliten, vermehrt als Konjugate. 3 % der Dosis können unverändert ausgeschieden werden.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Chronische Toxizität

Im Tierversuch zur subchronischen und chronischen Toxizität an Ratte und Maus traten Läsionen im Magen-Darm-Trakt, Blutbildveränderungen, Degeneration des Leber- und Nierenparenchyms bis hin zu Nekrosen auf.

Der Grund für diese Veränderungen ist einerseits im Wirkungsmechanismus und andererseits im Metabolismus von Paracetamol zu suchen. Diejenigen Metaboliten, die vermutlich Ursache der toxischen Wirkung und der daraus folgenden Veränderungen an Organen sind, wurden auch beim Menschen gefunden. Während einer Langzeitanwendung (das heißt 1 Jahr) im Bereich maximaler therapeutischer Dosen wurden auch sehr seltene Fälle einer reversiblen chronischen aggressiven Hepatitis beobachtet. Bei subtoxischen Dosen können nach dreiwöchiger Einnahme Intoxikationssymptome auftreten. Daher sollte Paracetamol nicht über längere Zeit und nicht in höheren Dosen angewendet werden.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Umfangreiche Untersuchungen ergaben keine Evidenz für ein relevantes gentoxisches Risiko von Paracetamol im therapeutischen, d.h. nicht toxischen Dosisbereich. Aus Langzeitstudien an Ratten und Mäusen liegen keine Hinweise auf relevante tumorigene Effekte in nicht hepatotoxischen Dosierungen von Paracetamol vor.

Reproduktionstoxizität

Es sind keine konventionellen Studien verfügbar, in denen die aktuell akzeptierten Standards für die Bewertung der Reproduktionstoxizität und der Entwicklung verwendet werden. Paracetamol passiert die Placenta.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Butyl-Methacryl-Polymer (Eudragit), Natriumdodecylsulfat, Stearinsäure, Talkum, Titandioxid (E 171), Simeticon, Hypromellose, Sorbitol (E 420), Natriumcarboxylmethylcellulose, Sucralose, Magnesiumoxid, Magnesiumstearat, Vanillearoma und Erdbeeraroma.

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Packungen mit 16 PETP/ALU/LDPE-Beuteln.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

STADA Arzneimittel GmbH

1190 Wien

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.: 1-30444

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

08.Juni 2011 / 26.08.2016

10. STAND DER INFORMATION

12/2024

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezeptfrei, apothekenpflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Stand 12/2024 · Zulassungsnummer (Z.Nr.): 1-30444

Was die Abschnitte und die Häufigkeiten der Nebenwirkungen bedeuten: Beipackzettel richtig lesen

Einen Fehler gefunden? Schreiben Sie uns über die Kontaktseite.

Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder Ihrer Apotheke.

Angaben zum Medikament Paradolor Erdbeer-Vanille 250 mg Granulat

Was diese Angaben bedeuten

Abgabe?
Rezeptfrei?
  • Dieses Medikament ist rezeptfrei: Sie bekommen es ohne ärztliches Rezept.
  • Arzneimittel zur Abgabe ohne ärztliche Verschreibung
Abgabestelle? Apotheke
Wirkstoff? Paracetamol
Darreichungsform? Granulat
ATC-Klassifikation?
  1. N Nervensystem
    1. N02 Analgetika
      1. N02B Andere Analgetika und Antipyretika
        1. N02BE Anilide
          1. N02BE01 Paracetamol
Zulassung (Z.Nr.)? 1-30444; seit 08.06.2011
Inverkehrbringen? eingestellt
Zulassungsinhaber? STADA Arzneimittel GmbH, Muthgasse 36/2, 1190 Wien, Österreich

Quelle: BASG – Medikamente Info Austria, Daten vom 27.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.