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Arzneimitteln, die den Wirkstoff enthalten RILUZOL ()

Riluzol ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) eingesetzt wird. ALS ist eine seltene, fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust von motorischen Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark gekennzeichnet ist. In Österreich sind schätzungsweise 250 bis 300 Menschen von dieser Krankheit betroffen.

Der genaue Wirkmechanismus von Riluzol ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass der Wirkstoff auf mehreren Ebenen im zentralen Nervensystem wirkt und so den Verlauf der Erkrankung verlangsamt. Eine mögliche Wirkweise besteht darin, die Freisetzung des Neurotransmitters Glutamat zu hemmen. Glutamat spielt eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Signalen zwischen Nervenzellen und kann in hohen Konzentrationen toxisch für diese Zellen sein.

Riluzol hat in klinischen Studien gezeigt, dass es das Fortschreiten der ALS verlangsamen kann. Die Patienten hatten eine längere Überlebenszeit und eine verzögerte Verschlechterung ihrer motorischen Funktionen im Vergleich zu Patienten, die kein Riluzol erhielten. Die durchschnittliche Verlängerung der Überlebenszeit beträgt etwa zwei bis drei Monate.

Die Anwendung von Riluzol erfolgt oral in Form von Tabletten oder einer Flüssigkeit zum Einnehmen. Die empfohlene Dosierung beträgt zweimal täglich 50 mg mit einem Abstand von mindestens zwölf Stunden zwischen den Dosen. Die Einnahme sollte unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen, um eine optimale Aufnahme des Wirkstoffs zu gewährleisten.

Wie bei anderen Medikamenten kann die Einnahme von Riluzol Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall. Seltener können auch Leberfunktionsstörungen auftreten, weshalb während der Behandlung regelmäßige Blutuntersuchungen zur Überwachung der Leberfunktion empfohlen werden.

Riluzol ist in Österreich verschreibungspflichtig und wird unter dem Handelsnamen Rilutek® vertrieben. Da ALS eine seltene Erkrankung ist, gehört Riluzol zu den sogenannten Orphan-Arzneimitteln – Medikamenten zur Behandlung seltener Krankheiten. Die Kosten für die Therapie mit Riluzol können von der Krankenkasse übernommen werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Anwendung von Riluzol sollte immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen und unter dessen Überwachung stehen. Da es sich um ein Medikament handelt, das lediglich die Progression der Erkrankung verlangsamt und nicht heilt, ist es wichtig, die Patienten über die möglichen Vorteile und Risiken der Therapie aufzuklären.

Insgesamt stellt Riluzol eine wichtige therapeutische Option für Patienten mit ALS dar. Obwohl es den Verlauf der Erkrankung nicht aufhalten kann, kann es das Fortschreiten verlangsamen und so die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Zukünftige Forschungen könnten dazu beitragen, den Wirkmechanismus von Riluzol besser zu verstehen und möglicherweise weitere Therapieansätze für ALS zu entwickeln.

Arzneimitteln, die den Wirkstoff enthalten RILUZOL ()