Fachinformation - Metoclopramidhydrochlorid Accord 10 mg Tabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Metoclopramidhydrochlorid Accord 10 mg Tabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Eine Tablette enthält
Metoclopramidhydrochlorid entsprechend 10 mg wasserfreiem Metoclopramidhydrochlorid.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung
Jede Tablette enthält 101,24 mg Lactose-Monohydrat
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Tablette
Weiße bis beigefarbene, runde, bikonvexe Tabletten mit Aufdruck „BD“ auf einer Seite und einer Bruchkerbe auf der anderen Seite.
Die Tablette kann in gleiche Hälften geteilt werden.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Erwachsene:
Metoclopramid wird angewendet bei Erwachsenen zur:
- Vorbeugung von nach Chemotherapie verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen (CINV)
Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen, die durch Strahlentherapie verursacht werden
(RINV)
Symptomatischen Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, einschließlich Übelkeit und
Erbrechen, die durch akute Migräne hervorgerufen werden. Metoclopramid kann in Kombination mit oralen Schmerzmitteln verwendet werden, um die Resorption des Schmerzmittels bei akuter Migräne zu fördern.
Kinder und Jugendliche
Metoclopramid wird angewendet bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 1 – 18 Jahren) zur:
- Vorbeugung von nach Chemotherapie verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen (CINV) als Sekundäroption.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Erwachsene Patienten
Die empfohlene Einzeldosis beträgt 10 mg und kann bis zu dreimal täglich gegeben werden.
Die maximale empfohlene Tagesdosis beträgt 30 mg oder 0,5 mg/kg Körpergewicht. Die maximal empfohlene Behandlungsdauer beträgt 5 Tage.
Vorbeugung von nach Chemotherapie verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen (CINV) (Kinder und Jugendliche im Alter von 1 – 18 Jahren)
Die empfohlene Dosis beträgt 0,1 bis 0,15 mg/kg Körpergewicht und kann bis zu dreimal täglich eingenommen werden (oral). Die Maximaldosis in 24 Stunden beträgt 0,5 mg/kg Körpergewicht.
Dosierungstabelle
| Alter | Körpergewicht | Dosierung | Häufigkeit |
| 1 – 3 Jahre | 10 – 14 kg | 1 mg | Bis zu dreimal täglich |
| 3 – 5 Jahre | 15 – 19 kg | 2 mg | Bis zu dreimal täglich |
| 5 – 9 Jahre | 20 – 29 kg | 2,5 mg | Bis zu dreimal täglich |
| 9 – 18 Jahre | 30 – 60 kg | 5 mg | Bis zu dreimal täglich |
| 15 – 18 Jahre | Über 60 kg | 10 mg | Bis zu dreimal täglich |
Die maximale Therapiedauer zur Vorbeugung von nach Chemotherapie verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen (CINV) beträgt 5 Tage.
Die Tabletten sind nicht für Kinder geeignet, die weniger als 30 kg wiegen. Andere pharmazeutische Formen/Stärken können für diese Patientengruppe besser geeignet sein.
Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten sollte eine Dosisreduzierung auf der Grundlage der Nieren- und Leberfunktion und der Gebrechlichkeit insgesamt erwogen werden.
Beeinträchtigte Nierenfunktion
Bei Patienten mit einer Nierenerkrankung im Endstadium (Kreatinin-Clearance ≤ 15 ml/min) sollte die Tagesdosis um 75 % reduziert werden.
Bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 15 – 60 ml/min) sollte die Dosis um 50 % reduziert werden (siehe Abschnitt 5.2).
Beeinträchtigte Leberfunktion
Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsbeeinträchtigung muss die Dosis um 50 % reduziert werden (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und Jugendliche
Metoclopramid ist bei Kindern unter 1 Jahr kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Art der Anwendung
Ein Abstand von mindestens 6 Stunden zwischen zwei Einnahmezeitpunkten muss eingehalten werden, selbst im Fall von Erbrechen oder Abstoßen der Dosis (siehe Abschnitt 4.4).
4.3 Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Gastrointestinale Blutungen, mechanische Obstruktionen oder gastrointestinale
Perforation, bei denen die Stimulierung der gastrointestinalen Motilität ein Risiko darstellt • Vorgeschichte neuroleptischer oder durch Metoclopramid verursachter Spätdyskinesie • Epilepsie (gesteigerte Anfallshäufigkeit und -stärke)
- Morbus Parkinson
- Verdacht auf oder bestätigtes Phäochromozytom aufgrund des Risikos schwerer hypertensiver Episoden
Kombination mit Levodopa oder dopaminergen Agonisten (siehe Abschnitt 4.5) • Bekannte Vorgeschichte von Methämoglobinämie mit Metoclopramid oder eines NADH-
Cytochrom-b5-Reduktase-Mangels
Anwendung bei Kindern unter 1 Jahr, aufgrund des erhöhten Risikos extrapyramidaler
Erkrankungen (siehe Abschnitt 4.4)
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Warnhinweise
Neurologische Erkrankungen
Extrapyramidale Erkrankungen können besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen und/oder bei der Anwendung hoher Dosierungen auftreten. Diese Reaktionen treten normalerweise zu Beginn der Behandlung auf und können selbst nach nur einer einzigen Gabe auftreten. Metoclopramid muss im Falle extrapyramidaler Symptome unverzüglich abgesetzt werden. Diese Auswirkungen klingen nach dem Absetzen im Allgemeinen vollständig ab, bedürfen aber gegebenenfalls einer symptomatischen Behandlung (Benzodiazepine bei Kindern und/oder anticholinerge Antiparkinsonmittel bei Erwachsenen).
Die in Abschnitt 4.2 angegebene Zeitspanne von mindestens 6 Stunden muss zwischen jeder Gabe von Metoclopramid eingehalten werden, selbst im Fall von Erbrechen und dem Abstoßen der Dosis, um eine Überdosis zu vermeiden.
Eine längere Behandlung mit Metoclopramid kann besonders bei älteren Patienten eine Spätdyskinesie verursachen, die irreversibel sein kann. Die Behandlung sollte aufgrund des Risikos einer Spätdyskinesie 3 Monate nicht überschreiten (siehe Abschnitt 4.8). Die Behandlung muss abgebrochen werden, wenn klinische Anzeichen einer Spätdyskinesie auftreten.
Malignes neuroleptisches Syndrom wurde für Metoclopramid in Kombination mit Neuroleptika sowie mit Metoclopramid-Monotherapie berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Metoclopramid sollte im Fall von Symptomen eines malignen neuroleptischen Syndroms unverzüglich abgesetzt und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden.
Besondere Sorgfalt ist bei Patienten mit zugrunde liegenden neurologischen Erkrankungen und bei Patienten, die mit zentral wirkenden Arzneimitteln behandelt werden, erforderlich (siehe Abschnitt 4.3)
Symptome von Morbus Parkinson können durch Metoclopramid ebenfalls verstärkt werden.
Methämoglobinämie
Es wurde über Methämoglobinämien berichtet, die in Zusammenhang mit einem NADH-Cytochrom-b5-Reduktase-Mangel stehen können. In solchen Fällen muss Metoclopramid unverzüglich und dauerhaft abgesetzt werden und entsprechende Maßnahmen (wie eine Behandlung mit Methylenblau) sind einzuleiten.
Herzerkrankungen
Es gab Berichte schwerwiegender kardiovaskulärer unerwünschter Wirkungen, einschließlich Fälle von Kreislaufkollaps, schwerwiegender Bradykardie, Herzstillstand und QT-Verlängerung im Anschluss an die parenterale Anwendung von Metoclopramid, insbesondere bei intravenöser Anwendung (siehe Abschnitt 4.8).
Bei der Anwendung von Metoclopramid bei Patienten mit Erregungsleitungsstörungen (einschließlich QT-Verlängerung), Patienten mit nicht korrigiertem Elektrolytungleichgewicht, Bradykardie und bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, von denen bekannt ist, dass sie das QT-Intervall verlängern, ist besondere Vorsicht geboten.
Intravenöse Anwendungen müssen als langsame Bolus-Injektion gegeben werden (über eine Zeitpanne von mindestens 3 Minuten), um das Risiko von Nebenwirkungen (z. B. Hypotonie, Akathisie) zu verringern.
Nieren- und Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit einer beeinträchtigten Nierenfunktion oder schweren Leberfunktionsstörungen wird eine Dosisverringerung empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).
Warnhinweis zu sonstigen Bestandteilen
Metoclopramidhydrochlorid Accord Tabletten enthalten Lactose. Patienten mit seltenen hereditären Krankheiten wie Galactoseintoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption dürfen dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Kontraindizierte Kombination
Levodopa oder dopaminerge Agonisten und Metoclopramid antagonisieren sich in ihrer Wirkung (siehe Abschnitt 4.3).
Zu vermeidende Kombination
Alkohol verstärkt die sedierende Wirkung von Metoclopramid.
Zu berücksichtigende Kombination
Aufgrund der prokinetischen Wirkung von Metoclopramid kann sich die Resorption bestimmter Arzneimittel verändern.
Anticholinergika und Morphinderivate
Anticholinergika sowie Morphinderivate und Metoclopramid antagonisieren sich in ihrer Wirkung auf die gastrointestinale Motilität.
Zentral dämpfend wirkende Arzneimittel (Morphinderivate, Anxiolytika, sedierende H1-Antihistaminika, sedierende Antidepressiva, Barbiturate, Clonidin und ähnliche) Die dämpfende Wirkung dieser Arzneistoffe auf das Zentralnervensystem wird durch Metoclopramid verstärkt.
Neuroleptika
Metoclopramid kann das Auftreten von extrapyramidalen Erkrankungen bei gleichzeitiger Anwendung mit Neuroleptika begünstigen.
Serotonerge Arzneimittel
Die Anwendung von Metoclopramid mit serotonergen Arzneimitteln wie SSRIs kann das Risiko für das Auftreten eines Serotonin-Syndroms erhöhen.
Digoxin
Metoclopramid kann die Bioverfügbarkeit von Digoxin verringern. Eine sorgfältige Beobachtung der Digoxin-Plasmakonzentration ist erforderlich.
Ciclosporin
Metoclopramid erhöht die Bioverfügbarkeit von Ciclosporin (Cmax um 46 % und Exposition um 22 %). Eine sorgfältige Überwachung der Ciclosporin-Plasmakonzentration ist erforderlich. Die klinische Auswirkung ist unklar.
Mivacurium und Suxamethonium
Eine Metoclopramid-Injektion kann die Dauer der neuromuskulären Blockade erhöhen (durch Hemmung der Plasma-Cholinesterase).
Starke CYP2D6-Hemmer
Metoclopramidspiegel können bei gleichzeitiger Anwendung mit starken CYP2D6-Hemmern wie Fluoxetin und Paroxetin ansteigen. Obwohl die klinische Signifikanz unklar ist, sollten Patienten hinsichtlich Nebenwirkungen beobachtet werden.
Rifampicin
In einer veröffentlichten Studie mit 12 gesunden Freiwilligen reduzierte die Gabe von 600 mg Rifampicin für die Dauer von 6 Tagen die Plasmaexposition (AUC) und die maximale Konzentration (Cmax) von Metoclopramid um 68 % bzw. 35 %.
Wenngleich die klinische Signifikanz dieser Beobachtung unsicher ist, sind die Patienten bei Kombination von Metoclopramid mit Rifampicin oder anderen potenten Induktoren (z. B. Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin) auf eine Verringerung der antiemetischen Wirkung hin zu überwachen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als 1.000 exponierte Schwangere) deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität hin. Metoclopramid kann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn dies aus klinischer Sicht notwendig ist. Wenn die Gabe von Metoclopramid am Ende der Schwangerschaft erfolgt, kann das Auftreten eines extrapyramidalen Syndroms beim Neugeborenen aufgrund der pharmakologischen Eigenschaften (wie bei Neuroleptika) nicht ausgeschlossen werden. Metoclopramid sollte am Ende der Schwangerschaft vermieden werden. Wenn Metoclopramid angewendet wird, muss eine neonatale Überwachung erfolgen.
Stillzeit
Metoclopramid wird in geringem Maße in die Muttermilch ausgeschieden. Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen können nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund wird Metoclopramid während der Stillzeit nicht empfohlen und der Abbruch der Anwendung von Metoclopramid sollte erwogen werden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen
Metoclopramid kann Somnolenz, Benommenheit/Schwindel, Dyskinesie und Dystonie verursachen, die die Sehkraft sowie die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können.
4.8 Nebenwirkungen
Liste von Nebenwirkungen nach Systemorganklasse. Die Häufigkeit wird entsprechend der folgenden Konvention definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
| Systemorganklasse | Häufigkeit | Nebenwirkungen |
| Erkrankungen des Immunsystems | ||
| Gelegentlich | Überempfindlichkeit | |
| Nicht bekannt | Anaphylaktische Reaktion (einschließlich anaphylaktischer Schock, insbesondere bei intravenöser Anwendung) | |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems | ||
| Nicht bekannt | Methämoglobinämie, die in Zusammenhang mit NADH-Cytochrom-b5-Reduktase-Mangel stehen kann, besonders bei Neugeborenen (siehe Abschnitt 4.4) Sulfhämoglobinämie, hauptsächlich bei gleichzeitiger Gabe hoher Dosen von Schwefel freisetzenden Arzneimitteln | |
| Herzerkrankungen | ||
| Gelegentlich | Bradykardie, insbesondere bei intravenöser Anwendung | |
| Nicht bekannt | Herzstillstand, der kurz nach Injektion auftritt, und der nach einer Bradykardie auftreten kann (siehe Abschnitt 4.4); atrioventrikulärer Block, Sinusknotenstillstand insbesondere bei intravenöser Anwendung; QT-Verlängerung im Elektrokardiogramm, Torsade de pointes | |
| Endokrine Erkrankungen* | ||
| Gelegentlich | Amenorrhö, Hyperprolaktinämie, | |
| Selten | Galaktorrhö | |
| Nicht bekannt | Gynäkomastie | |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | ||
| Häufig | Diarrhö | |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | ||
| Häufig | Asthenie | |
| Erkrankungen des Nervensystems | ||
| Sehr häufig | Somnolenz | |
| Häufig | Extrapyramidale Erkrankungen$ (besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen und/oder wenn die empfohlene Dosis überschritten wird, selbst im Anschluss an die Gabe einer einzigen Dosis des Arzneimittels) (siehe Abschnitt 4.4), Parkinsonismus, Akathisie | |
| Gelegentlich | Dystonie (einschließlich Sehstörungen und okulogyre Krise), Dyskinesie, getrübter Bewusstseinszustand | |
| Selten | Krämpfe besonders bei epileptischen Patienten | |
| Nicht bekannt | Spätdyskinesie, die während oder nach längerer Behandlung besonders bei älteren Patienten auftreten und bestehen bleiben kann (siehe Abschnitt 4.4), | |
| malignes neuroleptisches Syndrom (siehe Abschnitt 4.4) | ||
| Psychiatrische Erkrankungen | ||
| Häufig | Depression | |
| Gelegentlich | Halluzination | |
| Selten | Verwirrtheitszustand | |
| Nicht bekannt | Suizidgedanken | |
| Gefäßerkrankungen | ||
| Häufig | Hypotonie, besonders bei intravenöser Anwendung | |
| Nicht bekannt | Schock, Synkope (Ohnmacht) nach Anwendung als Injektion. Akute Hypertonie bei Patienten mit Phäochromozytom (siehe Abschnitt 4.3). Vorübergehender Blutdruckanstieg. | |
* Endokrine Erkrankungen bei längerer Behandlung in Zusammenhang mit einer Hyperprolaktinämie (Amenorrhö, Galaktorrhö und Gynäkomastie).
$ Patienten mit verminderter CYP2D6 Metabolisierung können ein erhöhtes Risiko für extrapyramidale Erkrankungen haben (siehe Abschnitt 5.2).
Die folgenden Reaktionen, die mitunter gleichzeitig auftreten, werden bei hohen Dosierungen häufiger beobachtet:
- Extrapyramidale Symptome: akute Dystonie und Dyskinesie, Parkinson-Syndrom, Akathisie, selbst im Anschluss an die Gabe einer einzelnen Dosis des Arzneimittels, besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen (siehe Abschnitt 4.4).
- Schläfrigkeit, Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Halluzination.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5
ÖSTERREICH
1200 WIEN
Fax: + 43 (0) 50 555 36207
Website: http://www.basg.gv.at/
4.9 Überdosierung
Symptome
Extrapyramidale Erkrankungen, Schläfrigkeit, Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Halluzination und Herz- und Atemstillstand können auftreten.
Therapie
Im Fall von extrapyramidalen Symptomen, die mit Überdosierung in Zusammenhang stehen oder nicht, ist die Behandlung nur symptomatisch (Benzodiazepine bei Kindern und/oder anticholinerge Antiparkinsonmittel bei Erwachsenen).
Eine symptomatische Behandlung und eine anhaltende Überwachung der kardiovaskulären und respiratorischen Funktionen müssen in Einklang mit dem klinischen Zustand durchgeführt werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
Pharmakotherapeutische Gruppe: Prokinetika
ATC-Code: A03FA01
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Metoclopramid ist ein substituiertes Benzamid, das aufgrund seiner prokinetischen und antiemetischen Eigenschaften angewendet wird. Die antiemetische Wirkung ist das Ergebnis zweier Wirkmechanismen mit Beteiligung des Zentralnervensystems:
Antagonische Wirkung auf die dopaminergen D2-Rezeptoren in der Chemorezeptor-
Triggerzone und im Brechzentrum der Medulla, welches beim Apomorphin-induzierten Erbrechen beteiligt ist;
Antagonistische Wirkung auf die serotoninergen 5HT3-Rezeptoren und agonistische
Wirkung auf die 5HT4-Rezeptoren, die beim Chemotherapie-induzierten Erbrechen beteiligt sind.
Zusätzlich zu dem zentralen Wirkmechanismus hat Metoclopramid eine stimulierende Wirkung auf die gastrointestinale Motilität über einen peripheren Wirkmechanismus. Es besteht eine antidopaminerge Wirkung und Verstärkung der Wirkung von Acetylcholin. Dies bewirkt eine beschleunigte Magenentleerung und eine Zunahme des vom unteren Ösophagussphinkter ausgeübten Drucks. Metoclopramid hat keine Auswirkungen auf die Magensekrete.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Im Vergleich zur intravenösen Applikation beträgt die Bioverfügbarkeit von oral appliziertem Metoclopramidhydrochlorid im Mittel ca. 60 – 80 %. Die maximalen Plasmakonzentrationen werden innerhalb von 0,5 bis 2 Stunden erreicht.
Das Verteilungsvolumen beträgt 2 – 3 l/kg; 13 – 22 % sind an Plasmaproteine gebunden. Metoclopramid wird primär im Urin ausgeschieden, sowohl in unveränderter als auch in Form von Sulfat- oder Glucuronidkonjugat. Der Hauptmetabolit ist ein N-4-Schwefelkonjugat.
Die Plasmaeliminationshalbwertszeit beträgt 5 bis 6 Stunden, unabhängig von der Art der Anwendung.
Bestimmte Patientengruppen:
Eingeschränkte Nierenfunktion
Die Clearance von Metoclopramid wird bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung um bis zu 70 % reduziert. Die Plasmaeliminationshalbwertzeit wird erhöht (circa 10 Stunden bei einer Kreatinin-Clearance von 10 – 50 ml/Minute und 15 Stunden bei einer Kreatinin-Clearance < 10ml/Minute).
Beeinträchtigung der Leberfunktion
Bei Patienten mit einer Leberzirrhose wurde eine Akkumulation von Metoclopramid beobachtet, die mit einer 50%igen Verringerung der Plasma-Clearance verbunden war.
CYP2D6 schlechte Metabolisierer
Bei Patienten, die CYP2D6 schlechte Metabolisierer sind, kann der Abbau von Metoclopramid verlangsamt sein (im Vergleich zu Patienten, mit intermediärer-, extensiver- oder ultraschneller CYP2D6-Metabolisierung); dadurch kann sich das Risiko für durch Metoclopramid verursachte extrapyramidale Erkrankungen erhöhen (siehe Abschnitt 4.8).
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Tierexperimentelle Studien erbrachten keinen Hinweis auf ein Sicherheitsrisiko beim Menschen. Zugrunde liegen Daten von pharmakologischen Studien zur Sicherheit und Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität, Karzinogenität und Reproduktionstoxizität.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Die Tabletten enthalten die folgenden sonstigen Bestandteile:
Lactose-Monohydrat
Vorverkleisterte Stärke
Maisstärke
Hochdisperses Siliciumdioxid
Magnesiumstearat.
6.2 Inkompatibilitäten
Keine relevanten Daten.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
2 Jahre in PVC/PVdC/Aluminium-Blisterstreifen.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 30 °C lagern.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Metoclopramidhydrochlorid Accord Tabletten sind in PVC/PVdC/Aluminium-Blisterstreifen erhältlich. Faltschachteln mit 20, 24, 28, 30, 40, 50, 60, 84, 100 und 500 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur
Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Accord Healthcare B.V.
Winthontlaan 200
3526KV Utrecht
Niederlande
8. ZULASSUNGSNUMMER
Zul.Nr.: 136881
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
26.04.2016/31.12.2015
10. STAND DER INFORMATION
09/2026
REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT
Rezept- und apothekenpflichtig.
